Ich sollte wohl zuerst alle Kommentare lesen, bevor ich mir hier den Mund zu voll nehme. Zuerst plädiere ich einmal darauf, die Toiletten in Zukunft mit "shitting room" zu bezeichnen, wobei Toilette und Pissoir auch nicht typisch deutsche Wörter sind.
Beim "Reading Room" beschleicht mich eine andere Art von Unbehaglichkeit. Hier haben uns die Angelsachsen oder zumindest die Amerikaner eine Kultur voraus, die wir nicht kennen. (Das kann man eigentlich nur ganz selten behaupten.) Aber erst in Amerika habe ich vor 34 Jahren gelernt, dass man sich in einer Bibliothek nicht einfach etwas ausborgt, sondern den Platz zum Studieren verwendet - und eben auch zum Lesen. Und wenn ich in ein Buchgeschäft, z.B. Borders, gehe, dann ist das ein Tagesausflug, weil man sich in den Büchern festlesen kann. Es gibt Fauteuils und Snacks und der Laden wird der Platz für ein Lese-Event, nein für ein Lese-Ereignis.
Dieses Reading Room insinuiert mit seiner Englischsprachigkeit eine Gemütlichkeit, die wir dort gar nicht erwarten, die aber wir hingegen in der Form nicht kennen. Hugendubel kann mich da über nicht begeistern, obwohl sie sich ja an das amerikanische Modell anlehnen.
Wo man wirklich lesen kann (wenn auch nur Zeitungen und Illustrierte) und wo die Gemütlichkeit ihren Platz findet, ist das Wiener Café, allenfalls auch Kaffeehaus genannt. Betonung auf der zweiten Silbe. Kein teutonischer Kaffe.
Und überhaupt "reading". Wer kann den heute noch lesen? Wer nimmt sich die Zeit. Gerade im Internet, gerade im Web2.0? Was ist ein Reading Room? Eine rest station between two fucks.
Ich biete "Salle d'amusement littéraire" an.
Es geht nicht darum, Wörter französischen oder sonstigen Ursprungs auch nicht mehr zu verwenden; ein Purist bin ich nicht. Insofern ist "Salon" nicht schlecht. Es geht nur darum, "ohne Not" ein englisches Wort zu nehmen, ohne sich einmal fünf Minuten zu überlegen, ob es nicht eine adäquate deutsche Entsprechung gibt. Dass man sich das bei der FAZ erst so spät überlegt, zeigt einiges. Im übrigen: Wie löst man das Problem mit der Netzadresse "http://readingroom...", wenn man eindeutscht.
Das mit der Gemütlichkeit sehe ich ähnlich. Wobei ich in (Wiener) Caféhäusern selten Muße zum Lesen fand; inzwischen stört mich der Zigarettenrauch derart, dass ich sowas ganz meide.
Ich weiss nicht, warum man aus der Kulturtechnik des Lesens so unbedingt ein "Ereignis" (in Gottes Namen auch "Event") machen will. Ich kenne den Lesesaal in der Stadtbibliothek meiner Heimatstadt auch als absoluten Ruheort. Manchmal habe ich mich da auch einfach nur hingesetzt, weil es der einzige ruhige Raum war und störendes "Schwätzen" spätestens nach einer Minute moniert wurde.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Beim "Reading Room" beschleicht mich eine andere Art von Unbehaglichkeit. Hier haben uns die Angelsachsen oder zumindest die Amerikaner eine Kultur voraus, die wir nicht kennen. (Das kann man eigentlich nur ganz selten behaupten.) Aber erst in Amerika habe ich vor 34 Jahren gelernt, dass man sich in einer Bibliothek nicht einfach etwas ausborgt, sondern den Platz zum Studieren verwendet - und eben auch zum Lesen. Und wenn ich in ein Buchgeschäft, z.B. Borders, gehe, dann ist das ein Tagesausflug, weil man sich in den Büchern festlesen kann. Es gibt Fauteuils und Snacks und der Laden wird der Platz für ein Lese-Event, nein für ein Lese-Ereignis.
Dieses Reading Room insinuiert mit seiner Englischsprachigkeit eine Gemütlichkeit, die wir dort gar nicht erwarten, die aber wir hingegen in der Form nicht kennen. Hugendubel kann mich da über nicht begeistern, obwohl sie sich ja an das amerikanische Modell anlehnen.
Wo man wirklich lesen kann (wenn auch nur Zeitungen und Illustrierte) und wo die Gemütlichkeit ihren Platz findet, ist das Wiener Café, allenfalls auch Kaffeehaus genannt. Betonung auf der zweiten Silbe. Kein teutonischer Kaffe.
Und überhaupt "reading". Wer kann den heute noch lesen? Wer nimmt sich die Zeit. Gerade im Internet, gerade im Web2.0? Was ist ein Reading Room? Eine rest station between two fucks.
Ich biete "Salle d'amusement littéraire" an.
Das mit der Gemütlichkeit sehe ich ähnlich. Wobei ich in (Wiener) Caféhäusern selten Muße zum Lesen fand; inzwischen stört mich der Zigarettenrauch derart, dass ich sowas ganz meide.
Ich weiss nicht, warum man aus der Kulturtechnik des Lesens so unbedingt ein "Ereignis" (in Gottes Namen auch "Event") machen will. Ich kenne den Lesesaal in der Stadtbibliothek meiner Heimatstadt auch als absoluten Ruheort. Manchmal habe ich mich da auch einfach nur hingesetzt, weil es der einzige ruhige Raum war und störendes "Schwätzen" spätestens nach einer Minute moniert wurde.
Ja, diese Adresse ist schon belegt...
Falsch vermutet: