Tod und Sterben

Die unzähligen Pfade des Sterbens

Wie kann man die Frage über die Rechtfertigung von Sterbehilfe beantworten? Wie kann man akzeptieren, dass auch schon Kinder manchmal sterben müssen? Wie kann man verstehen, dass jemand noch in der Blütezeit des Lebens den sogenannten Schnitter trifft?

Keiner kann Antworten darauf geben. Man kann nur vermuten, denn die Wahrheit liegt, falls es überhaupt eine gibt, hinter vielen Fassaden und Trugbildern verborgen, und der größte Schleier vor unseren Augen ist der der Unwissenheit und des ewigen Schweigens. Jede Spekulation in diese Richtung, jede noch so begründete Annahme ist, wie, wenn man in einem großen kreisförmigen Saal steht, und von diesem in alle Richtungen Gänge abgehen, und diese mit Vorhängen verdeckt sind. Schiebt man einen Vorhang beiseite, so sieht man nichts als Dunkelheit und setzt man auch nur einen Fuß hinter die Schwelle der Finsternis, so geht man damit bereits das Risiko ein, in die Schluchten des Irrtums zu fallen. Man kann warten, bis sich die Vorhänge von selber öffnen, man den richtigen Weg geweist bekommt, doch dann ist es meistens bereits zu spät, noch aus eigener Kraft umzukehren. Ein freiwilliges Gehen, in zweierlei Hinsicht, kann dann nicht mehr erwartet werden. Schwerwiegendes Wehklagen und Jammern sind dann der Preis für eine geringe Risikofreudigkeit. Sollten wir dann nicht lieber selbst den Weg der Wahrheit suchen? Je eher wir wissen, welchen Pfad wir später einschlagen müssen, desto besser können wir uns auf die Reise vorbereiten. Wir haben immerhin das Licht unserer Vernunft, welches uns wenigstens einen kleinen Teil der Dunkelheit hinter den Vorhängen offenbart.
Warum also nicht?

Was macht den sterbenden Menschen aus? Ist der Tod nun wirklich der "Gleichmacher" oder ist er etwas anderes? Wenn ich diesen Begriff höre, denke ich immer unwillkürlich an einen Scharfrichter mit einer Axt. Wenn alle Fäden wirklich in einem Punkt zusammenlaufen, kann es im Grunde doch nur einen Typus Tod geben, der sich nur unterschiedlicher Mittel bedient. Ist der Tod aber wirklich immer gleich?

Im Folgenden werde ich versuchen mich in die Rolle eines Sterbenden hineinzudenken. Ich bin mir im Klaren, dass es auch anders kommen kann, doch ich habe mich für die jeweils eine Variante entschieden. Ich denke außerdem, dass das eine gute Vorbereitung auf das eigene Ende ist, denn erst das Ende krönt das Werk als Ganzes, und dem Ende mit erhobenen Haupt und stolzer Brust entgegenzustehen, verleiht deutlich mehr Würde und Ehre.


Ich liege in einem Bett. Ich kann aber nicht mehr sagen, ob dieses Bett zu Hause steht oder im Krankenhaus. Was macht das auch schon aus? Bei meiner schweren Krankheit kann es sowieso keine Heilung geben. Im Krankenhaus läge ich dann doch nur auf der Palliativ-Station. Man würde eigentlich nur noch zusehen, wie ich hier langsam krepiere, ab und zu mir noch irgendwelche Medizin verabreichen, deren Wirkung ungefähr derer eines Placebos entspräche. Und ein Bett habe ich zu Hause auch. Nur diese seltsamen Schnüre und Schläuche nicht, und dazu dieses ewig monotone Piepen. Aber das hörte ich schon nicht mehr, als ich nur drei Wochen im Krankenhaus lag. Also, ich weiß nicht, wo ich gerade bin. Ich kann nichts sehen, kann nur noch begrenzt hören, und schon lange nicht mehr sprechen. Manchmal bemerke ich es aber dennoch, wenn jemand bei mir ist und mit mir redet. Seine Worte erscheinen mir wie Rufe auf einem großen Bergmassiv, ich glaube irgendein fernes Schreien zu hören, aber ich kann nicht ein Wort verstehen, es klingt so, als gingen die Rufe im tiefen Nebel des Schmerzes verloren.
Besitze ich eigentlich noch Ohren zum Hören? Ich kann sie nicht fühlen. Besitze ich eigentlich noch überhaupt einen Körper? Fast könnte ich meinen, mein Bewusstsein wäre bloß nur noch ein Programm auf irgendeinem Computer. Der Computer ist so fair und spielt mir wenigstens noch ein Gefühl der Schmerzen vor, damit ich nicht vollkommen den Verstand verliere in dieser scheinbaren Isolation.
Ich bin froh, dass der Schmerz so langsam nachlässt und ich freue mich darauf, wenn er endlich versiegen wird. Dann wird der Zeitpunkt kommen, wo auch der letzte Funken Erinnerung verloren gegangen ist, wenn der letzte Tropfen Blut vergossen worden sein wird, wenn ich das Schwert zu Boden lege und mich ergebe. Ich wünschte, ich wäre jetzt schon dazu imstande, doch ich habe nicht den Mut loszulassen. Was ist denn dann mit meinen Angehörigen, meiner Frau, meinen Kindern? Ich kann sie doch nicht einfach so im Stich lassen, ich spüre sie manchmal neben mir, und auch wenn ich nicht mehr hören und sehen kann, so spüre ich doch trotzdem innerlich ein Weinen und Schluchzen in ihren Gesichtern. Haben sie denn noch nicht begriffen, dass auch meine Zeit irgendwann abgelaufen ist?
Wenn ich so auf das Vergangene blicke, das mit Tag und Nacht vor den Augen vorbei flimmert, dann überzeugt es mich jeden Tag, jede Stunde, ja, sogar jede Minute, davon, doch endlich mit dem Leben abzuschließen. Ich habe viel erreicht in meinem Leben, die Natur hat mir jetzt ein Ende gesetzt, mein Körper ist unter dem hohen Druck des Alters schon zerbrochen, warum also sollte ich nicht endlich die Vergangenheit hinter mir lassen, und zu neuen Ufern aufbrechen?
Ja, endlich ist es soweit! Ich merke, wie der Schmerz endgültig aufgehört hat, welch ein süßes Gefühl das doch ist, viel schöner als jede Form der Freude! Meine körperliche Hülle werde ich nun entgültig abwerfen können. Aber was kommt dann?

