Maifeiertag, regnerisches Wetter, schon draußen gewesen, keine Lust, was Sinnvolleres zu machen, also gebe ich hier einen Kommentar ab. (So viel zur Frage: "Warum kommentiert man auf Blogs?")
Weiter oben war von einer eventuellen "Gemeinschafts-Gesinnung" in Blog-Diskussionen die Rede. Genau dieses Phänomen des Strebens nach "Meinungseinfalt" verleidet mir in der Regel die Teilnahme an Debatten im weltweiten Netz. Ganz egal, ob man sich sog. "Hassblogs" oder preisgekrönte Web-Tagebücher wie das von S. Niggemeier ansieht: In der Regel vertreten 90 bis 95 Prozent des Kommentariats konvergierende Positionen, die meistens auch mit der mehr oder minder stark durchschimmernden Tendenz des Blog-Betreibers koinzidieren.
Bleiben wir beim Beispiel des Niggemeier-Blogs. Kommentare zu Einträgen über die Themen Islam, Ausländer etc. braucht man gar nicht mehr zu lesen, denn es steht von vornherein fest, welche Entwicklung die Diskussion nimmt: Nach etlichen übereinstimmenden Kommentaren melden sich eine Handvoll Abweichler zu Wort. Einige davon sind wirkliche Hetzer. Meistens finden sich in der Widerspruchsgruppe aber auch eine bis drei Personen, die eine differenzierte Meinung auf einem hohen sprachlichen und intellektuellen Niveau vertreten.
Die Wortführer der Mehrheitsposition machen sich so gut wie nie die Mühe, zwischen diesen beiden Arten des Dissenses zu unterscheiden. Mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit wird im Sinne der "Meinungshygiene" (meine Wortwahl ist bewusst provokant) die Nazi- oder Rassisten-Keule ausgepackt und wahllos gegen jeden Andersdenkenden verwendet. Die Abweichler werden hinausgebissen und somit wird jede Form des Austauschs von Argumenten im Keim erstickt.
Wie gesagt: Was bei Niggemeier passiert, geschieht unter anderen Vorzeichen auch in allen übrigen Meinungs-Blogs, die ich kenne. Deshalb scheint es mir mittlerweile nur noch sinnvoll, in "Hilfs-" bzw. "Problembehebungsblogs" zu kommentieren, weil die Benutzerbeiträge dort wirklich einen - um G. Keuschnigs Formulierung zu übernehmen - "Mehrwert generieren".
Ich glaube, Sie übertreiben mit der "Gemeinschafts-Gesinnung". Aus Erfahrungen der letzten Monate kann ich fast nur den Niggemeier-Blog heranziehen. Fast alle anderen Blogs, die ich besuche, haben entweder keine oder wenige Kommentare.
Die Zahl von 90 bis 95 Prozent des Kommentariats, die konvergierende Positionen vertreten, halte ich für übertrieben. Beispielsweise wird Niggemeier in diesem Beitrag teilweise ziemlich hart angegangen. Auch in den in meinen Beiträgen genannten Artikeln gibt es eine Vielzahl von divergierenden Meinungen. Die Frage ist nicht, DASS es einen Dissens gibt, sondern WIE dieser formuliert wird. Etliches, was Niggemeier stehenlässt, weil "nur" er beleidigt wird, hätte ich bei mir immer gelöscht.
Ich würde die Zahl bei ihm bei ungefähr 70:30 - bei einigen Themen vielleicht 60:40 ausmachen. Das Problem ist - das hatte ich beschrieben - dass sehr oft die Metadiskussion über die mediale Verarbeitung eines Themas verlassen wird und das eigentliche Thema selber diskutiert wird.
Im Gegensatz zu vielleicht anderen glaube ich, dass es einen Austausch von Argumenten mit einer gewissen Klientel nicht bzw. über Blogs nicht geben kann. Das hat mehrere Gründe - einer ist, dass sehr schnell das "Argument" verlassen wird. Sehen Sie sich aber die Diskussion bei Niggemeier über Scientology an. Dort wurde der Verfechter der CoS nicht verbissen - die Diskussion drehte sich eben nachher nur im Kreis, weil alles gesagt war.
Eine wirklich fruchtbare und geistreiche Diskussion im Netz habe ich selten erlebt. Das geht vielleicht auch gar nicht und wäre zuviel Erwartung, die man hineinprojiziert. Ich stimme Ihnen zu, dass es viele dichte und enge "Communities" gibt, die bereits ansatzweise jeden kritischen Kommentator verbeissen. Aber wir im richtigen Leben gibt es auch Leute, mit denen man sich nicht unterhalten kann. Aber deshalb gibt man die Kommunikation nicht auf, oder?
