David Wroblewski: Die Geschichte des Edgar Sawtelle

Zwei Vorbemerkungen:
1. Das dem Verfasser dieser Besprechung vorliegende Leseexemplar sei ein "unkorrigiertes Vorausexemplar", wie der Verlag auf Seite 1 schreibt und man bittet hieraus nicht zu zitieren. Diesem Wunsch wurde nicht stattgegeben, denn es liegt weder ein anderes Exemplar vor – und grundsätzliche Veränderungen dürften nicht zu erwarten sein. Die Zitate sind kursiv gesetzt und müssen unter dem Vorbehalt des oben gesagten betrachtet werden.
2. Das Ende des Buches ist überraschend und pointiert. Es wird in dieser Besprechung verwendet und im entsprechenden Abschnitt ist eine Spoilerwarnung ausgesprochen. Das Buch ist ohne den Schluss nicht zu bewerten. Insofern kann auf eine Berücksichtigung des Spannungserhalts keine Rücksicht genommen werden.
Wisconsin/USA, 1950er Jahre. Gar und Trudy Sawtelle züchten Hunde, setzen die Arbeit von Gars Großvater John fort. Es kommt ihm dabei weniger auf hochgezüchtete Blutlinien als auf den Charakter der Tiere an. Penibel sucht Gar nach seinen eigenen, speziellen Kriterien Hunde aus und scheut dabei nicht auch außergewöhnliche Kreuzungen, die von den "normalen" Züchtern verpönt sind. Er hat einen Plan, bildet die Hunde aus, will ihren Charakter im Training hervorholen und formen (er lehnt das Wort Dressur ab und legt Wert darauf, dass man mehr züchtet als nur gut dressierte Promenadenmischungen). Die Entwicklungen der Tiere werden akribisch dokumentiert. Nach anderthalb Jahren werden sie für 1500 Dollar verkauft. Die Dokumentation geht weiter; Gar befragt die Besitzer regelmäßig und zieht hieraus Schlüsse für seine weitere Zucht.
Der sehnsüchtig erwartete eigene Nachwuchs stellt sich nach drei Fehlgeburten und einer Totgeburt (melodramatisch inszeniert) am 13. Mai 1958 ein. Der Sohn wird Edgar genannt. Die Schwangerschaft war glatt verlaufen (sic!) eine Komplikation trat erst in dem Moment auf, als er den ersten Atemzug tat, um zu schreien: Edgar gab Stille von sich - er ist stumm (aber nicht taub). Trudy verzweifelt fast, bis eine Freundin ihr Mut macht und Edgar eine entsprechende Vorschulausbildung bekommt. Der Junge wächst behütet heran, verwendet eine Gebärdensprache (die viele autodidaktische Elemente hat), geht später zur Schule (näheres hierzu erfährt man nicht; Mitschüler besuchen die Farm niemals und Edgar besucht auch nie Mitschüler) und übernimmt zu Hause bereits früh Aufgaben bei Pflege und Training der jungen Hunde. Fast ritualisiert obliegt ihm bereits mit fast vier Jahren die Namensfindung der jungen Welpen. Irgendwann kommt Claude, Gars Bruder (der eine blieb [Gar], der andere ging weg [Claude]), zu Besuch (Claude war furchtbar viel drinnen in letzter Zeit) aber das Idyll verträgt die unterschiedlichen Temperamente nicht. Es gibt Differenzen zwischen den Brüdern, die immer wieder aufflammen und in der Jugend der beiden liegen sollen (Einzelheiten bleiben unklar, aber vieles spricht dafür, dass ein Hund dabei eine Rolle spielt). Claude verlässt bald wieder die Farm und verdingt sich in Jobs in Mellon unter anderem beim Tierarzt (und wie sich später herausstellt, Teilhaber der Farm) Doktor Papineau. Es gibt noch seinen Sohn Glen, der Dorfpolizist, und Ida Paine, die Besitzerin des einzigen Ladens im Städtchen.
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Gregor Keuschnig - 2009-07-22 11:32


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