M.E. kann ein politisches Gleichgewicht und ein ausgewogenes Machtverhältnis zwischen Staaten ein gegenseitiges Desinteresse sowie eine Defaszination zulassen und erlauben. Ist damit nicht Frieden gesichert? Obwohl, ausruhen darf man sich darauf auch nicht.
Und geht der Versuch, eine politische Balance zu halten, nicht auf den Frieden von Utrecht zurück ( Sloterijk zieht ja einen geschichtlichen Bogen von Karl dem Großen bis in die posthistorische Zeit, beschreibt er auch die spanischen Erbfolgekriege und dessen Konsequenzen? Ich habe immer gedacht, seit dieser Zeit änderte sich das politische Gleichgewicht, es entstand eine Pentarchie).
Ich habe von Peter Sloterijk bis heute nichts gelesen, werde dies aber nachholen. Und – trotz der „ errichteten Beziehungslosigkeit“ zum Nachbarstaat Frankreich, er gehört zu meinen Favouriten und nicht nur, um dort Urlaub zu machen.
Wieder eine interessante Buchvorstellung von Ihnen, Herr K., danke.
Sloterdijks Bogen geht zwar zurück bis Karl dem Großen - allzu sehr ins Detail geht er dann aber nicht, was man ihm sicher vorwerfen kann, denn diese verkürzende Häppchengeschichte ist tatsächlich gefährlich. Danach kommt schon Napoléon und dann die beiden Weltkriege.
Die Ungeheuerlichkeit seiner These liegt darin, daß die gängigen Versöhnungsmuster, die uns seit jeher vorgebetet und mit dessen Reden wir zugeschüttet werden, mit einem Handstreich vom Tich gewischt werden. Indem Sloterdijk die ökonomischen Verknüpfungen so stark betont, geht er davon aus, daß es keine Ambitionen mehr gibt, Kriege zu führen (Kriege stören langfristig eine Ökonomie). Demnach wäre der profane "Binnenmarkt" plus das gegenseitige Desinteresse Gewähr für eine Art "ewigen Frieden".
Ich bin nicht sicher, ob dieser Schluß richtig ist. Nimmt man profane Streitigkeiten (bspw. Nachbarschafts- oder Familienstreit), so ist die Defaszinationsthese sicherlich nicht ganz falsch. Sie kann aber immer nur nach einem irgendwie gearteten Friedenskonstrukt greifen. Diese Situation sieht Sloterdijk im deutsch-französischen Verhältnis jetzt erreicht.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
No mail to K.G.
Und geht der Versuch, eine politische Balance zu halten, nicht auf den Frieden von Utrecht zurück ( Sloterijk zieht ja einen geschichtlichen Bogen von Karl dem Großen bis in die posthistorische Zeit, beschreibt er auch die spanischen Erbfolgekriege und dessen Konsequenzen? Ich habe immer gedacht, seit dieser Zeit änderte sich das politische Gleichgewicht, es entstand eine Pentarchie).
Ich habe von Peter Sloterijk bis heute nichts gelesen, werde dies aber nachholen. Und – trotz der „ errichteten Beziehungslosigkeit“ zum Nachbarstaat Frankreich, er gehört zu meinen Favouriten und nicht nur, um dort Urlaub zu machen.
Wieder eine interessante Buchvorstellung von Ihnen, Herr K., danke.
Thanks
Die Ungeheuerlichkeit seiner These liegt darin, daß die gängigen Versöhnungsmuster, die uns seit jeher vorgebetet und mit dessen Reden wir zugeschüttet werden, mit einem Handstreich vom Tich gewischt werden. Indem Sloterdijk die ökonomischen Verknüpfungen so stark betont, geht er davon aus, daß es keine Ambitionen mehr gibt, Kriege zu führen (Kriege stören langfristig eine Ökonomie). Demnach wäre der profane "Binnenmarkt" plus das gegenseitige Desinteresse Gewähr für eine Art "ewigen Frieden".
Ich bin nicht sicher, ob dieser Schluß richtig ist. Nimmt man profane Streitigkeiten (bspw. Nachbarschafts- oder Familienstreit), so ist die Defaszinationsthese sicherlich nicht ganz falsch. Sie kann aber immer nur nach einem irgendwie gearteten Friedenskonstrukt greifen. Diese Situation sieht Sloterdijk im deutsch-französischen Verhältnis jetzt erreicht.