Zwar erlaube ich mir gerne das doppelte Vergnügen, a) eine bestimmte Literatur, die das gehobene Feuilleton für diskussionswürdig hält und b) tausendseitige Bücher , zu ignorieren, wurde in diesem Falle aber ein wenig verunsichert.
Hermann Kant hat in "Ossietzky" 7/08 neben den vielen Mängeln dem Buch auch "außerordentliche Meriten" zugesprochen. Er meint, der Autor habe eine Täter-Stimme für uns hörbar gemacht und zwar "ohne eine Apologetik, die Aussichten bei uns hätte, und ohne auch nur einen Funken Verständnis aus uns zu schlagen. Im Gegenteil, man hält nun alles für möglich und richtet sich etwas wacher darauf ein." Nach Ihrer sorgfältigen Rezension, Herr Keuschnig, scheint mir bei Kant ein wenig Wunschdenken mitzuspielen. Wie dem auch sei, da ich ohnehin "alles für möglich halte", würde auch aus dieser Qualität kein Lesemotiv entstehen.
Also, mit gutem Gewissen vorm Lesen bewahrt.
wenn ich jemanden vor dem Lesen eines Buches bewahrt haben soll. Im Zweifel: immer lesen und sich selbst ein Urteil bilden.
Das Kant-Urteil verstehe ich nicht. Wenn man der Figur kein "Verständnis" entgegenbringen kann, dann hat dieses Buch ja keinerlei Auswirkungen gehabt. Denn das man einen SS-Obersturmbannführer vor der Lektüre zunächst einmal nicht mit grosser Sympathie begegnet, ist irgendwie logisch. Wenn diese Antipathie jedoch im Laufe des Buches gesteigert bzw. gefestigt wird, so ist dies nichts Neues. Als Effekt übrigens zu wenig - ich mag keine dichotomischen Weltbilder (es ist meistens komplizierter).
Und auch, warum man jetzt, durch die Lektüre des Buches, plötzlich "alles für möglich" halten soll, erschliesst sich mir auch nicht. Dafür brauche ich dieses Buch nicht (sondern vielleicht andere).
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Kommentare hier...
Anregungen...
sind immer willkommen - aber ich glaube, ich kann zum...
Herzlichen Dank für diese ausführliche Rezension
Hermann Kant hat in "Ossietzky" 7/08 neben den vielen Mängeln dem Buch auch "außerordentliche Meriten" zugesprochen. Er meint, der Autor habe eine Täter-Stimme für uns hörbar gemacht und zwar "ohne eine Apologetik, die Aussichten bei uns hätte, und ohne auch nur einen Funken Verständnis aus uns zu schlagen. Im Gegenteil, man hält nun alles für möglich und richtet sich etwas wacher darauf ein." Nach Ihrer sorgfältigen Rezension, Herr Keuschnig, scheint mir bei Kant ein wenig Wunschdenken mitzuspielen. Wie dem auch sei, da ich ohnehin "alles für möglich halte", würde auch aus dieser Qualität kein Lesemotiv entstehen.
Also, mit gutem Gewissen vorm Lesen bewahrt.
Ich bin immer skeptisch...
Das Kant-Urteil verstehe ich nicht. Wenn man der Figur kein "Verständnis" entgegenbringen kann, dann hat dieses Buch ja keinerlei Auswirkungen gehabt. Denn das man einen SS-Obersturmbannführer vor der Lektüre zunächst einmal nicht mit grosser Sympathie begegnet, ist irgendwie logisch. Wenn diese Antipathie jedoch im Laufe des Buches gesteigert bzw. gefestigt wird, so ist dies nichts Neues. Als Effekt übrigens zu wenig - ich mag keine dichotomischen Weltbilder (es ist meistens komplizierter).
Und auch, warum man jetzt, durch die Lektüre des Buches, plötzlich "alles für möglich" halten soll, erschliesst sich mir auch nicht. Dafür brauche ich dieses Buch nicht (sondern vielleicht andere).