Das „Customising“: Iimmer kleinere Auflagen von Fabrikaten, die nach Kundenwünschen individualisiert werden. Eine halbe Sache? Immerhin ein Markt für Viele! Man könnte es eine gewisse Demokratisierung nennen.
Auffällig aber wie ausgerechnet die politische Selbstermächtigung, die Demokratie der Entscheidungsfindung nämlich im Kleinen oft verhindert wird: man will Engagement und Freiwilligkeit usw. („Ehrenamt“), aber direktere Machtausübung, ein Hineingeredetbekommen in die entscheidenden Zirkel, das will man eher nicht.
Es geht also in einem sehr konkreten Sinn um Hoheiten: Definitionshoheiten, Wortführertum, Ruler of the Agenda. Und um es salopp zu sagen aber auch auszusprechen(„Man spricht nicht drüber“, der SPIEGEL über Blogs): Die Presse verliert nun mal, und das rasant und katastrophal.
Kann sogar sein, es ist ein „vitales“ Interesse seine jeweiligen Hoheiten zu behaupten. Aber demokratisch sind solche Hoheiten eben meist eher nicht.
Hierin liegt das Paradox: Man spricht dauernd über Blogs in diesen sogenannten Qualitätsmedien, aber kartätscht sie gleichzeitig nieder. Wobei Arroganz immer eine Tochter der Angst ist. Komisch eigentlich.
(Am fundiertesten erschien mir noch die Kritik von Schirrmacher damals in der FAZ)
Und bei der Fragmentierung von allem und jedem sind Zahlen oder Quantitäten meist auch gar kein Gradmesser mehr, schon längst nicht von Qualität. (Selbst die werberelvanten Alterskohorten von 19-49 sind bald in der Minderheit!)
Und wegen der Blog-Perlen: Heute bei telepolis gefunden.
nicht alles, was "Blog" ist, ist eine "Perle". Aber man reduziert ja auch "Zeitung" nicht auf "Bild" oder "National-Zeitung". Aber niemand käme auf die Idee, das Gedruckte deswegen per se zu verdammen ("die Beta-Drucker").
Die Fragmentierung der Blogs kommt den Blog-Verächtern natürlich entgegen. Sie hilft beim Ignorieren des Guten sowohl wie beim Verdammen des Dummen. Meine "Forderung" aus früheren Zeiten: Ein Forum müsste her... Naja, ich glaube, dieser Zug ist abgefahren (und die Diskussion hatten wir auch schon mal).
Eine a) köstliche und b) treffende Umschreibung des Phänomens! Und (leider) eine der wenigen, differenzierten Betrachtungen, die nicht der Versuchung erliegen, eine Wertung nach dem Motto "Sind Blogger die besseren Journalisten" vorzunehmen. Danke!
...ist zwar ein sehr schön geschriebener Text, aber genau diese These hört man doch seit Jahren in verschiedensten Variationen... oder habe ich etwas übersehen?
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Noch eine Analogie zum DIY fällt mir auf:
Auffällig aber wie ausgerechnet die politische Selbstermächtigung, die Demokratie der Entscheidungsfindung nämlich im Kleinen oft verhindert wird: man will Engagement und Freiwilligkeit usw. („Ehrenamt“), aber direktere Machtausübung, ein Hineingeredetbekommen in die entscheidenden Zirkel, das will man eher nicht.
Es geht also in einem sehr konkreten Sinn um Hoheiten: Definitionshoheiten, Wortführertum, Ruler of the Agenda. Und um es salopp zu sagen aber auch auszusprechen(„Man spricht nicht drüber“, der SPIEGEL über Blogs): Die Presse verliert nun mal, und das rasant und katastrophal.
Kann sogar sein, es ist ein „vitales“ Interesse seine jeweiligen Hoheiten zu behaupten. Aber demokratisch sind solche Hoheiten eben meist eher nicht.
Aber man spricht ja drüber!
(Am fundiertesten erschien mir noch die Kritik von Schirrmacher damals in der FAZ)
Klar spricht man!
Und wegen der Blog-Perlen: Heute bei telepolis gefunden.
Klar,
Die Fragmentierung der Blogs kommt den Blog-Verächtern natürlich entgegen. Sie hilft beim Ignorieren des Guten sowohl wie beim Verdammen des Dummen. Meine "Forderung" aus früheren Zeiten: Ein Forum müsste her... Naja, ich glaube, dieser Zug ist abgefahren (und die Diskussion hatten wir auch schon mal).
Aber das ist doch ein alter Hut, oder?