Prognose '08

Die Zeit "zwischen den Jahren" lädt ein – sowohl zur Rückschau auf das (in der Regel) "weggeflogene" Jahr als auch zu Überlegungen zur Zukunft. Es gab früher (als die ARD noch für Qualität stand) eine kleine Sendung, die Prognosen und Ausblicke bekannter Journalisten und Experten für das neue Jahr einsammelte und die für das abgelaufene bewertete.

Nun, was diese Experten von damals konnten, können wir doch schon lange! Daher einige Fragen zu Entwicklungen und Entscheidungen, die im Jahr 2008 anstehen. Auf Fragen, die nach Unterstützung übersinnlicher Kräfte verlangen, beispielsweise nach den nächsten sechs Richtigen (mit Superzahl) oder wer denn 2008 den Literatur- oder Friedensnobelpreis gewinnt, wurde (weitgehend) verzichtet. Und das Spielchen ist garantiert gewinnfrei. Ende 2008 – so der Plan – schauen wir dann hin und lachen und/oder weinen ob unserer Vorhersagen.

Der besseren Übersichtlichkeit und schnelleren Antwortmöglichkeit halber sind die Fragen nummeriert. Jeder ist natürlich frei, besonders detailreich zu antworten, einzelne Fragen auszulassen oder noch anderes zu erwähnen.

1. Innenpolitik Deutschland
1.1 Im Jahr 2008 gibt es in Deutschland vier Landtagswahlen (Niedersachsen, Hessen, Hamburg und Bayern). Wird es hier gravierende Veränderungen oder gar Regierungswechsel geben?

1.2 Wird die CSU mit dem evangelischen Beckstein und dem schärfsten Nichtrauchergesetz im September bei der Wahl unter 50% bleiben?

1.3 Bleibt die Grosse Koalition in Berlin? (Die Frage kann man sich sicherlich in Österreich genau so stellen…)

1.4 Wird die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgehen? Hält das Wirtschaftswachstum 2008 an?

1.5 Fällt schon eine Entscheidung zum Kanzlerkandidaten der SPD? Wer ist Ihrer Meinung nach Favorit?

2. Aussenpolitik
2.1 Wird der "Vertrag von Lissabon" ohne Probleme die europäischen Parlamente passieren? Es ist ja nur in Irland ein Volksentscheid geplant. Oder wird es anderswo (Frankreich?) Volksbegehren gegen die "EU-Verfassung" geben?

2.2.1 Im Zentrum steht sicherlich die Präsidentenwahl in den USA im November (Kandidatenübersicht gibt es hier [pdf]). Wer wird Ihrer Meinung nach bei den Demokraten Kandidat werden - Barack Obama oder Hillary Clinton oder jemand ganz anderes?

2.2.2 Und wer wird's bei den Republikanern? Giuliani? Huckabee? John McCain? Oder vielleicht hier eine Überraschung?

2.2.3 Und dann: Wer wird im November neuer Präsident werden?

2.3 Wie wird sich die Situation im ehemaligen Jugoslawien nach der ziemlich sicher stattfindenden Unabhängigkeitserklärung durch das Kosovo darstellen? Kommt es eventuell sogar wieder zu bewaffneten Konflikten (dann mit Verwicklungen der KFOR)?

2.4.1 Wie werden die Entwicklungen im Irak und Afghanistan fortschreiten? Wird es dort zu einer weiteren Eskalation kommen oder gelingt zumindest teilweise eine "Normalisierung" der Situation?

2.4.2 Werden die Angriffe der türkischen Armee die Situation im Nordirak eventuell destabilisieren und damit zusätzlich für Konfliktpotential sorgen?

3. Wirklich wichtiges
3.1 Wird Harald Schmidt mit seinem Bonsai-Mephisto Pocher das Jahr 2008 bei der ARD "überleben"?

3.2 Wer wird denn nun Chefredakteur des "Spiegel"?

3.3 Die Fussball-EM wird neben den Olympischen Spielen in Doping Beijing das Sportjahr bei uns bestimmen. Wer wird denn Fussball-Europameister? Wieder ein Aussenseiter wie vor vier Jahren mit Griechenland? Wer macht's?
bluerisk (Gast) - 2007-12-28 12:28

Politisch wenige korrekte Antworten

1. Innenpolitik Deutschland
1.1 Im Jahr 2008 gibt es in Deutschland vier Landtagswahlen (Niedersachsen, Hessen, Hamburg und Bayern). Wird es hier gravierende Veränderungen oder gar Regierungswechsel geben?

Niedersachen: Die Schwarz-Gelbe-Koalition wird sich souverän behaupten.

