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    <title>Begleitschreiben (&quot;Denken ist vor allem Mut...&quot; (Ludwig Hohl)) : Rubrik:Kunst</title>
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    <description>&quot;Denken ist vor allem Mut...&quot; (Ludwig Hohl)</description>
    <dc:publisher>Gregor Keuschnig</dc:publisher>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:date>2008-05-20T10:28:56Z</dc:date>
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    <title>Begleitschreiben</title>
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  <item rdf:about="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/4272612/">
    <title>Hiroshi Sugimoto (K20 in Düsseldorf)</title>
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    <description>Man betritt die Ausstellung  und da sind sie sofort: Dreizehn &quot;Seascapes&quot; (entstanden zwischen 1980 und 2003). &lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/seas_gallery/index.htm&quot;&gt;Meerlandschaften&lt;/a&gt;, Horizontbilder. Den Horizont immer an der gleichen Stelle; immer schwarz-weiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;290&quot; alt=&quot;SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/SU15MediterraneanSeaLaCiotat1989L-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;SU32IonianSeaSantaCesarea1990  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;290&quot; alt=&quot;SU32IonianSeaSantaCesarea1990  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/SU32IonianSeaSantaCesarea1990-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber immer anderes Licht; mal nebelig, mal klar; mal dunkel (wie suchend sich dann der Betrachter den Horizont zunächst imaginiert und dann findet), mal Tageslicht; in Nuancen anders. Und immer an unterschiedlichen Orten. Es keine Menschen, keine Boote und auch keine Tiere auf den Bildern; der Wasserspiegel ist immer gleich ruhig. Wie der erste Mensch will Hiroshi Sugimoto diese Meerlandschaften sehen. Man möchte hinzufügen: Wie das erste Lebewesen überhaupt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fotos (leider mit etwas spiegelnder Verglasung) entwickeln sofort einen Sog und auch ohne die Erläuterung an der Wand (die vom ersten Menschen) begreift man sofort die Unschuld des Augenblicks auf diesen Bildern. Man beginnt  das ist durchaus Absicht  dann irgendwann in eine Art meditatives Schauen zu verfallen. Man ergibt sich gerne. Die Schauplätze geraten zur Nebensächlichkeit; werden fast lästig. Wenn die Bilder dann nicht so teilweise penetrant von zusätzlichen Lichtstrahlern beleuchtet würden, sondern  wie dies offensichtlich Sugimoto wollte  ausschliesslich im Tageslicht zu sehen wären (also immer auch in anderen Verhältnissen), würde der Effekt, die fast hypnotische Wirkung, noch verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter geht es dann mit der Serie zu &quot;&lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/theaters_gallery/index.htm&quot;&gt;Theaters&lt;/a&gt;&quot; (1975-2001; ausgestellte Werke 1978-1995). &lt;img title=&quot;Ohio Theater  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;310&quot; alt=&quot;Ohio Theater  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Ohio-Theater-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;Sugimoto setzt sich hierfür mit seiner Kamera in Kinos und belichtet den gesamten Film (von zwei oder drei Stunden Länge) auf einem Bild. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Leinwand ist ein einziges grelles Weiss (und, wie im Film &quot;Contacts&quot; von Jean-Pierre Krief glaubhaft versichert wird, die Zuschauer sind nicht da, förmlich &quot;vom Licht verschluckt&quot;). Diese Serie führt ihn in vielen Kinos (hauptsächlich in den Vereinigten Staaten). Neben der Tatsache einer gewissen Persistenz des Künstlers sticht vor allem in der immer gleichen grellen Leinwand, auf der der gesamte Film im wörtlichen Sinne verborgen ist, ins Auge. Diese Überfülle an &quot;Informationen&quot; mutieren letztlich zum Nichts. Der Film verwandelt sich in ein lichtgleissendes Objekt. Und der Blick wird frei zum ansonsten Verborgenen bzw. Nebensächlichen: der Architektur und Inneneinrichtung des Kinos. Und ein bisschen kann man, darf man diese Fotos als wohltuendes Augenbalsam im Gegensatz zu den Wimmelfotografien eines Andreas Gursky sehen, die einem in diesem Moment allzu pathetisch, allzu aufgeladen erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und spätestens jetzt bemerkt man, dass Sugimoto tatsächlich mit seinen Fotografien malt, und dann, im Weitergehen, sieht man seine &lt;a href=&quot;http://www.temple.edu/photo/photographers/hiroshi_sugimoto/portraits_gallery/index.htm&quot;&gt;Fotos von Wachsfiguren&lt;/a&gt; aus Madame Tussauts berühmtem Museum, die er, mit dem Licht der &quot;damaligen Zeit&quot; abfotografiert hat und die dann fast wie lebendige, zeitgenössische Wesen wirken (und unversehens ist man in einer Art Zeitmaschine, weil alle Fotos der Ausstellung Protagonisten des 16. Jahrhunderts sind). Das gleiche machte Sugimoto auch mit Dioramas von Tieren und abermals ist man sich der Ambivalenz von Fotografien bewusst aber gleichzeitig entzückt von den &quot;Tricks&quot; des Künstlers. Die japanischen &quot;Pine Trees&quot; werden dann wieder deutlicher &quot;Gemälde aus Fotografie&quot; (Sugimoto), weil verfremdet und in ein fast mystisches Dunkel getaucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &quot;Colors of Shadow&quot; (beispielsweise &quot;C1028&quot;) &lt;img title=&quot;C1028  Hiroshi Sugimoto&quot; height=&quot;319&quot; alt=&quot;C1028  Hiroshi Sugimoto&quot; width=&quot;250&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/C1028-Hiroshi-Sugimoto.jpg&quot; /&gt;sieht man dann schon fast wie selbstverständlich als ein gemaltes Bild; oder  umgekehrt  bei der Vergewisserung, dass es Fotos sind (Fotos, die sich mit dem ältesten Thema der Malerei beschäftigen: dem Licht), kommt einem plötzlich in den Sinn, dass hier ein Impressionist fotografiert und man nimmt sich vor, die Seascapes noch einmal anzuschauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber erst hinauf zu den so markanten Architektur-Bildern, auf denen bewusst berühmte Gebäude mit Unschärfe fotografiert wurden, um, wie es heisst, eine idealisierte Sicht des Gebäudes erkennbar zu machen (Erkennung durch Unschärfe) und quasi den architektonischen Akt zeitlich zurück zu bilden. Aber diese dann doch etwas gespreizte Erklärung gefällt mir nicht. &lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;World Trade Center Hirsoshi Sugimoto&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;World Trade Center Hirsoshi Sugimoto&quot; width=&quot;285&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/World-Trade-Center-Hiroshi-Sugimoto.gif&quot; /&gt;Ich sehe die unscharfen Bauwerke vor mir (mit ein bisschen Wehmut die Zwillingstürme  die wie halluzinatorisch wieder auferstanden sein könnten [nein, das Bild ist ja von 1997]) und werde erinnert an die späten Turner-Bilder, dieses fast konturlose, weiche Malen, welches dann, am Ende nur noch zu amorphen Farbhaufen führt. &lt;img title=&quot;Norham Castle Sunrise   William Turner&quot; height=&quot;274&quot; alt=&quot;Norham Castle Sunrise   William Turner&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Norham-Castle-Sunrise-William-Turner.jpg&quot; /&gt;Hier wie dort ertappt sich bei einer Art Vexierspiel und versucht durch Verringerung oder Vergösserung der Entfernung zu den Bildern wie ein Zoom die fehlende Schärfe wiederherzustellen  natürlich ohne Erfolg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende setzt man sich noch einmal zu den Meerlandschaften und betrachtet diese in gebührender Entfernung. Und nachher, bei der Recherche, findet man unzählige dieser Bilder und bedauert, nur so wenige in Düsseldorf gezeigt zu bekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Ausstellung im &lt;a href=&quot;http://www.kunstsammlung.de/&quot;&gt;K20&lt;/a&gt; bis 06.1.08; danach noch in Salzburg, Berlin und Luzern&lt;/small&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Der angesprochene Film ist im Netz nicht kostenfrei verfügbar. Es gibt allerdings auf Youtube ein schönes Interview (in zwei Teilen) mit Hiroshi Sugimoto (in englischer Sprache mit italienischen Untertiteln). Sein englisch ist sehr gut zu verstehen und er spricht mit sanfter Stimme. Empfehlenswert. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=nluiGJ4opt0&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=sOBwF1jvw0k&quot;&gt;Teil 2&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch eine Ergänzung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schöne Besprechung des Bildbandes &quot;Hiroshi Sugimoto&quot; bei Hantje Cantz findet man &lt;a href=&quot;http://www.glanzundelend.de/glanzneu/sugimoto.htm&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://begleitschreiben.twoday.net/topics/Kunst&quot;&gt;Kunst&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-19T09:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3078496/">
    <title>Caravaggio in Düsseldorf</title>
    <link>http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3078496/</link>
    <description>Noch bis 7. Januar ist in der &quot;Stiftung museum kunst palast&quot; in Düsseldorf die ambitionierte &lt;a href=&quot;http://www.caravaggio2006.de/mediabig/1171A/de/ausstellung.html&quot;&gt;Caravaggio-Ausstellung&lt;/a&gt; zu sehen. Ambitioniert deshalb, weil nicht weniger als die &lt;i&gt;seit Jahrzehnten andauernde Debatte um die Urheberschaft bei Caravaggio zu dekonstruieren&lt;/i&gt; als eines der Ziele der Ausstellung verkündet wird und auch &lt;i&gt;seine revolutionären Bilderfindungen in den Vordergrund zu stellen&lt;/i&gt; ausführlich versucht wird. So ist der Titel der Ausstellung &lt;i&gt;Auf den Spuren eines Genies&lt;/i&gt; wörtlich zu verstehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Vor dem Hintergrund der Fragestellung von Original, Variante und Kopie aus eigener und fremder Hand gibt die Düsseldorfer Ausstellung und der begleitende umfangreiche Katalog neue Einblicke in das Abenteuer der kunsthistorischen Forschung.&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwirrend die oft gleich anmutenden Exponate  und verwirrend die an den Wänden angebrachten Texte. Was ist nun Kopie und was ist Original? Was bedeutet überhaupt &quot;Kopie&quot;? Ob Caravaggio (genauer: &lt;i&gt;Michelangelo Merisi da Caravaggio&lt;/i&gt;) Ateliers hatte und/oder Schüler mit dem Kopieren seiner Gemälde beauftragte, ist vollkommen ungewiss (wird mehrheitlich im Moment bestritten). Ob zweit- oder drittklassige Maler Caravaggio einfach abgemalt haben, um ihren Kunden wenigstens eine Kopie verkaufen zu können? Oder ob Kunstfälscher am Werk waren? Nichts genaues weiss man nicht. Aber das eloquent.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zuseher ertappt sich bei vier Versionen eine Bildes beim Rätselspiel &quot;Original und Fälschung&quot; der &quot;HörZu&quot; und sucht die &quot;Fehler&quot;. Ist für den Betrachter, der die Emphase, den Ausdruck, die Leidenschaft auf den Bildern wahrnehmen möchte, wichtig, ob dieses Bild von Caravaggio ist oder nicht? Lenken nicht die zugegebenermassen manchmal sehr detailgetreuen Schilderungen, wann welche Version als Original galt (und warum oder warum jetzt nicht mehr) die Aufmerksamkeit ab? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausstellung zeigt Röntgenbilder, vermutete Kopien, echte Kopien (!), vermutete Originale  vergleicht sie und der Betrachter: versteht nichts. Die Röntgenbilder sind nicht erklärend; teilweise von schlechter Druckqualität. Als Belege dienen manchmal schlechte Drucke nicht vorhandener Originale. Da fragt man sich wirklich, ob nicht weniger (Erläuterung) mehr gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Besprechungen der Ausstellung heben hervor, dass der Betrachter sich selber auf eine kunstdetektivische Reise begeben kann. Das ist keinesfalls so. Die ausgehängten Texte sind manchmal von einer seltsamen Umständlichkeit. Statt Abbildungen der besseren Unterscheidung wegen zu nummerieren, steht dort nur &quot;Abb.