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    <title>Begleitschreiben (&quot;Denken ist vor allem Mut...&quot; (Ludwig Hohl)) : Rubrik:Kunst</title>
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    <description>&quot;Denken ist vor allem Mut...&quot; (Ludwig Hohl)</description>
    <dc:publisher>Gregor Keuschnig</dc:publisher>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:date>2009-05-23T20:12:17Z</dc:date>
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    <title>Begleitschreiben</title>
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    <title>Isabelle Graw: Der große Preis</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;Isabelle Graw Der grosse Preis&quot; height=&quot;240&quot; alt=&quot;Isabelle Graw Der grosse Preis&quot; width=&quot;240&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Isabelle-Graw-Der-grosse-Preis.jpg&quot; /&gt;Wie kommt es eigentlich dazu, dass auch zeitgenössische Kunst inzwischen bei Auktionen exorbitant hohe Preise erzielt? Wie ist dieser Hype zu erklären? Die Professorin, Kunstkritikerin und Publizistin &lt;a href=&quot;http://www.single-generation.de/kohorten/78er/isabelle_graw.htm&quot;&gt;Isabelle Graw&lt;/a&gt; untersucht in Ihrem Buch mit dem schön-doppeldeutigen Titel &quot;Der große Preis&quot; die Wechselwirkungen zwischen Kunst (gemeint ist &lt;i&gt;stets der Sonderfall der bildenden Künste&lt;/i&gt;) und Markt. Wobei das Buch durchaus den Beginn der Wirtschaftskrise, die uns aufgrund medialer Aufbereitung ständig präsent ist, reflektiert (der Schluss, aufgrund der Spezialisierung des Kunstmarktes wären die Auswirkungen gedämpfter, erweist sich allerdings als falsch). Bereits auf den ersten Seiten ihres Vorworts (welches eine Zusammenfassung der später ausführlich ausgebreiteten Thesen darstellt) wird der hohe Anspruch dieses Projekts deutlich  und die Ambivalenzen, die sich für jemanden stellen, der, wie Graw mehrfach bemerkt, selber stark in das Geschehen des zu beurteilenden Gegenstandes involviert ist.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kein kulturkritisches Lamento&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graw beschäftigt sich zunächst mit den Mechanismen des Marktes und wie diese auf Preis und Wert eines Kunstwerks wirken. Es gibt sehr kluge und bedenkenswerte Ausführungen zu Parallelen zwischen Kunstwerk und Luxusgut, wobei herausgestellt wird, dass dem Kunstwerk im Gegensatz zum Luxusgegenstand der Gebrauchswert fehlt. Während ein Luxusauto durchaus noch seiner eigentlichen Bestimmung (von A nach B zu kommen) genügt (wenn dieser Zweck auch in den Hintergrund gedrängt zu sein scheint  bzw. als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird), besitzt ein Kunstwerk einen solchen Gebrauchswert nicht (das ästhetische Vergnügen lässt Graw  wohl zu Recht  in Bezug auf die Wertigkeit nicht gelten). Umgekehrt fehlt dem Luxusgut jedoch sowohl &lt;i&gt;kulturelle[s] und soziale[s] Prestige&lt;/i&gt; als auch &lt;i&gt;die Aura des kulturell Bedeutungsvollen&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig stellt Graw fest, dass der Markt längst nicht mehr als &lt;i&gt;gesellschaftlich abgekoppelte Realität&lt;/i&gt; begriffen werden kann, sondern dass er &lt;i&gt;die ganze Ebene des Sozialen in Form eines Netzes umschliesst.&lt;/i&gt; Die &lt;i&gt;&quot;globale Industrie&quot; und &quot;archaische Tauschgesellschaft&quot;&lt;/i&gt; sind für sie &lt;i&gt;zwei Seiten derselben Medaille&lt;/i&gt;. Mehrfach wird betont, dass sie kein dezidiert marktfeindliches oder &lt;i&gt;kulturkritisches Lamento in alarmistischem Tonfall&lt;/i&gt; anstimmen möchte. Eher im Gegenteil wird ein bisschen süffisant darauf verwiesen, dass &lt;i&gt;Marktphobiegut fürs Geschäft&lt;/i&gt; sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunst hat, so eine These des Buches, sowohl einen Markt- als auch einen Symbolwert, wobei das &lt;i&gt;Verhältnis zwischen Symbol- und Marktwertin Entsprechung zum Kunst-Markt-Verhältnis als spannungsgeladenes Wechselverhältnis aufgefasst&lt;/i&gt; wird. Dieser Bemerkung sagt jedoch leider alles und nichts aus. Und auch nach sehr vielen Erläuterungen zu Symbol- und Marktwert versteht es die Autorin nicht, ihre These mit mehr als Beliebigkeitsmetaphern zu unterstützen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei wird munter mit Denkgebäuden (unter anderem) von Kant, Marx, Benjamin, Adorno, Foucault und Pierre Bourdieu jongliert und auch neuere, zeitgenössische Denker wie Paolo Virno und Ulrich Bröckling oder Kunsttheoretiker wie Marcel Duchamp und Andy Warhol (für Graw eine besondere Figur) kommen zu Wort. In teilweise eklektizistischer Manier (es gibt immerhin 353 Fussnoten auf 235 Seiten) werden Thesen variiert, modifiziert und  je nach Gusto  auch (passkonform) korrigiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Symbolwert und Marktwert&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graw folgt Bourdieu noch in der Feststellung, dass der Symbolwert von Kunst &lt;i&gt;Manifestation einer materiell nicht messbaren, schwer zu quantifizierenden Auszeichnung&lt;/i&gt; sei. Dann braucht sie Marx, um den Symbolwert im &lt;i&gt;gesellschaftlichen Verhältnis von Ware zu Ware&lt;/i&gt; zu erkennen. Demnach ist Symbolwert &lt;i&gt;als zweifache gesellschaftliche Aufladung zu definieren&lt;/i&gt; weil er &lt;i&gt;für einen Überschuss und eine Aufgeladenheit&lt;/i&gt; steht, &lt;i&gt;die jenseits von dem mit ihm Bezeichneten liegen&lt;/i&gt;. Der Symbolwert &lt;i&gt;drückt jene schwer dingfest zu machende, symbolische Bedeutung aus, die sich aus unterschiedlichen Faktoren  Singularität, kunsthistorische Zuschreibung, Etabliertheit des Künstlers, Originalitätsverheissung, Versprechen auf Dauer, Autonomiepostulat oder intellektuellem Anspruch  zusammensetzt.&lt;/i&gt; Richtigerweise konstatiert sie, dass die &lt;i&gt;Entlassung der Kunst aus ihrer Zweckgebundenheit durch die Ästhetik im 18. Jahrhundert&lt;/i&gt; erst die &lt;i&gt;Voraussetzungen zu ihrer Vermarktung&lt;/i&gt; schaffte (wobei reichlich spät ein kurzer Hinweis auf das Werkstattwesens Rembrandts aus dem 17. Jahrhundert folgt). Nun stellt sich das Problem, dass &lt;i&gt;das, was von berufener Seite (Kunstkritik und Kunstgeschichte) als ästhetische Leistung einer künstlerischen Arbeit behauptet wird&lt;/i&gt; nicht ohne weiteres in einen Preis &quot;überführt&quot; werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Feststellung, dass der Marktwert immer &lt;i&gt;auf einen &quot;Symbolwert&quot; angewiesen [ist], der ihn [den Marktwert] letztlich legitimiert&lt;/i&gt; begeht Graw einen Denkfehler, in dem sie behauptet, dass der Symbolwert &lt;i&gt;nicht im Marktwert auf[geht]obwohl&lt;/i&gt;, wie sie selber konzidiert, &lt;i&gt;für ihn ein Preis verlangt wird&lt;/i&gt;. Dieser Preis &lt;i&gt;rechtfertigt sich umgekehrt mit einem Symbolwert, der grundsätzlich nicht verrechenbar ist&lt;/i&gt;. Das führt zu ihrem Paradoxon, dass das Kunstwerk &lt;i&gt;von seiner symbolischen Bedeutung aus gesehen preislos&lt;/i&gt; sei &lt;i&gt;und dennoch hat es seinen Preis.&lt;/i&gt; In dem sie den Symbolwert jedoch am Markt &quot;bilden&quot; lässt (eben durch Institutionen wie Kritik, Galeristen, Sammler, Kunstwissenschaftler), wird der Symbolwert sozusagen sozialisiert und ist nicht beispielsweise nur eine Wertzuweisung eines einzelnen Sammlers oder einer kleinen Gruppe von Enthusiasten. Dies wiederum führt zu einer Quantifizierung, die zwar nicht real nachprüfbar ist, aber durchaus mit der Zeit durchaus Parameter entwickelt, die mindestens für eine gewisse Zeit Gültigkeit besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher trifft der Vergleich zwischen dem Kunstwerk und der Markenware (sieht man  ähnlich wie beim Luxusartikel  von dessen Gebrauchswert ab) durchaus mehr zu, als Graw einräumt. Der Gedanke, dass die Designerbrille &lt;i&gt;nicht [an] die Vorstellung eines von ihr abgeworfenen, erkenntnistheoretischen Mehrwerts geknüpft ist&lt;/i&gt; und damit im Gegensatz zum Kunstwerk steht, welches &lt;i&gt;enorme intellektuelle Leistungen vollbringen soll&lt;/i&gt;, verhindert nicht, dass nicht nur &lt;i&gt;der Preis in der Kunst als etwas Arbiträres angesehen werden muss&lt;/i&gt;. Auch der Wert der Designerbrille ist in diesem Sinne willkürlich, weil vom reinen Material- und Produktionswert abgekoppelt. Die Aufladung des Kunstwerks als &quot;intellektuelles&quot; Produkt ist letztlich nur wiederum Teil des Symbolwertes des Kunstwerkes. Das wäre, salopp gesagt,  letztlich der (einzige) Grund, warum eine Designerbrille normalerweise preiswerter (!) ist als ein Bild eines angesagten Malers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hilft dann die Feststellung der &lt;i&gt;Überdeterminiertheit des Symbolwerts&lt;/i&gt;, der sich in horrenden Preisen zeigt (wie beispielsweise für &lt;a href=&quot;http://www.oystermag.com/news/damien-hirst-sells-artwork-for-us-100-million.html&quot;&gt;Damian Hirsts &quot;Totenschädel&quot;, der noch im August 2008 für 100 Millionen US-Dollar&lt;/a&gt; versteigert wurde, jedoch einen reinen &quot;Materialwert&quot; von nur rd. US$ 30 Millionen haben soll), nicht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graw folgt Bourdieu in dem Augenblick nicht mehr, als dieser Symbolwert und Marktwert in &lt;i&gt;relative[r] Unabhängigkeit&lt;/i&gt; sieht. Sie plädiert für eine eng geführte Parallelität und kommt zu dem sibyllinischen Schluss, sie machten sich beide &lt;i&gt;gegenseitig das Leben schwer, um doch aufeinander angewiesen zu sein&lt;/i&gt;; ihr Verhältnis sei &lt;i&gt;von Anziehung und Abstossung geprägt&lt;/i&gt;. Dies wäre jedoch nur richtig, wenn es sozusagen zwei &quot;Preise&quot; gäbe, die auch getrennt ermittelt würden. Statt die Schnittstelle, wenn der Symbolwert zum Marktwert wird und die einzelnen Implikationen zu definieren und eventuell eine Art Phänomenologie des Marktwerts zu versuchen, wird eine schlaffe Schwebeposition konstruiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich betont Graw die Sonderstellung des Kunstwerks aufgrund dieser &quot;bipolaren Wertermittlung&quot; (die sie als &lt;i&gt;polare Grundkonstellation&lt;/i&gt; bezeichnet). Sie vergisst dabei, dass beispielsweise auch der Börsenhandel ähnlichen Bewertungen unterliegt (streng genommen ist sogar der Wert des Geldes selber ein höchst symbolischer). Zwar