Gregor Keuschnig - 2008-10-07 21:24

Antwort auf Michael Kommentar...

der irrtümlich hier angegeben wurde:

Wir sind selber Meinung was den BLEISTIFT betrifft, das am häufigsten annotierte bei mir außer dem Gewicht der Welt; DIE WIEDERHOLUNG; LANGSAME HEIMKEHR; DIE NIEMANDSBUCHT; von den VERSUCHEN, den JUKEBOX, den Handke selber für den besten der drei hält, trotz dem der DON JUAN [der zu dieser Erzählsart gehört] noch viel virtuoser tanzt! DEL GREDOS befürchte ich wird's nicht, wird ein Buch für Handke Kenner bleiben/ werden, nichts für den Anhieb; aber Ausschnitte davon in Kompendien! LINKHAENDIGE FRAU nehme ich an wird. Also was bleibt von Thomas Bernhard?
Eindeutig ist der "Bildverlust" ein Buch für Handke-Kenner und sogar Enthusiasten; die "Jukebox" ist tatsächlich ein bisschen vergessen worden von mir.

Was von Bernhard bleiben wird? Na, in jedem Fall "Frost", das "Kalkwerk", die autobiografischen Bücher (auch hier: der Grossvater als Lichtgestalt!). Unbedingt "Wittgensteins Neffe". Von den Theaterstücken natürlich "Der Theatermacher". Also schon eine Menge!

>i>Ich selber wünsche mir den HAUSIERER, aber mein Gespenst wird sicherlich entäuscht , die erste Auflage glaub ich ist immer noch erhältlich, nach vierzig Jahren! Höchst wahrscheinlich der TORMANN, gezinkt genug um zu überleben; UEBER DIE DOERFER ist das Herz der Sache; DIE STUNDE ALS WIR NICHTS VON EINANDER WUSSTEN sicherlich, wie BODENSEE ein Happening das einen die Welt neu sehen erfahren lässt,
"Übder die Dörfer" habe ich in einer grandiosen Inszenierung der "Gruppe 80" in Wien gesehen; das Stück steht und fällt mit dem Regisseur; textlich ist es sehr schwere Kost, wenn auch sehr interessant.

und natürlich KUNST DES FRAGENS. Kritik daran wäre, dass das Stück einen, den Leser, die Audienz, noch nicht in einen tiefereren Zustand des - jetzt fehlt am früh Morgen das deutsche Wort - im rätselhaften verrätselt?? verlässt: dazu kommt es dann aber niemal in gegewärtigen Zustand der Kritik.
Ja, eines der besten deutschsprachigen Stücke der letzten 30 Jahre (hiess früher: Das Spiel vom Fragen, dann "Kunst des Fragens"

Zum Thema "unversöhnlich":
Wiederholungzwang heisst das glaub ich auf Deutsch... Zugzwang im Schach!!! warum auf gewisse Weise die selbe Bewegung immer wieder durch gemacht wird... das wiederbeleben-erleben der Traumata um zurück zum Paradies! Handke sagte zum STUNDE Stück, was ja vom formalistischen musikalischer Sicht die Summa des ganzen dramatische Frühwerks ist, dass er nachdem er diesen "Versöhnungs Moment" oder was immer "liebliches Zusammensein" erreichte, er nicht wusste wie jetzt weiter, dann fiel ihm ein einen von Hinten in die Kniekehle zu treten oder so... da lebt die "Historie" dann wieder auf.

Ja, so ist es. Oder auch nicht.

ich seh den Handke in seiner Todesstundesekunde noch schnell was mit dem Bleistift in dem letzten Notizbuch notieren... der Wert dessen für die Marbacher dann! Er hatte ja seine Glückszeit in den ersten zwei Lebejahren, man schau sich nur dass Bild on von Maria Sivec und dem Peter in Haslingers Buch.
Schönes Bild - in der letzten Sekunde noch eine Notiz schreibend.

