Ich habe mit der Jelinekschen „Stream of consciousness“-Technik so nie so recht etwas anfangen können...
Wenn ich mich schon flussabwärts treiben lasse, dann möchte ich - wertkonservativ wie ich nun einmal bin - wenigstens nach links & rechts ein Ufer sehen!
Okay, ich habe nun mal die deutsche Nationalität und käme selbst auf dem verdrängtesten Weg nicht auf die 'Josefidee', aber, wie gesagt, ich bin nun mal kein Österrreicher :)
@ G.K.
Ja, ich glaube, ich hatte im Sinn, das „naiv“ zu betreiben. Jedenfalls gäbe es da endlich einmal diverse Rahmen von Verabredungen und Erwartungshaltungen über fällige Reaktionen aufzukündigen. Handke macht das natürlich auf genuine Weise. Wir anderen aber...
In der Verabredung über die Reaktion, im „Aufschrei“ selber, steckte also schon die Fälschung: Der Skandal würde teils aufgehoben von unserer Neigung, das Skandalisierte als anderswie längst Verabredetes zu begreifen, von dem unsere Reaktion also schon Teil ist. D.h. wir sind da praktisch immer schon in einer Falle mit uns selbst. Kann also irgendeine Reaktion noch eine eigene sein, die den Anlass an sich verstünde?
Aber ich weiß es ja schon: so etwas ist wohl nicht durchzuhalten.
@ walhalladada
Flussabwärts... wäre ja die Mündung, das Ununterschiedene (Meer), das Uferlose. Insofern wäre das schon konsequent. Aber wir haben wohl alle, zumal in solchen Zeiten, mehr „Orientierung“ nötig.
Und letztens einmal unsystematisch nachlesend bei der Jelinek-Rezeption – ich nenne extra keine Namen – fiel mir auf, wie häufig, egal ob nur brav (mangels anderer verlässlicher Attribute) nachplappernd oder argumentativ, die Qualifizierung „weiblich“ für diese Schreibweise genannt wurde, ein also ihren Gegenstand weniger fassbar und eindeutig machender Stil. Das galt mal als modern!
(Das war übrigens zum Teil oft weniger Virgina-Wolff-unterfüttert, denn, glaube ich, durch die Duras-Begeisterung damals – oder war es eine Mode? Was ist daraus geworden?)
Und hey, wer so viel Verdrängung von sich aus ins Spiel bringt, will da wohl etwas an seinem dunklen Anteil Ö. nicht wahr haben???
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Wenn ich mich schon flussabwärts treiben lasse, dann möchte ich - wertkonservativ wie ich nun einmal bin - wenigstens nach links & rechts ein Ufer sehen!
Okay, ich habe nun mal die deutsche Nationalität und käme selbst auf dem verdrängtesten Weg nicht auf die 'Josefidee', aber, wie gesagt, ich bin nun mal kein Österrreicher :)
Dada-Naivität
Ja, ich glaube, ich hatte im Sinn, das „naiv“ zu betreiben. Jedenfalls gäbe es da endlich einmal diverse Rahmen von Verabredungen und Erwartungshaltungen über fällige Reaktionen aufzukündigen. Handke macht das natürlich auf genuine Weise. Wir anderen aber...
In der Verabredung über die Reaktion, im „Aufschrei“ selber, steckte also schon die Fälschung: Der Skandal würde teils aufgehoben von unserer Neigung, das Skandalisierte als anderswie längst Verabredetes zu begreifen, von dem unsere Reaktion also schon Teil ist. D.h. wir sind da praktisch immer schon in einer Falle mit uns selbst. Kann also irgendeine Reaktion noch eine eigene sein, die den Anlass an sich verstünde?
Aber ich weiß es ja schon: so etwas ist wohl nicht durchzuhalten.
@ walhalladada
Flussabwärts... wäre ja die Mündung, das Ununterschiedene (Meer), das Uferlose. Insofern wäre das schon konsequent. Aber wir haben wohl alle, zumal in solchen Zeiten, mehr „Orientierung“ nötig.
Und letztens einmal unsystematisch nachlesend bei der Jelinek-Rezeption – ich nenne extra keine Namen – fiel mir auf, wie häufig, egal ob nur brav (mangels anderer verlässlicher Attribute) nachplappernd oder argumentativ, die Qualifizierung „weiblich“ für diese Schreibweise genannt wurde, ein also ihren Gegenstand weniger fassbar und eindeutig machender Stil. Das galt mal als modern!
(Das war übrigens zum Teil oft weniger Virgina-Wolff-unterfüttert, denn, glaube ich, durch die Duras-Begeisterung damals – oder war es eine Mode? Was ist daraus geworden?)
Und hey, wer so viel Verdrängung von sich aus ins Spiel bringt, will da wohl etwas an seinem dunklen Anteil Ö. nicht wahr haben???