&quot; und &quot;Abb&quot;. Welche gemeint ist, wenn vom Original die Rede ist, bleibt unklar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die religiösen oder mythologischen Motive heute ein bisschen angestaubt wirken. Die Ausdruckskraft vieler Bilder wirkte ein bisschen aufgesetzt. Hinreissend aber einige Einzelstücke  nicht unbedingt die Exponate, vor denen sich die Trauben der Besucher drängten: &quot;Der Tod Mariens&quot; beispielsweise oder &quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Der Tod Marias&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Der Tod Marias&quot; width=&quot;263&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Der-Tod-Marias.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Der Tod Mariens&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Maria Magdalena in Ekstase&quot; width=&quot;306&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Maria-Magdalena-in-Ekstase.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Maria Magdalena in Ekstase&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
Bilder von grosser Intensität und Kraft. Da kommen die exzessiv analysierten Bilder (Kopien / Originale) &quot;&lt;a href=&quot;http://www.museum-kunst-palast.de/mediabig/533A.jpg&quot;&gt;Johannes der Täufer (Knabe mit Widder)&lt;/a&gt;&quot; oder die lasziv-homoerotisch anmutende Darstellung des &lt;a href=&quot;http://www.worth1000.com/web/media/242161/caravaggio%20michelangelo.jpg&quot;&gt;Amor&lt;/a&gt; nicht mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen und Erläuterungen in der Ausstellung (im Katalog vertieft) mögen den Experten oder stark interessierten Laien ansprechen. Dem den Phänomenen zugeneigte Betrachter, der sich verlieren möchte in den Bildern, verbauen sie nur den Blick. Wie die Fülle von Menschen, die sich an diesem Samstag um die Bilder versammelte. Führungen in japanisch, Busladungen holländischer Kunstfreunde (ich komme auch bald zu Euch!) und viele Besucher, die sich den telefonähnlichen Apparaten zuwendeten und sich &lt;i&gt;erklären liessen&lt;/i&gt;, was sie sahen, sorgten für ein ziemliches Gewimmel mit nicht unerheblicher Geräuschkulisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Film von Werner Raeune, der am Eingang gezeigt wird, verklärt Caravaggio ein wenig zum Wegbereiter der Moderne und Revoluzzer und schliesst allzu leicht vom unsteten Leben des Künstlers auf das Werk.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://begleitschreiben.twoday.net/topics/Kunst&quot;&gt;Kunst&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-18T08:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/2534469/">
    <title>Caspar David Friedrich in Essen</title>
    <link>http://begleitschreiben.twoday.net/stories/2534469/</link>
    <description>Noch bis zum 3. September im Essener Folkwang-Museum, danach nach Hamburg: Die &lt;a href=&quot;http://www.cdf-ausstellung.de/index.php?id=1&quot;&gt;Caspar David Friedrich-Ausstellung &lt;/a&gt;ist unbedingt zu empfehlen. Trotz des leicht bombastischen Titels (&quot;Die Erfindung der Romantik&quot;). Und wie so oft waren / sind es nicht die grossen, bekannten (teilweise bis zur Unkenntlichkeit reproduzierten) Bilder Friedrichs, wie der &quot;&lt;a href=&quot;http://www.kunstreplik.de/images/product_images/popup_images/279.jpg&quot;&gt;Wanderer&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://reisserbilder.at/images/imagesgross/frie9699g.jpg&quot;&gt;Der einsame Baum&lt;/a&gt;&quot;, &quot;&lt;a href=&quot;http://www.zum.de/wiki/index.php/Bild:476px-Caspar_David_Friedrich_023.jpg&quot;&gt;Kreidefelsen auf Rügen&lt;/a&gt;&quot; oder &quot;&lt;a href=&quot;http://www.poster-24.de/images/fc00_00022.jpg&quot;&gt;Das Eismeer&lt;/a&gt;&quot;, die, im Original betrachtet, dann doch noch einmal einen neuen, frischen Eindruck vermitteln, sondern die eher kleinen und kleinsten Werke des als (zu recht?  