Vim Wenders sagte mir hier in Seattle, dass Handke den ihn am nahestehenden oft weh tut. Um das zu wissen brauch man bloß Gewicht der Welt lesen. Ab einen gewissen Zeitpunkt vermeidete ich soweit möglich mit ihm allein zu sein. Er wurde mir ein ziemlich Dunkler. Was die Colbin während der parallelen Handke-Jugoslaven Krieges da sagte stimmt sicherlich. Also ich les das Werk auch auf seine dunklen Töne hin.
Ja. Sie müssten versuchen, sich mit ihm auszusöhnen.

mikerol69 - 2008-10-08 05:02

ich weiss auch nicht warum mien ganze antwort auf keuschnigg ganz woanders gelandet ist?? aber hier is

das Zweigesprächt geht weiter...
Na, wo bleibt der Rest der Bande, oder wird das wieder nur ein Zwiegespräch?!

Ich hoff schon, dass viel überlebt... zur Bildung der Sprachmagie, Handke's Werk ist schon ein schöner fundamentaler Ziegelstein. Ja Wirkung sicherlich. Auch das graziöse seines formalen, besonders in den kürzeren Sachen. Beim Del Gredos vermisse ich das, ist eher eine Rumpelkammer! Ein Tripbuch mit viel Unterbrechungen! La Zona als Dystopie überzeugt mich nicht besonders, ist ein Sammelsurium. Das da die "Bilder" verschwinden - die die "Bankierin" bis dahin gegen alles gefeit wie eine gepanzerte Weste stimmt schon, und dem Licht... vieleicht nörgele ich nur... ich ICH würde, stelle mir so was heimtückerischer vor... mein Kommentar zu dem Buch kommt ja bald... auf
http://handke-discussion.blogspot.com/
die Bankierien die scheinbar ihr Lebenlang wie Herr Handke und sein Steimetz in Bergen rumgklettert und spaziert ist durch ganz Spanien? Und so etwas wie den darin beschiebeen Schneesturm überlebt... na ja, es macht nicht all zu viel aus, ist scheinbar 'ne Hünin!!


Wir sind selber Meinung was den BLEISTIFT betrifft, das am häufigsten annotierte bei mir außer dem Gewicht der Welt; DIE WIEDERHOLUNG; LANGSAME HEIMKEHR; DIE NIEMANDSBUCHT; von den VERSUCHEN, den JUKEBOX, den Handke selber für den besten der drei hält, trotz dem der DON JUAN [der zu dieser Erzählsart gehört] noch viel virtuoser tanzt! DEL GREDOS befürchte ich wird's nicht, wird ein Buch für Handke Kenner bleiben/ werden, nichts für den Anhieb; aber Ausschnitte davon in Kompendien! LINKHAENDIGE FRAU nehme ich an wird. Also was bleibt von Thomas Bernhard?

Ich selber wünsche mir den HAUSIERER, aber mein Gespenst wird sicherlich entäuscht , die erste Auflage glaub ich ist immer noch erhältlich, nach vierzig Jahren! Höchst wahrscheinlich der TORMANN, gezinkt genug um zu überleben; UEBER DIE DOERFER ist das Herz der Sache; DIE STUNDE ALS WIR NICHTS VON EINANDER WUSSTEN sicherlich, wie BODENSEE ein Happening das einen die Welt neu sehen erfahren lässt, Handke hat ja Brecht's Projekt der anti-Aristotelischen Theaters weiter, zu Ende ?? geführt; warum Theater: Katharse, aber eine besonderer Art, wo der Stier nicht mehr geopfert wird! Und ein ganz grosser Text, zur Zeit nur Mueller's QARTETT vergleichbar.

