Also, dass einen dauerhaft sämtliche Mitteilungs-Ambitionen verlassen erscheint mir doch etwas zweifelhaft. Vor allem, wenn man wie Sie ja doch ganz offensichtlich etwas zu sagen hat und das auch kann.
Es sei denn, Sie sind es tatsächlich auf eine grundlegendere Weise müde. Aber da hilft ja eine Auszeit.
Oder aber (Sie hatten mich ja auch seinerzeit auch "Echolot" gebracht", in dem ich auch immer wieder mal lese) es helfen vielleicht Überlegungen zu (Blog-)Aktivitäten in anderer Form, etwa solchen Sammel-Daten- oder anderswie "weiter tragenden", übergreifenden Projekten? Das könnten doch gerade Sie mit Ihren vielen Lesern einerseits, einem etwas weniger individualistischen Ansatz des Schreibens und Nachdenkens andererseits noch am ehesten?
(Das ist natürlich jetzt nur so eine spontane Idee. Ich wollte aber zu der Tagebuchsammlung auch was beitragen, hatte dann aber nicht genug Zeit, meine Einfälle bzw. ihre Quellen zu sichten. Ich denke, das lohnte sicher mal überlegt zu werden, dass Medium nach andere Richtungen hin zu nutzen?)
***
(Das von mir - weil ich mal wieder nicht eingeloggt bin - einzugebende verzerrte Wort lautet übrigens gerade "lobts".)
Wenn ich müde bin, dann Projekten gegenüber. Selbsthosten des Blogs? Eben weil das mit den "vielen Lesern" eine Mär ist, lohnt es schlichtweg nicht. E-Mailrunde? Vermutlich zu privatistisch. Ein Forum, welches kollaborativ ist und ein gewisses Niveau hat? Gibt es nicht (mehr).
ich glaube, daß mit den "Mitteilungs-Ambitionen" wird überschätzt. Ähnlich wie ich vor dem Blog "exitiert" habe (als rezipierendes und auch - durchaus - kreierendes Wesen), werde ich danach existieren. Vermutlich ist es nur eine Frage der Dosis. Von jetzt auf gleich aufzuhören, geht eher nicht. In abgeschwächter Form es "auslaufen" zu lassen, schon eher. Ich hatte ja vor, die Prognose-Geschichte aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen - aber auch damals war die Resonanz so gering, dass es schlichtweg keinen Spaß macht. Die Leute haben wichtigeres vor (was an sich nicht falsch ist).
Bedenkenswert wären solch übergreifende[n] Projekte[n] schon, allein wenn ich daran denke, dass man - ganz allgemein gesehen - etwas von der "aufgezwungenen" quantitativen Textproduktion wegkommt, und die Zersplitterung reduziert wird. Vielleicht nicht ganz aus Kopf und Aug' verlieren?
solche Projekte. Aber wie soll das realisiert werden? Ich denke da zunächst an so etwas wie ein Forum (Vorbild und abschreckendes Beispiel wäre da nensch). Und das hatten wir ja schon mal (die Macher von nensch liessen das Forum lieber verkommen, statt es abzugeben bzw. gaben es an jemanden ab, der auch keine Lust mehr hatte und ein halbes Jahr auf VF seinen eigenen Blog betrieb).
Für ein Forum scheint mir der Zug allerdings abgefahren: Die "Freiheiten", die man auf seinem "eigenen" Blog geniesst, wird man ungern zu Gunsten nicht bekannter und unkalkulierter Risiken aufgeben wollen. Und weiter: Auch bei einem solchen Forum wird es schwer sein, Leute für die produktive Arbeit (sprich: Beiträge) zu gewinnen. Viele (das entnehme ich auch sporadisch bei mir eingehenden Mails) möchten gar nicht an einem Blog (oder Forum) mitarbeiten; sie möchten lieber konsumieren und sehen das dargebotene als mediale Ergänzung. Bei Leuten, die -zig Jahre mit Frontalunterricht konfrontiert worden sind, ist das auch verständlich.
Ein Forum wäre - mit entsprechender Software - sicher ein idealer Ort, aber ich fürchte: Vorbei ist vorbei.
Ich dachte an einen Gemeinschaftsblog (o.ä.), und dafür bräuchte man nicht übermäßig viele Leute (die müssen ja auch mit einander können bzw. koordiniert werden). Es stimmt natürlich, dass die persönlich-individuelle Gewichtung (in Teilen) zurückgenommen werden muss (oder auf ein Tagebuch reduziert wird), andererseits könnte man mehr Leser durch ein breiteres Angebot anlocken, und man hat Zeit sich länger mit einer Sache zu beschäftigen, da auch andere Schreiber Artikel liefern. Administrative Arbeiten muss dann nicht jeder für seinen Blog erledigen, sondern werden einmal erledigt; das hilft Zeit zu sparen und zu fokussieren.
