mikerol - 2009-06-05 15:53

wenn das alles ist das die Dame auf dem Stecken

oder wohimmer eine Dame es hat
dann käme sie uns in der USA
ja ganz grossartig vor!
900 Europarliamentarier! Donnerwetter!
Kein Wunder, dass das nicht gut läuft!
Und macht es ueberhaupt was aus ob
man da hinfährt oder nicht?
Also wenn der "Keuschnig" 1999 die Liste PDS
gewählt hat, dann wahrscheinlich auch meinen Onkel
den Grafen von Einsiedel, dem ältesten Parliamentarer
auch so ein Trotzkopf und Unikum - vom flotten
Jagdflieger zum PDSler!

Gregor Keuschnig - 2009-06-05 15:56

Die PDSler hatte ich 1999 wegen ihrer strikten Gegnerschaft zum Jugoslawienkrieg der NATO gewählt. Nicht aus Anhängerschaft.

--

Amerikaner werden nie begreifen, wie die EU funktioniert. Sie werden glauben, dass sie NICHT funktioniert. Und sie haben recht damit.
Köppnick - 2009-06-05 19:48

Die Haltung der Linken gegenüber Kriegen mit deutscher Beteiligung ist die einzige verlässliche Konstante ihrer Politik, ansonsten sind die Kollateralschäden des Elefanten im Porzellanladen aka Lafontaine schon beträchtlich und die vielen Westsektierer nerven auch gewaltig. Aber wegen der Haltung aller anderen Parteien gegenüber der Vorneverteidigung der Bundeswehr am HIndukusch und sonstwo hat man (oder genauer gesagt habe ich) gar keine andere Wahl.
Gregor Keuschnig - 2009-06-05 19:54

Wobei natürlich...

der Kosovo-/Jugoslawien-Krieg '99 wie Afghanistan heute streng genommen nichts mit der EU zu tun haben, d. h. die Interventionen (im ersten Fall war es ein handfester Krieg) hätten auch ohne die EU stattgefunden. Daher spreche ich von einer Protestwahl: Ich bestrafe die EU-Parlamentarier für etwas, was sie primär nicht zu verantworten haben.

Meine Wahl wird diesmal ganz anders ausfallen: Ich werde einer kleinen, per se chancenlosen Partei meine Stimme geben, mit der ich (überraschenderweise) gar nicht so wenige politische Übereinstimmungen feststellen konnte...
Köppnick - 2009-06-05 20:21

Bei mir im Ort tritt "Pro Bockwurst" an (gleichzeitig Kommunalwahl), da machen eine Menge UniLeute mit.
Gregor Keuschnig - 2009-06-05 21:44

Nee...

an sowas denkt ein strukturkonservativer Mensch wie ich dann doch noch nicht...
Peter42 - 2009-06-05 21:56

Meine Wahl wird diesmal ganz anders ausfallen: Ich werde einer kleinen, per se chancenlosen Partei meine Stimme geben, mit der ich (überraschenderweise) gar nicht so wenige politische Übereinstimmungen feststellen konnte...
Ich war noch nie so ratlos wie dieses Jahr. Die alljährliche Befragung des Wahl-O-Mat hat mich in eine tiefe Krise gestürzt, da ich die höchste Übereinstimmung mit der Partei der bibeltreuen Christen habe. Das Leben ist manchmal zynisch. Wie immer ist die Übereinstimmung aber bei keiner Partei sehr ausgeprägt, was auch meiner eigenen Beobachtung entspricht.

P.S. Könnte man nicht das blockquote -Tag etwas hübscher formatieren?
Gregor Keuschnig - 2009-06-05 22:00

Ich hatte den Wahl-O-Maten der FAZ konsultiert - da kann man nur acht Parteien anklicken (die PBC hatte ich nicht ausgesucht). Die meisten Übereinstimmungen hatte ich wohl mit Herrn Schulz; nur ein Punkt dahinter kam dann omninöse Partei.

PS: Welches "-Tag"???
Peter42 - 2009-06-05 22:20

Bei dem "echten" Wahl-O-Mat kann man auf einmal auch nur acht Parteien auswählen, dann aber eine erneute Auswahl treffen.