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Ich fahre in meinem Auto gemütlich über eine Straße, es ist eine schön kurvige Straße an meterhohen Klippen. Es ist schon dunkel. Links die steile Felswand, rechts der Abgrund, davor noch eine dünne Leitplanke, die schon fast vom Angucken zerbricht. Ich weiß nicht, wie tief es rechts heruntergeht, ehe man auf das Meer trifft, aber soweit ich weiß, könnten das gut und gerne 50 Meter und mehr sein. Was bin ich doch froh, dass mein Auto noch funktionierende Scheinwerfer hat! Und hier auf der unbefahrenen Nebenstraße muss man auch gar nicht abblenden. Was wohl meine Frau und meine Kinder zu Hause machen? Das Arbeitsessen in einem Hotel am Strand war zwar an sich ganz angenehm, aber zu Hause ankommen, ist immer noch das Schönste am Tag. Man hat sich den ganzen Tag nur konzentriert, von morgens bis abends, und nun muss man auch noch auf die Straße mit ihren Kurven achten, was ist es da doch schön, wenn man endlich mal seine Frau in den Arm nehmen kann, und alle Anstrengungen und Mühen eines vergangenen Tages vergisst. Im Radio läuft wie immer nur schlechte Musik, und die Nachrichten dort sind auch nicht mal das, was sie einst waren. Besser, ich schalte es aus.
Verdammt, wo kommt denn auf einmal das Auto da vorne her! Und dieses helle Licht, hat der Suchscheinwerfer am Auto und hat er die Lampen zum Gebäudeanstrahlen gekauft?! Was war das für ein Ruckeln? Und für ein Krachen? Warum habe ich auf einmal das Gefühl zu schweben? Was geschieht hier mit mir?
Fragen über Fragen, die mir da in den Kopf schießen. Es ist so, als ob man sich im Krieg befindet und ganz unbefangen seinen Kopf aus der Deckung hebt; ehe man sich versieht, hat man etliche Kugeln im Kopf, die jeweils den stechenden Schmerz wieder auf einen neuen Höhepunkt treiben. Diese Fragen zermürben mich genauso. Doch mit einem Schlag löscht die Antwort, die Erkenntnis alle Zweifel, alle Fragen, einfach alles aus: Ich stürze mit meinem Auto die Klippen herunter!
Ja, diese Einsicht löscht wirklich ALLES aus. Und mit jeder Sekunde, die sie in meinem Kopf über allen Gedanken thront, werden mir immer mehr neue Bilder ins Gehirn geschossen. Sind sie wirklich neu? Ich kenne sie doch! Es waren all die verdrängten Gedanken, all die Erinnerungen, die ich irgendwann einmal abgelegt habe und sie für nichtig erklärte. Sie sind wohl doch nicht ganz so unbedeutend, wie ich dachte. Was habe ich damals nur getan, dass ausgerechnet MIR das geschehen muss?! Habe ich so sehr gesündigt? Mein Gott, beschütze mich! Auch wenn ich dich nicht immer sah, nicht immer an dich glaubte, du liebst doch alle Menschen, dann rette mich nur einmal, nur jetzt, ich werde umkehren und dich preisen, aber BITTE schenk' mir mein Leben!
Nichts geschah. Dieser Moment, ich glaube, er war kaum länger als wenige Sekunden, aber er erschien mir wie Minuten, wie Stunden, es ist schon erstaunlich zu welchen Höchstleistungen ich doch hier imstande bin, wenn ich das doch nur immer im Beruf wäre, dann würde meine nächste Beförderung...
NEIN! Ich kann nicht mehr an das Geld denken! Was bringt mir all der Mammon, wenn meine Familie unter meiner Abwesenheit leidet? So häufig in letzter Zeit blieb ich fast den ganzen Tag lang weg. Wie konnte ich nur vergessen, was wirklich wichtig ist im Leben?
Ich höre schon das Krachen der Karosserie, das Auto schlägt jetzt auf, ich spüre schon, wie mein Leib zerquetscht wird, erst die Beine, dann mein Rumpf und meinen Kopf spüre ich schon gar nicht mehr. Es ist aus. Für immer. Aber was kommt dann?