wäre hier (theoretisch) der (Markt-)Wert des Unternehmens über die buchhalterischen Kennziffern der Bilanz quantifizierbar. Der Aktienkurs jedoch schafft eine zweite, extrem variable Grösse, der nun den &quot;Symbolwert&quot; des Unternehmens ausdrückt. Beide Werte können sich beträchtlich unterscheiden, wie man am Beispiel der Spekulationen um die VW-Aktie Ende 2008 sehen kann, als die Volkswagen AG vorübergehend zum &quot;wertvollsten&quot; Unternehmen der Welt wurde. Dieser &quot;Wert&quot; entsprach jedoch keinesfalls der &quot;realen&quot; Bewertung des Konzerns. Im Gegensatz zum Kunstwerk sind zwar beide Werte viel eher zu ermitteln, da sie an konkreten Zahlen festzumachen sind. Aber durch die Volatilität des Aktienmarktes (der sich übrigens verblüffenderweise in Teilen dem nähert, was Graw als Spezifikum des Kunstmarktes herausarbeitet) bleibt der &quot;Symbolwert&quot; (Börsenwert) des Unternehmens ungewiss, ja spekulativ, obwohl er reflexiv auch wieder in den eigentlichen Marktwert einfliesst (wenn auch nur indirekt, beispielsweise durch immaterielle Zuordnungen). Dennoch hat ein Unternehmen (um diesen Vergleich fortzuführen) letztlich nur einen &quot;Wert&quot;  genau wie das Kunstwerk (welches ja auch Schwankungen unterworfen ist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Networking statt Einzelkämpfer&lt;/b&gt;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergiebig ist Graws Buch in der Schilderung der Veflechtung der einzelnen &quot;Institutionen&quot;, die den &lt;i&gt;Markterfolgzum Maß aller Dinge&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;zum Gradmesser künstlerischer Qualität&lt;/i&gt; machen. Da sie sich gelegentlich nicht mit normalen Vokabular zufriedengibt, wird hierfür den sperrige (vermutlich jedoch passende) Begriff der &lt;i&gt;Konsekrationsinstanzen&lt;/i&gt; eingeführt. Nicht nur hier zeigt sich, dass die Autorin von der (zunächst) deskriptiv-neutralen Haltung, die eine gewisse Reserviertheit gegenüber der beschriebenen Dynamik zeigt, irgendwann sozusagen zwischen den Zeilen immer mehr ins Bejahende abdriftet, so dass es dem Leser gelegentlich erscheint, als sei das Buch von zwei Autoren geschrieben worden, deren Sätze irgendwann zusammenmontiert worden seien.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einerseits ist es für sie folgerichtig, &lt;i&gt;dass der Markt à la longue auf bestimmte Konsekrationsinstanzen angewiesen ist, die künstlerische Produktion legitimieren&lt;/i&gt;, andererseits konstatiert sie, dass der Markt &lt;i&gt;eine Art &quot;permanentes ökonomisches Tribunal&quot;&lt;/i&gt; sei. Sie moniert das &lt;i&gt;Vordringen einer Marktlogik&lt;/i&gt;, die sich in letztlich undurchschaubaren Rankingsystemen oder obskuren &lt;i&gt;Hitlisten&lt;/i&gt; zeigt und beanstandet teilweise emphatisch, dass Kritiker immer mehr ihre neutrale Position zu Gunsten einer &lt;i&gt;Rolle von Glaubwürdigkeitslieferanten&lt;/i&gt; übernehmen, &lt;i&gt;die gut fürs Geschäft sind, weil sie jene Bedeutung produzieren, die den Marktwert letztlich legitimiert&lt;/i&gt; (die Kritiker wollen wohl auch ein bisschen von der &lt;i&gt;Goldrauschstimmung&lt;/i&gt; profitieren, in dem sie dem &lt;i&gt;privaten Galeristen&lt;/i&gt; erlauben, &lt;i&gt;sie für einen Text gut zu bezahlen&lt;/i&gt;) und problematisiert andererseits das &lt;i&gt;marktferne Selbstverständnis&lt;/i&gt; von Teilen der Kritik. Einerseits scheint sie den Paradigmenwechsel, der den Markterfolg als ästhetisches Kriterium festschreibt, zu kritisieren, andererseits entfaltet sie am Ende des Buches an diversen von ihr so genannten &lt;i&gt;marktreflexiven&lt;/i&gt; Kunstwerken eine gut geölte Exegesemaschine, der beispielsweise der Interpretationswalze des märchendeutenden Eugen Drewermann in nichts nachsteht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Buch hat aber auch sehr interessante und erhebende Momente. Etwa, wenn Graw ausführlich auf die Interdependenzen und gegenseitigen Verstrickungen der &lt;i&gt;Konsekrationsinstanzen&lt;/i&gt; eingeht und eine gekonnte und pointierte Sicht auf die &lt;i&gt;Kunstwelt&lt;/i&gt; als &lt;i&gt;netzförmig organisierte &quot;Kontaktwelt&quot;&lt;/i&gt; gibt, was letztlich fast zwangsläufig in den &lt;i&gt;&quot;Networking-Imperativ&quot;&lt;/i&gt; mündet. Zwar übernehmen Auktionshäuser immer noch die Rolle von Kreditinstituten und Kritiker werden (wie bereits erwähnt) zu &lt;i&gt;Bedeutungsproduzenten&lt;/i&gt;, aber die Rollen von Galeristen, Kuratoren und Sammlern weisen inzwischen oft Überschneidungen auf. Kritiker sind inzwischen auch Galeristen und/oder Kuratoren, Auktionen bestücken Galerien  jeder macht irgendwann einmal alles und das führt zu &lt;i&gt;Rollenkonflikte[n]&lt;/i&gt; (Graw verschweigt hier abermals ihre eigenen potentiellen Interessenkonflikte nicht), die letztlich einen Mangel an Selbstreflexion zur Folge haben. Dies wird eindringlich und mit offensichtlich hoher Vertrautheit geschildert, wenn auch ohne direkte Beurteilung dieses Prinzips; (moralische) Entrüstung scheint ihr fremd sein. Auch unterlässt sie es, Belege aus dem &quot;Nähkästchen&quot; beizusteuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufhebung der klassischen &lt;i&gt;Kompetenzprofile&lt;/i&gt; führt zu einem Kooperationszwang. &lt;i&gt;Der Gegner von heute könnte der dringend benötigte Kooperationspartner von morgen sein&lt;/i&gt;. Freundschaften werden unter rein ökonomischen Gesichtspunkten geschlossen (ein wenig holprig das Beispiel van Gogh/Gauguin, um dies nicht ausschliesslich als zeitgemässes Phänomen zu beschreiben). Der &lt;i&gt;Einzelkämpfer&lt;/i&gt; ist weitgehend chancenlos, er fungiert höchstens noch als eine Art &lt;i&gt;Künstler-Künstler&lt;/i&gt;, der dazu neigt &lt;i&gt;sein ganzes Leben in Form von als &quot;legendär&quot; erachtenden Auftritten in die Waagschale zu werfen.&lt;/i&gt; Am Modell des Künstler-Künstlers entdeckt Graw die Differenz zwischen einem hohen &lt;i&gt;Kultwelt&lt;/i&gt;, der in der jeweiligen Person begründet liegt und einem eher geringen Marktwert, da die Kunstwerke oft vergänglich und keine festen Gegenstände sind. Der &lt;i&gt;Künstler-Künstler&lt;/i&gt;, der anfangs (oberflächlich betrachtet) für eine Verweigerung der Kommerzialisierung steht, geht bei Graw später in den &lt;i&gt;Celebrity&lt;/i&gt; über  das zweifellos gelungenste Kapitel des Buches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Celebrity: Verschmelzung von Leben und Werk&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &lt;i&gt;Celebrity&lt;/i&gt; ist zunächst einmal eine &lt;i&gt;omnipräsente Figur&lt;/i&gt;, die als &quot;Produkt&quot; ausschliesslich ihre eigene Berühmtheit &quot;besitzt&quot; und diese vermarktet. &lt;i&gt;Ihr Leben und ihre Persönlichkeit sollen exemplarisch, herausragend und der Rede Wert sein.&lt;/i&gt; Graw beschreibt nun, wie der Kunstmarkt diese Form der Selbstvermarktung akkumuliert und damit das Projekt der Avantgarde praktisch vollendet. Sie nennt dies &lt;i&gt;biopolitische Wende&lt;/i&gt;. Der Künstler, der ja immerhin im Gegensatz zum Celebrity das Kunstwerk (im Idealfall ein uvre) anzubieten kann, wird zum &lt;i&gt;lebende[n] Beweis&lt;/i&gt;. Die &lt;i&gt;Legende vom Künstler&lt;/i&gt; wird implementiert, der sein &lt;i&gt;Leben als fundamentale Kategorie&lt;/i&gt;, welches &lt;i&gt;mindestens ebenso sehr wie das Werk unser Interesse verdient&lt;/i&gt; definiert und inszeniert wird und dann zusammen mit dem Kunstwerk dem &lt;i&gt;neoliberalen Regime&lt;/i&gt; darbringt (ärgerlich in diesem Zusammenhang, dass Graw den Begriff &quot;neoliberal&quot; mehrere Male im landläufigen, also falschen Sinn verwendet, obwohl sie ihn auch mindestens zweimal korrekt verwendet und sogar erläutert). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graw zitiert die Schauspielerin Angelina Jolie, die meinte, ihr &lt;i&gt;Produkt [bestünde heute] zu 80% aus ihrem Privatleben, aus &quot;albernen und erfundenen Geschichten&quot; oder dem, was sie anhabe.&lt;/i&gt; Das &lt;i&gt;Verhältnis zwischen &quot;Leben&quot; und &quot;Werk&quot;&lt;/i&gt; ist, so die These, &lt;i&gt;grundsätzlich metonymisch, also durch Verschiebung und Übertragung charakterisiert.&lt;/i&gt; Wie bei Celebrities färben Leben und Werk des Künstlers &lt;i&gt;aufeinander ab&lt;/i&gt; und begründen einen &lt;i&gt;Kult des Authentischen&lt;/i&gt;. Schön wenn sie beschreibt, wie Erfolg und auch Scheitern der Protagonisten in fast biblischen Dimensionen &lt;i&gt;Heilserwartungen&lt;/i&gt; und Sehnsüchte bedienen, die längst ausserhalb jeglichen Werkskontextes liegen. Obwohl Graw mit grosser Strenge bei der Betrachtung der Kunstszene bleibt, lassen sich hier sehr gut Parallelen beispielsweise zum Literaturbetrieb feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Celebrity-Künstler ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Celebrity-Kultur, welche die &lt;i&gt;von der Kulturkritik regelmässig aufgerufene (und verdammte) &quot;Spektakelkultur&quot;abgelöst&lt;/i&gt; hat. Graw übersieht zwar, dass die &quot;Spektakel&quot;- bzw. &quot;Skandalkultur&quot; als bekanntheitsstiftendes Requisit immer noch oft genug praktiziert wird (und sie unterlässt es, hier die medialen Mechanismen herauszuarbeiten), aber vom Prinzip her neigt man dazu, ihr zuzustimmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der &quot;marktreflexive&quot; Künstler&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den &quot;Urvater&quot; des Celebrity-Künstlers sieht Graw in Andy Warhol, der in den 60er Jahren vom blossen Partygänger zum &lt;i&gt;Inbegriff des marktreflexiven Künstlers&lt;/i&gt; wurde, &lt;i&gt;schon insofernals er das Marktgeschehen zu seinem künstlerischen Material erklärte, ohne sich mit seiner bloßen Abbildung zu begnügen&lt;/i&gt; und dies obwohl (oder gerade weil?) die Bilder der &lt;i&gt;Pop Art-KollegenLichtenstein oder Johns weit höher bewertet worden waren&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Implementierung des &lt;i&gt;marktreflexiven Künstlers&lt;/i&gt;, der aus der Celebrity-Kultur hervorgeht und sie wohl überwinden soll, erleidet Graw jedoch veritablen Schiffbruch. &lt;i&gt;Mit marktreflexiven Gesten soll der Rückbezug auf ein Marktgeschehen umschrieben sein, von dem sich der Gestikulierende selbst nicht ausnimmt. Diesem Marktgeschehen wird in seiner jeweiligen historischen Verfasstheit begegnet  sei es, dass die strukturelle Nähe des Kunstmarkts zum Finanzmarkt behauptet wird, sei es, dass den Auswirkungen des Celebrity-Prinzips auf künstlerische Produktion nachgegangen wird.