"Es haidert in Bayern"
Seit einigen Wochen kann man ein interessantes Experiment beobachten: Michael Spreng bloggt. Spreng ist ein Mann, der nicht nur phasenweise mittendrin im "politischen Geschäft" war (als Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber beispielsweise), sondern der auf Fingerschnipsen vermutlich sofort diverse Angebote als Leitartikler gängiger Zeitungen oder Zeitschriften bekommen hätte. Stattdessen gibt es nun auf "Sprengsatz" einmal in der Woche einen Kommentar und eine Anekdote, in der Spreng aus dem Nähkästchen plaudert.
Das ist fast immer interessant und amüsant, auch wenn man nicht immer Sprengs Meinung ist. Spreng nimmt kein Blatt vor dem Mund, wie sich am aktuellen Kommentar über Horst Seehofer zeigt. Weniger die Überschrift ist originell ("Bonsai-Strauß") als die Feststellung: Es haidert in Bayern.
Dennoch merkt man, dass Spreng mindestens mit einem Bein immer noch in den Kategorien des strategischen Wahlkämpfers denkt. Ansonsten müsste er bemerken, dass Seehofer nicht im klassischen Sinn "dem Volk auf's Maul schaut", sondern seine politischen Grundsätze an den Demoskopie-Willen des Volkes koppelt und je nach Bedarf binnen kürzester Zeit verändert. Begrüsste er als Minister im Kabinett Merkel noch die Gesundheitsreform, ergreift er nur wenige Monate später Parteien für die Ärzte. Trat er als Verbraucherschutzminister noch vehement für ein bundesweites striktes Rauchverbot ein, war er es, der das bayerische Nichtraucherschutzgesetz verwässerte.
Seehofer ändert nicht seine Meinung, weil er sich hat überzeugen lassen – er ändert seine Meinung nur, weil er sich damit eine grössere Zustimmung verspricht. Seine Profilierungssucht gegenüber der Kanzlerin wirkt von aussen fast schon neurotisch. Seehofer zeigt in fast jedem seiner rhetorischen Amokläufe, dass er nur eines ist: ein Politiker ohne Rückgrat, der sich (wie gestern auch in "Bonn direkt" im ZDF) mit seinem Opportunismus, den er als Volksnähe aufhübscht noch brüstet.
Das ist fast immer interessant und amüsant, auch wenn man nicht immer Sprengs Meinung ist. Spreng nimmt kein Blatt vor dem Mund, wie sich am aktuellen Kommentar über Horst Seehofer zeigt. Weniger die Überschrift ist originell ("Bonsai-Strauß") als die Feststellung: Es haidert in Bayern.
Dennoch merkt man, dass Spreng mindestens mit einem Bein immer noch in den Kategorien des strategischen Wahlkämpfers denkt. Ansonsten müsste er bemerken, dass Seehofer nicht im klassischen Sinn "dem Volk auf's Maul schaut", sondern seine politischen Grundsätze an den Demoskopie-Willen des Volkes koppelt und je nach Bedarf binnen kürzester Zeit verändert. Begrüsste er als Minister im Kabinett Merkel noch die Gesundheitsreform, ergreift er nur wenige Monate später Parteien für die Ärzte. Trat er als Verbraucherschutzminister noch vehement für ein bundesweites striktes Rauchverbot ein, war er es, der das bayerische Nichtraucherschutzgesetz verwässerte.
Seehofer ändert nicht seine Meinung, weil er sich hat überzeugen lassen – er ändert seine Meinung nur, weil er sich damit eine grössere Zustimmung verspricht. Seine Profilierungssucht gegenüber der Kanzlerin wirkt von aussen fast schon neurotisch. Seehofer zeigt in fast jedem seiner rhetorischen Amokläufe, dass er nur eines ist: ein Politiker ohne Rückgrat, der sich (wie gestern auch in "Bonn direkt" im ZDF) mit seinem Opportunismus, den er als Volksnähe aufhübscht noch brüstet.
Gregor Keuschnig - 2009-03-16 10:05

