Fazit? Immer noch zu viele unterschiedlich schillernde Facetten...
Habe mir gerade - zufällig auf Phoenix gefunden – die “Aschaffenbruger Gespräche” mit dem ZDF-Guido (Knopp) angetan.
Nach meinem Gefühl ist es so, dass sich in den Einschätzungen der üblichen Verdächtigen da eigentlich nichts verändert hat, aber auch noch nicht so viel mehr deutlicher geworden ist, als mit den Jahren eh.
Ich ertappte mich dabei, sogar Schönbohm zustimmen zu können in seiner Irritation, dass ’68 doch auch der Prager Sozialismus niedergewalzt wurde, und dass das niemand von den den anderen (Ditfurth, Aly, Baring, Ströbele) in seiner Eingangs-Selbsteinschätzung auch nur gestreift hatte. (Ich war damals zu jung, Schüler, aber erinnere mich, dass mich DAS mehr empört hatte, als etwa die Knüppeleien der Berliner Polizei usw.)
Ich kann nicht auf alles eingehen, was mir beim Zuhören so in den Kopf kam, vielleicht ist mir auch – überraschend vieles, aber das wieder nur nach dem Gefühl – zu viel noch präsent.
Ich finde Aly hat doch einiges für sich, auch wenn seine Generalthese überspitzend daher kommt... während die “gefestigteren” Positionen teilweise etwas klischeehaft und unüberzeugender daherkommen: Die Geschichten über die Geschichte hat sich da teils zu sehr verfestigt.
Mein Fazit wäre (ohne Kraushaar, außer in einigen seiner Aufsätze näher zu kennen), dass es ein Fazit noch nicht gibt. Das alles ist viel zu nah und hat den Diskurs bis heute zu lebendig durchdrungen, als dass man es abschließend würdigen könnte. (Gut, will ja auch keiner... aber die Stimmen kommen doch sehr gewichtig daher.)
hatte ich auch wenige Minuten an, aber als Frau Ditfurth (die ich schon im publizistischen Nirwana wähnte - bis sie dann ihre Geschichtsklitterungen zu Ulrike Meinhof aufnahm) dann loslegte, war meine Schmerzgrenze erreicht. Übrigens zu früh. Im Vergleich zur Diskussion auf 3sat gestern um 21 Uhr (u. a. Aly, Theweleit, Franziska Augstein [die 1968 vier Jahre alt war und ausdrücklich sagte, "keine Erinnerung" an '68 zu haben - was sie nicht daran hinderte, Aly zu verreissen]) war das wohl noch Gold. Theweleit, der im besten Revoluzzer-Jargon Aly versuchte, niederzureden (die Moderatorin war thematisch UND journalistisch völlig überfordert), kann man sich heute noch als SDS-Funktionär vorstellen. Widerlich.
Vermutlich haben Sie recht: Eine abschliessende Bewertung oder Analyse (und sei sie nur "halb-abschliessend") ist kaum möglich und wohl auch nicht gewollt. Dies vor allem, weil die Protagonisten von damals noch zu sehr Meinungsführer sind - und befangen in ihrer Sicht, die das Urteil heute noch trübt.
Fazit? Immer noch zu viele unterschiedlich schillernde Facetten...
Nach meinem Gefühl ist es so, dass sich in den Einschätzungen der üblichen Verdächtigen da eigentlich nichts verändert hat, aber auch noch nicht so viel mehr deutlicher geworden ist, als mit den Jahren eh.
Ich ertappte mich dabei, sogar Schönbohm zustimmen zu können in seiner Irritation, dass ’68 doch auch der Prager Sozialismus niedergewalzt wurde, und dass das niemand von den den anderen (Ditfurth, Aly, Baring, Ströbele) in seiner Eingangs-Selbsteinschätzung auch nur gestreift hatte. (Ich war damals zu jung, Schüler, aber erinnere mich, dass mich DAS mehr empört hatte, als etwa die Knüppeleien der Berliner Polizei usw.)
Ich kann nicht auf alles eingehen, was mir beim Zuhören so in den Kopf kam, vielleicht ist mir auch – überraschend vieles, aber das wieder nur nach dem Gefühl – zu viel noch präsent.
Ich finde Aly hat doch einiges für sich, auch wenn seine Generalthese überspitzend daher kommt... während die “gefestigteren” Positionen teilweise etwas klischeehaft und unüberzeugender daherkommen: Die Geschichten über die Geschichte hat sich da teils zu sehr verfestigt.
Mein Fazit wäre (ohne Kraushaar, außer in einigen seiner Aufsätze näher zu kennen), dass es ein Fazit noch nicht gibt. Das alles ist viel zu nah und hat den Diskurs bis heute zu lebendig durchdrungen, als dass man es abschließend würdigen könnte. (Gut, will ja auch keiner... aber die Stimmen kommen doch sehr gewichtig daher.)
Diese Diskussionsrunde...
Vermutlich haben Sie recht: Eine abschliessende Bewertung oder Analyse (und sei sie nur "halb-abschliessend") ist kaum möglich und wohl auch nicht gewollt. Dies vor allem, weil die Protagonisten von damals noch zu sehr Meinungsführer sind - und befangen in ihrer Sicht, die das Urteil heute noch trübt.