&lt;/i&gt; Fast glaubt man verstanden zu haben, da heisst es dann aber, dass unter Marktreflexion nicht &lt;i&gt;das unmittelbare Hineinragen des Marktes in die künstlerische Produktion&lt;/i&gt; zu verstehen sei. Was ist also konkret gemeint, wenn gesagt wird, dass &lt;i&gt;marktreflexive Gestendie Marktbedingungen im Hinblick auf deren potentielle Veränderbarkeit&lt;/i&gt; aufgreifen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beispiele, die Graw dann aufführt (von Gustave Courbet über Marcel Duchamp, Yves Klein [nach Graw ein &lt;i&gt;Vorreiter der&quot;Eventkultur&quot;&lt;/i&gt;], Damien Hirst [dessen &lt;i&gt;abgeklärter Marktrealismus&lt;/i&gt; vorgeführt wird], Merlin Carpenter, Jeff Koons bis zur Aktion von Andrea Fraser, die auf einem Video mit einem ihrer Sammler sexuell verkehrt &lt;a href=&quot;http://www.artnet.com/Magazine/features/jsaltz/saltz7-8-04.asp&quot;&gt;[Untitled, 2003]&lt;/a&gt;) entwickelt Graw die bereits angesprochenen, eindrucksvollen Interpretationsmodelle, die jedoch wenig überzeugen, da das, was sie als Marktreflexivität definiert letztlich nur noch aus kommerziellen Erwägungen heraus produziert scheint (inklusive gelegentlichem Skandalanteil) und damit schlichtweg das Bedienen gewisser Erwartungshaltungen befriedigt. Eine Marktreflexivität, die den Markt auf eine marktkonforme (und somit vorhersehbare) Art und Weise bedient, weil sie glaubt, die Verhältnisse nicht mehr ändern zu können, verkommt zur blossen Affirmation (wenn sie nicht in Zynismus abgleitet, was im Zweifel schwer zu entscheiden sein kann). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei all diesen Überlegungen spielt übrigens verblüffenderweise der Kunstbetrachter und Museumsbesucher in &quot;Der große Preis&quot; keine Rolle. Er bleibt wohl entweder Celebrity-Groupie mit &quot;Bunte&quot;, &quot;Vanity Fair&quot; oder &quot;Gala&quot; als Referenzmedien oder wird zum akklamierenden Konsumenten degradiert, der im Museum schon routiniert zur Erklärmaschine per Kopfhörer greift und im &quot;Museumsshop&quot; am Ende drei Kunstpostkarten für zwei Euro das Stück kaufen darf, bevor er sich dann irgendwann ob dieses solipsistisch-grossmauligen Gehabes einer sich selbst genügenden Kunstschickeria mehr oder weniger angeekelt abwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Graw richtigerweise den Gestus des Marktverweigerers als meistens unglaubwürdige Pose herausarbeitet (weil er letztlich auch nur auf den Markt rekurriert), so ist der marktreflexive Künstler im Ergebnis nichts anderes als jemand, der dem Kommerz in einem selbstreferentiellen System erliegt. Ob er dessen Gesetzmässigkeiten analysiert hat und kühl mit ihnen spielt oder ob es sich um einen primitiveren, trivialisierten Vorgang handelt, spielt dann letztlich keine Rolle mehr. Wo da die Kunst als emphatisches Ausdrucksmedium bleibt, wird nicht thematisiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitten in diesem Amalgamierungsprozess zwischen Kunst und Markt bewegt sich Isabelle Graw als Heroine des Beschreibens. Genau wie der &lt;i&gt;marktreflexive&lt;/i&gt; Künstler, erliegt sie fast willig den (scheinbaren) Realitäten, in dem sie diese als Fatum definiert und durch eine krude These über &quot;Marktreflexivität&quot; aufzuwerten versucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der vorletzten Seite traut dann der Leser seinen Augen nicht. Graws &lt;i&gt;eigenes Verhältnis zu Markt, Marktgeschehen und markterfolgreichen Praktiken&lt;/i&gt; sei von &lt;i&gt;Ambivalenz geprägt&lt;/i&gt; erfahren wir da. Sie stehe &lt;i&gt;bestimmte[n] Entwicklungen  etwa demSiegeszug des Markterfolgs  ablehend gegenüber&lt;/i&gt; und verfolge das Geschehen &lt;i&gt;mit einer Art schaudernder Begeisterung&lt;/i&gt;. Sie nennt ihre Studie plötzlich &lt;i&gt;&quot;Faszinationsanalyse&quot;&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Form der Gesellschaftskritikdie Distanz zu den Verhältnissen, in die sie gleichsam eingebunden ist, reklamiert, um diesen Verhältnissen aber auch fasziniert zuzuschauen und beizuwohnen.&lt;/i&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Spagat ist, mit Verlaub, misslungen; die Kehre unglaubwürdig. Hier trifft das einfache Bild von jemandem, der den Kuchen gleichzeitig essen und behalten wollte. Was das Buch dennoch lesenswert macht, ist eine Fülle von Details, die dem interessierten Leser die Gegebenheiten des Kunstmarktes deutlich machen. In überbordender politischer Korrektheit ergeht sich die Autorin allerdings leider in ein wahres &quot;Innen-Gewitter&quot;, was zu Satzungetümen wie &lt;i&gt;Im Bereich der bildenden Künste sind es gewöhnlich Kunsthistoriker/innen, Kritiker/innen oder Kurator/innen&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Darauf, dass eine/ihre Galerie auch in schwierigen Zeiten zu ihm/ihr halten wird, kann sich mithin kein Künstler/keine Künstlerin mehr verlassen&lt;/i&gt; führt (ach ja, auf Seite 40, vorletzte Zeile, wurde &quot;Spezialist/innen&quot; vergessen).

