Irgendwie gefällt mir das Bild des "Steinbruchs" in Bezug auf die Kommentare nicht. Es ruft bei mir die Assoziation hervor, dass man aus den zutage geförderten Steinen etwas herausmeißeln müsse, bevor es etwas Nützliches gibt. Das mag ja häufig so sein, aber es wird auch den Fall geben, dass ein Kommentar mehr Gehalt besitzt als der kommentierte Text. Und der Autor sollte gerade an solchen Perlen interessiert sein, die ihm Neues vermitteln oder Bekanntes unter einem anderen Blickwinkel darstellen.
Der Unterschied zwischen Kommentaren auf einen Onlinebeitrag und einer Kneipendiskussion anlässlich eines gedruckten Artikels ist lediglich, dass man von letzterer als Autor im Allgemeinen keine Kenntnis hat. Aber die Diskussion kann in beiden Fällen in eine ganz andere Richtung gehen, als es der Intention des Verfassers entspricht.
Was ein bisschen weltfremd ist, ist die Rechtssprechung bzgl. von Kommentaren in Blogs oder Foren. Die Richter scheinen keine echte Vorstellung davon zu haben, welche Mengen an Text in manchen Onlinediskussionen produziert werden.
Definition "Steinbruch" aus dem Wikipedia-Artikel: "Ein Steinbruch ist ein Tagebaubetrieb, um geeignete mineralische Stoffe aus einer natürlich gewachsenen Gesteins-Lagerstätte zu gewinnen, abzubauen und in der Regel zu Baustoffen aufzubereiten."
Mir fällt bei dem Begriff sofort das "Aufbereiten" ein. Aus den Kommentaren kann - wenn es denn entsprechendes gibt - der Autor für seine anderen Beiträge Gewinn ziehen oder sie fortentwickeln. Hierin läge eine Möglichkeit des "Web 2.0" - das Artikel, die einen zeitgeschichtlichen Hintergrund haben, fortgeschrieben werden und nicht - wieder ein Bild aus "Stein" - auf ewig in Stein gemeißelt sind.
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Sollte sich die Rechtssprechung aus Hamburg durchsetzen (also beispielsweise Niggemeier mit seinen Revisionen scheitern), dann kann zumindest twoday einpacken, da man offensichtlich weder willens noch in der Lage ist, Moderationen für Kommentare anzubieten (diesbezügliche Anfragen werden nicht beantwortet).
Ehrlich gesagt schwanke ich, ob ich die Rechtssprechung gut oder schlecht finden soll. Ein Vorteil an einer Moderation ist, dass ggf. viel Unsinn gleich weggefiltert wird und Provokationen nicht möglich sind. Der Nachteil ist, dass sehr viele mit einem solchen Zustand nicht umgehen können; es wird Unliebsames sofort mit herausgefiltert.
Was meinst du denn mit Moderation? Löschen kann man als Blogbesitzer beliebige Kommentare in seinem Blog. Damit hat Twoday seine Verantwortung auf die Benutzer übertragen, m.E. sind sie damit juristisch aus dem Schneider.
Womit sie irgendwann Probleme bekommen werden, genauso wie Nensch, ist ihre Software. Man kann das Prinzip, per Makro einige wenige Parameter der Oberfläche ändern zu können, nicht vollkommen umschmeißen, ohne zugleich wahrscheinlich sämtliche Datenbankinhalte zu verlieren. Welche Schwierigkeiten es macht, wenn nur einige wenige Fremdtools ihre Schnittstelle ändern, sieht man ja bereits von Zeit zu Zeit. Meiner Meinung nach ist Antville als Softwarebasis irgendwann am Ende.
Ich hatte vor kurzem auch Mailkontakt mit dem Support und war nicht so richtig glücklich. Mein Eindruck: Man ist derzeit recht zufrieden mit dem aktuellen (finanziellen) Zustand und ist deshalb nicht darauf angewiesen, dass alle Partizipienten ebenfalls immer zufrieden sind. Das erinnert mich an die Anfragen eines unserer Geschäftspartner bei Microsoft. Nur Twoday ist nicht Microsoft.
...aber der User nicht. Und im Zweifel muss twoday die Identität des Users offenlegen. Wenn also - wie bei Niggemeier - jemand um 3 Uhr morgens einen beleidigenden Kommentar postet, dieser vom Hausherrn zwar gegen 10 Uhr gelöscht wird, dann kann er strafrechtlich noch belangt werden. Wenn dies bestätigt wird, dann gibt's bei twoday nur noch Häkelblogs - oder kommentarlos. Für mich sind aber Kommentare essentiell, ansonsten kann ich's gleich seinlassen.
Moderation heisst: Der Kommentar muss vor Veröffentlichung vom jeweiligen Blogger freigeschaltet werden.
Im übrigen ist das Verhalten merkwürdig, wenn es daher käme, dass man mit dem finanziellen Zustand nicht zufrieden wäre. Dann müsste man ja erst recht mehr auf die Kunden eingehen...