Das ist natürlich relativ unkonkret, aber prinzipiell reizte es mich schon.
Interessanter Gedanke. Sowas wie der Der Umblätterer vielleicht, eben bloß nicht fokussiert auf das Feuilleton. Was dann nur noch als Problem bleibt: Wer soll das lesen? Und: Welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir daraus (statt weiter jeder in seinem Blog weiterzumachen)?
Wer soll das lesen? Ich frage mich das bei meinem Blog ja auch, insofern ... aber Du hast natürlich recht, man könnte sich den Aufwand sparen, und wie bisher weiter machen. Andererseits bleibt dieses Risiko immer.
Erkenntnisgewinn könnten z.B. gemeinsam verfasste Texte sein, oder gemeinsame Textarbeit (Korrekturvorschläge u.a.), oder man beleuchtet ein Thema von verschiedenen Seiten, durch mehrere Texte...
Genau das wäre doch der Gewinn: man beleuchtet ein Thema von verschiedenen Seiten, durch mehrere Texte... "Aufmerksamkeitskonzentration" ist da vielleicht der falsche Begriff, obwohl sich in den Köpfen der Betreibenden (als auch in denen der Lesenden) sicherlich etwas verschiebt. Ich hatte das auch schon mal mit Herrn Gumbricht anzudenken versucht ... Der Grund ist für mich schlichtweg der, dass man nach wie vor und aller Vernetzheit zum Trotz schwer aufzufinden sein kann.
In der "Zeit" gibt es gelegentlich Artikel über konfrontative Themen, in denen es dann direkt nebeneinander eine "pro" und eine "contra"-Stimme gibt. Man könnte natürlich unabhängig davon auch versuchen, Autoren zu gewinnen, die andere Themenschwerpunkte setzen als man selber. Dennoch muß es einen "Mehrwert" geben, außer, dass alles "gebündelt" auf einer Seite steht statt verstreut in mehreren Blogs/Foren.
Warum Blogs/Foren m. E. schon wieder auf dem Rückzug sind, erklärt sich daraus, dass es in Deutschland (im deutschsprachigen Raum?) immer noch relativ unüblich ist, eigene Gedanken, Kommentare, Fragen, Positionierungen direkt zu kommunizieren. Will sagen: Ein Blog wird als zusätzliche Informationsquelle betrachtet, die konsumiert wird (oder eben nicht). Hinzu kommt, dass die Zeit vieler Leser begrenzt ist, das Angebot an Texten aber stetig wächst; er/sie sind gezwungen, Prioritäten zu setzen und die pendeln sich meistens auf das altbekannte ein. Desweiteren sind diejenigen, die in den Foren herumgeistern sehr oft diejenigen, die man nicht will, weil sie nichts zur Sache zu sagen haben und/oder nur Propaganda betreiben.
Das grösste Problem sind aber die Multiplikatoren (das meinte ich mit dem arg verkürzenden "Wer soll das lesen?"). Wenn man nicht im eigenen Saft schmoren will (was wir genug tun), braucht man Leute, die auf das Geschreibe verweisen, verlinken, usw. Ich hatte im vergangenen Jahr ein paar Mal das Glück von Stefan Niggemeier verlinkt zu werden. Das verschafft für 2, 3 Tage einen enormen Klickzuwachs - aber wesentlich mehr "Stammleser" hat mir das nicht gebracht. Das muss aber nicht an den "bösen" Ignoranten draussen liegen - das kann auch einfach sein, dass mein Zeugs tatsächlich schwach ist. (Im Grunde genommen glaube ich nämlich an so etwas wie einen "Markt", auf dem sich - auf Dauer - auch das Gute bis zu einem gewissen Grade durchsetzt.)
Dennoch muß es einen "Mehrwert" geben, außer, dass alles "gebündelt" auf einer Seite steht statt verstreut in mehreren Blogs/Foren.
Das stimmt natürlich. Eine bloße Bündelung ist zuwenig. Ich glaube, dass Mehrwert und höhere Leserzahl durchaus Hand in Hand gehen (können). Man braucht eine Idee, oder einen Rahmen, dem alle Autoren zuarbeiten, auch wenn sie - in gewissem Sinne - über das schreiben, was sie interessiert (und was die gemeinsame Klammer wiederum begrenzt). Das brächte mit Sicherheit "Synergieeffekte", ähnlich wie - gewagter Vergleich - eine Zeitungsredaktion.