Hessen: Hier hoffe ich auf eine bürgerlich-liberale Koalition aus CDU und FDP.

Hamburg: Vermutlich wird die absolute Mehrheit verloren gehen, aber die CDU wird auch weiterhin den Oberbürgermeister stellen.

Bayern: Ein Selbstläufer für die CSU: 50 + X.

1.2 Wird die CSU mit dem evangelischen Beckstein und dem schärfsten Nichtrauchergesetz im September bei der Wahl unter 50% bleiben?

Da das Raucherverbot kaum wahlentscheidend sein wird, und nicht umsonst die Drogenbeauftragte der Bundesregierung von der SPD gestellt wird, und ich auch nicht glaube dass Religion einen große Rolle spielen wird, den Islam evtl. ausgenommen, wird die CSU ein Ergebnis von 50 + X einfahren.

1.3 Bleibt die Grosse Koalition in Berlin? (Die Frage kann man sich sicherlich in Österreich genau so stellen…)

Wie groß ist der Wille Merkels zur Macht? Ich hätte es kaum für möglich gehalten, dass Rot-Grün wegen der NRW-Wahl untergeht.
Meines Erachtens einer der größten Fehler von Schröder, da dies erst den Aufstieg der Linken ermöglicht hat.
Nun hat das Linke Lager zwar eine strategische Mehrheit, wird diese aber wohl nie nützen können. Sei es, weil die SPD ein Bündnis auf Bundesebene kategorisch ausschließt, oder weil der Wähler vor einer Rot-Rot-Grünen Bundesregierung zurückschrecken wird.
Kohl war hier klüger und hatte Neuwahlen, die die FDP evtl. gar vernichtet hätten, ausgeschlossen und saß den Unwillen der Wähler einfach aus. Hätte Schröder mal besser von Kohl gelernt. Die wirtschaftliche Erholung die wir jetzt beobachten hätte im vermutlich die Freiheit gegeben, gewisse Einschnitte von Hartz IV wieder zurückzunehmen, um somit den Wähler wie auch die eigene Partei zu besänftigen.
Nein. Merkel wäre dumm, wenn sie ein auseinanderbrechen der Koalition zuließe.
Wenn sie auseinander bricht, dann auf betreiben der SPD.

1.4 Wird die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgehen? Hält das Wirtschaftswachstum 2008 an?

Kommt drauf an, wie sich die Finanzkrise weiterentwickelt, und ob weitere Blasen (=> China oder Großbritannien) platzen. Abkühlen wird sich die Konjunktur auf jeden Fall, und damit wird die Arbeitslosigkeit bestenfalls stagnieren.

1.5 Fällt schon eine Entscheidung zum Kanzlerkandidaten der SPD? Wer ist Ihrer Meinung nach Favorit?

Eher nein, und wenn doch, dann weil Beck durchgesetzt haben wird.
Steinmeier wird noch Zeit brauchen um seine Ansprüche zu festigen.


2. Außenpolitik
2.1 Wird der "Vertrag von Lissabon" ohne Probleme die europäischen Parlamente passieren? Es ist ja nur in Irland ein Volksentscheid geplant. Oder wird es anderswo (Frankreich?) Volksbegehren gegen die "EU-Verfassung" geben?

Couldn't care less.
Europa wird immer mehr zum Ärgernis und ich frage mich immer öfter, ob es das alles noch wert ist, oder ob uns eine Freihandelzone nicht mehr brächte.
Ich habe mal vor drei Jahren ausgerechnet, dass wir beim Export eine Rendite von über 10 % erwirtschaften müssten, um wenigstens bei einer schwarzen Null herauskommen.
Denn der Export ist ja auch immer ein immenser Abfluss von Werten ins Ausland. Nur die Rendite bleibt ja als Gewinn bei uns, und diese ist in der Regel wesentlich kleiner, als die Nettozahlungen an die EU, womit die EU volkswirtschaftlich ein Verlust ist. Der Steuerzahler zahlt drauf, und subventioniert somit die Exportgewinne der dt. Industrie.
So bringt uns weder der Export noch die EU weiter.

Für den Frieden und die Sicherheit sind allein die USA entscheidend. Länder wie Großbritannien oder Polen versuchen nicht einmal zu darüber hinweg zu täuschen, dass sie sicherheitspolitische kein Vertrauen in die EU haben. Und Nicht-EU-Staaten wie Russland nehmen die EU auch nicht ernst und spielen die einzelnen Mitglieder meisterhaft gegeneinander aus (=> Energiepolitik).

