Die totale Konvergenz
Ich möchte mich ausdrücklich von einer klaren politischen Position distanzieren, ich kritisiere zumeist eher die rechtsextreme Seite, hier ist es einmal kurz umgekehrt.
Die Leitregel vom Kommunismus ist ja: Jeder Mensch ist gleich. Wenn ich diesen Apercu lese, so kann ich immer nur müde grinsen bestenfalls, wenn nicht sogar meine Mimik aufgrund überschäumender Aggressionen gegenüber der menschlichen Einfalt verbiegen, so, wie wenn man einen Eisenstab vor lauter Zorn zu biegen versucht. Dabei erinnern sowohl der Gesichtsausdruck des Biegenden als auch die Form des Eisen im übertragenden Sinne an meine besagte Mimik.
Denn ich kann das nicht einsehen. Es ist nicht jeder Mensch gleich, viel mehr noch, es ist KEIN Mensch gleich. Und dies ist nicht nur auf Marxismus und Lenismus bezogen, sondern auch auf alle anderen Staatsformen und Verfassungen, in denen jeder Mensch als gleich gilt.
Ich möchte mich hierbei AUSDRÜCKLICH davon distanzieren, diese Ungleichheit an irgendwelchen Äußerlichkeiten, etwa der Hautfarbe oder ähnliches, festzumachen. Es handelt sich dabei schlichtweg um das Wesen des Menschen, seine Charaktergrundzüge, seine Lebenseinstellung, seine Instinkte. Man kann im Verlauf der Argumentation da sicherlich noch auf Äußerlichkeiten schließen, aber dabei handelt es sich nur um Anpassungsformen an die natürliche Umgebung, mehr nicht.
Ich kann es außerdem nicht verstehen, wenn ein Staat diese Gleichheit als Grundprinzip bewahrt und dann seine Förderung der Individualität so anpreist. Lassen wir diesen Widerspruch aber einfach so im unübersichtlichen Gewirr der Politik stehen, man kann nicht auf jede Frage eine Antwort finden.
Was unterscheidet mich also von meinem Nächsten? Also, fangen wir mit etwas modernen an: Der DNA. Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte, individuelle DNA, nach der man ihn identifizieren kann. Und anhand dieses Genschlüssels werden dann die Phänotypen, die Erscheinungsformen der Gene, bestimmt. Das gibt uns viele Unterschiede für das tägliche Leben, von der Haarfarbe bis hin zur Gesichtsform, alles wird damit bestimmt. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.
Die Persönlichkeit eines Menschen wird durch die Sozialisation bestimmt. Alles, was ein Individuum während seines Lebens erfahren hat, äußert sich in bestimmten Wesenszügen. Da ja wohl KEIN Mensch eine genau gleiche Kindheit wie jemand anderes hatte - das ist ein unbestreitbares Faktum - , wird es wohl kaum zwei Menschen auf der Erde mit einem identischen Charakter geben, das ist noch nicht einmal bei eineiigen Zwillingen so.
Und auch wenn wir unseren Naturzusammenhang betrachten, so sehen wir ja, dass es eigentlich nicht die geringste Form von Gleichheit geben kann. Wir sind Säugetiere, gehören zum Stamm der Wirbeltiere, und da auch wir - was aber keiner so recht glauben will - der natürlichen Selektion ausgesetzt sind, heißt das, dass nicht jeder unserer Art überleben wird, viele werden dabei auf das Abstellgleis des Aussterbens gestellt. Das impliziert aber natürlich auch, dass die einzelnen Menschentiere unterschiedlich aufgebaut sein müssen, es muss "Stärkere" geben, so wie es auch "Schwächere" gibt. Noch einmal möchte ich ganz deutlich erwähnen: Das bezieht sich auch keinerlei Volk oder irgendwelche speziellen Hautfarben, sondern es gilt für EIN Kollektiv, sei es eine Kultur oder die ganze Menschheit an sich.
