Journalistenattrappen (3)
Das Interview von Horst Seehofer in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" hat der bayerischen Staatsregierung so gut gefallen, dass sie es gleich ins Internet gestellt hat. Die Google-Suche verzeichnet es vor dem originären "ZEIT"-Text.
Seehofer kann aber auch irgendwie stolz auf sich sein. Die beiden Frager Marc Brost und Matthias Krupa haben ihre Aufgabe als Stichwortgeber für den "Bonsai-Strauß" (Michael Spreng) auch perfekt erfüllt. Mit Journalismus hat das allerdings nichts mehr zu tun: Keine Frage dazu, warum Seehofer als Verbraucherschutzminister in der Bundesregierung nichts zum Verbot des sogenannten Genmais beigetragen hat und jetzt plötzlich seine Gegnerschaft dazu entdeckt. Keine Frage dazu, warum er plötzlich gegen die von der Großen Koalition beschlossene Gesundheitsreform ist, die er maßgeblich mit ausgehandelt und der er zugestimmt hat. Und auch nichts zur Bayerischen Landesbank.
In den Kommentaren monieren etliche Leser diese Doppelzüngigkeit Seehofers. Von dem ist man aber seit einigen Monaten nichts anderes mehr gewöhnt. Noch mehr stört mich dieses indiskutable, devote Frageverhalten der beiden "ZEIT"-Redakteure. Es kann ja sein, dass sie keine "kritischen Fragen" stellen durften – aber dann wäre es besser gewesen, auf den Abdruck dieses nichtssagenden Geschwätzes zu Gunsten eines anderen Beitrags zu verzichten. Diese liebedienerische Verhalten ist einem Organ wie der "ZEIT" unwürdig. Weichgespülten Politik-Smalltalk gibt es inzwischen (leider) überall. Dafür braucht es die "ZEIT" nicht.
Seehofer kann aber auch irgendwie stolz auf sich sein. Die beiden Frager Marc Brost und Matthias Krupa haben ihre Aufgabe als Stichwortgeber für den "Bonsai-Strauß" (Michael Spreng) auch perfekt erfüllt. Mit Journalismus hat das allerdings nichts mehr zu tun: Keine Frage dazu, warum Seehofer als Verbraucherschutzminister in der Bundesregierung nichts zum Verbot des sogenannten Genmais beigetragen hat und jetzt plötzlich seine Gegnerschaft dazu entdeckt. Keine Frage dazu, warum er plötzlich gegen die von der Großen Koalition beschlossene Gesundheitsreform ist, die er maßgeblich mit ausgehandelt und der er zugestimmt hat. Und auch nichts zur Bayerischen Landesbank.
In den Kommentaren monieren etliche Leser diese Doppelzüngigkeit Seehofers. Von dem ist man aber seit einigen Monaten nichts anderes mehr gewöhnt. Noch mehr stört mich dieses indiskutable, devote Frageverhalten der beiden "ZEIT"-Redakteure. Es kann ja sein, dass sie keine "kritischen Fragen" stellen durften – aber dann wäre es besser gewesen, auf den Abdruck dieses nichtssagenden Geschwätzes zu Gunsten eines anderen Beitrags zu verzichten. Diese liebedienerische Verhalten ist einem Organ wie der "ZEIT" unwürdig. Weichgespülten Politik-Smalltalk gibt es inzwischen (leider) überall. Dafür braucht es die "ZEIT" nicht.
Gregor Keuschnig - 2009-04-26 18:13