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
"Gemeinschafts-Gesinnung"
Weiter oben war von einer eventuellen "Gemeinschafts-Gesinnung" in Blog-Diskussionen die Rede. Genau dieses Phänomen des Strebens nach "Meinungseinfalt" verleidet mir in der Regel die Teilnahme an Debatten im weltweiten Netz. Ganz egal, ob man sich sog. "Hassblogs" oder preisgekrönte Web-Tagebücher wie das von S. Niggemeier ansieht: In der Regel vertreten 90 bis 95 Prozent des Kommentariats konvergierende Positionen, die meistens auch mit der mehr oder minder stark durchschimmernden Tendenz des Blog-Betreibers koinzidieren.
Bleiben wir beim Beispiel des Niggemeier-Blogs. Kommentare zu Einträgen über die Themen Islam, Ausländer etc. braucht man gar nicht mehr zu lesen, denn es steht von vornherein fest, welche Entwicklung die Diskussion nimmt: Nach etlichen übereinstimmenden Kommentaren melden sich eine Handvoll Abweichler zu Wort. Einige davon sind wirkliche Hetzer. Meistens finden sich in der Widerspruchsgruppe aber auch eine bis drei Personen, die eine differenzierte Meinung auf einem hohen sprachlichen und intellektuellen Niveau vertreten.
Die Wortführer der Mehrheitsposition machen sich so gut wie nie die Mühe, zwischen diesen beiden Arten des Dissenses zu unterscheiden. Mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit wird im Sinne der "Meinungshygiene" (meine Wortwahl ist bewusst provokant) die Nazi- oder Rassisten-Keule ausgepackt und wahllos gegen jeden Andersdenkenden verwendet. Die Abweichler werden hinausgebissen und somit wird jede Form des Austauschs von Argumenten im Keim erstickt.
Wie gesagt: Was bei Niggemeier passiert, geschieht unter anderen Vorzeichen auch in allen übrigen Meinungs-Blogs, die ich kenne. Deshalb scheint es mir mittlerweile nur noch sinnvoll, in "Hilfs-" bzw. "Problembehebungsblogs" zu kommentieren, weil die Benutzerbeiträge dort wirklich einen - um G. Keuschnigs Formulierung zu übernehmen - "Mehrwert generieren".
Kunst der Formulierung
Die Zahl von 90 bis 95 Prozent des Kommentariats, die konvergierende Positionen vertreten, halte ich für übertrieben. Beispielsweise wird Niggemeier in diesem Beitrag teilweise ziemlich hart angegangen. Auch in den in meinen Beiträgen genannten Artikeln gibt es eine Vielzahl von divergierenden Meinungen. Die Frage ist nicht, DASS es einen Dissens gibt, sondern WIE dieser formuliert wird. Etliches, was Niggemeier stehenlässt, weil "nur" er beleidigt wird, hätte ich bei mir immer gelöscht.
Ich würde die Zahl bei ihm bei ungefähr 70:30 - bei einigen Themen vielleicht 60:40 ausmachen. Das Problem ist - das hatte ich beschrieben - dass sehr oft die Metadiskussion über die mediale Verarbeitung eines Themas verlassen wird und das eigentliche Thema selber diskutiert wird.
Im Gegensatz zu vielleicht anderen glaube ich, dass es einen Austausch von Argumenten mit einer gewissen Klientel nicht bzw. über Blogs nicht geben kann. Das hat mehrere Gründe - einer ist, dass sehr schnell das "Argument" verlassen wird. Sehen Sie sich aber die Diskussion bei Niggemeier über Scientology an. Dort wurde der Verfechter der CoS nicht verbissen - die Diskussion drehte sich eben nachher nur im Kreis, weil alles gesagt war.
Eine wirklich fruchtbare und geistreiche Diskussion im Netz habe ich selten erlebt. Das geht vielleicht auch gar nicht und wäre zuviel Erwartung, die man hineinprojiziert. Ich stimme Ihnen zu, dass es viele dichte und enge "Communities" gibt, die bereits ansatzweise jeden kritischen Kommentator verbeissen. Aber wir im richtigen Leben gibt es auch Leute, mit denen man sich nicht unterhalten kann. Aber deshalb gibt man die Kommunikation nicht auf, oder?