&lt;hr /&gt;
&lt;small&gt;Die kursiv gedruckten Passagen sind Zitate aus dem besprochenen Buch.&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>Kunst</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-27T07:51:00Z</dc:date>
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    <title>Hiroshi Sugimoto (K20 in Düsseldorf)</title>
    <link>http://begleitschreiben.twoday.net/stories/4272612/</link>
    <description>Man betritt die Ausstellung  und da sind sie sofort: Dreizehn &quot;Seascapes&quot; (entstanden zwischen 1980 und 2003). &lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/seas_gallery/index.htm&quot;&gt;Meerlandschaften&lt;/a&gt;, Horizontbilder. Den Horizont immer an der gleichen Stelle; immer schwarz-weiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;290&quot; alt=&quot;SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;SU32IonianSeaSantaCesarea1990  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;290&quot; alt=&quot;SU32IonianSeaSantaCesarea1990  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/SU32IonianSeaSantaCesarea1990-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber immer anderes Licht; mal nebelig, mal klar; mal dunkel (wie suchend sich dann der Betrachter den Horizont zunächst imaginiert und dann findet), mal Tageslicht; in Nuancen anders. Und immer an unterschiedlichen Orten. Es keine Menschen, keine Boote und auch keine Tiere auf den Bildern; der Wasserspiegel ist immer gleich ruhig. Wie der erste Mensch will Hiroshi Sugimoto diese Meerlandschaften sehen. Man möchte hinzufügen: Wie das erste Lebewesen überhaupt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fotos (leider mit etwas spiegelnder Verglasung) entwickeln sofort einen Sog und auch ohne die Erläuterung an der Wand (die vom ersten Menschen) begreift man sofort die Unschuld des Augenblicks auf diesen Bildern. Man beginnt  das ist durchaus Absicht  dann irgendwann in eine Art meditatives Schauen zu verfallen. Man ergibt sich gerne. Die Schauplätze geraten zur Nebensächlichkeit; werden fast lästig. Wenn die Bilder dann nicht so teilweise penetrant von zusätzlichen Lichtstrahlern beleuchtet würden, sondern  wie dies offensichtlich Sugimoto wollte  ausschliesslich im Tageslicht zu sehen wären (also immer auch in anderen Verhältnissen), würde der Effekt, die fast hypnotische Wirkung, noch verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter geht es dann mit der Serie zu &quot;&lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/theaters_gallery/index.htm&quot;&gt;Theaters&lt;/a&gt;&quot; (1975-2001; ausgestellte Werke 1978-1995). &lt;img title=&quot;Ohio Theater  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;310&quot; alt=&quot;Ohio Theater  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Ohio-Theater-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;Sugimoto setzt sich hierfür mit seiner Kamera in Kinos und belichtet den gesamten Film (von zwei oder drei Stunden Länge) auf einem Bild. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Leinwand ist ein einziges grelles Weiss (und, wie im Film &quot;Contacts&quot; von Jean-Pierre Krief glaubhaft versichert wird, die Zuschauer sind nicht da, förmlich &quot;vom Licht verschluckt&quot;). Diese Serie führt ihn in vielen Kinos (hauptsächlich in den Vereinigten Staaten). Neben der Tatsache einer gewissen Persistenz des Künstlers sticht vor allem in der immer gleichen grellen Leinwand, auf der der gesamte Film im wörtlichen Sinne verborgen ist, ins Auge. Diese Überfülle an &quot;Informationen&quot; mutieren letztlich zum Nichts. Der Film verwandelt sich in ein lichtgleissendes Objekt. Und der Blick wird frei zum ansonsten Verborgenen bzw. Nebensächlichen: der Architektur und Inneneinrichtung des Kinos. Und ein bisschen kann man, darf man diese Fotos als wohltuendes Augenbalsam im Gegensatz zu den Wimmelfotografien eines Andreas Gursky sehen, die einem in diesem Moment allzu pathetisch, allzu aufgeladen erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und spätestens jetzt bemerkt man, dass Sugimoto tatsächlich mit seinen Fotografien malt, und dann, im Weitergehen, sieht man seine &lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/portraits_gallery/index.htm&quot;&gt;Fotos von Wachsfiguren&lt;/a&gt; aus Madame Tussauts berühmtem Museum, die er, mit dem Licht der &quot;damaligen Zeit&quot; abfotografiert hat und die dann fast wie lebendige, zeitgenössische Wesen wirken (und unversehens ist man in einer Art Zeitmaschine, weil alle Fotos der Ausstellung Protagonisten des 16. Jahrhunderts sind). Das gleiche machte Sugimoto auch mit Dioramas von Tieren und abermals ist man sich der Ambivalenz von Fotografien bewusst aber gleichzeitig entzückt von den &quot;Tricks&quot; des Künstlers. Die japanischen &quot;Pine Trees&quot; werden dann wieder deutlicher &quot;Gemälde aus Fotografie&quot; (Sugimoto), weil verfremdet und in ein fast mystisches Dunkel getaucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &quot;Colors of Shadow&quot; (beispielsweise &quot;C1028&quot;) &lt;img title=&quot;C1028  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;319&quot; alt=&quot;C1028  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;250&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/C1028-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;sieht man dann schon fast wie selbstverständlich als ein gemaltes Bild; oder  umgekehrt  bei der Vergewisserung, dass es Fotos sind (Fotos, die sich mit dem ältesten Thema der Malerei beschäftigen: dem Licht), kommt einem plötzlich in den Sinn, dass hier ein Impressionist fotografiert und man nimmt sich vor, die Seascapes noch einmal anzuschauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber erst hinauf zu den so markanten Architektur-Bildern, auf denen bewusst berühmte Gebäude mit Unschärfe fotografiert wurden, um, wie es heisst, eine idealisierte Sicht des Gebäudes erkennbar zu machen (Erkennung durch Unschärfe) und quasi den architektonischen Akt zeitlich zurück zu bilden. Aber diese dann doch etwas gespreizte Erklärung gefällt mir nicht. &lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;World Trade Center Hirsoshi Sugimoto&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;World Trade Center Hirsoshi