Es gibt also Menschen, die sich schlecht an die Umweltbedingungen anpassen können, und welche die so etwas wirklich gut beherrschen. Und wie soll es dann möglich sein, dass jeder Mensch gleich ist? Wir Menschen verstehen dieses Faktum nur nicht! Wir meinen immer, wir müssten krankhaft Gleichheit schaffen, jeden Schwachen mitziehen, den Intelligenten auf eine Stufe mit einem Debilen stellen. Ich möchte hier niemanden diskriminieren, doch wir meinen immer, alle, die aus der Menge, dem kollektiven Durchschnitt, herausragen, auf unsere Größe stutzen zu müssen, aber gleichzeitig gibt es da noch welche nach UNTEN hin, über die soviele lästern, die einfach überall ausgegrenzt werden, bis es dann noch ein paar wenige Schwachköpfe gibt, die sich ihrer annehmen müssen. Und dadurch, dass sie jenen helfen, erzeugen sie doch erst diese Disparität, weil sie durch ihr Handeln dann auf die Geholfenen herabschauen, zwar freundlich, doch alleine diese (gut gemeinte) Geste grenzt den Invaliden doch aus. Man würde sie nicht durch sein Tun so unbewusst diffamieren, wenn man sie wie jeden anderen Menschen auch behandelt. Aber da es z.B. eigens Aufzüge für Rollstuhlfahrer gibt, wo dann immer noch ein Schildchen zwar implizit, aber groß und breit, die Gesundheit der anderen anpreist. Der Rollstuhlfahrer wird durch diese, doch nur scheinbar freundlich gemeinte, Geste von dem Rest der Gesellschaft ausgegliedert, erhält seine eigene kleine Kammer, mit der er, im wahrsten Sinne des Wortes, im Leben herauf und herunter fährt.
Also, entweder, ALLE werden gleich behandelt oder NIEMAND! Aber das zeigt einmal wieder ganz rudimentär, dass der Mensch nicht einsehen kann, dass es noch etwas über ihm gibt. Für solche Eigenschaften hat man irgendwann einmal einen schönen Begriff entwickelt: ARROGANZ. Aber das nur nebenbei.
Es gibt sie also nun: Den Reichen, den Armen, den Intellektuellen, den Idioten, den Irren, den Wohltäter, den Übeltäter, den Großen, den Kleinen, den Gutmütigen, den Mörder, den Gesunden, den Kranken; die Zeit des Sommers des Lebens trägt sehr viele bunte Blüten. Doch da gibt es wieder etwas, das uns alle vereint, jedweden Unterschied zunichte macht, alle Grenzen niederwirft. Es ist der TOD. Seiner Macht kann sich keiner entziehen. Vor seinem Antlitz sind wir alle gleich, nicht einmal ein kleiner Unterschied vom Zeitraum des Todes ändert das, denn er ist nichtig im Anblick der Ewigkeit.
Wenn wir sterben, dann verliert alles was wir erreicht haben, alles was wir sind, die Bedeutung, was zählt ist nur noch unser nacktes Leben, sozusagen nur noch ein "Ja", das dabei dann zum "Nein" umgekehrt wird. Nennen wir diese Tatsache der bedingungslosen Gleichheit im Tod die totale Konvergenz. In ihr laufen alle Fäden wieder zusammen und werden dann abgeschnitten.
Jetzt kann man aber meinen, das Leben hat noch einen gemeinsamen direkten Ursprung, es fängt immer mit einer Zelle an. Aber dieses Argument könnte einem jeder Biologe um die Ohren schmettern wie etwas altes Zeitungspapier. Man betrachte nur die DNA und man findet schon wieder Unterschiede. Der Punkt, aus dem wirklich auch alle unsere Fäden entsprungen sind, ist der Punkt Null, der Anfang der Zeit. Von dort aus trieben sie wild auseinander, in alle Richtungen, in unterschiedlichen Formen und Farben, bis irgendwann sie dann wieder in einem einzigen Punkt zusammenlaufen: Dem Tod.
Bei diesem Denkmodell stellt sich doch die Frage, ob es irgendwo einen Scheitelpunkt gibt, und wenn ja, ob dieser schon überschritten worden ist. Selbst wenn es ihn gäbe, er würde doch nur einen theoretischen Parameter darstellen, auf die Praxis hat das kaum Auswirkungen. Und es wirft einem auf ganz kaltherzig die eigene Vergänglichkeit vor dem Kopf. Wir alle müssen sterben, ob wir es akzeptieren oder nicht.
Die Leitregel vom Kommunismus ist ja: Jeder Mensch ist gleich. Wenn ich diesen Apercu lese, so kann ich immer nur müde grinsen bestenfalls, wenn nicht sogar meine Mimik aufgrund überschäumender Aggressionen gegenüber der menschlichen Einfalt verbiegen, so, wie wenn man einen Eisenstab vor lauter Zorn zu biegen versucht. Dabei erinnern sowohl der Gesichtsausdruck des Biegenden als auch die Form des Eisen im übertragenden Sinne an meine besagte Mimik.
Denn ich kann das nicht einsehen. Es ist nicht jeder Mensch gleich, viel mehr noch, es ist KEIN Mensch gleich. Und dies ist nicht nur auf Marxismus und Lenismus bezogen, sondern auch auf alle anderen Staatsformen und Verfassungen, in denen jeder Mensch als gleich gilt.