und natürlich KUNST DES FRAGENS. Kritik daran wäre, dass das Stück einen, den Leser, die Audienz, noch nicht in einen tiefereren Zustand des - jetzt fehlt am früh Morgen das deutsche Wort - im rätselhaften verrätselt?? verlässt: dazu kommt es dann aber niemal in gegewärtigen Zustand der Kritik. "Lesestücke" werden die ja aus dem guten realistischen Beurteilung der Kultur benannt ; [man soll sich doch einmal vorstellen dass kein Schwein das bisher in der USA gemacht hat wo doch vor einer nicht zu langen Zeit die Leute von den frühen Stücken und der STUNDE schwärmten; weiss nur von einem Regiemensch, 'nem Serben mit ner kleinen Truppe in Chicago [ zeljko dukic zeljko[at]tutato.com] der aber dazu nicht die Schauspieler hat, eine feige provinzielle Branche die in den letzten zehn Jahren noch miserabler geworden ist; hier ist es nicht am Platz die Namen der zu hängenden zu nennen, aber bald. "Kanaille!" würd MEIN Grossvater schimpfen! Die frühen Sachen sind ja alle großartig brilliant, conceptual art, man muss aber mal unter dieser Bande in New York gelebt haben um zu sehen dass die schlechtesten Streber unter denen dann so was nicht machen oder... die Kultur wird eben ein Misthaufen aus unverdaubaren bleiben. Manchmal kommt dann ein Orkan oder Tornado und reißt die Presshholz Häuser nieder und der darin angehaufte Mist quillt raus... ich bereue nicht nach solch einem Ungewetter anwesend gewesen um das mal so zu beschreiben wie Handke was der Orkan in Chaville hinterlassen hat. So ein Ablass würde meinen Hass der Konsumgesellschaft mindestens einige zeitlang lindern. Auch ich muss in eine Gegend wo die Zitronen blühen, die aber nicht Süd-Kalifornien heisst, Baja California Sur ist ganz was anderes.

Zum Thema "unversöhnlich":
Wiederholungzwang heisst das glaub ich auf Deutsch... Zugzwang im Schach!!! warum auf gewisse Weise die selbe Bewegung immer wieder durch gemacht wird... das wiederbeleben-erleben der Traumata um zurück zum Paradies! Handke sagte zum STUNDE Stück, was ja vom formalistischen musikalischer Sicht die Summa des ganzen dramatische Frühwerks ist, dass er nachdem er diesen "Versöhnungs Moment" oder was immer "liebliches Zusammensein" erreichte, er nicht wusste wie jetzt weiter, dann fiel ihm ein einen von Hinten in die Kniekehle zu treten oder so... da lebt die "Historie" dann wieder auf.
Aber man sollte sich erinnern, dass er sich zu einem gewissen Zeitpunkt, so um 1975 herum entschieden hat nicht mehr mit Unheimlichen zu spielen; trotzdem taucht "die Geschichte" als etwas zerstörerisches immer wieder auf [z..b als kettenschwingender Indianer in der LANGSAMEN HEIMKEHR. Im DEL GREDOS, in La Zona taucht der Bankierin ihr Doppel- oder Gegenbild auf: und ermordet ihren Liebhaber, von einem Moment zum nächsten -- da distanzieren wir uns auf ganz neue Art Abspaltung von dem Todesdrang, the death instinct! Abspaltung genau wie im TORMAN aber der Impuls lebt noch! "Dissociation" , das was er in der Trauma benötigte um zu überleben wird dann des Künstler's Haupttalent! Auch so'ne Scheide, treshold.

Mit so einer Traumata wie Hande sie zehn Jahre lang vom 2ten bis 12ten Lebensjahr erlitten hat erholt man sich nur durch langjährige Psychotherapie, inzwischen ist die Lösungsversuch durch die Schrifstellerei scheinbar ein so erfolgreiches Kompensation, Symptom, dass er diesem ewigen Drang nicht mehr entgeht... ich seh den Handke in seiner Todesstundesekunde noch schnell was mit dem Bleistift in dem letzten Notizbuch notieren... der Wert dessen für die Marbacher dann! Er hatte ja seine Glückszeit in den ersten zwei Lebejahren, man schau sich nur dass Bild on von Maria Sivec und dem Peter in Haslingers Buch. Besonders wenn man analytisch geschult und eine Idee hat von dem was da vor sich geht zwischen den beiden. Das depressive hat er wohl schon von ihr intra-Utero mitbekommen. Anlehehnde Depression heisst das. Der lebenlange Exhibitionismus Drang für die beigefügte Trauma... Leider ist dann doch etwas von dem gehassten Stiefvater in ihn eingedrungen....