Sugimoto&quot; width=&quot;285&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/World-Trade-Center-Hiroshi-Sugimoto.gif&quot; /&gt;Ich sehe die unscharfen Bauwerke vor mir (mit ein bisschen Wehmut die Zwillingstürme  die wie halluzinatorisch wieder auferstanden sein könnten [nein, das Bild ist ja von 1997]) und werde erinnert an die späten Turner-Bilder, dieses fast konturlose, weiche Malen, welches dann, am Ende nur noch zu amorphen Farbhaufen führt. &lt;img title=&quot;Norham Castle Sunrise   William Turner&quot; height=&quot;274&quot; alt=&quot;Norham Castle Sunrise   William Turner&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Norham-Castle-Sunrise-William-Turner.jpg&quot; /&gt;Hier wie dort ertappt sich bei einer Art Vexierspiel und versucht durch Verringerung oder Vergösserung der Entfernung zu den Bildern wie ein Zoom die fehlende Schärfe wiederherzustellen  natürlich ohne Erfolg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende setzt man sich noch einmal zu den Meerlandschaften und betrachtet diese in gebührender Entfernung. Und nachher, bei der Recherche, findet man unzählige dieser Bilder und bedauert, nur so wenige in Düsseldorf gezeigt zu bekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Ausstellung im &lt;a href=&quot;http://www.kunstsammlung.de/&quot;&gt;K20&lt;/a&gt; bis 06.1.08; danach noch in Salzburg, Berlin und Luzern&lt;/small&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Der angesprochene Film ist im Netz nicht kostenfrei verfügbar. Es gibt allerdings auf Youtube ein schönes Interview (in zwei Teilen) mit Hiroshi Sugimoto (in englischer Sprache mit italienischen Untertiteln). Sein englisch ist sehr gut zu verstehen und er spricht mit sanfter Stimme. Empfehlenswert. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=nluiGJ4opt0&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=sOBwF1jvw0k&quot;&gt;Teil 2&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch eine Ergänzung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schöne Besprechung des Bildbandes &quot;Hiroshi Sugimoto&quot; bei Hantje Cantz findet man &lt;a href=&quot;http://www.glanzundelend.de/glanzneu/sugimoto.htm&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>Kunst</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-19T09:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3078496/">
    <title>Caravaggio in Düsseldorf</title>
    <link>http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3078496/</link>
    <description>Noch bis 7. Januar ist in der &quot;Stiftung museum kunst palast&quot; in Düsseldorf die ambitionierte &lt;a href=&quot;http://www.caravaggio2006.de/mediabig/1171A/de/ausstellung.html&quot;&gt;Caravaggio-Ausstellung&lt;/a&gt; zu sehen. Ambitioniert deshalb, weil nicht weniger als die &lt;i&gt;seit Jahrzehnten andauernde Debatte um die Urheberschaft bei Caravaggio zu dekonstruieren&lt;/i&gt; als eines der Ziele der Ausstellung verkündet wird und auch &lt;i&gt;seine revolutionären Bilderfindungen in den Vordergrund zu stellen&lt;/i&gt; ausführlich versucht wird. So ist der Titel der Ausstellung &lt;i&gt;Auf den Spuren eines Genies&lt;/i&gt; wörtlich zu verstehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Vor dem Hintergrund der Fragestellung von Original, Variante und Kopie aus eigener und fremder Hand gibt die Düsseldorfer Ausstellung und der begleitende umfangreiche Katalog neue Einblicke in das Abenteuer der kunsthistorischen Forschung.&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwirrend die oft gleich anmutenden Exponate  und verwirrend die an den Wänden angebrachten Texte. Was ist nun Kopie und was ist Original? Was bedeutet überhaupt &quot;Kopie&quot;? Ob Caravaggio (genauer: &lt;i&gt;Michelangelo Merisi da Caravaggio&lt;/i&gt;) Ateliers hatte und/oder Schüler mit dem Kopieren seiner Gemälde beauftragte, ist vollkommen ungewiss (wird mehrheitlich im Moment bestritten). Ob zweit- oder drittklassige Maler Caravaggio einfach abgemalt haben, um ihren Kunden wenigstens eine Kopie verkaufen zu können? Oder ob Kunstfälscher am Werk waren? Nichts genaues weiss man nicht. Aber das eloquent.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zuseher ertappt sich bei vier Versionen eine Bildes beim Rätselspiel &quot;Original und Fälschung&quot; der &quot;HörZu&quot; und sucht die &quot;Fehler&quot;. Ist für den Betrachter, der die Emphase, den Ausdruck, die Leidenschaft auf den Bildern wahrnehmen möchte, wichtig, ob dieses Bild von Caravaggio ist oder nicht? Lenken nicht die zugegebenermassen manchmal sehr detailgetreuen Schilderungen, wann welche Version als Original galt (und warum oder warum jetzt nicht mehr) die Aufmerksamkeit ab? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausstellung zeigt Röntgenbilder, vermutete Kopien, echte Kopien (!), vermutete Originale  vergleicht sie und der Betrachter: versteht nichts. Die Röntgenbilder sind nicht erklärend; teilweise von schlechter Druckqualität. Als Belege dienen manchmal schlechte Drucke nicht vorhandener Originale. Da fragt man sich wirklich, ob nicht weniger (Erläuterung) mehr gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Besprechungen der Ausstellung heben hervor, dass der Betrachter sich selber auf eine kunstdetektivische Reise begeben kann. Das ist keinesfalls so. Die ausgehängten Texte sind manchmal von einer seltsamen Umständlichkeit. Statt Abbildungen der besseren Unterscheidung wegen zu nummerieren, steht dort nur &quot;Abb.&quot; und &quot;Abb&quot;. Welche gemeint ist, wenn vom Original die Rede ist, bleibt unklar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die religiösen oder mythologischen Motive heute ein bisschen angestaubt wirken. Die Ausdruckskraft vieler Bilder wirkte ein bisschen aufgesetzt. Hinreissend aber einige Einzelstücke  nicht unbedingt die Exponate, vor denen sich die Trauben der Besucher drängten: &quot;Der Tod Mariens&quot; beispielsweise oder &quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Der Tod Marias&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Der Tod Marias&quot; width=&quot;263&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Der-Tod-Marias.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Der Tod Mariens&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot; width=&quot;306&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Maria-Magdalena-in-Ekstase.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Maria Magdalena in Ekstase&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