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Hier stehe ich, in der Hand die Klinge, um den Hals den Strick. Hier stehe ich, und es sind die letzten Momente meines wertlosen Lebens, ehe ICH SELBST dieser Farce ein angemessenes Ende bereiten werde. Ich habe niemals etwas erreicht, wenn ich nach Hause gehe, so sind da weder Frau noch Kinder, mein Arbeitsplatz ist mir neulich gekündigt worden, nun muss ich Auto und Haus verkaufen. Ich habe mein ganzes Leben lang nur auf Profit und Reichtum geachtet, jede Form des Glücks kam zu kurz, es zählte nicht eine Sekunde lang die Freude, wurden mir Angebote gemacht, so habe ich immer nur dem mit der höchsten Rendite zugesagt. Jetzt habe ich den Preis dafür: Ich gebe mir das einzigste, was mein Leben all die Zeit lang nur wert war, vollkommen unbeachtet der teuren Kleider an meinem Leib, oder der Autos, die mich an die unterschiedlichsten Orte trugen, oder meiner eigenen vier luxuriösen Wände, es zählt nur das nackte Leben, und das war nicht mehr wert als der eigene TOD.
Deswegen bin ich jetzt hier. Ich stehe auf dem dicken Ast im Apfelbaum hinterm Haus. Um meinen Hals befindet sich die raue Hanffaser ganz virtuos zu einem Knoten gewickelt, wie er sonst eigentlich nur bei Hinrichtungen üblich ist. Dafür ist dieser Baum hier mein ganz persönlicher Galgen! Und in der rechten Hand halte ich ein Messer, ein Küchenmesser der feinsten Art, seine Klinge ist mindestens 20 cm lang und aus rostfreiem Edelstahl. Falls ich mich zu den einen Schritt nicht traue, so kann ich wenigstens mir noch die Kehle oder die Pulsadern aufschneiden, oder ich bohre tief in meine Brust, um meinen kranken Herz den letzten Stoß zu geben.
Wenn ich so auf mein Leben zurückblicke, dann entdecke ich doch nur Schlechtes, von vorne bis hinten nur eine einzige Qual. Warum also sollte ich noch weiterleben wollen? Belasse ich die gelebten Jahre doch einfach bei dem, was sie sind, schließe mit ihnen entgültig ab, so wie man die Akten der vergangenen Fälle ins Archiv legt, so lege ich auch mein Leben einfach beiseite.
Nun habe ich die Wahl: Galgen oder Messer? Schritt oder Schnitt? Erhängen oder Abstechen? Ich führe die Klinge an meine Kehle. Sie ist furchtbar kalt, aber in ihr spiegelt sich mein Gesicht. Was für ein leidender und gequälter Gesichtsausdruck! Ich werf das Messer weg und erhebe mein rechtes Bein für das Finale. Nun verlagere ich mein Gewicht, stürze langsam vom Ast, wobei "stürzen" das falsche Wort ist, wohl eher "rutschen", dann falle ich ein kleines Stück. Die Schlinge zieht sich zu.
Da ich nicht sehr tief gefallen bin, zerbricht es mir nicht mein Genick, es schnürt mir nur den Hals zu. Die Luft bleibt mir weg, kein Blut strömt mehr ins Gehirn. In den letzten Augenblicken bevor mein Blick schwarz wird und alle Gedanken in die Leere stürzen, führt die Agonie noch ein paar Bilder vor mein inneres Auge. Bilder, die mich mit Freude erfüllt haben, die wirklich schönen Momenten angehört haben. Wie konnte ich sie nur vergessen? Jetzt, wo es kein zurück mehr gibt, wo ich nicht einmal mehr einen Schmerzensschrei äußern kann, da überkommt mich plötzlich Reue. Ja, ich bereue es, dass ich mir selbst den Tod geben wollte. Es gibt doch immer noch Hoffnung, selbst dann, wenn es für den Augenblick nicht so aussieht. Verdammt, wie konnte ich das nur tun? Und wo ist bloß das Messer, wenn man es braucht? Seltsame Farbenspiele huschen durch mein Blickfeld, erst ganz helle leuchtende Farben, dann immer dunkler, bis schließlich alles schwarz wird. Aber was kommt dann?

