en-passant (Gast) - 2008-11-03 19:22

Also so, wie mir Willemsen jetzt dargebracht wird, wird er als eigener, originellerer Kopf erkennbar, während ich ihn bisher er in intellektuellen Mittellagen kannte.
(Die angesprochenen Sendungen bzw. die Zwiste kenne ich alle nicht. Da, wo ich ihn mal gesehen habe - ich kann mich gar nicht dran erinnern -, war er mir unter all den eloquenten Talking Heads nicht weiter aufgefallen. Aber wieso sollte er sich nicht entwickeln... bzw. ich.)


Und @ G.K.: Kann es sein, dass Sie bei dem Buch persönlicher angegangen wurden? Mir scheint es immer öfter, dass merkt man Rezessionen dann auch an: nicht nur in den Quanten an Sympathie für eine Sache, sondern auch in den Details und ihren Gewichtungen wie divers man eine Sache durchdrungen hat. Das gäbe es dann eine Entsprechung. Klingt zwar erst mal banal und nahe liegend, ist aber in meiner Wahrnehmung von Rezessionen nicht die Regel.

(Interessant jetzt die Reaktionen auf die Büchnerpreisrede Winklers: Mir scheint, man kann immer gleich noch viel mehr daran ablesen, als was eigentlich referiert wird.)

Gregor Keuschnig - 2008-11-04 08:19

Willemsen ist nur ein Tick älter als ich; ausser dem Geschlecht entdecke ich sonst keine Parallelen mehr. Ich glaube dennoch, dass es irgendwann so etwas wie ein Generationenerleben gibt, auch wenn es sich nicht an den Lebensläufen festmachen lässt (die divergierend sein können). Ich glaube auch, dass die Prägungen, die wir (fast wörtlich) mit der Zeit erhalten, stärker sind, als wir gemeinhin annehmen.

Um es klar zu sagen: Ich nehme stark an, dass es beim in der Noderne lebenden nicht bei einem "Knacks" bleibt; es sind immer mehrere. Das Phänomen finde ich originell, weil es das hysterische und alarmistische eines "Trauma" nicht hat. Gleichzeitig - und das ist perfide - ist der Knacks wirkungsmächtiger als ein Trauma, weil er beispielsweise, nach Willemsen, nicht behandelbar ist. Interessant wäre herauszufinden, wann der Knacks zum Bruch wird, aber das unterlässt der Autor (weil er doch eher dem Feuilleton zugewandt ist). Auch die Überlebensstrategien nach dem Knacks (den Knacksen?) kommen zu kurz: dieses Arrangieren mit dem Makel; der Desillusionierung. Dieses Fehlen einer stringenten Strukturierung ist einerseits schade, andererseits wird dadurch das Phänomen nicht sofort kaputtdefiniert.

Tja, das mit dem Persönlichen scheint also ein Problem zu sein. Oder zu werden. Aber ich gebe zu bedenken: Ich schreibe keine Rezensionen. Ich will gar keine schreiben. Ich verwende für meinen Blog einen Begriff aus einer Handke-Sentenz: Begleitschreiben. Und das ist nicht nur einfach ein anderes Wort, ein Synonym.

Natürlich sollen das hier keine persönlichen Befindlichkeitsaufsätze sein. Wäre dies der Fall - oder würde es inzwischen soweit sein, dann müsste man (ich) sofort aufhören. Und natürlich ist es ein Stück weit notwendig Distanz zum Buch, zum Sujet, zum Autor zu halten (im positiven wie im negativen Sinne). Aber das ist nur in Grenzen möglich bzw. - und davon bin ich überzeugt - auch in Grenzen nur wünschbar. Die "coole" Rezension der F.A.Z. über Handke oder Strauß ist es ja auch nicht. Sie simuliert das nur.

(Die Büchnerpreisrede Winklers habe ich noch nicht gelesen. Ich habe nur eine Reaktion mitbekommen, die sinngemäss meinte, es sei langweilig. Auch das erscheint mir wieder bezeichnend: Wenn das Feuilleton für seine Scharmützel kein Futter bekommt, reagiert es inzwischen schon gelangweilt. Auch hier nur zählt nur noch der Affekt. Wenn jetzt Kiefer als Friedenspreisträger schon nichts Skandalöses geliefert hat, dann wenigstens Winkler. Und wenn der nicht - was dann? Naja, es gibt doch noch Broder. Wo ist der eigentlich geblieben? Hält der Bush das Händchen? Niemand weiss es.)

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

PERSONEN- UND SACHVERZEICHNIS

HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.

Kontakt

Kommentare hier...

So ist es.
So ist es.
Gregor Keuschnig - 2009-11-06 20:40
Und derart treibt's auch...
Und derart treibt's auch mancher Mensch.
Gedankenpflug (Gast) - 2009-11-06 19:24
Erzählung über...
Eine weitere Serie, die hier seit kurzem zu sehen ist,...
Thorsten Wiesmann (Gast) - 2009-11-04 12:47
Ersuche um Ihren Lektüreeindruck.
Ersuche um Ihren Lektüreeindruck.
Gregor Keuschnig - 2009-11-03 13:14
Bin vor einer Stunde
an der Buchhandlung vorbei und habe die "Konstruktion..."...
lou-salome - 2009-11-03 13:05

...anderswo

Ist in Österreich...
Ist in Österreich die Trennung von Staat und Kirche...
steppenhund - 2009-11-07 21:18
So ist es.
So ist es.
begleitschreiben - 2009-11-06 20:40
Ersuche um Ihren Lektüreeindruck.
Ersuche um Ihren Lektüreeindruck.
begleitschreiben - 2009-11-03 13:14

Such!

 

Grundsätzliches

Das Copyright der Texte liegt bei demjenigen, der mit dem Pseudonym hier als Gregor Keuschnig zeichnet. Verwendungen/Links mit Quellenangabe und Unterrichtung per Mail gestattet. Kommerzielle Verwertung ohne Kenntnis des Verfassers ist ausdrücklich untersagt und wird zur Anzeige gebracht. Kommentare, die ausschliesslich kommerziellen Zwecken (Suchmaschinenoptimierung und/oder Linkweiterleitungen) dienen, werden gelöscht. Disclaimer: Für Verlinkungen von diesem Blog auf andere Webseiten wird keine Verantwortung oder gar Haftung übernommen (Einzelheiten siehe unterlegten Link).

DIV. 1

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

kostenlose counter

DIV. 2

kostenloser Counter


Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de