Vielleicht ist das ja einer der Fälle, wo ein von der Schreibweise her eigentlich unjournalistisches Moment in eine Schreibe mit hinein gerät, deren Schreiber sich - mittels der Transmission des Atmosphärischen, des Kolorits, des Insider-Details - eben von dem üblichen sachlichen Ton etwas absetzen möchte und als Person in seiner Ansicht selber deutlicher werden? Er bringt sich mit einem implizit Richtigeren, nämlich seinem eigenen Maßstab zur Sache mit ein. (Ich kenne Kurbjuweits Schreibe sonst nicht, ich spekuliere also nur.)
Und es wäre das eine Schreibe, worin man – wenn nicht sogar etwas vom guten alten „new journalism“ - auch etwas vom Blogosphärenklang hören kann, einer Freiheit des Subjektiven, die dennoch nicht im Privaten verharrt, etwas à la Huffington-Post (wo hier die „Alphablogger“, die es nötig haben sich so apostrophieren zu lassen, erst mal hinwollen) : Jemand, der an einer Quelle ist und sich mit „Sachlichkeit“, also deren Vorgeblichkeit begnügen könnte, erlaubt sich eine subjektive Färbung, ein Meinungs-Element. (Wie sie ja auch manche Reporter drauf haben, die gerne persönliche Wertungen mit einfließen lassen und „schildern“, Thomas Tuma etwa.)
Das „Pathos“ wäre dann eigentlich ursprünglich keines, sondern entsteht durch den Einfluss der anderen Textbehandlung, es ist sozusagen ein, mit der Nahführung des geschilderten Gegenstands, nebenher produziertes Insistieren: Der Berichterstatter ist an seinem Gegenstand sozusagen „dichter dran“. Außerdem ist er ja auch wer auf dem Markt der Agierenden und muss da auch mal eine Marke setzen. („Position“ zeigen.)
Weil – und das ist das Elend und die Antriebskraft der Missfelders, wie auch seiner Agenten, vulgo Öffentlichkeit – diesen Gegenstand / Protagonisten aber noch nicht alle, sondern eher nur interessierte Leser kennen, kann / muss der Reporter ihn mittels dieser Verstärkung leicht verstärken, kann er sich aber außerdem leisten, etwas mehr aufzutragen, um sich selber damit ein bisschen zu erhöhen.
Das Klischee der Missfelders allerdings existiert auch wirklich, und es ist auch ein dankbares Feindbild, also muss es auch noch eine Zeit lang bestätigt werden, bis es „rum“ ist. Bis dahin lese ich so was ganz gerne: Ich habe ja auch „niedere Triebe“ und an Objektivität glaube ich eigentlich nicht. Auch fühle ich keine Verpflichtung solch einem Typ Politiker gerecht werden zu müssen. Mitleid mit einem Missfelder hätte ich nicht.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Spekulation übers Missliche
Und es wäre das eine Schreibe, worin man – wenn nicht sogar etwas vom guten alten „new journalism“ - auch etwas vom Blogosphärenklang hören kann, einer Freiheit des Subjektiven, die dennoch nicht im Privaten verharrt, etwas à la Huffington-Post (wo hier die „Alphablogger“, die es nötig haben sich so apostrophieren zu lassen, erst mal hinwollen) : Jemand, der an einer Quelle ist und sich mit „Sachlichkeit“, also deren Vorgeblichkeit begnügen könnte, erlaubt sich eine subjektive Färbung, ein Meinungs-Element. (Wie sie ja auch manche Reporter drauf haben, die gerne persönliche Wertungen mit einfließen lassen und „schildern“, Thomas Tuma etwa.)
Das „Pathos“ wäre dann eigentlich ursprünglich keines, sondern entsteht durch den Einfluss der anderen Textbehandlung, es ist sozusagen ein, mit der Nahführung des geschilderten Gegenstands, nebenher produziertes Insistieren: Der Berichterstatter ist an seinem Gegenstand sozusagen „dichter dran“. Außerdem ist er ja auch wer auf dem Markt der Agierenden und muss da auch mal eine Marke setzen. („Position“ zeigen.)
Weil – und das ist das Elend und die Antriebskraft der Missfelders, wie auch seiner Agenten, vulgo Öffentlichkeit – diesen Gegenstand / Protagonisten aber noch nicht alle, sondern eher nur interessierte Leser kennen, kann / muss der Reporter ihn mittels dieser Verstärkung leicht verstärken, kann er sich aber außerdem leisten, etwas mehr aufzutragen, um sich selber damit ein bisschen zu erhöhen.
Das Klischee der Missfelders allerdings existiert auch wirklich, und es ist auch ein dankbares Feindbild, also muss es auch noch eine Zeit lang bestätigt werden, bis es „rum“ ist. Bis dahin lese ich so was ganz gerne: Ich habe ja auch „niedere Triebe“ und an Objektivität glaube ich eigentlich nicht. Auch fühle ich keine Verpflichtung solch einem Typ Politiker gerecht werden zu müssen. Mitleid mit einem Missfelder hätte ich nicht.