Ich möchte mich hierbei AUSDRÜCKLICH davon distanzieren, diese Ungleichheit an irgendwelchen Äußerlichkeiten, etwa der Hautfarbe oder ähnliches, festzumachen. Es handelt sich dabei schlichtweg um das Wesen des Menschen, seine Charaktergrundzüge, seine Lebenseinstellung, seine Instinkte. Man kann im Verlauf der Argumentation da sicherlich noch auf Äußerlichkeiten schließen, aber dabei handelt es sich nur um Anpassungsformen an die natürliche Umgebung, mehr nicht.
Ich kann es außerdem nicht verstehen, wenn ein Staat diese Gleichheit als Grundprinzip bewahrt und dann seine Förderung der Individualität so anpreist. Lassen wir diesen Widerspruch aber einfach so im unübersichtlichen Gewirr der Politik stehen, man kann nicht auf jede Frage eine Antwort finden.
Was unterscheidet mich also von meinem Nächsten? Also, fangen wir mit etwas modernen an: Der DNA. Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte, individuelle DNA, nach der man ihn identifizieren kann. Und anhand dieses Genschlüssels werden dann die Phänotypen, die Erscheinungsformen der Gene, bestimmt. Das gibt uns viele Unterschiede für das tägliche Leben, von der Haarfarbe bis hin zur Gesichtsform, alles wird damit bestimmt. Aber das sind ja nur Äußerlichkeiten.
Die Persönlichkeit eines Menschen wird durch die Sozialisation bestimmt. Alles, was ein Individuum während seines Lebens erfahren hat, äußert sich in bestimmten Wesenszügen. Da ja wohl KEIN Mensch eine genau gleiche Kindheit wie jemand anderes hatte - das ist ein unbestreitbares Faktum - , wird es wohl kaum zwei Menschen auf der Erde mit einem identischen Charakter geben, das ist noch nicht einmal bei eineiigen Zwillingen so.
Und auch wenn wir unseren Naturzusammenhang betrachten, so sehen wir ja, dass es eigentlich nicht die geringste Form von Gleichheit geben kann. Wir sind Säugetiere, gehören zum Stamm der Wirbeltiere, und da auch wir - was aber keiner so recht glauben will - der natürlichen Selektion ausgesetzt sind, heißt das, dass nicht jeder unserer Art überleben wird, viele werden dabei auf das Abstellgleis des Aussterbens gestellt. Das impliziert aber natürlich auch, dass die einzelnen Menschentiere unterschiedlich aufgebaut sein müssen, es muss "Stärkere" geben, so wie es auch "Schwächere" gibt. Noch einmal möchte ich ganz deutlich erwähnen: Das bezieht sich auch keinerlei Volk oder irgendwelche speziellen Hautfarben, sondern es gilt für EIN Kollektiv, sei es eine Kultur oder die ganze Menschheit an sich.
Es gibt also Menschen, die sich schlecht an die Umweltbedingungen anpassen können, und welche die so etwas wirklich gut beherrschen. Und wie soll es dann möglich sein, dass jeder Mensch gleich ist? Wir Menschen verstehen dieses Faktum nur nicht! Wir meinen immer, wir müssten krankhaft Gleichheit schaffen, jeden Schwachen mitziehen, den Intelligenten auf eine Stufe mit einem Debilen stellen. Ich möchte hier niemanden diskriminieren, doch wir meinen immer, alle, die aus der Menge, dem kollektiven Durchschnitt, herausragen, auf unsere Größe stutzen zu müssen, aber gleichzeitig gibt es da noch welche nach UNTEN hin, über die soviele lästern, die einfach überall ausgegrenzt werden, bis es dann noch ein paar wenige Schwachköpfe gibt, die sich ihrer annehmen müssen. Und dadurch, dass sie jenen helfen, erzeugen sie doch erst diese Disparität, weil sie durch ihr Handeln dann auf die Geholfenen herabschauen, zwar freundlich, doch alleine diese (gut gemeinte) Geste grenzt den Invaliden doch aus. Man würde sie nicht durch sein Tun so unbewusst diffamieren, wenn man sie wie jeden anderen Menschen auch behandelt. Aber da es z.B. eigens Aufzüge für Rollstuhlfahrer gibt, wo dann immer noch ein Schildchen zwar implizit, aber groß und breit, die Gesundheit der anderen anpreist. Der Rollstuhlfahrer wird durch diese, doch nur scheinbar freundlich gemeinte, Geste von dem Rest der Gesellschaft ausgegliedert, erhält seine eigene kleine Kammer, mit der er, im wahrsten Sinne des Wortes, im Leben herauf und herunter fährt.
Also, entweder, ALLE werden gleich behandelt oder NIEMAND! Aber das zeigt einmal wieder ganz rudimentär, dass der Mensch nicht einsehen kann, dass es noch etwas über ihm gibt. Für solche Eigenschaften hat man irgendwann einmal einen schönen Begriff entwickelt: ARROGANZ. Aber das nur nebenbei.