Die zugrunde liegende Idee muss selbstverständlich auch für die Leser interessant sein - man könnte das Resultat ein Produkt nennen, stimmig und abgerundet. Hier käme dann der Markt ins Spiel, an den ich auch "glaube" (in dem von Dir beschriebenen Sinn). Also: Rahmen, Idee, Mehrwert und Leser hängen zusammen.
Weil Du von Niggemeier sprichst: Er ist doch durchaus ein gutes Beispiel wie so etwas funktionieren kann (vor allem hinsichtlich der Leser); ich glaube er hat das vor allem erreicht, weil er glaubwürdig (ich lass Deine Kritik von neulich mal beiseite) für etwas steht (man kann das natürlich auch bloß als Marke bezeichnen)
Ob Blogs tatsächlich auf dem Rückzug sind vermag ich nicht zu sagen, ich weiß nur aus meinem Bekannten/Freundeskreis, dass es kaum jemanden gibt der tatsächlich viel schreiben würde (zu allgemeinen Themen, und im Netz - egal ob Kommentare, oder Texte). Was aber nach wie vor gut funktioniert sind Communities (also Foren die stark auf bestimmte Themen - von Mikroskopie über Katzen bis Bergsteigen - fokussiert sind). Gefühlsmäßig würde ich das Fragezeichen hinter dem deutschsprachigen Raum streichen.
Konkret kann ich zu den Multiplikatoren wenig sagen, da müsste ich länger nachdenken; Man müsste an gut besuchte "Orte" kommen, wo potenzielle Leser zu finden sind (z.B. Nachrichtenseiten).
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
@G.K.
Es sei denn, Sie sind es tatsächlich auf eine grundlegendere Weise müde. Aber da hilft ja eine Auszeit.
Oder aber (Sie hatten mich ja auch seinerzeit auch "Echolot" gebracht", in dem ich auch immer wieder mal lese) es helfen vielleicht Überlegungen zu (Blog-)Aktivitäten in anderer Form, etwa solchen Sammel-Daten- oder anderswie "weiter tragenden", übergreifenden Projekten? Das könnten doch gerade Sie mit Ihren vielen Lesern einerseits, einem etwas weniger individualistischen Ansatz des Schreibens und Nachdenkens andererseits noch am ehesten?
(Das ist natürlich jetzt nur so eine spontane Idee. Ich wollte aber zu der Tagebuchsammlung auch was beitragen, hatte dann aber nicht genug Zeit, meine Einfälle bzw. ihre Quellen zu sichten. Ich denke, das lohnte sicher mal überlegt zu werden, dass Medium nach andere Richtungen hin zu nutzen?)
***
(Das von mir - weil ich mal wieder nicht eingeloggt bin - einzugebende verzerrte Wort lautet übrigens gerade "lobts".)
ich glaube, daß mit den "Mitteilungs-Ambitionen" wird überschätzt. Ähnlich wie ich vor dem Blog "exitiert" habe (als rezipierendes und auch - durchaus - kreierendes Wesen), werde ich danach existieren. Vermutlich ist es nur eine Frage der Dosis. Von jetzt auf gleich aufzuhören, geht eher nicht. In abgeschwächter Form es "auslaufen" zu lassen, schon eher. Ich hatte ja vor, die Prognose-Geschichte aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen - aber auch damals war die Resonanz so gering, dass es schlichtweg keinen Spaß macht. Die Leute haben wichtigeres vor (was an sich nicht falsch ist).
Allein, allein...
Das finde ich irgendwie passend. (Mail folgt.)
(Wie wär's "zur Sache"?)
Nachgereicht
Bestimmt bedenkenswert...
Für ein Forum scheint mir der Zug allerdings abgefahren: Die "Freiheiten", die man auf seinem "eigenen" Blog geniesst, wird man ungern zu Gunsten nicht bekannter und unkalkulierter Risiken aufgeben wollen. Und weiter: Auch bei einem solchen Forum wird es schwer sein, Leute für die produktive Arbeit (sprich: Beiträge) zu gewinnen. Viele (das entnehme ich auch sporadisch bei mir eingehenden Mails) möchten gar nicht an einem Blog (oder Forum) mitarbeiten; sie möchten lieber konsumieren und sehen das dargebotene als mediale Ergänzung. Bei Leuten, die -zig Jahre mit Frontalunterricht konfrontiert worden sind, ist das auch verständlich.
Ich dachte an einen Gemeinschaftsblog (o.ä.), und dafür bräuchte man nicht übermäßig viele Leute (die müssen ja auch mit einander können bzw. koordiniert werden). Es stimmt natürlich, dass die persönlich-individuelle Gewichtung (in Teilen) zurückgenommen werden muss (oder auf ein Tagebuch reduziert wird), andererseits könnte man mehr Leser durch ein breiteres Angebot anlocken, und man hat Zeit sich länger mit einer Sache zu beschäftigen, da auch andere Schreiber Artikel liefern. Administrative Arbeiten muss dann nicht jeder für seinen Blog erledigen, sondern werden einmal erledigt; das hilft Zeit zu sparen und zu fokussieren.
