Wie immer sehr gelungen und wohltuend frei von Polemik, bei einem Thema das heißes Blut fast garantiert.
Zwei Punkte fehlen meiner Meinung nach oder sind nicht genug gewürdigt. Als Erstes wird mir das Erschrecken der Welt vor dem Ersten Weltkrieg, der im Französischen nicht umsonst La Grande Guerre heißt, nicht deutlich genug. Der Sprung zum industriellen Krieg nur als Fakt, aber nicht als Zivilisationsbruch darzustellen, ist zu schwach.
Als Zweites würde ich noch die These einer heiß gelaufenen Wirtschaft (ja, natürlich ist die USA gemeint), die sich in einem Krieg entladen muss, sich aber zur Gewissensberuhigung hinter einem Popanz versteckt, erwähnen. Ich war in dieser Hinsicht in den siebziger Jahren durch die teils fragwürdige Amerikanische Geschichte von Joachim Fernau geprägt, die ich vor einiger Zeit noch mal in die Hand nahm. Stellenweise prophetisch.
Den Zivilisationsbruch sieht van Creveld tatsächlich nicht, sondern er sieht ein Kontinuum des Ringens um Macht der Großmächte untereinander. Ich glaube, es steht sogar einmal, dass die Friedenzeit (praktisch seit 1871) eher überraschend war. Da ist er natürlich zu sehr "Militär" um sich diese "Emotion" zu gestatten.
Was die heißgelaufende Wirtschaft der USA an - auch das passt nicht seinen Themenkreis. Die detaillierten Ursachen der Kriege untersucht er gar nicht.
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Zwei Punkte fehlen meiner Meinung nach oder sind nicht genug gewürdigt. Als Erstes wird mir das Erschrecken der Welt vor dem Ersten Weltkrieg, der im Französischen nicht umsonst La Grande Guerre heißt, nicht deutlich genug. Der Sprung zum industriellen Krieg nur als Fakt, aber nicht als Zivilisationsbruch darzustellen, ist zu schwach.
Als Zweites würde ich noch die These einer heiß gelaufenen Wirtschaft (ja, natürlich ist die USA gemeint), die sich in einem Krieg entladen muss, sich aber zur Gewissensberuhigung hinter einem Popanz versteckt, erwähnen. Ich war in dieser Hinsicht in den siebziger Jahren durch die teils fragwürdige Amerikanische Geschichte von Joachim Fernau geprägt, die ich vor einiger Zeit noch mal in die Hand nahm. Stellenweise prophetisch.
Was die heißgelaufende Wirtschaft der USA an - auch das passt nicht seinen Themenkreis. Die detaillierten Ursachen der Kriege untersucht er gar nicht.