ich möcht eigentlich nicht alles wieder holen was da in den

HANDKE LINKS + BLOGS
SCRIPTMANIA PROJECT MAIN SITE: http://www.handke.scriptmania.com
and 12 sub-sites steht

http://www.handkelectures.freeservers.com [the drama lecture]


und besonders

http://www.kultur.at/see/roloff.htm

[dem handke auf die schliche/

http://handke-discussion.blogspot.com/

[the American Scholar caused controversy about Handke, reviews, detailed of Coury/Pilipp's THE WORKS OF PETER HANDKE

http://www.artscritic.blogspot.com
[some handke material, too, the Milosevic controversy summarized]

Vim Wenders sagte mir hier in Seattle, dass Handke den ihn am nahestehenden oft weh tut. Um das zu wissen brauch man bloß Gewicht der Welt lesen. Ab einen gewissen Zeitpunkt vermeidete ich soweit möglich mit ihm allein zu sein. Er wurde mir ein ziemlich Dunkler. Was die Colbin während der parallelen Handke-Jugoslaven Krieges da sagte stimmt sicherlich. Also ich les das Werk auch auf seine dunklen Töne hin.


Handke hat bis jetzt keine Tragödie geschrieben! Aber, Tragödie existiert im/ als Subunktive in dem EINBAUM Stück
mikerol69 - 2008-10-08 05:42

Ja. Sie müssten versuchen, sich mit ihm auszusöhnen.

"Ja. Sie müssten versuchen, sich mit ihm auszusöhnen."

Hatte ich versucht indem ich anbot den EINBAUM zu übersetzen als das niemand hier machen wollte. Ich brauch so was wie 'nen Genickschuss,
noch eine unbezahlte Uebersetzungs Schufterei und dann an den Mann, ein Theater davon überzeugen. Er wollte aber nicht, Suhrkamp war auch ganz erstaunt. Ich hab ihn erwischt und er kanns nicht verdauen und hat nach dem Bleistift das lügen gelernt! Ich selber finde es gut so: Ich kann mich für sein Werk einsetzen, darüber schreiben, brauch nicht zimperlich zu sein. Weder Suhrkamp noch Jung & JUng drucken ja irgendwas in den Sekondär Werken was irgendwie kritisch über Handke oder das Werk ist. Auch die Pichler Biographie, im Mitwirken mit dem Autor, gemacht entält nichts derartiges. Das IMAGE soll ganz Sonnenkönighaft bleiben! Auf so was langweiliges lass ich mich nicht ein. Warum munkeld die Bankierin mit "Schuldgefühlen"... wenn immer Handke munkelt, sei es im Chinesen des Schmerzens oder dem Nachmittag eines Schriftsteller... diese Koans, Mysteriösitäten die er doch angeblich hasst... dahinter liegen die Gründe für diese Schuldgefühle verborgen. Ich lache nur!

Um auch Keuschnigs Comment zu diesem meinem Commentar auch zu kommentieren:
ein Soupçon Hass sowie Masochism genügen ein wenig Klarheit ins Gehirn zu bringen, der Grandiosität ihr Löschpapier - Liebe sowie fantatischer Glauben stören etwaige Realitätseinschätzung ja viel mehr!
Gregor Keuschnig - 2008-10-08 18:02

Ihr Einsatz ist - um Handke zu paraphrasieren. Und das ist entscheidend. Die Hintergründe um den "Einbaum" vermag ich nicht zu kommentieren.

Es ist doch inzwischen so, dass er machen kann, was er will - es wird immer gegen ihn ausgelegt (wohlgemerkt: nicht von Ihnen). Und manchmal habe ich das Gefühl, er mag das; er befeuert dann den Furor gegen sich selber. Der Selbsthass, der in jedem von uns steckt. Oder: der nur in den wirklich Grossen so stark steckt. (Oder ist das auch nur ein Klischee?)

Verzweifelter Sinnloser Versuch, einen toten Blog mit einem ebenso toten Thema zum Leben zu erwecken. Aber irgendwann wieder zurück in die platonische Höhle. Bald.

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