Bilder von grosser Intensität und Kraft. Da kommen die exzessiv analysierten Bilder (Kopien / Originale) &quot;&lt;a href=&quot;http://www.museum-kunst-palast.de/mediabig/533A.jpg&quot;&gt;Johannes der Täufer (Knabe mit Widder)&lt;/a&gt;&quot; oder die lasziv-homoerotisch anmutende Darstellung des &lt;a href=&quot;http://www.worth1000.com/web/media/242161/caravaggio%20michelangelo.jpg&quot;&gt;Amor&lt;/a&gt; nicht mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen und Erläuterungen in der Ausstellung (im Katalog vertieft) mögen den Experten oder stark interessierten Laien ansprechen. Dem den Phänomenen zugeneigte Betrachter, der sich verlieren möchte in den Bildern, verbauen sie nur den Blick. Wie die Fülle von Menschen, die sich an diesem Samstag um die Bilder versammelte. Führungen in japanisch, Busladungen holländischer Kunstfreunde (ich komme auch bald zu Euch!) und viele Besucher, die sich den telefonähnlichen Apparaten zuwendeten und sich &lt;i&gt;erklären liessen&lt;/i&gt;, was sie sahen, sorgten für ein ziemliches Gewimmel mit nicht unerheblicher Geräuschkulisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film von Werner Raeune, der am Eingang gezeigt wird, verklärt Caravaggio ein wenig zum Wegbereiter der Moderne und Revoluzzer und schliesst allzu leicht vom unsteten Leben des Künstlers auf das Werk.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>Kunst</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-18T08:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/2534469/">
    <title>Caspar David Friedrich in Essen</title>
    <link>http://begleitschreiben.twoday.net/stories/2534469/</link>
    <description>Noch bis zum 3. September im Essener Folkwang-Museum, danach nach Hamburg: Die &lt;a href=&quot;http://www.cdf-ausstellung.de/index.php?id=1&quot;&gt;Caspar David Friedrich-Ausstellung &lt;/a&gt;ist unbedingt zu empfehlen. Trotz des leicht bombastischen Titels (&quot;Die Erfindung der Romantik&quot;). Und wie so oft waren / sind es nicht die grossen, bekannten (teilweise bis zur Unkenntlichkeit reproduzierten) Bilder Friedrichs, wie der &quot;&lt;a href=&quot;http://www.kunstreplik.de/images/product_images/popup_images/279.jpg&quot;&gt;Wanderer&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://reisserbilder.at/images/imagesgross/frie9699g.jpg&quot;&gt;Der einsame Baum&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://www.zum.de/wiki/index.php/Bild:476px-Caspar_David_Friedrich_023.jpg&quot;&gt;Kreidefelsen auf Rügen&lt;/a&gt;&quot; oder &quot;&lt;a href=&quot;http://www.poster-24.de/images/fc00_00022.jpg&quot;&gt;Das Eismeer&lt;/a&gt;&quot;, die, im Original betrachtet, dann doch noch einmal einen neuen, frischen Eindruck vermitteln, sondern die eher kleinen und kleinsten Werke des als (zu recht?  oder voreilig?) eingestuften Melancholikers. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei dieser Kleinigkeiten seien gezeigt. Das Einscannen aus dem Katalog hat zugegebenermassen die Farben verändert; bereits das Bild im (unbedingt empfehlenswerten) Katalog selber ist dunkler als die zarten, kleinen Originale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg&quot; height=&quot;296&quot; alt=&quot;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Mondscheinlandschaft-mit-Ruine-einer-Wasserburg.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg, 1795&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Landschaft mit Bruecke&quot; height=&quot;267&quot; alt=&quot;Landschaft mit Bruecke&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Landschaft-mit-Bruecke.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Landschaft mit Brücke, um 1800 (Aquarell)&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;

Diese Preziosen sind fast die Ausnahme. In den Aquarellen ist Friedrich oft ohne Einschränkungen heiter. Denn in nahezu allen Ölbildern  und nicht nur denen mit Grab- und Friedhofsmotiven - geht es bei ihm immer um Alles  um Leben und Tod. Fast immer gibt es einen hellen Moment, eine lichte Stelle, einen schauenden Mensch (nie frontal uns anschauend, meist in der Rückenansicht)   und gleichzeitig das Motiv des Gegenteils: eine Bedrohung; Vergänglichkeit, Tod. Todessehnsucht habe ich dabei nie gesehen  Respekt schon eher. Oder sogar Trost.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Friedrich, der als gläubiger Protestant geschildert wird, zeigt sich in der Natur Gott. Nur das unterscheidet Friedrich wohl vom modernen Existentialismus: Der Glaube an Gott (nicht die Gewissheit) ermöglicht das Dasein. Manche Bilder sind fast Suchspiele  irgendwann entdeckt man einen Menschen, der wie verloren (oder &quot;geworfen&quot;) in der gewaltigen Natur steht und schaut; für uns schaut. Dabei ist Natur nie bedrohend, auch wenn im &quot;Regenbogen&quot;-Bild gewaltige, dunkle Wolken den Horizont verfinstern  der Mensch steht im Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Landschaft mit Regenbogen&quot; height=&quot;272&quot; alt=&quot;Landschaft mit Regenbogen&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Landschaft-mit-Regenbogen.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was sage ich? Man soll hinfahren (sofern man kann) und schauen. Einige Zeichnungen und Aquarelle werden übrigens nicht nach Hamburg mitgenommen und werden nur für die Essener Ausstellung gezeigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angenehm war, dass es am Freitag vormittag nicht überfüllt war, wobei das kleine Folkwang-Museum allerdings schnell an Grenzen stösst. Die Schulklassen waren technisch auf dem neuesten Stand  der Lehrer sprach in normaler Lautstärke und über Kopfhörer bekamen die Schüler trotzdem alles mit. Fast zwei Drittel der anderen Besucher mussten sich ebenfalls von anderen Geräten erklären lassen, was sie sehen. Ein Raum wurde mit fast esoterisch anmutender Glasharfenmusik beschallt und zwei Bilder wurden von hinten angeleuchtet. Dafür mussten wohl einige kleinere Ölgemälde in einem viel zu hellen Gang hängen; ein ruhiges Betrachten war dort kaum möglich.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>Kunst</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-16T06:40:00Z</dc:date>
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