Faktor 13
Lassen wir einmal beiseite, was an den Meldungen stimmt, dass es ein geheimes Waffengeschäft zwischen Nordkorea und dem Iran gegeben hat. Interessant ist der Aufmacher auf tagesschau.de (13.30 Uhr, 29. August 2009):

Die Kartenausschnitte der jeweiligen Länder suggerieren, dass beide Staaten eine ähnliche Grösse haben. Ein Blick auf die Fakten zeigt aber etwas anderes:
Nordkorea - 122.762 km2 (flächenmässig Platz 95 in der Welt)
Iran - 1.648.195 km2 (flächenmässig Platz 17 in der Welt)
In Wirklichkeit ist der Iran flächenmässig mehr als 13 x grösser als Nordkorea.
Ein an sich harmloser Vorgang – typischer Fall von Maßstabverzerrung, mit der man Luxemburg auch so gross wie Mexiko erscheinen lassen könnte?
Aber selbst wenn die Intention gar nicht vorhanden war: Ist nicht diese Form der optischen Aufbereitung bereits manipulativ? Soll nicht damit unterschwellig ein Bedrohungspotential simuliert werden, welches vielleicht in Wirklichkeit gar nicht in diesem Ausmaß besteht? Ist dies nicht eine Fortsetzung der Aufblähung der "Achse des Bösen"?
Was soll das UNO-Zeichen zwischen den Ländern? Soll eine Vermittlung der Vereinten Nationen abgedeutet werden? Folgt man nur dem Bild, könnte man meinen, Nordkorea und Iran seien gleichgrosse Länder (die Fläche suggeriert auch immer unterschwellig Bevölkerung), die sich im Kriegszustand befänden und nun durch die Vereinten Nationen befriedet werden müssten?
Also: Wer ist eigentlich für diese Art von "Symbolfotos" (Stefan Niggemeier) bei tagesschau.de verantwortlich? Wer kommt auf solche Ideen?
Oder sind diese Einwände nur kleinkariert?

Die Kartenausschnitte der jeweiligen Länder suggerieren, dass beide Staaten eine ähnliche Grösse haben. Ein Blick auf die Fakten zeigt aber etwas anderes:
Nordkorea - 122.762 km2 (flächenmässig Platz 95 in der Welt)
Iran - 1.648.195 km2 (flächenmässig Platz 17 in der Welt)
In Wirklichkeit ist der Iran flächenmässig mehr als 13 x grösser als Nordkorea.
Ein an sich harmloser Vorgang – typischer Fall von Maßstabverzerrung, mit der man Luxemburg auch so gross wie Mexiko erscheinen lassen könnte?
Aber selbst wenn die Intention gar nicht vorhanden war: Ist nicht diese Form der optischen Aufbereitung bereits manipulativ? Soll nicht damit unterschwellig ein Bedrohungspotential simuliert werden, welches vielleicht in Wirklichkeit gar nicht in diesem Ausmaß besteht? Ist dies nicht eine Fortsetzung der Aufblähung der "Achse des Bösen"?
Was soll das UNO-Zeichen zwischen den Ländern? Soll eine Vermittlung der Vereinten Nationen abgedeutet werden? Folgt man nur dem Bild, könnte man meinen, Nordkorea und Iran seien gleichgrosse Länder (die Fläche suggeriert auch immer unterschwellig Bevölkerung), die sich im Kriegszustand befänden und nun durch die Vereinten Nationen befriedet werden müssten?
Also: Wer ist eigentlich für diese Art von "Symbolfotos" (Stefan Niggemeier) bei tagesschau.de verantwortlich? Wer kommt auf solche Ideen?
Oder sind diese Einwände nur kleinkariert?
Gregor Keuschnig - 2009-08-29 13:42


Mit Sicherheit nicht. Was mich interessieren würde: Wie weit solche Darstellungen implizit bzw. "unbewusst" wirken können - das wäre dann in der Tat "gefährlich", denn sobald man darüber nachdenkt fällt das Missverhältnis ja auf. Aber überfliegt man das Bild bloß, ohne dass etwas konkret ins Bewusstsein rückt, dann beurteilt man solche "Bedrohungsszenarien" das nächste Mal verzerrt.
--
(Ich hatte einen Link zu diesem Beitrag per Mail an die Redaktion der "tagesschau" geschickt. Danach gan es tatsächlich einen Zugriff vom NDR. Allerdings nur für vier Sekunden.)