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Es war ein ganz normaler Arbeitstag. Ich habe gearbeitet wie immer. Es geschah nichts besonderes - wie immer. Meine Familie erwartet mich wie immer. Da bin ich also nun, habe mich gerade mithilfe meines Angestelltendienstausweises von der Arbeit abgemeldet, und bin nun auf dem Weg zur Tiefgarage. Unglücklicherweise ist der Aufzug kaputt, deswegen muss ich meine müden Beine durch das Treppenhaus quälen. Stufe für Stufe, Treppe für Treppe steige ich hinunter. Unglaublich, wie sehr ich mich freue, meine Frau und meine Kinder wiederzusehen. So in Gedanken versunken bemerke ich nicht, wie hinter einer Tür zu irgendeinem Geräteraum ein Augenpaar hervorlinst. Die Tür ist nur einen kleinen Spalt offen, doch was ich nicht weiß, ist, dass sie sich immer weiter öffnet und ein maskierter Mann mit einer Pistole zum Vorschein kommt. Als er anfängt zu brüllen, bemerke ich ihn. Unter seiner Maske, die er wohl aus einer Wollmütze hergestellt hat, wird fast jedes Wort verschluckt. Das einzige, was ich hören kann, sind Fragmente wie "Geld her" oder "gibt mir deine Dienstkarte". Ich schaue auf seine Pistole und ohne zu zögern gebe ich ihm meine Geldbörse. Verdammt, was da so alles drin ist...
Nicht nur Geld, sondern auch mein Personalausweis, mein Führerschein, meine Fahrzeugpapiere, sogar noch die Kinokarten für mich und meine Frau. Der Mann durchwühlt mein Portmonnaie, er scheint etwas zu suchen, was er nicht finden kann. Er fragt mich, wo mein Dienstausweis ist. Was heißt er fragt, er brüllt mich an. Da fällt es mir plötzlich wieder ein: Ich habe ihn oben vor dem Abmeldeautomaten liegen lassen. War ich denn so perplex? Die nette Kollegin, die mich da noch gegrüßt hat, hat mich wohl so sehr beeindruckt, dass ich das beinahe Wichtigste vergessen habe. Was für ein Mist auch! Der Mann wird nervös, als ich ihm das erläutere. Ich biete ihm mit vorsichtiger Stimme an, noch einmal hochzugehen, und den Ausweis zu holen. Obwohl ich sogar freundlicher und zurückhaltender bin, als wie bei meinem Chef, wird der Mann nur noch mehr aggressiv. Er flucht laut und schießt auf mich, erst einmal, dann noch einmal und das dritte Mal lässt auch nicht lange auf sich warten. Die Kugeln stechen schwer in meinem Leib. Plötzlich sind da ungeheure Schmerzen, wo vorher nur Glück und Freude war, sodass ich zu Boden sinken muss. Ich sinke auf die Knie und fasse mir an den Leib. Fast schon kontrollierend fahre ich mit der linken Hand über meinen Rumpf. Ich spüre nur schwere Schmerzen und das warme Blut an meiner Hand. Ich muss würgen, beuge mich ein Stück vor und spucke Blut aus meinem Mund. Dann höre ich oben eine Frau schreien und noch mehr Schüsse. Just in diesem Augenblick wird mir erst klar, dass ich einem Raubmord zum Opfer gefallen bin. Ich frage mich, wie ich nur jetzt schon aus dem Leben scheiden kann, ich habe doch noch Frau und Kinder, und letztere sind noch längst nicht alt genug, um den Verlust ihres Vaters zu verkraften. Ich muss mit den Tränen kämpfen, meine Augen werden bei den Gedanken an meine Familie ganz feucht. Doch ich sehe, dass ich nun nicht mehr entkommen kann, ich lasse das hinter mir, was geschehen ist, ich gebe auf zu hoffen, langsam sinke ich vornüber, bis mein Kopf dann auf dem Boden aufschlägt. Ich hätte es euch noch gerne gesagt, meine Lieben, aber ich kam nicht mehr dazu: Lebt wohl! Aber was kommt dann?


