Sebastian (anonym) - 2008-04-28 01:15

*mecker*

Ich kann dem Diskurs bisweilen nicht so richtig folgen. Hier werden Dinge diskutiert, die schon vor 10 Jahren im Usenet festegellt wurden: Anonymität führt zu diesen Formen der Reaktion. Siehe "Nazi" bei Niggemeier. Daneben gibt es noch den Troll, mit dem man nicht diskutieren kann (ich sage nur "Che"). Den Clown (moi), die Schleimer, die Ja-Sager. Die Immer-Nein-Sager mit dem "Dagegen"-Schild. Die Neider ("Ihr sagt doch nur was, weil ihr Backlinks wollt" - worauf ich mal sagen kann "Nein, ich sag was weil ich gerne Aufmerksamkeit habe").

Eins haben diese Sachen alle gemeinsam: Arbeit. Es kostet Zeit. Es kostet Nerven. Es nervt bisweilen, und wenn da nicht die Perlen wären zwischen den vielen Kommentaren, die es lohnenswert machen, die Kommentarfunktion an zu lassen, dann macht man sie aus.

Was mir etwas zu wenig beleuchtet wird ist die offensichtliche Seite. Warum muss man als arbeitender Mensch, dessen Berufsfeld durch das Internet erweitert wird, Masochist sein? Beispiel Dane Cook, der sich über das Antworten auf IM die Fanbase gebaut hat, die ihn dann in den Comedy Clubs gegen bare Münze sehen wollte. Oder jede Rockband (nehmen wir mal http://www.bademeister.com als Beispiel). Oder in weiterer Extremform Daily Kos (www.dailykos.com). Oder Huffington Post.

Kommentare haben eindeutige Vorteile für Menschen, die sie nicht als Klickmaschine sehen, sondern als Werkzeug für das, was man produziert. Von daher kann man das/den Bildblog auch nicht mit den Kommentarfunktionen auf faz.de, welt.de oder sueddeutsche.de vergleichen. Ich könnte das jetzt noch extrem weiter ausformulieren, will ich aber gar nicht. Ich könnt auch drüber bei mir bloggen - will ich aber auch nicht. Für mich ist das alles zu offensichtlich, da lohnt sich die Niederschrift doch gar nicht.

Ich persönlich finde die Einführung des "Kommentare aus"-Knopfes bei Stefan Niggemeier sehr sehr komisch, das sei noch gesagt. Er scheint mir für Leute gemacht, die genauso wie die Macher der großen deutschen Tageszeitungen (siehe oben) einfach an ihre Artikel die Kommentarfunktion dranflanschen - sie gehen ins Netz und wollen stefan-niggemeier.de konsumieren wie eine Tageszeitung. Das kommt mir so vor wie jemand der gerne einen gemischten Salat hätte, aber ohne den grünen Salat, ohne Gurken, ohne Sprossen, ohne das Dressing aber dafür mit Zwiebeln und mehr Tomaten. Bis nur noch ein Tomatensalat übrig bleibt.

Da geht dann doch offensichtlich was verloren.

Ludewig Lodewich (anonym) - 2008-04-28 01:23

Neider?

Wieso sind Leute neidisch, die darauf hinweisen, dass nach ihrer Ansicht viele Kommentare (bei Niggemeier) nur geschrieben werden wegen der Links auf das eigene Blog?
ingo (anonym) - 2008-04-28 07:32

Danke Sebastian

Das bringt es auf den Punkt. Die Diskussion ist vollkommen überflüssig (warum lese ich das dann überhaupt?)!

Wenn ich etwas sage/schreibe hätte ich halt nun mal grundsätzlich gerne irgendeine Reaktion. Im Nachhinein kann man sich dann halt ärgern wenn, die Diskussion nicht so läuft, wie man sich das wünscht. Das ist bei Blog-Kommentaren so, das ist in Diskussionsforen so und das ist auch im wahren Leben so.

Darüber hinaus HerrKeschnig finde ich Ihren Eintrag auch nicht so top geschrieben, wie andere hier. Ist mir viel viel viel zu viel Lobhudelei für Herrn Niggemeyer drinne. Lob hat er verdient, aber ob man ihm sich gleich zu Füßen legen muss?

Warum tuen Sie sich eigentlich Kommentare an? (ab und zu liegt die Antwort auf eine Frage ganz nah bei einem selber UND ist erschreckend einfach zu beantworten)
Gregor Keuschnig - 2008-04-28 08:10

@ingo - Lobhudelei?

Na, da müsen Sie vielleicht noch mal genauer lesen, m. E. kann von "Lobhudelei" nicht die Rede sein.

Ich weiss auch nicht, wieviel Sie hier schon gelesen haben (ist ja nicht schlimm, wenn's nicht so viel ist). Aber man darf auch schon mal was loben, oder? "Lobhudelei" auch bei Jedlicki, Louise Richardson oder Ariane Breidenstein? Kritik beinhaltet auch Positives. Warum nicht?

Dass Sie den Beitrag nicht "top geschrieben" sehen - okay, ich nehm' das auf.
ingo (anonym) - 2008-04-28 08:56

@Gregor Keuschnig

Loben darf man sicherlich auch bei Kritik und Positives darf sie auch enthalten, keine Frage! Und nein, ich habe noch gar nichts von Ihnen gelesen. Ich bin durch die Verlinkung von Herrn Niggemeyer aufmerksam geworden.

Ich habe mich insbesondere an Formulierungen in Ihrem letzten Abschnitt bezogen. Dort heißt es: "Ich glaube, wenn Stefan Niggemeier wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde er heute noch eine Agenturmeldung kritisieren."

Vielleicht lese ich den ganzen Abschnitt auch nur falsch, aber er liest sich für mich mit einer Menge Pathos und entsprechender Musik im Hintergrund.

Und zack, läuft die Diskussion - zumindest in diesem Mini-Thread der Kommentare - schon in eine RIchtung, die ja so gar nicht gewollt war. ;-)
Gregor Keuschnig - 2008-04-28 09:07

@ingo

Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich man Texte interpretieren kann (eine Binsenweisheit, ich weiss). Ich sehe den letzten Absatz nicht als pathetisch. Ich halte Niggemeier tatsächlich für einen Aufklärer (und in diesem Sinne - das sagt aber vielleicht ein Zyniker! - für einen Idealisten). Das geht mir manchmal ein bisschen weit, aber ich find's generell positiv. Den letzten Satz halte ich für eine launige Formulierung. Ist doch interessant, dass es andere als Lobhudelei lesen.

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