Moderation - ja, jetzt fällt es mir auch wieder ein. Das würdest du bei dir einschalten, wenn es das gäbe?
Von den Hamburger Urteilen habe ich auch gelesen, sie wurden in vielen Computerforen und auch von einem Rechtsanwalt in der Zeitschrift ct diskutiert. Grundtenor war, dass die Urteile weltfremd sind. Vermutlich ist der Streitwert dieser Urteile bis jetzt noch nicht hoch genug, um sich bis nach oben durchzuklagen. Doch, wenn ich mir die 'Experten' ansehe, die dem Justiz- und dem Innenmisterium vorstehen, die eine kennt das Wort 'Browser' nicht, der andere ist ein Wiedergänger von Orwell, dann ist auch das letztinstanzliche Urteil nicht sicher.
Moderationssoftware würde bei mir nichts bringen, weil mein Blog keine dauerhafte Breitenwirkung hat. Es wäre nur gut zu wissen, dass so etwas existierte, damit es beispielsweise fallweise "eingeschaltet" werden könnte.
Also über die Zugriffszahlen kannst du dich wirklich nicht beschweren, sie sind z.B. 5x höher als bei mir. Ich habe mir den von dir verlinkten Text durchgelesen, also die Urteilsbegründung und die Kommentarbeispiele. Aus dem Text kann man auch ahnen, wie der abgemahnte Text ausgesehen hat. Ich hoffe, dass Niggemeier mit seinem Einspruch Recht bekommt. Die Kommentare sind arg daneben, aber er hat sie ja ordnungsgemäß gelöscht.
In meinem Blog habe ich letzte Woche das Kommentieren auf bei Twoday Angemeldete eingeschränkt, nachdem ich zweimal bemerkt habe, wie unmittelbar nachdem ich einen Kommentar geschrieben hatte, ein weiterer und sehr unschöner Kommentar eines Anonymen eingetragen wurde, der nur Hunderte von Links enthielt. Ich vermute hier einen Spam-Robot als Quelle. Gegen so etwas gibt es keine Verteidigung (außer eben Moderation).
Zugriffszahlen aufgrund einer prominenten Verlinkung sind ephemer. Ich sprach eher von einer Breitenwirkung. Diese wird man meiner Meinung nach nie erzielen, wenn man nur ungefähr drei oder vier Beiträge im Monat schreibt, die auch noch spezifisch und - vermutlich - zu lang sind (ich spreche von meinen Texten).
Man kann jetzt den Perlentaucher, SpOn und einige andere Magazine für Beiträge verwursten. Das macht dann zehn Beiträge am Tag. Bei 20 Lesern sind das schon mal minimum 200 Zugriffe = minimum 6000 im Monat. Bei nur vier Beiträgen (lässt man die Leserzahl mal gleich), dann sind das 80 Zugriffe/Monat. Dazu kommen natürlich die ganzen Google-Suchen und die Kommentare.
Wenn ich mir die Statistiken in meinem Blog ansehe, dann werden die Beiträge über den Rom- und den Korsikaurlaub am meisten aufgerufen. Ich glaube, es ist normal, dass schwierige und Spezialthemen enthaltende Artikel, zumal in einem x-beliebigen Blog und mit immer über 1000 Wörtern nur eine verschwindend kleine Leserschaft ansprechen. Um größere Kreise zu erreichen, müsste man ein "echter" Journalist sein und in einer Fachzeitschrift publizieren - da verschieben sich allerdings auch die Maßstäbe an die Schreibe und die Recherche noch einmal deutlich nach oben.
Wir hatten das Thema ja schon häufiger und es wird auch von anderen oft thematisiert - die Intentionen zum Schreiben sind so verschieden wie die Autoren. Ich schreibe in erster Linie für mich selbst, um Erinnerungen zu haben, mir über bestimmte Dinge klar zu werden, Entwicklungen verfolgen zu können. Das öffentlich zu machen erzwingt eine gewisse Mindestsorgfalt. Dafür reichen mir als Bestätigung aber 10 Leser je Beitrag und im Schnitt 2 Kommentare vollkommen aus, um diese meine intrinsische Motivation zu erhalten.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Der Unterschied zwischen Kommentaren auf einen Onlinebeitrag und einer Kneipendiskussion anlässlich eines gedruckten Artikels ist lediglich, dass man von letzterer als Autor im Allgemeinen keine Kenntnis hat. Aber die Diskussion kann in beiden Fällen in eine ganz andere Richtung gehen, als es der Intention des Verfassers entspricht.
Was ein bisschen weltfremd ist, ist die Rechtssprechung bzgl. von Kommentaren in Blogs oder Foren. Die Richter scheinen keine echte Vorstellung davon zu haben, welche Mengen an Text in manchen Onlinediskussionen produziert werden.