Wie man an diesen vier Beispielen, die beinahe jeden Bereich der möglichen Sterbensarten abdecken, unschwer erkennen kann, ist, dass der Tod, obwohl er doch im Grunde immer gleich ist, er bestimmt das Ende des lebenden Organismus, so vielfältig wie sonst nichts auf dieser Erde sein kann.
Was ist aber nun genau der Unterschied zwischen dem natürlichen Tod als Beispiel und etwa dem Suizid? In beiden Fällen wird unser Leben beendet und wir haben noch Zeit uns davon zu verabschieden. Selbst wenn wir scheinbar augenblicklich sterben, etwa bei einer Explosion, wo unser Körper in tausende Fetzen zerrissen wird, und wir noch nicht einmal den Schmerz spüren, selbst wenn wir wie bei einem Sprengstoffattentat noch unbewusst direkt neben der Bombe stehen, so ist es doch IMMER so, dass unser Leben noch einmal revidiert wird. Wir können es hier unten auf der Erde jedoch nicht erkennen, dass so etwas ausnahmslos geschieht. Denn ich wage zu sagen, dass jeder sterbende Mensch noch die Gelegenheit erhält, innerhalb von Sekunden noch einmal sein Leben komplett wie eine Filmrolle abzuwickeln. Vielleicht ist es sogar so, dass wir das in einer Art und Weise, insbesondere der Geschwindigkeit, tun, wie wir Menschen sie gar nicht kennen. Vielleicht kann das Opfer des Bombenattentats, noch während sein Körper zerrissen wird, in wenigen Tausendstelsekunden, sich noch innerlich verabschieden.
Wir wissen nicht, wie es wirklich ist, weil der Tod wie ein eiserner Vorhang unüberwindbar und unheimlich am scheinbaren Ende einerjeden Existenz steht. Doch da wir im Tod doch ALLE gleich sind, egal ob Mensch oder Tier, müssen wir diesen Zustand der Entindividualisierung doch noch am eigenen Leibe erfahren. Wenn es nun so wäre, dass die vorangegangenen Beispiele jeweils einer anderen Person auf den unterschiedlichsten Weltteilen, in den unterschiedlichsten persönlichen Situationen, zugeordnet worden wären und sie alle zur gleichen Zeit sterben, sie vielleicht vorher noch nichtmals ihre Sprache verstanden, so ist es doch so, dass sie im Tod von all den unbedeutenden irdischen Umständen befreit sind, wenn sie sich treffen könnten, wahrscheinlich sogar einander verstehen könnten. Sie sind wie weißes Papier, das man von seiner Schrift bereinigt hat. Doch genau darin liegt die Varianz des Immergleichen, in dem "Wie", der Weg ist hier das Ziel. Die Art und Weise, auf der die Gestorbenen ihre Identität verloren haben, ist genauso individuell wie jene selbst.

Die Frage, welcher Weg nun der Richtige ist, um an das Bild der Saales mit den Vorhängen anzuknüpfen, können wir genauso wenig beantworten, wie wir dem Namenlosen einen Namen geben können. Das Leuchtkraft unseres Verstandes reicht nicht aus, um Licht ins Dunkel zu bringen. Wir können nur die Hinweise, die uns durch fremde Mächte gegeben werden, deuten. Deswegen kann ich dem Individuum nur empfehlen, dass es jeden Weg kennt, denn das gedankliche Beschreiten sämtlicher theoretisch möglicher Pfade ist die einzige Art und Weise, auf den Tod vorbereitet zu sein. Nur, wenn man jede Idee miteinander aufgewogen, jede These und jedes Argument gegeinander laufen gelassen hat, kann man sich sicher sein, sich auf der richtigen Seite zu befinden. Es liegt dann am Individuum, den eigenen Fokus zu setzen, um den für sich selbst besten Glauben zu finden.

Diese Fakten werfen ein ganz neues Licht auf den Tod. Sie lassen ihn als Phantom erscheinen, da er an jedem Ort, in jeder Situation, in jeder Gestalt, in jeder Art und Weise und zu jeder Zeit auftreten kann. Aber dieses neue Todesbild verändert eigentlich nichts an den bestehenden Tatsachen, es verdeutlicht nur um so mehr, insbesondere gegenüber der vermenschlichten und personifizierten Allegorie des Sensenmanns, die Überlegenheit und die allumfassende Macht dieses, doch eigentlich so banalen, Vorganges. Was dieses Etwas der nunmehr vielfältigsten Gewalt der Erde noch viel mehr verunheimlicht, ist die schemenhafte Mystik, die er den Menschen gegenüber zeigt. Wir wissen von ihm, wir können ihn als einen Teil des Lebens erkennen, aber uns wird auf Erden niemals seine wahre, komplette Integrität ersichtlich sein. Es wirkt beinahe so, als hätte dieses fragmentarische Sehen, Erkennen und Verstehen einen Zweck, was mich zumindest zutiefst beunruhigt.
Denn die Erkenntnis, nicht wissen zu KÖNNEN, was mir nach meinem Tod widerfahren wird, weckt in mir ein Gefühl der Versäumnis. Was habe ich nicht oder zu viel getan, damit mir das vorenthalten bleibt?

