Danke für die ausführliche Rezension. Fast bin ich geneigt, mich da meinem Vorredner anzuschließen, Du hättest einem billigen Buch zuviel Aufmerksamkeit gewidmet.
In freier Verknüpfung mit einer ganz und gar anderen, tagesaktuellen Geschichte allerdings - der Online-Petition, die den Gesetzentwurf zur Sperrung kinderpornographischer Seiten in Frage stellt - scheint es mir mehr als angebracht, solche Pauschalurteile, solch "[k]onsequente Verweigerungshaltungen" genauer unter die Lupe kritischer Lektüre zu halten. Weil man feststellen muss, dass ie unangenehm weit verbreitet sind ...
Um es auf den Punkt zu bringen: Mit der Online-Petition kann ich wenig bis nichts anfangen. Ich gestehe freimütig: Ich habe nichts dagegen, wenn kinderpornografische Seiten gesperrt werden. Bin ich jetzt ein Paria? Wenn ja, sorry, es interessiert mich nicht.
Wenn diese Sperrungen einfach zu umgehen sind, bedeutet das für mich nicht, dass man die Maßnahme generell nicht durchführen soll. Man müsste sie im Gegenteil versuchen zu perfektionieren. Niemand würde das StGB ablehnen wollen, weil immer noch eingebrochen wird in Deutschland.
Dass diese Angelegenheit medial ausgeschlachtet und mit teilweise falschen Argumenten geführt wird, gefällt mir auch nicht. Ob aber ein Minister oder mehr davon "betroffen" sind - das ist meines Erachtens unerheblich.
Ich verstehe das "Wehret den Anfängen" dahinter schon (siehe Frankreich, aber dazu gäbe es auch etwas zu sagen). Ich frage mich nur, ob der Gegenstand der Entrüstung ein geeigneter ist. Und ob es eine Online-Petition gegeben hätte, wenn man NS-Propaganda, die ja auch ziemlich einfach im Netz zu finden ist, mit ähnlichen Mitteln bekämpft hätte (wobei der Vergleich zugegebenermaßen hinkt: Pädophilie kann ein krankhaftes Suchtverhalten erzeugen; NS-Gesinnung kann man argumentativ begegnen).
Herbolds Buch knüpft an diese aktuellen Themen NICHT an, was ich immerhin bemerkenswert fand. Warum man ein Buch, dass man kritisiert nicht dennoch mit einem gewissen Respekt begegnen soll, verstehe ich nicht. Ich entdecke hinter der Attitüde "lohnt sich nicht, darüber lange zu reden" eine eher gefährliche Diskursverweigerung nach dem Motto 'Wir wissen's eh besser'. Die Bewegung gegen die Internetkultur ist m. E. erst am Anfang. Mit Rechthaberposen kommt man da nicht weiter.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
In freier Verknüpfung mit einer ganz und gar anderen, tagesaktuellen Geschichte allerdings - der Online-Petition, die den Gesetzentwurf zur Sperrung kinderpornographischer Seiten in Frage stellt - scheint es mir mehr als angebracht, solche Pauschalurteile, solch "[k]onsequente Verweigerungshaltungen" genauer unter die Lupe kritischer Lektüre zu halten. Weil man feststellen muss, dass ie unangenehm weit verbreitet sind ...
In aller Freundschaft
Wenn diese Sperrungen einfach zu umgehen sind, bedeutet das für mich nicht, dass man die Maßnahme generell nicht durchführen soll. Man müsste sie im Gegenteil versuchen zu perfektionieren. Niemand würde das StGB ablehnen wollen, weil immer noch eingebrochen wird in Deutschland.
Dass diese Angelegenheit medial ausgeschlachtet und mit teilweise falschen Argumenten geführt wird, gefällt mir auch nicht. Ob aber ein Minister oder mehr davon "betroffen" sind - das ist meines Erachtens unerheblich.
Ich verstehe das "Wehret den Anfängen" dahinter schon (siehe Frankreich, aber dazu gäbe es auch etwas zu sagen). Ich frage mich nur, ob der Gegenstand der Entrüstung ein geeigneter ist. Und ob es eine Online-Petition gegeben hätte, wenn man NS-Propaganda, die ja auch ziemlich einfach im Netz zu finden ist, mit ähnlichen Mitteln bekämpft hätte (wobei der Vergleich zugegebenermaßen hinkt: Pädophilie kann ein krankhaftes Suchtverhalten erzeugen; NS-Gesinnung kann man argumentativ begegnen).
Herbolds Buch knüpft an diese aktuellen Themen NICHT an, was ich immerhin bemerkenswert fand. Warum man ein Buch, dass man kritisiert nicht dennoch mit einem gewissen Respekt begegnen soll, verstehe ich nicht. Ich entdecke hinter der Attitüde "lohnt sich nicht, darüber lange zu reden" eine eher gefährliche Diskursverweigerung nach dem Motto 'Wir wissen's eh besser'. Die Bewegung gegen die Internetkultur ist m. E. erst am Anfang. Mit Rechthaberposen kommt man da nicht weiter.