Mir fällt bei dem Begriff sofort das "Aufbereiten" ein. Aus den Kommentaren kann - wenn es denn entsprechendes gibt - der Autor für seine anderen Beiträge Gewinn ziehen oder sie fortentwickeln. Hierin läge eine Möglichkeit des "Web 2.0" - das Artikel, die einen zeitgeschichtlichen Hintergrund haben, fortgeschrieben werden und nicht - wieder ein Bild aus "Stein" - auf ewig in Stein gemeißelt sind.
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Sollte sich die Rechtssprechung aus Hamburg durchsetzen (also beispielsweise Niggemeier mit seinen Revisionen scheitern), dann kann zumindest twoday einpacken, da man offensichtlich weder willens noch in der Lage ist, Moderationen für Kommentare anzubieten (diesbezügliche Anfragen werden nicht beantwortet).
Ehrlich gesagt schwanke ich, ob ich die Rechtssprechung gut oder schlecht finden soll. Ein Vorteil an einer Moderation ist, dass ggf. viel Unsinn gleich weggefiltert wird und Provokationen nicht möglich sind. Der Nachteil ist, dass sehr viele mit einem solchen Zustand nicht umgehen können; es wird Unliebsames sofort mit herausgefiltert.
Womit sie irgendwann Probleme bekommen werden, genauso wie Nensch, ist ihre Software. Man kann das Prinzip, per Makro einige wenige Parameter der Oberfläche ändern zu können, nicht vollkommen umschmeißen, ohne zugleich wahrscheinlich sämtliche Datenbankinhalte zu verlieren. Welche Schwierigkeiten es macht, wenn nur einige wenige Fremdtools ihre Schnittstelle ändern, sieht man ja bereits von Zeit zu Zeit. Meiner Meinung nach ist Antville als Softwarebasis irgendwann am Ende.
Ich hatte vor kurzem auch Mailkontakt mit dem Support und war nicht so richtig glücklich. Mein Eindruck: Man ist derzeit recht zufrieden mit dem aktuellen (finanziellen) Zustand und ist deshalb nicht darauf angewiesen, dass alle Partizipienten ebenfalls immer zufrieden sind. Das erinnert mich an die Anfragen eines unserer Geschäftspartner bei Microsoft. Nur Twoday ist nicht Microsoft.
twoday mag aus dem Schneider sein...
Moderation heisst: Der Kommentar muss vor Veröffentlichung vom jeweiligen Blogger freigeschaltet werden.
Im übrigen ist das Verhalten merkwürdig, wenn es daher käme, dass man mit dem finanziellen Zustand nicht zufrieden wäre. Dann müsste man ja erst recht mehr auf die Kunden eingehen...
Von den Hamburger Urteilen habe ich auch gelesen, sie wurden in vielen Computerforen und auch von einem Rechtsanwalt in der Zeitschrift ct diskutiert. Grundtenor war, dass die Urteile weltfremd sind. Vermutlich ist der Streitwert dieser Urteile bis jetzt noch nicht hoch genug, um sich bis nach oben durchzuklagen. Doch, wenn ich mir die 'Experten' ansehe, die dem Justiz- und dem Innenmisterium vorstehen, die eine kennt das Wort 'Browser' nicht, der andere ist ein Wiedergänger von Orwell, dann ist auch das letztinstanzliche Urteil nicht sicher.
Moderationssoftware würde bei mir nichts bringen, weil mein Blog keine dauerhafte Breitenwirkung hat. Es wäre nur gut zu wissen, dass so etwas existierte, damit es beispielsweise fallweise "eingeschaltet" werden könnte.
In meinem Blog habe ich letzte Woche das Kommentieren auf bei Twoday Angemeldete eingeschränkt, nachdem ich zweimal bemerkt habe, wie unmittelbar nachdem ich einen Kommentar geschrieben hatte, ein weiterer und sehr unschöner Kommentar eines Anonymen eingetragen wurde, der nur Hunderte von Links enthielt. Ich vermute hier einen Spam-Robot als Quelle. Gegen so etwas gibt es keine Verteidigung (außer eben Moderation).
Naja,
Man kann jetzt den Perlentaucher, SpOn und einige andere Magazine für Beiträge verwursten. Das macht dann zehn Beiträge am Tag. Bei 20 Lesern sind das schon mal minimum 200 Zugriffe = minimum 6000 im Monat. Bei nur vier Beiträgen (lässt man die Leserzahl mal gleich), dann sind das 80 Zugriffe/Monat. Dazu kommen natürlich die ganzen Google-Suchen und die Kommentare.
Wir hatten das Thema ja schon häufiger und es wird auch von anderen oft thematisiert - die Intentionen zum Schreiben sind so verschieden wie die Autoren. Ich schreibe in erster Linie für mich selbst, um Erinnerungen zu haben, mir über bestimmte Dinge klar zu werden, Entwicklungen verfolgen zu können. Das öffentlich zu machen erzwingt eine gewisse Mindestsorgfalt. Dafür reichen mir als Bestätigung aber 10 Leser je Beitrag und im Schnitt 2 Kommentare vollkommen aus, um diese meine intrinsische Motivation zu erhalten.