Das macht Lust auf das Buch. Dennoch ein paar Fragen bzw. Anmerkungen : kranken Betriebsanleitungen nicht eher daran, daß die von eher materiefremden verfasst werden und / oder daß gerade technische Geräte eine derartige und über den Alltagsgebrauch hinausgehende Komplexität erreicht haben, daß es gleichsam zu einer Entfremdung von "Features" und Lebenswelt gekommen ist ?
Gibt es nicht eine doppelte Entwertung des Handwerks, daß selbst solche, nicht maschinell leistbare Arbeiten dennoch via Zeitdruck, Akkordarbeit gleichsam industrialisiert werden einerseits, durch sinkende Bezahlung - an den einzelnen (die Kunden zahlen an den Betrieb dennoch immer höhere Entgelte) andererseits ? Ein Handwerker heute ist nicht mehr der, der einst hatte sein können und dürfen, außer er übt sein Handwerk zu Schauzwecken auf Mittelaltermärkten oder auf Murano (Glasbläser) aus, will mir scheinen.
Zu den Betriebsanleitungen: Sennetts These ist eine andere - Anleitungen werden (so er) von Leuten verfasst, die zuviel implizites Wissen voraussetzen und dadurch sozusagen "blind" für die Probleme der "Unwissenden" sind.
Und über Deine Einlassungen zur doppelten Entwertung des Handwerks - hierüber hätte ich gerne was gelesen. Dazu gibt's aber - leider - nichts.
Die Theorie sagt, dass Handbücher von Personen verfasst werden sollen, die das technische Innenleben der beschriebenen Geräte nicht kennen - weil sie dann denselben Zugang haben wie die späteren Benutzer. Und in dem dadurch notwendigen Diskurs mit den Ingenieuren, die für Hard- und Software zuständig sind, erfahren diese etwas über die Bedürfnisse der Benutzer. Und ein ganz anderes Thema sind die Übersetzungen aus asiatischen Sprachen.
Und wieder ein anderes Thema ist die Featuritis der Geräte. Eine Ursache ist sicher, dass die ersten Tester die Entwickler und die zweiten die "Nerds" oder "Early Adopter" sind. Meistens sind das selbst Entwickler anderer Geräte oder Technikfreaks, die auf der einen Seite eine Unmenge von (überflüssigen) Funktionen goutieren und andererseits, was die Fehlerhaftigkeit betrifft, sehr leidensfähig sind. Der Konkurrenzkampf zwischen den Firmen macht es praktisch unmöglich, dass durchdachte Standards vor den Geräten verabschiedet werden.
Das letzte Gerät mit einer einheitlichen Bedienphilosophie war das Auto. Das Gaspedal ist immer vor dem rechten Fuß und das Lenkrad befindet sich direkt vor dem Fahrer. Wenn man das Chaos der PC-Programme auf das Auto übertragen würde: Bei jedem Auto ist ein anderes Pedal fürs Gasgeben und Bremsen verantwortlich, und mit welchem Element man lenken kann, muss man während der ersten Fahrt erst herausfinden.
Ich glaube, man kann am Hilfe-Forum von twoday manchmal sehen, wie Anleitungen verfasst werden. Ich gehe davon aus, dass dort nur jemand antwortet, der auch Ahnung von den Problemen der Fragesteller hat. Diese Antworten sind jedoch sehr häufig in einer Sprache geschrieben, die schon wieder die Vorkenntnisse voraussetzt, die eigentlich angefragt werden.
Das was Sennett dann selber präsentiert, ist aber keinen Deut' besser.
Ich habe diese Empfehlung bereits mehrfach in Büchern über Softwareentwicklung gelesen. In unserer Firma schreibt jeder Entwickler die Dokumentation zu seiner Software selbst. Aber ein Entwickler bedient seine Software anders als ein normaler Anwender. In größeren Firmen (Entwicklerteams) machen das deshalb andere. Zum Beispiel könnte es die Designerin schreiben, die die Icons und das Layout entwickelt hat. Sie kennt zwar die prinzipielle Arbeitsweise und Aufgabe des Programms, aber sie klickt die Menüpunkte anders an als die Entwickler.
