Joris Luyendijk: Wie im echten Leben
Joris Luyendijk ging mit 27 Jahren als Korrespondent in den Nahen Osten; zunächst für eine Radiostation und die niederländische Zeitung "De Volkskrant", später dann für "NRC Handelsblad". Er war auch kurze Zeit für das niederländische Fernsehen tätig. Vermutlich – so spekuliert er selber – hatte er den Zuschlag für die Stelle hauptsächlich wegen seines Arabistik-Studiums erhalten; Bewerbern mit primär journalistischem Hintergrund war er wohl deshalb vorgezogen worden. Luyendijk hat über diese Zeit (sie dauerte von 1998 bis 2003) ein Buch mit dem doppeldeutigen Titel "Wie im echten Leben" geschrieben, welches in den Niederlanden – trotz weniger "offizieller" Besprechungen – für Furore sorgte und mit 120.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller wurde (was man dem Buch naturgemäss nicht vorwerfen kann).Bericht, Beichte und Betrachtung
Wie im echten Leben (an Herrn Staun und die Damen und Herren des Qualitätsblatts "FASZ": Das Buch heisst [immer noch] nicht "Wie im richtigen Leben"!) ist eine Mischung zwischen Bericht über die Art und Weise, wie Korrespondenten gemeinhin "funktionieren" (sollen), welchen Gesetzen sie unterworfen sind und wie sie zu arbeiten haben, einer Beichte nebst Selbstbezichtigung einige Male "versagt" zu haben (im Sinne des selbst auferlegten Wahrhaftigkeitsanspruches) und – gelegentlich ein wenig altkluger, dennoch belebender - medienphilosophischer Betrachtungen über das Arbeiten in Diktaturen und Berichten über Diktaturen von Diktaturen aus.
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Gregor Keuschnig - 2008-01-24 08:33

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