(Nicht die von Lenz, sondern die in der Schule.) Irgend wann einmal, ich glaube, in der 8 Klasse, da nahmen wir autobiographische Romane durch. Einer der Unterschiede zwischen Autobiographien bzw. Memoiren und autobiographischen Romanen, den wir herausarbeiteten, war, dass der Autor eines autobiographischen Romans die Tatsachen freier bearbeitet als in einer Autobiographie, dass also etwas, was in einer Autobiographie oder in Memoiren eine fehlerhafte Darstellung oder gar eine Lüge wäre, in einem autobiographischen Roman "dichterische Freiheit" ist.
Später, im Fach Geschichte, handelte sich ein Mitschüler eine Rüge ein, weil er in einer Hausarbeit / einem Referat "Tadellöser und Wolf" (von Kempowski) als "Quelle" genannt hatte. Anders als Memoiren seien autobiographische Romane (auch wenn sie in der Hausarbeit kritisch behandelt werden) keine historischen Quellen - eben wegen der "dichterischen Freiheit" des Schreibers.
Rufe ich mir diese Schulstunden ins Gedächtnis zurück, komme ich zu der Vermutung, dass einige Literaturkritiker keine aufmerksamen Schüler gewesen sein können. Das ist zwar eine Überinterpretation, aber keine, die über die Annahme hinausginge, Kempowski hätte nie spioniert, weil sein literarisches "Alter Ego" in einem Roman nach Tatsachen nicht spionierte.
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Deutschstunde
Später, im Fach Geschichte, handelte sich ein Mitschüler eine Rüge ein, weil er in einer Hausarbeit / einem Referat "Tadellöser und Wolf" (von Kempowski) als "Quelle" genannt hatte. Anders als Memoiren seien autobiographische Romane (auch wenn sie in der Hausarbeit kritisch behandelt werden) keine historischen Quellen - eben wegen der "dichterischen Freiheit" des Schreibers.
Rufe ich mir diese Schulstunden ins Gedächtnis zurück, komme ich zu der Vermutung, dass einige Literaturkritiker keine aufmerksamen Schüler gewesen sein können. Das ist zwar eine Überinterpretation, aber keine, die über die Annahme hinausginge, Kempowski hätte nie spioniert, weil sein literarisches "Alter Ego" in einem Roman nach Tatsachen nicht spionierte.