oder voreilig?) eingestuften Melancholikers. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei dieser Kleinigkeiten seien gezeigt. Das Einscannen aus dem Katalog hat zugegebenermassen die Farben verändert; bereits das Bild im (unbedingt empfehlenswerten) Katalog selber ist dunkler als die zarten, kleinen Originale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg&quot; height=&quot;296&quot; alt=&quot;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Mondscheinlandschaft-mit-Ruine-einer-Wasserburg.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Mondscheinlandschaft mit Ruine einer Wasserburg, 1795&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Landschaft mit Bruecke&quot; height=&quot;267&quot; alt=&quot;Landschaft mit Bruecke&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Landschaft-mit-Bruecke.jpg&quot; /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Landschaft mit Brücke, um 1800 (Aquarell)&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;

Diese Preziosen sind fast die Ausnahme. In den Aquarellen ist Friedrich oft ohne Einschränkungen heiter. Denn in nahezu allen Ölbildern  und nicht nur denen mit Grab- und Friedhofsmotiven - geht es bei ihm immer um Alles  um Leben und Tod. Fast immer gibt es einen hellen Moment, eine lichte Stelle, einen schauenden Mensch (nie frontal uns anschauend, meist in der Rückenansicht)   und gleichzeitig das Motiv des Gegenteils: eine Bedrohung; Vergänglichkeit, Tod. Todessehnsucht habe ich dabei nie gesehen  Respekt schon eher. Oder sogar Trost.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Friedrich, der als gläubiger Protestant geschildert wird, zeigt sich in der Natur Gott. Nur das unterscheidet Friedrich wohl vom modernen Existentialismus: Der Glaube an Gott (nicht die Gewissheit) ermöglicht das Dasein. Manche Bilder sind fast Suchspiele  irgendwann entdeckt man einen Menschen, der wie verloren (oder &quot;geworfen&quot;) in der gewaltigen Natur steht und schaut; für uns schaut. Dabei ist Natur nie bedrohend, auch wenn im &quot;Regenbogen&quot;-Bild gewaltige, dunkle Wolken den Horizont verfinstern  der Mensch steht im Licht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Landschaft mit Regenbogen&quot; height=&quot;272&quot; alt=&quot;Landschaft mit Regenbogen&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/begleitschreiben/images/Landschaft-mit-Regenbogen.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was sage ich? Man soll hinfahren (sofern man kann) und schauen. Einige Zeichnungen und Aquarelle werden übrigens nicht nach Hamburg mitgenommen und werden nur für die Essener Ausstellung gezeigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angenehm war, dass es am Freitag vormittag nicht überfüllt war, wobei das kleine Folkwang-Museum allerdings schnell an Grenzen stösst. Die Schulklassen waren technisch auf dem neuesten Stand  der Lehrer sprach in normaler Lautstärke und über Kopfhörer bekamen die Schüler trotzdem alles mit. Fast zwei Drittel der anderen Besucher mussten sich ebenfalls von anderen Geräten erklären lassen, was sie sehen. Ein Raum wurde mit fast esoterisch anmutender Glasharfenmusik beschallt und zwei Bilder wurden von hinten angeleuchtet. Dafür mussten wohl einige kleinere Ölgemälde in einem viel zu hellen Gang hängen; ein ruhiges Betrachten war dort kaum möglich.</description>
    <dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://begleitschreiben.twoday.net/topics/Kunst&quot;&gt;Kunst&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Gregor Keuschnig</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-16T06:40:00Z</dc:date>
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