Lieber Gregor Keuschnig, ich werde den Sloterdijk bei mir selbst kommentieren. Das deswegen, weil es nicht mit einem Kommentar abgetan ist. Und weil ich auch andere Eindrücke, die nicht unmittelbar vom Buch verursacht sind, mit hineinbringen will.
Generell finde ich deine Rezension großartig, selbst wenn ich gerade die Schlussfolgerung ablehne. Du hast Ihn vermutlich so verstanden, wie er verstanden werden will, doch das was dir abgeht, kann es meiner Meinung nach nicht geben und ist gerade die unziemliche Forderung der heutigen Zeit.
Antworten im Schnellgerichtverfahren. Wenn S. so gescheit ist, muss er doch gleich auch das Rezept liefern, wie man es richtig kocht. Ich sehe ihn eher als eine Fortsetzung des 20. Jahrhunderts. Wir erkennen langsam, was uns unmöglich ist. Natürlich wollen wir es nicht wahrhaben. Aber wir dürfen nicht die Absenz von etwas beklagen, was es für einen vernünftigen Menschen gar nicht geben kann, was es vielleicht nie geben wird, wenn wir uns nicht weiterentwickeln. Von S. zu einer praktikablen Verfahrensweise und zu der Erkenntnis des Warum ist es noch ein langer Weg. Und gerade das scheint mir eine Haupterkenntnis des Buches zu sein. Für mich ist es tröstlich, dass es auch andere Menschen gibt, die das so sehen und dazu noch viel überlegter und fundierter ausdrücken können.
Aber jedenfalls großen Dank für deinen Text und auch für den Link des Radio-Interviews.
Bei einem Alt wird es sich noch viel besser darüber plaudern lassen.
Dass meine Forderung eine "unziemliche" ist, ist ein interessanter Gedanke, der mir noch gar nicht gekommen ist, aber natürlich in das doch sehr stark "buddhistische" dieses Buches passt (das habe ich in dieser Konsequenz dann tatsächlich übersehen und daher könnte dann mein Unwohlsein kommen).
Sloterdijks "Übungsprogramm" ist also dann eine "neverending story", eine Art Streben, welches niemals endet. Eine Vervollkommung, die per se immer scheitern muss (das ist dann wieder protestantisch).
Da habe ich ihn dann am Ende doch anders gelesen, als er fast missionarisch zu werden scheint und eben das Elfenbeintumdasein ablehnt und die Übenden (man könnte sie auch als Meditierende bezeichnen) wieder auf die Menschheit loslässt. Das Üben als Privatvergnügen - so hatte ich ihn nicht gelesen. Da war schon deutlich mehr Ambition drin. Das ist ja das, was mir gefallen hat.
Nicht gefallen hat mir, dass er die Leute auf halbem Weg stehen läßt. (Aber vielleicht liege ich hier auch falsch.)
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Generell finde ich deine Rezension großartig, selbst wenn ich gerade die Schlussfolgerung ablehne. Du hast Ihn vermutlich so verstanden, wie er verstanden werden will, doch das was dir abgeht, kann es meiner Meinung nach nicht geben und ist gerade die unziemliche Forderung der heutigen Zeit.
Antworten im Schnellgerichtverfahren. Wenn S. so gescheit ist, muss er doch gleich auch das Rezept liefern, wie man es richtig kocht. Ich sehe ihn eher als eine Fortsetzung des 20. Jahrhunderts. Wir erkennen langsam, was uns unmöglich ist. Natürlich wollen wir es nicht wahrhaben. Aber wir dürfen nicht die Absenz von etwas beklagen, was es für einen vernünftigen Menschen gar nicht geben kann, was es vielleicht nie geben wird, wenn wir uns nicht weiterentwickeln. Von S. zu einer praktikablen Verfahrensweise und zu der Erkenntnis des Warum ist es noch ein langer Weg. Und gerade das scheint mir eine Haupterkenntnis des Buches zu sein. Für mich ist es tröstlich, dass es auch andere Menschen gibt, die das so sehen und dazu noch viel überlegter und fundierter ausdrücken können.
Aber jedenfalls großen Dank für deinen Text und auch für den Link des Radio-Interviews.
Bei einem Alt wird es sich noch viel besser darüber plaudern lassen.
Sloterdijks "Übungsprogramm" ist also dann eine "neverending story", eine Art Streben, welches niemals endet. Eine Vervollkommung, die per se immer scheitern muss (das ist dann wieder protestantisch).
Da habe ich ihn dann am Ende doch anders gelesen, als er fast missionarisch zu werden scheint und eben das Elfenbeintumdasein ablehnt und die Übenden (man könnte sie auch als Meditierende bezeichnen) wieder auf die Menschheit loslässt. Das Üben als Privatvergnügen - so hatte ich ihn nicht gelesen. Da war schon deutlich mehr Ambition drin. Das ist ja das, was mir gefallen hat.
Nicht gefallen hat mir, dass er die Leute auf halbem Weg stehen läßt. (Aber vielleicht liege ich hier auch falsch.)