Das ist natürlich relativ unkonkret, aber prinzipiell reizte es mich schon.
@Metepsilonema
Ja, so etwas.
Erkenntnisgewinn könnten z.B. gemeinsam verfasste Texte sein, oder gemeinsame Textarbeit (Korrekturvorschläge u.a.), oder man beleuchtet ein Thema von verschiedenen Seiten, durch mehrere Texte...
Gemeinsam.
Erkenntnisgewinn
Warum Blogs/Foren m. E. schon wieder auf dem Rückzug sind, erklärt sich daraus, dass es in Deutschland (im deutschsprachigen Raum?) immer noch relativ unüblich ist, eigene Gedanken, Kommentare, Fragen, Positionierungen direkt zu kommunizieren. Will sagen: Ein Blog wird als zusätzliche Informationsquelle betrachtet, die konsumiert wird (oder eben nicht). Hinzu kommt, dass die Zeit vieler Leser begrenzt ist, das Angebot an Texten aber stetig wächst; er/sie sind gezwungen, Prioritäten zu setzen und die pendeln sich meistens auf das altbekannte ein. Desweiteren sind diejenigen, die in den Foren herumgeistern sehr oft diejenigen, die man nicht will, weil sie nichts zur Sache zu sagen haben und/oder nur Propaganda betreiben.
Das grösste Problem sind aber die Multiplikatoren (das meinte ich mit dem arg verkürzenden "Wer soll das lesen?"). Wenn man nicht im eigenen Saft schmoren will (was wir genug tun), braucht man Leute, die auf das Geschreibe verweisen, verlinken, usw. Ich hatte im vergangenen Jahr ein paar Mal das Glück von Stefan Niggemeier verlinkt zu werden. Das verschafft für 2, 3 Tage einen enormen Klickzuwachs - aber wesentlich mehr "Stammleser" hat mir das nicht gebracht. Das muss aber nicht an den "bösen" Ignoranten draussen liegen - das kann auch einfach sein, dass mein Zeugs tatsächlich schwach ist. (Im Grunde genommen glaube ich nämlich an so etwas wie einen "Markt", auf dem sich - auf Dauer - auch das Gute bis zu einem gewissen Grade durchsetzt.)
@Gregor
Das stimmt natürlich. Eine bloße Bündelung ist zuwenig. Ich glaube, dass Mehrwert und höhere Leserzahl durchaus Hand in Hand gehen (können). Man braucht eine Idee, oder einen Rahmen, dem alle Autoren zuarbeiten, auch wenn sie - in gewissem Sinne - über das schreiben, was sie interessiert (und was die gemeinsame Klammer wiederum begrenzt). Das brächte mit Sicherheit "Synergieeffekte", ähnlich wie - gewagter Vergleich - eine Zeitungsredaktion.
Die zugrunde liegende Idee muss selbstverständlich auch für die Leser interessant sein - man könnte das Resultat ein Produkt nennen, stimmig und abgerundet. Hier käme dann der Markt ins Spiel, an den ich auch "glaube" (in dem von Dir beschriebenen Sinn). Also: Rahmen, Idee, Mehrwert und Leser hängen zusammen.
Weil Du von Niggemeier sprichst: Er ist doch durchaus ein gutes Beispiel wie so etwas funktionieren kann (vor allem hinsichtlich der Leser); ich glaube er hat das vor allem erreicht, weil er glaubwürdig (ich lass Deine Kritik von neulich mal beiseite) für etwas steht (man kann das natürlich auch bloß als Marke bezeichnen)
Ob Blogs tatsächlich auf dem Rückzug sind vermag ich nicht zu sagen, ich weiß nur aus meinem Bekannten/Freundeskreis, dass es kaum jemanden gibt der tatsächlich viel schreiben würde (zu allgemeinen Themen, und im Netz - egal ob Kommentare, oder Texte). Was aber nach wie vor gut funktioniert sind Communities (also Foren die stark auf bestimmte Themen - von Mikroskopie über Katzen bis Bergsteigen - fokussiert sind). Gefühlsmäßig würde ich das Fragezeichen hinter dem deutschsprachigen Raum streichen.
Konkret kann ich zu den Multiplikatoren wenig sagen, da müsste ich länger nachdenken; Man müsste an gut besuchte "Orte" kommen, wo potenzielle Leser zu finden sind (z.B. Nachrichtenseiten).
@willyam