Die totale Konvergenz

Ich möchte mich ausdrücklich von einer klaren politischen Position distanzieren, ich kritisiere zumeist eher die rechtsextreme Seite, hier ist es einmal kurz umgekehrt.

Die Leitregel vom Kommunismus ist ja: Jeder Mensch ist gleich. Wenn ich diesen Apercu lese, so kann ich immer nur müde grinsen bestenfalls, wenn nicht sogar meine Mimik aufgrund überschäumender Aggressionen gegenüber der menschlichen Einfalt verbiegen, so, wie wenn man einen Eisenstab vor lauter Zorn zu biegen versucht. Dabei erinnern sowohl der Gesichtsausdruck des Biegenden als auch die Form des Eisen im übertragenden Sinne an meine besagte Mimik.
Denn ich kann das nicht einsehen. Es ist nicht jeder Mensch gleich, viel mehr noch, es ist KEIN Mensch gleich. Und dies ist nicht nur auf Marxismus und Lenismus bezogen, sondern auch auf alle anderen Staatsformen und Verfassungen, in denen jeder Mensch als gleich gilt.

Ich möchte mich hierbei AUSDRÜCKLICH davon distanzieren, diese Ungleichheit an irgendwelchen Äußerlichkeiten, etwa der Hautfarbe oder ähnliches, festzumachen. Es handelt sich dabei schlichtweg um das Wesen des Menschen, seine Charaktergrundzüge, seine Lebenseinstellung, seine Instinkte. Man kann im Verlauf der Argumentation da sicherlich noch auf Äußerlichkeiten schließen, aber dabei handelt es sich nur um Anpassungsformen an die natürliche Umgebung, mehr nicht.

Ich kann es außerdem nicht verstehen, wenn ein Staat diese Gleichheit als Grundprinzip bewahrt und dann seine Förderung der Individualität so anpreist. Lassen wir diesen Widerspruch aber einfach so im unübersichtlichen Gewirr der Politik stehen, man kann nicht auf jede Frage eine Antwort finden.

Was unterscheidet mich also von meinem Nächsten? Also, fangen wir mit etwas modernen an: Der DNA. Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte, individuelle DNA, nach der man ihn identifizieren kann. Und anhand dieses Genschlüssels werden dann die Phänotypen, die Erscheinungsformen der Gene, bestimmt. Das gibt uns viele Unterschiede für das tägliche Leben, von der Haarfarbe bis hin zur Gesichtsform, alles wird damit bestimmt. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.
Die Persönlichkeit eines Menschen wird durch die Sozialisation bestimmt. Alles, was ein Individuum während seines Lebens erfahren hat, äußert sich in bestimmten Wesenszügen. Da ja wohl KEIN Mensch eine genau gleiche Kindheit wie jemand anderes hatte - das ist ein unbestreitbares Faktum - , wird es wohl kaum zwei Menschen auf der Erde mit einem identischen Charakter geben, das ist noch nicht einmal bei eineiigen Zwillingen so.

