Ski heil
Der Rundfunkstaatsvertrag für die Bundesrepublik Deutschland schreibt in § 11 den "Auftrag" für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor. Dort heisst es:
Samstag, 06.12.2008 – ARD
09:00-19.55 Uhr Sportschau live (u. a. Rodeln, Biathlon, Langlauf, Fußball)
Sonntag, 07.12.2008 – ARD
08.50-16.55 Uhr Sportschau live (u. a. Eisschnellauf, Bobfahren, Rodeln, Biathlon, Langlauf)
Samstag, 13.12.2008 – ARD
09.00-19.55 Uhr Sportschau live (s. o. + Fussball + …)
Sonntag, 14.12.2008 – ARD
08.50-16.25 Uhr Sportschau live (…)
Der Einfachheit halber habe ich diePinkelpausen Nachrichtenunterbrechungen nicht aufgeführt.
In der Woche gibt es auch reichlich Wintersport. Und was ist mit dem dann folgenden Wochenende? Na, schau'mer mal:
Samstag, 20.12.2008 – ZDF
10.15-18.00 Uhr SPORTextra Wintersport (und "Sportreportage")
Sonntag, 21.12.2008 – ZDF
10.15-18.00 Uhr SPORTextra Wintersport (…)
Dann ist Weihnachten.
Frage: Soll das danach immer so weitergehen? Werden wir jetzt bis schätzungsweise März mit allen möglichen Wintersportveranstaltungen bis zum Abwinken penetriert? Wo ist die "Ausgewogenheit"? "Meinungsvielfalt"? Hat das noch mit "Information" zu tun? Welcher Programmchef will eine solche Ballung von sportlichen Alltäglichkeiten (die als "Weltcup"-Veranstaltungen geführt werden) als "Kulturbeitrag" verkaufen?
Warum kreieren die öffentlich-rechtlichen Sender nicht einen gemeinsamen Sportkanal und räumen ihr Hauptprogramm wieder für den "Auftrag"? Natürlich kann man sagen, dass man seine Nachmittage anders verbringen kann als vor dem Fernseher. Und natürlich braucht man nicht einschalten – schliesslich gibt's ja auch noch andere Sender. Aber wie deutlich zeigt sich hier das Symptom der schleichenden Trivialisierung und Anbiederung an einen amorphen, behaupteten Publikumsgeschmack. Und damit rede ich noch nicht über die fast unmerkliche Banalsierung des 3sat-Programms...
Und was lesen wir hierüber Gescheites in den zahlreichen medienkritischen Zeitungen, Zeitschriften und Blogs: Nichts.
Was auch einiges über sie aussagt.
§ 11 AuftragMan nehme jetzt einmal eine Programmzeitschrift zur Hand und schaue sich das Fernsehprogramm der Wochenenden an:
...
(2) Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat in seinen Angeboten und Programmen einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. … Sein Programm hat der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Er hat Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten.
(3) Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat bei Erfüllung seines Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit der Angebote und Programme zu berücksichtigen.
Samstag, 06.12.2008 – ARD
09:00-19.55 Uhr Sportschau live (u. a. Rodeln, Biathlon, Langlauf, Fußball)
Sonntag, 07.12.2008 – ARD
08.50-16.55 Uhr Sportschau live (u. a. Eisschnellauf, Bobfahren, Rodeln, Biathlon, Langlauf)
Samstag, 13.12.2008 – ARD
09.00-19.55 Uhr Sportschau live (s. o. + Fussball + …)
Sonntag, 14.12.2008 – ARD
08.50-16.25 Uhr Sportschau live (…)
Der Einfachheit halber habe ich die
In der Woche gibt es auch reichlich Wintersport. Und was ist mit dem dann folgenden Wochenende? Na, schau'mer mal:
Samstag, 20.12.2008 – ZDF
10.15-18.00 Uhr SPORTextra Wintersport (und "Sportreportage")
Sonntag, 21.12.2008 – ZDF
10.15-18.00 Uhr SPORTextra Wintersport (…)
Dann ist Weihnachten.
Frage: Soll das danach immer so weitergehen? Werden wir jetzt bis schätzungsweise März mit allen möglichen Wintersportveranstaltungen bis zum Abwinken penetriert? Wo ist die "Ausgewogenheit"? "Meinungsvielfalt"? Hat das noch mit "Information" zu tun? Welcher Programmchef will eine solche Ballung von sportlichen Alltäglichkeiten (die als "Weltcup"-Veranstaltungen geführt werden) als "Kulturbeitrag" verkaufen?
Warum kreieren die öffentlich-rechtlichen Sender nicht einen gemeinsamen Sportkanal und räumen ihr Hauptprogramm wieder für den "Auftrag"? Natürlich kann man sagen, dass man seine Nachmittage anders verbringen kann als vor dem Fernseher. Und natürlich braucht man nicht einschalten – schliesslich gibt's ja auch noch andere Sender. Aber wie deutlich zeigt sich hier das Symptom der schleichenden Trivialisierung und Anbiederung an einen amorphen, behaupteten Publikumsgeschmack. Und damit rede ich noch nicht über die fast unmerkliche Banalsierung des 3sat-Programms...
Und was lesen wir hierüber Gescheites in den zahlreichen medienkritischen Zeitungen, Zeitschriften und Blogs: Nichts.
Was auch einiges über sie aussagt.
Gregor Keuschnig - 2008-12-07 16:53


Umschalten und Abschalten!
Was allerdings stimmt (und ein Skandal ist, hätte man noch die Erregungs-Nerven dafür): Dass es solch einen Vertrag gibt, und nicht nur die schweigende Mehrheit sich damit abfindet! Und jeder weiß längst, dass es ein Hohn ist, wie die ÖR sich rausreden und sich um ihrt rein internes Ranking bemühen.
Von Inhalt ist aber auch kaum noch die Rede (auch in den Neuen Medien nicht, trotz dem Content-Gelaber). Die Arbeit, sich kritisch-argumentatorisch an die Sezierung des Blödsinns zu machen ist ja schon im Ansatz vergeblich, nicht nur wiel man in der Minderheit ist und bleibt. Fernsehen ist längst wie Wetter - man kann kaum etwas daran tun.
Das einzige, was etwas bewegt, ist wieder mal das Geld.
Wenn einfach mehr und mehr Leute sich weigerten zu zahlen, mehr Normenkontrollklagen erzwängen, mehr Grundsatzentscheidungen... mehr Aufbrüche in den Institutionen und den lähemnden Gewohnheiten passierten, dass wie ein Absitzen und Sich-Befördern-Lassen über Jahre alles steigt und angepasst wird... DANN könnte man vielleicht eine Debatte auch über Inhalte erzwingen (Qualität ist dann noch einmal etwas anderes), und zwar da, wo sie auch entschieden wird. (Der Zuschauer ist nämlich paradoxerweise nur am Rande der Souverän, Quoten hin oder her.)
Ansonsten - ich mache ja gerade die Erfahrung - kann ich nur empfehlen, mal ganz drauf zu verzichten. Es ist wie mit dem Rauchen aufhören: alles klärt sich, die inneren Oragen udn die Sicht auf die Benebelungen...