P.S. Wenn man zitieren möchte, sollte man üblicherweise nicht das einfache Tag (HTML-Code) für kursiven Text nehmen, sondern den Bereich in <blockquote>Zitat...</blockquote> einschließen. Die entsprechende Formatierung wie z.B. bei Köppnick macht Texte dadurch übersichtlicher.
Köppnick - 2009-06-05 22:33

Ja, mit "Blockquote" habe ich lange experimentiert, um eine mir zusagende Lösung zu finden. Ich wollte ursprünglich keine kursive Schrift, weil man die schlechter lesen kann. Ich habe zuerst mit Graufärbung des Hintergrundes experimentiert. Aber was auf meinem Monitor schon wie ein sehr kräftiges Grau aussah, war auf anderen Bildschirmen kaum zu erkennen.

Eine allseitige Umrandung wirkt hingegen zu kräftig, so dass ich jetzt bei einer Lösung angelangt bin, mit der ich - gerade so - zufrieden bin. Der linke, senkrechte Strich kennzeichnet längere Zitate, als eigener Absatz mit "Blockquote" formatiert. Kursiv bleibt für Auszeichnungen im fließenden Text zusätzlich möglich.

Typographiefetischisten würden außerdem hier noch auf den Unterschied zwischen Italic und Emphasis hinweisen, was aber auf dem Bildschirm üblicherweise gleich dargestellt wird.
Köppnick - 2009-06-05 22:40

Beim Wahl-o-maten kommt bei mir immer dasselbe Ergebnis, nur die letzten drei tauschen regelmäßig untereinander: Linke, Grüne, Piraten, SPD, FW, FDP, CSU, CDU. Ich bin demokratisch sehr gefestigt ;-)
Gregor Keuschnig - 2009-06-06 10:09

@Peter42/Köppnick

blockquote
Blockquote benutze ich zusammen mit Kursiv nur, wenn ich einen längeren Text zitiere. Bei Buchbesprechungen verwende ich immer nur kursiv, da ich oft nur einige Wörter zitiere - ansonsten würde der Text noch unübersichtlicher. Bei copy+paste in Word verschwindet m. E. die Kursivsetzung dann, was meinen Text dann unleserlich bzw. auch unverständlich macht. Das ist natürlich extrem leserunfreundlich, aber es gäbe immerhin noch andere Möglichkeiten den Text zu kopieren...

Wahl-O-Mat
Zum erneuten Aussuchen von acht anderen Parteien war ich zu faul. Meine Liste stimmt bis auf einen mit der von Köppnick überein. Wobei ich mir später überlegt hatte, dass es Unsinn war, die CSu aufzunehmen, da diese hier nicht wählbar ist.
Köppnick - 2009-06-06 11:02

@Gregor
Deine Aussage bzgl. des Wahlomaten bestätigt eine meiner Beobachtungen: Die meisten Menschen wählen nicht aufgrund von programmatischen Aussagen, sondern aufgrund von (Vor)Urteilen über Personen und ihrer eigenen Sozialisierung. Die Linke hat schon immer das modernste Programm, aber sie müssen unentwegt gegen die in den Massenmedien geschürten Ressentiments kämpfen, gegen 20 Jahre alte Vorurteile und im Inneren gegen viele Spinner, die in dieser Partei ihre Heimat gefunden zu haben glauben. Und in einem bayrischen Kuhkaff ist man sozial mausetot, wenn man zugibt, grün oder leuchtendrot gewählt zu haben.
Gregor Keuschnig - 2009-06-06 11:37

@Köppnick

Im Wahlomaten hatte ich sehr wohl die Linke drin - sie bekam aber nur die viertmeisten Punkte.

Ich glaube, dass ich sehr wohl in der Lage bin, auf Situationen und Zeitenwendungen in meinem Wahlverhalten zu reflektieren. Andererseits stimmt es, dass ich bei einer Bundestagswahl bisher immer dezidiert "halb-links" gewählt habe, was beispielsweise dazu führte, dass ich Mitte der 90er Jahre einen Trottel wie Rudolf Scharping wählte.