Und auch wenn wir unseren Naturzusammenhang betrachten, so sehen wir ja, dass es eigentlich nicht die geringste Form von Gleichheit geben kann. Wir sind Säugetiere, gehören zum Stamm der Wirbeltiere, und da auch wir - was aber keiner so recht glauben will - der natürlichen Selektion ausgesetzt sind, heißt das, dass nicht jeder unserer Art überleben wird, viele werden dabei auf das Abstellgleis des Aussterbens gestellt. Das impliziert aber natürlich auch, dass die einzelnen Menschentiere unterschiedlich aufgebaut sein müssen, es muss "Stärkere" geben, so wie es auch "Schwächere" gibt. Noch einmal möchte ich ganz deutlich erwähnen: Das bezieht sich auch keinerlei Volk oder irgendwelche speziellen Hautfarben, sondern es gilt für EIN Kollektiv, sei es eine Kultur oder die ganze Menschheit an sich.
Es gibt also Menschen, die sich schlecht an die Umweltbedingungen anpassen können, und welche die so etwas wirklich gut beherrschen. Und wie soll es dann möglich sein, dass jeder Mensch gleich ist? Wir Menschen verstehen dieses Faktum nur nicht! Wir meinen immer, wir müssten krankhaft Gleichheit schaffen, jeden Schwachen mitziehen, den Intelligenten auf eine Stufe mit einem Debilen stellen. Ich möchte hier niemanden diskriminieren, doch wir meinen immer, alle, die aus der Menge, dem kollektiven Durchschnitt, herausragen, auf unsere Größe stutzen zu müssen, aber gleichzeitig gibt es da noch welche nach UNTEN hin, über die soviele lästern, die einfach überall ausgegrenzt werden, bis es dann noch ein paar wenige Schwachköpfe gibt, die sich ihrer annehmen müssen. Und dadurch, dass sie jenen helfen, erzeugen sie doch erst diese Disparität, weil sie durch ihr Handeln dann auf die Geholfenen herabschauen, zwar freundlich, doch alleine diese (gut gemeinte) Geste grenzt den Invaliden doch aus. Man würde sie nicht durch sein Tun so unbewusst diffamieren, wenn man sie wie jeden anderen Menschen auch behandelt. Aber da es z.B. eigens Aufzüge für Rollstuhlfahrer gibt, wo dann immer noch ein Schildchen zwar implizit, aber groß und breit, die Gesundheit der anderen anpreist. Der Rollstuhlfahrer wird durch diese, doch nur scheinbar freundlich gemeinte, Geste von dem Rest der Gesellschaft ausgegliedert, erhält seine eigene kleine Kammer, mit der er, im wahrsten Sinne des Wortes, im Leben herauf und herunter fährt.
Also, entweder, ALLE werden gleich behandelt oder NIEMAND! Aber das zeigt einmal wieder ganz rudimentär, dass der Mensch nicht einsehen kann, dass es noch etwas über ihm gibt. Für solche Eigenschaften hat man irgendwann einmal einen schönen Begriff entwickelt: ARROGANZ. Aber das nur nebenbei.

Es gibt sie also nun: Den Reichen, den Armen, den Intellektuellen, den Idioten, den Irren, den Wohltäter, den Übeltäter, den Großen, den Kleinen, den Gutmütigen, den Mörder, den Gesunden, den Kranken; die Zeit des Sommers des Lebens trägt sehr viele bunte Blüten. Doch da gibt es wieder etwas, das uns alle vereint, jedweden Unterschied zunichte macht, alle Grenzen niederwirft. Es ist der TOD. Seiner Macht kann sich keiner entziehen. Vor seinem Antlitz sind wir alle gleich, nicht einmal ein kleiner Unterschied vom Zeitraum des Todes ändert das, denn er ist nichtig im Anblick der Ewigkeit.
Wenn wir sterben, dann verliert alles was wir erreicht haben, alles was wir sind, die Bedeutung, was zählt ist nur noch unser nacktes Leben, sozusagen nur noch ein "Ja", das dabei dann zum "Nein" umgekehrt wird. Nennen wir diese Tatsache der bedingungslosen Gleichheit im Tod die totale Konvergenz. In ihr laufen alle Fäden wieder zusammen und werden dann abgeschnitten.
Jetzt kann man aber meinen, das Leben hat noch einen gemeinsamen direkten Ursprung, es fängt immer mit einer Zelle an. Aber dieses Argument könnte einem jeder Biologe um die Ohren schmettern wie etwas altes Zeitungspapier. Man betrachte nur die DNA und man findet schon wieder Unterschiede. Der Punkt, aus dem wirklich auch alle unsere Fäden entsprungen sind, ist der Punkt Null, der Anfang der Zeit. Von dort aus trieben sie wild auseinander, in alle Richtungen, in unterschiedlichen Formen und Farben, bis irgendwann sie dann wieder in einem einzigen Punkt zusammenlaufen: Dem Tod.

Bei diesem Denkmodell stellt sich doch die Frage, ob es irgendwo einen Scheitelpunkt gibt, und wenn ja, ob dieser schon überschritten worden ist. Selbst wenn es ihn gäbe, er würde doch nur einen theoretischen Parameter darstellen, auf die Praxis hat das kaum Auswirkungen. Und es wirft einem auf ganz kaltherzig die eigene Vergänglichkeit vor dem Kopf. Wir alle müssen sterben, ob wir es akzeptieren oder nicht.

Die Todesouvertüre

Wie schön ist es, vergänglich zu sein, zu wissen, dass das Leben nicht unbegrenzt viele Tage hat? Es ist sicherlich besser, als wenn wir ewiglich existierten. Was kann man schon mit unendlich viel Zeit anfangen? Aber dass Vergänglichkeit sogar schön sein kann, ist eine Erfahrung, die ein Menschen auch erleben kann. Wenn uns der Tod etwa von grausamen Leiden erlöst, oder bestimmte Krankheiten, Probleme oder andere schädigende Sachverhalte nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden.
Jaja, ich weiß, was du jetzt denken magst, lieber Leser: Der hat sie doch nicht mehr alle! Versucht uns hier nun an das Thema Tod heranzuführen, damit er wieder seine grausamen Fantasien zu Papier bringen kann! Na ja, so habe ich mich nunmal bisher immer gegeben, da darf ich mich nicht wundern, wenn mir das weiterhin so angemaßt wird. Aber statt dieses Faktum zu bestreiten, nur um der Verteidigung der eigenen Ehre willen, möchte ich dir hier nun eine kleine Geschichte erzählen:

Es war einmal ein Mann, der lebte in einer kleinen Hütte hoch oben in den Bergen. Und es war Winter, ein eisig kalter Winter mit sehr viel Schnee, und der Mann konnte froh sein, dass er zumindest ein PAAR Lebensmittel gehortet hatte, damit er in dieser extremen Wetterlage nicht allzu oft ins Tal hinuntersteigen muss, in das nächstgelegene Dorf, denn der Pass war im Winter ein anspruchsvoll zu gehender und gefährlicher Weg. Aber der Schnee war meterhoch, die Kälte unerschütterlich und der grausame Winter verweilte noch lange. Nun wurde tatsächlich die Nahrung so langsam knapp, sie reichte noch maximal für 2 Wochen, aber es war noch immer viel Schnee auf dem Pass. Sollte der Mann jetzt schon gehen und auf Vorrat kaufen oder zumindest die Begehbarkeit des Weges testen? Es war nämlich gerade schönes Wetter draußen und obwohl es gleichzeitig bitter kalt war, so schien die Sonne doch freundlich vom eisblauen Himmel herab und aller Nebel wich davon, die Sicht war atemberaubend, die Luft war trocken. Doch der Mann wartete, weil er sich von der Kälte zu sehr beeindrucken ließ. Der Wille, lieber noch in der warmen Hütte zu bleiben, war im wichtiger als nachhaltige und vorausdenkende Vorsorge. Obwohl es beinahe aussichtslos und unmöglich werden könnte, wenn es wieder wärmer und feuchter werden würde, und es wieder anfing zu schneien, fällte er diese Entscheidung. Im Schneetreiben zu gehen, ist weitaus schwieriger als in der Kälte. Aber der Mann dachte nicht daran, viel lieber verweilte er vor dem wärmenden Kaminfeuer, Brennholz hatte er zum Glück ja genug.
Die Tage zogen nun dahin und es kam tatsächlich so wie vorausgesehen: Es wurde zwar wärmer, dafür setzten jedoch schwere Schneeschauer und -stürme ein. Nun MUSSTE der Mann aber gehen, weil seine Lebensmittelreserven nun endgültig erschöpft waren. Er HÄTTE ja eher gehen können, aber er WOLLTE es nicht. Dafür musste er sich nun durch den starken Schneefall kämpfen.
Sein Weg möchte ich hier nun nicht schildern, nur so viel sei gesagt: Er kam nie im Dorf an.
Eines schönen Tages im Frühling fand man abseits aller Wege in einer Felsspalte eine Leiche, von der Kälte des Winters noch immer etwas konserviert. Wer auch immer der Tote war, er muss sich verirrt haben und ist dann erfroren. Die, die ihn fanden, zeigten erstaunlich wenig Mitgefühl, im Gegenteil, sie lachten sogar und spotteten, wie so ein Narr nur meinen könnte, er müsste im strengsten Winter die härtesten Bergtouren begehen.

Sind wir nicht alle irgendwie dieser Mann? Wir meinen immer wieder, wir müssten uns gegen das scheinbar Unausweichliche stellen. Wir glauben, wir könnten alles beliebig lange nach hinten herauszögern, weil es ja immer noch einen Morgen gibt. Doch irgendwann reißt auch diese Kette ab, dann gibt es keinen Morgen mehr. Dann sterben wir unverrichteter Dinge. Und warum? Weil wir uns nicht darum kümmern wollten! Je eher wir ein Problem behandeln, desto leichter fällt es uns, es zu lösen, und desto länger können wir an ihm herumrätseln.
Wir fürchten den Tod, klar, wer tut das nicht, doch was genau fürchten wir an ihm? Wenn ich an meinen eigenen Tod denke, so bemerke ich immer, dass es die Rat- und Planlosigkeit, die Verzweifelung, das Unverständnis, vielleicht sogar auch die Trauer der anderen ist, was mich vor Schrecken hochfahren lässt. Klar, diese Situation ist unvermeidbar, doch man kann die Angst davor bekämpfen, damit man sich mutig wie ein Gladiator seinem Gegner stellen kann, wohlwissend, dass der Regent den Daumen trotzdem nach unten senkt - tut er das wirklich immer? Nein, tut er nicht, man kann den Schatten abwenden, selbst dann, wenn es Nacht wird.
Wie das geht, werde ich euch in dieser Blogserie als Contributor auf Begleitschreiben erläutern. Viel Spaß beim Lesen!

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Natürlich ist Schirrmacher was seine "intellektuelle...
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