Es gibt sie also nun: Den Reichen, den Armen, den Intellektuellen, den Idioten, den Irren, den Wohltäter, den Übeltäter, den Großen, den Kleinen, den Gutmütigen, den Mörder, den Gesunden, den Kranken; die Zeit des Sommers des Lebens trägt sehr viele bunte Blüten. Doch da gibt es wieder etwas, das uns alle vereint, jedweden Unterschied zunichte macht, alle Grenzen niederwirft. Es ist der TOD. Seiner Macht kann sich keiner entziehen. Vor seinem Antlitz sind wir alle gleich, nicht einmal ein kleiner Unterschied vom Zeitraum des Todes ändert das, denn er ist nichtig im Anblick der Ewigkeit.
Wenn wir sterben, dann verliert alles was wir erreicht haben, alles was wir sind, die Bedeutung, was zählt ist nur noch unser nacktes Leben, sozusagen nur noch ein "Ja", das dabei dann zum "Nein" umgekehrt wird. Nennen wir diese Tatsache der bedingungslosen Gleichheit im Tod die totale Konvergenz. In ihr laufen alle Fäden wieder zusammen und werden dann abgeschnitten.
Jetzt kann man aber meinen, das Leben hat noch einen gemeinsamen direkten Ursprung, es fängt immer mit einer Zelle an. Aber dieses Argument könnte einem jeder Biologe um die Ohren schmettern wie etwas altes Zeitungspapier. Man betrachte nur die DNA und man findet schon wieder Unterschiede. Der Punkt, aus dem wirklich auch alle unsere Fäden entsprungen sind, ist der Punkt Null, der Anfang der Zeit. Von dort aus trieben sie wild auseinander, in alle Richtungen, in unterschiedlichen Formen und Farben, bis irgendwann sie dann wieder in einem einzigen Punkt zusammenlaufen: Dem Tod.
Bei diesem Denkmodell stellt sich doch die Frage, ob es irgendwo einen Scheitelpunkt gibt, und wenn ja, ob dieser schon überschritten worden ist. Selbst wenn es ihn gäbe, er würde doch nur einen theoretischen Parameter darstellen, auf die Praxis hat das kaum Auswirkungen. Und es wirft einem auf ganz kaltherzig die eigene Vergänglichkeit vor dem Kopf. Wir alle müssen sterben, ob wir es akzeptieren oder nicht.
Count Lecrin - 2009-09-22 16:07


Der entscheidende Parameter der Gleichheit, den als Leitmaxime der Kommunismus sicher nicht exklusiv hat ist der, im gleichen Maße Mensch zu sein. Da gibt es kein Mehr oder Weniger. Schon gar nicht wird der Behinderte erst zum Behinderten und folglich "Weniger als Gleichen", wenn ihm geholfen und "dadurch auf ihn herabgesehen" wird. Mit Verlaub, aus welcher dunklen Ecke Ihrer Seele kommt denn so ein verschwurbelter Unsinn?
Die Idee, als Mensch gleich viel Mensch zu sein, ist ein Wert, der sich eben von der technokratischen Betrachtung biologistischer oder utilitaristischer Weltbilder abhebt. Es ist diese Entscheidung (und nicht ein Bekenntnis zu einem a priori existierenden Naturzustand) zur Gleichheit, die den Menschen überhaupt als solchen definiert.
Und zum Thema Gleichheit kann ich nur sagen, dass ich nicht mag, dass der Mensch sich immer wieder vom Naturzusammenhang abheben muss. Er denkt, solche Gesetze gelten für ihn nicht, weil er kein Tier sei. Wird hier vielleicht nicht deutlich, würden Sie mich persönlich kennen, wüssten Sie, was ich meine.
Und Tiere sind untereinander nicht gleich, das ist ein Faktum.
Sagen Sie: Sind Sie so ein Typ, der allzu harte Theorien lieber gleich ablehnt? Würde mich nämlich nicht wundern.
Abgewatscht?
Natürlich ist es Ausbund der Kultur, dass "Gleichheit" als "gleiche Rechte" gesehen wird. Dies wird im Beitrag gar nicht angezweifelt. Dennoch bleibt der Rest des "Ungleichen", der entweder durch egalitäre, politische Maßnahmen zwanghaft ausgeglichen werden soll oder als fruchtbare Differenz angesehen wird.
Wie funktioniert denn "unkritische Ideologiekritik"? Und was ist das überhaupt?
Für mich ist jede Kritik an einer Ideologie per se ein Mehrwert. Kritik kann aber nie "unkritisch" sein. Die Kritik, die hier geäußert wird, ist die eines egalitären Universalismus, der zur Not zwanghaft herbeigeführt werden soll. Dabei fungiert dann der Tod als der große Gleichmacher. DAS kann man kritisieren - mit Gründen, mit Quellen, mit Argumenten.