Dass es in den Medien Ressentiments gegen die Linke gibt, mag sein. Aber die beeinflussen mich eher nicht, da ich diese aus der Entwicklung der Bundesrepublik in den 80er Jahren bzgl. der Grünen kenne.

Die Linke ist für mich aus zwei Gründen derzeit (auch als Protest) unwählbar: Erstens hat sie eine extrem fundamentaloppositionelle Ausrichtung, die zunächst einmal grundsätzlich gegen Alles ist und entweder mehr (oder weniger) fordert. Forderungen sind natürlich opportun, aber sie sollten den Hauch einer Seriosität behalten, d. h. irgendwo an den Realitäten andocken (den Systemwechsel betreibt die Linke ja nicht; selbst Frau Wagenknecht hat dazu realistisch betrachtet gar keine Lust). Zum Zweiten wird sie durch Lafontaine, Ernst und andere Leute trivialisiert und popularisiert. Sie reduziert ihre politischen Aussagen auf Schlagworte (die, was die Europawahlen angeht, teilweise damit gar nichts zu tun haben wie "Raus auf Afghanistan").

Schlagworte verwenden zwar die anderen auch, aber ich kann nicht mit dem Finger auf andere zeigen, wenn man eigener Anspruch darin besteht, mich gleichzeitig von dem anderen zu unterscheiden.

Einerseits steht die Linke mit ihrem fundamentaloppositionellen Flügel (zudem ich durchaus auch Lafontaine rechne) in etwa auf dem Niveau der "fundamentalistischen Grünen" von Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre. Theoretisch behält man natürlich dadurch länger eine gewisse Kompetenz beim Wähler, da man sich noch nicht in die Mühlen der Anpassung in Koalitionen begeben musste. Dort, wo das geschieht und eine starke Persönlichkeit beim anderen Koalitionspartner ist (beides ist wichtig), verliert die Linke nachweislich Stimmen (Berlin). Sie wird "entzaubert", weil die Realität ein bisschen anders ausschaut als die Wunschvorstellungen - man bleibt Kellner; der Koch ist jemand anderes.

Lafontaine (und auch Gysi) haben in ihrer bisherigen politischen Karriere gezeigt, dass sie vor grossen Aufgaben zurückschrecken. Zwar war Lafonataine sehr lange Ministerpräsident des Saarlands, aber das war's dann auch. Ich sag' mal, dass jeder halbwegs Geschickte dieses Amt ohne grosse Probleme übersteht, da das Saarland letztlich völlig bedeutungslos ist. Die intellektuellen Köpfe in der Linken (bspw. Brié) spielen seit Lafontaines Coup so gut wie keine Rolle mehr; den letzten interessanten Kopf (Bisky) will man jetzt nach Europa verfrachten.

Ich bleibe dabei, dass die Linke ab 2013 durch einen SPD-Kanzlerkandidaten Wowereit salonfähig gemacht werden wird. Dass dies nach der Wahl im Herbst in einer Art Putsch passiert (wie in Bayern in der CSU im vergangenen Jahr) halte ich für unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen (es ginge nur, wenn Rot-Rot-Grün über 50% kommen würden, was ich im Moment nicht glaube). Glaubt man einigen Artikeln, so rumort es in der Linken durchaus gegen Leute wie Lafontaine. Dieser Prozess könnte nach 2, 3 Jahren abgeschlossen sein, d. h. dann könnten andere Leute in Führungspositionen kommen.
Köppnick - 2009-06-06 16:40

Ich weiß auch nicht, was aus der Linken in der Zukunft werden wird. Derzeit habe ich wegen meiner Haltung zum Krieg überhaupt keine Alternative, die Linken sind ja derzeit die Einzigen, die jedwede Kriegsbeteiligung ablehnen.

Zwischen meiner Meinung über Gysi und Lafontaine liegen Welten. Gysi hat in einer Zeit unglaublich viel riskiert, in der er einfach hätte "untertauchen" können, und er hat auch die Schmutzkampagnen gegen sich ausgehalten. Lafontaine war schon immer Bestandteil des bundesdeutschen Establishments, alles was zwischen ihm und der SPD läuft, ist - in beiden Richtungen - niveauloser Kindergarten.

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