Ich kann Phillipp Mißfelder auch nicht ausstehen, und halte seine vollmündigen Äußerungen auf Kosten alter Menschen und ALG II-Empfänger für das Allerletzte.
Allerdings: Kurbjuweits Artikel erweckt in mir den bösen Verdacht, dass er sich einen Politiker heraussucht, der ohnehin den (m. E. berechtigten) Ruf hat, ein ziemliches Arschloch zu sein. Einer, dessen Popularitätswerte sowieso im Keller, ach was, im Bergwerk, von Sole 12 abwärts, sein dürften. Einer, mit dem er's ohne große Gefahr "machen kann".
Über die Motive Kurbjuweits kann ich nur spekulieren. Nehme ich seinen Text beim Wort, dann beobachtet er Mißfelder-mäßige Verhaltensweisen bei vielen Politikern, und traut sich nicht, dass unter Namensnennung zu Sprache zu bringen. Mißfelder hat sich wahrscheinlich seine politische Karriere schon verspielt (es sei denn, ein "Mann fürs Grobe" wird gebraucht, den man, wenn die groben Maßnahmen beim Wähler oder der Parteibasis nicht ankommen sollten, problemlos opfern kann).
Deshalb nehme ich dem "Spiegel"-Büroleiter Berlin das aufklärerische Pathos nicht ab. Weil er sich, wie ein Raufbold auf dem Schulhof, als Oper jemanden aussucht, der schwach und allgemein unbeliebt ist - und andere, die es, sogar nach Kurbjuweits Andeutungen, vielleicht mehr verdient hätten, verschont.
Ich gebe mal zu Bedenken, daß Parteien die Leute fürs Grobe immer brauchen werden, und daß Mißfelders Weg in der Partei als würdiger Nachfolger von Dregger, Geißler - zu Generalsekretärszeiten - und Koch vorgezeichnet scheint, und es mich eher Wunder nimmt, daß mit einigen Nachfolgern als Generalsekretär bislang ein relativ ziviler Verlautbarungston in diesem Amt zu herrschen scheint. Mißfelder inszeniert sich selbst, ist aber gleichzeitig unabdingbares Instrument seiner Partei. Und er ist vielleicht die deutlichste Inkarnation eines Zeitgeistes, die wegen dieser Deutlichkeit ebenso deutlich angegriffen werden kann - in meinen Augen auch sollte. Ich persönlich bevorzuge allerdings eher sachlich - analysierende Artikel, die nicht wie eine Homestory anmuten.... Allerdings scheinen mir Intention und gewählte Form in diesem Fall stimmig zusammenzupassen, wenn man das unter textkritischem Blickwinkel betrachtet. Wie Gregor richtig feststellt - ein Unbehagen bleibt dennoch.
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Heuchel gehört zum Handwerk
Allerdings: Kurbjuweits Artikel erweckt in mir den bösen Verdacht, dass er sich einen Politiker heraussucht, der ohnehin den (m. E. berechtigten) Ruf hat, ein ziemliches Arschloch zu sein. Einer, dessen Popularitätswerte sowieso im Keller, ach was, im Bergwerk, von Sole 12 abwärts, sein dürften. Einer, mit dem er's ohne große Gefahr "machen kann".
Über die Motive Kurbjuweits kann ich nur spekulieren. Nehme ich seinen Text beim Wort, dann beobachtet er Mißfelder-mäßige Verhaltensweisen bei vielen Politikern, und traut sich nicht, dass unter Namensnennung zu Sprache zu bringen. Mißfelder hat sich wahrscheinlich seine politische Karriere schon verspielt (es sei denn, ein "Mann fürs Grobe" wird gebraucht, den man, wenn die groben Maßnahmen beim Wähler oder der Parteibasis nicht ankommen sollten, problemlos opfern kann).
Deshalb nehme ich dem "Spiegel"-Büroleiter Berlin das aufklärerische Pathos nicht ab. Weil er sich, wie ein Raufbold auf dem Schulhof, als Oper jemanden aussucht, der schwach und allgemein unbeliebt ist - und andere, die es, sogar nach Kurbjuweits Andeutungen, vielleicht mehr verdient hätten, verschont.