primär ein Buch über die RAF, obwohl natürlich die Geschichte aufgefächert wird. Der ideologische Hintergrund und die gruppendynamischen Prozesse spielen aber - natürgemäss - nur am Rande eine Rolle bzw. nur, insofern sie die Kommunikationsstrategie tangieren. Das "Standardwerk" über die RAF ist das Buch von Stefan Aust "Der Baader Meinhof Komplex". Das ist allerdings auch ein bisschen umstritten inzwischen. Insbesondere, was Austs Quellen angeht (er verlässt sich z. B. sehr stark auf Aussagen von Boock).
Schwer zu sagen. Ich habe das Buch irgendwann '89 oder so gelesen. Es hat massgeblich die Rezeption der RAF und des RAF-Terrorismus in Deutschland geprägt, vielleicht sogar bestimmt. Austs Dokumentation in der ARD vom Oktober '07 hat einige neue Aspekte hinzugefügt, die teilweise jedoch durchaus umstritten sind.
Elter macht an einer Stelle im Buch einen kleinen Seitenhieb auf Austs Deutungsmaschinerie...
Mein Eindruck war, dass Aust durchaus auch Sympathie oder mindestens Verständnis für die APO-Ziele hegte (wie das bei Elter auch zu sein scheint), dann jedoch mit der zunehmenden Radikaliserung nicht klar kam. Koenens "Vesper, Ensslin, Baader" habe ich nicht gelesen. Er soll aber strenger ins Gericht gegangen sein.
Elter schreibt an einer Stelle, dass es u. U. ein Nachteil sein kann, dass diejenigen die Geschichte der RAF schreiben, die seinerzeit "mittendrin" waren, d. h. also Zeitgenossen waren. Das ist ein interessanter Aspekt, da es m. E. immer als Vorteil galt, in historischen Prozessen Zeitgenosse gewesen zu sein. Allerdings ist das Argument zu grosser auch emotionaler Nähe zum Forschungsgegenstand nicht ganz von der Hand zu weisen. Elter ist 1968 geboren, war also zur Hochzeit der RAF-Hysterie 1977 gerade mal 9 Jahre alt. Aust ist 1946 geboren, Koenen 1944 - beides also (sozusagen) "68er".
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Schöne Rezension.
Es ist nicht
@Gregor
Ist die vorgebrachte Kritik essentiell?
@Metepsilonema
Elter macht an einer Stelle im Buch einen kleinen Seitenhieb auf Austs Deutungsmaschinerie...
Mein Eindruck war, dass Aust durchaus auch Sympathie oder mindestens Verständnis für die APO-Ziele hegte (wie das bei Elter auch zu sein scheint), dann jedoch mit der zunehmenden Radikaliserung nicht klar kam. Koenens "Vesper, Ensslin, Baader" habe ich nicht gelesen. Er soll aber strenger ins Gericht gegangen sein.
Elter schreibt an einer Stelle, dass es u. U. ein Nachteil sein kann, dass diejenigen die Geschichte der RAF schreiben, die seinerzeit "mittendrin" waren, d. h. also Zeitgenossen waren. Das ist ein interessanter Aspekt, da es m. E. immer als Vorteil galt, in historischen Prozessen Zeitgenosse gewesen zu sein. Allerdings ist das Argument zu grosser auch emotionaler Nähe zum Forschungsgegenstand nicht ganz von der Hand zu weisen. Elter ist 1968 geboren, war also zur Hochzeit der RAF-Hysterie 1977 gerade mal 9 Jahre alt. Aust ist 1946 geboren, Koenen 1944 - beides also (sozusagen) "68er".