Staunen über das Staunen
Man muss Wolfgang Streeck nicht in allem rechtgeben, was er in seinem Artikel "Lektion-zum-Kapitalismus (pdf, 77 KB)" in der letzten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben hat. Aber als eine Art Vergewisserung, was Kapitalismus eigentlich ist, wie dieser "strukturiert ist und funktioniert (und immer schon funktioniert hat) - das ist schon durchaus lesenswert. Dabei räumt Streeck mit dem Glauben eines "gezähmten Kapitalismus" auf; vielleicht ein bisschen zu früh:
Im Kapitalismus geht es um Maximierung, nicht um Normalisierung des Gewinns. Kapitalismus ist keine Ordnung, sondern institutionalisierte Unordnung. Nicht Stabilität ist zu erwarten, sondern Wandel als Dauerzustand; nicht Kontinuität, sondern Diskontinuität...
Streeck entdeckt das Staunen, denn die Krisenszenarien sind beileibe nicht neu: ...staunen muss man eigentlich nur über das Staunen, und zwar weil vieles so lange "gutgegangen" ist. Und weil die Politik, die jetzt so vehement Regularien fordert, jahrelang selber mitgemischt hat.
Nach der Lektüre erscheint es dringender denn je, wenigstens einen Teil der Diskontinuitäten zu domestizieren. Auch wenn man einiger Illusionen beraubt wird.
Im Kapitalismus geht es um Maximierung, nicht um Normalisierung des Gewinns. Kapitalismus ist keine Ordnung, sondern institutionalisierte Unordnung. Nicht Stabilität ist zu erwarten, sondern Wandel als Dauerzustand; nicht Kontinuität, sondern Diskontinuität...
Streeck entdeckt das Staunen, denn die Krisenszenarien sind beileibe nicht neu: ...staunen muss man eigentlich nur über das Staunen, und zwar weil vieles so lange "gutgegangen" ist. Und weil die Politik, die jetzt so vehement Regularien fordert, jahrelang selber mitgemischt hat.
Nach der Lektüre erscheint es dringender denn je, wenigstens einen Teil der Diskontinuitäten zu domestizieren. Auch wenn man einiger Illusionen beraubt wird.
Gregor Keuschnig - 2008-09-30 18:46