Wenn ich mein eigenes Programm bediene, stürzt es niemals ab. Aber in den frühen Phasen der Entwicklung brauchen andere nur kurze Zeit bis sich das Programm verabschiedet. Sie kommen mit wenigen Klicks auf Programmablaufpfade, bei denen ich im Traum nicht daran gedacht habe, dass man es auch so versuchen kann. - Im übrigen ist das auch einer der Gründe, warum soviel der Free- und Shareware aus dem Netz kaum benutzbar ist. Man findet die Bedienreihenfolge nicht, bei der es nicht abstürzt. Denn die Programmautoren waren ja bei der Veröffentlichung der Meinung, dass alles funktioniert und für sie tat es das auch.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Gibt es nicht eine doppelte Entwertung des Handwerks, daß selbst solche, nicht maschinell leistbare Arbeiten dennoch via Zeitdruck, Akkordarbeit gleichsam industrialisiert werden einerseits, durch sinkende Bezahlung - an den einzelnen (die Kunden zahlen an den Betrieb dennoch immer höhere Entgelte) andererseits ? Ein Handwerker heute ist nicht mehr der, der einst hatte sein können und dürfen, außer er übt sein Handwerk zu Schauzwecken auf Mittelaltermärkten oder auf Murano (Glasbläser) aus, will mir scheinen.
Und über Deine Einlassungen zur doppelten Entwertung des Handwerks - hierüber hätte ich gerne was gelesen. Dazu gibt's aber - leider - nichts.
Und wieder ein anderes Thema ist die Featuritis der Geräte. Eine Ursache ist sicher, dass die ersten Tester die Entwickler und die zweiten die "Nerds" oder "Early Adopter" sind. Meistens sind das selbst Entwickler anderer Geräte oder Technikfreaks, die auf der einen Seite eine Unmenge von (überflüssigen) Funktionen goutieren und andererseits, was die Fehlerhaftigkeit betrifft, sehr leidensfähig sind. Der Konkurrenzkampf zwischen den Firmen macht es praktisch unmöglich, dass durchdachte Standards vor den Geräten verabschiedet werden.
Das letzte Gerät mit einer einheitlichen Bedienphilosophie war das Auto. Das Gaspedal ist immer vor dem rechten Fuß und das Lenkrad befindet sich direkt vor dem Fahrer. Wenn man das Chaos der PC-Programme auf das Auto übertragen würde: Bei jedem Auto ist ein anderes Pedal fürs Gasgeben und Bremsen verantwortlich, und mit welchem Element man lenken kann, muss man während der ersten Fahrt erst herausfinden.
Welche Theorie ist das?
Ich glaube, man kann am Hilfe-Forum von twoday manchmal sehen, wie Anleitungen verfasst werden. Ich gehe davon aus, dass dort nur jemand antwortet, der auch Ahnung von den Problemen der Fragesteller hat. Diese Antworten sind jedoch sehr häufig in einer Sprache geschrieben, die schon wieder die Vorkenntnisse voraussetzt, die eigentlich angefragt werden.
Das was Sennett dann selber präsentiert, ist aber keinen Deut' besser.
Wenn ich mein eigenes Programm bediene, stürzt es niemals ab. Aber in den frühen Phasen der Entwicklung brauchen andere nur kurze Zeit bis sich das Programm verabschiedet. Sie kommen mit wenigen Klicks auf Programmablaufpfade, bei denen ich im Traum nicht daran gedacht habe, dass man es auch so versuchen kann. - Im übrigen ist das auch einer der Gründe, warum soviel der Free- und Shareware aus dem Netz kaum benutzbar ist. Man findet die Bedienreihenfolge nicht, bei der es nicht abstürzt. Denn die Programmautoren waren ja bei der Veröffentlichung der Meinung, dass alles funktioniert und für sie tat es das auch.