Diese abgespeckte Verfassung, die keinen mehr ist, wird als politischer Räson so oder so durchgeprügelt. Und das dt. Volk wird eh nicht befragt. Schon die erste Version wurde im Bundestag mit 95,8% durchgewunken. Für mich ein durch und durch "undemokratisches" Abstimmungsergebnis.
Da mir also von der politischen Klasse mit dieser Deutlichkeit, ja Brutalität, meine Ohnmacht demonstriert wird, habe ich aufgehört an Europa zu glauben. Und offensichtlich wird diese Frustration zumindest noch in Frankreich und den Niederlanden geteilt.

Sakorzy hat meines Wissens eine weitere Befragung ausgeschlossen, und in den Niederlanden (können die sich nicht mal offiziell in "Holland" umbenennen?) war die Volksbefragung nicht einmal bindend.

2.2.1 Im Zentrum steht sicherlich die Präsidentenwahl in den USA im November (Kandidatenübersicht gibt es hier [pdf]). Wer wird Ihrer Meinung nach bei den Demokraten Kandidat werden - Barack Obama oder Hillary Clinton oder jemand ganz anderes?

Hillary Clinton. Obama wäre eine einzige Katastrophe, schlimmer als Bush.

2.2.2 Und wer wird's bei den Republikanern? Giuliani? Huckabee? John McCain? Oder vielleicht hier eine Überraschung?

Außer Condoleeza Rice, und sie tritt ja leider nicht an, sind für mich alle unwählbar. Giuliani.

2.2.3 Und dann: Wer wird im November neuer Präsident werden?

Hillary Clinton. Aber die Europäer brauchen erst gar nicht zu feiern, auch Hillary wird nach dem Credo regieren: America first!

Wenn Interesse besteht, kann ich das Titelbild des Spiegels vom 02.09.97 hochladen. Dort ist ein überschlagenes Paar Cowboystiefel in den US-Farben zu sehen, welches es sich recht bequem auf der Weltkugel macht: USA - Die Herren der Welt.

Und das war die (1.) Clinton-Äre.

2.3 Wie wird sich die Situation im ehemaligen Jugoslawien nach der ziemlich sicher stattfindenden Unabhängigkeitserklärung durch das Kosovo darstellen? Kommt es eventuell sogar wieder zu bewaffneten Konflikten (dann mit Verwicklungen der KFOR)?

Die Russen kann und darf man nicht ernst nehmen. Die neuen Waffen und Reaktivierung der strategischen Bomber sind Augenwischerei und Balsam auf die Seele des russischen Nationalismus. Militärische geht von Russland nicht die geringste Gefahr aus. Das einzige womit Russland (militärisch) auftrumpfen kann ist das Nukleararsenal, und dies ist (de facto) nicht einsetzbar.
Das einzige womit Russland wirklich Einfluss üben kann ist die Energiepolitik, die aber nur bei den Europäern sticht. Ich frage mich eh, warum sich Europa so viel gefallen lässt. Sicherlich brauchen wir das russische Gas, aber mehr noch brauchen die Russen unsere Devisen.
Russland wird wohl wie 1999 zuschauen. Es könnte wieder sein Veto einsetzen, aber dieses Veto würde wie damals zu Recht übergangen und damit lediglich der Bedeutungs- und Machtverlust ein weiteres Mal dokumentiert.

Wenn man jedoch der Presse glauben darf wird sich die russische Führung in internen Machtkämpfen aufreiben, was zwar zu schrillen Tönen, nicht aber zu konkreten Handlungen führen wird.

Es mag Scharmützel geben, aber keine gezielten militärischen Operation Seitens Serbiens oder Russlands.

2.4.1 Wie werden die Entwicklungen im Irak und Afghanistan fortschreiten? Wird es dort zu einer weiteren Eskalation kommen oder gelingt zumindest teilweise eine "Normalisierung" der Situation?

Es würde zu lange dauern, sich hier über diese Thema auszulassen. Generell geht die Gewalt zwar zurück, massiv sogar, aber zur gleichen Zeit greift auch die Korruption um sich und mafia-ähnliche Strukturen bilden sich heraus.
In Afghanistan haben schon jetzt die Warlords das Land mit wenigen Ausnahmen unter sich aufgeteilt und finanzieren sich durch den Drogenanbau.
In beiden Ländern fehlt es schlicht am politischen Willen und damit an den Mitteln, die Staaten wirklich von Grund auf zu erneuern.
Die Besatzung müsste letztendlich so massiv sein, wie damals in Deutschland oder Japan.

Pakistan könnte der neue Krisenherd werden.

2.4.2 Werden die Angriffe der türkischen Armee die Situation im Nordirak eventuell destabilisieren und damit zusätzlich für Konfliktpotential sorgen?

Kaum. Der Türkei gehen schon jetzt die Ziele aus. Und eine massive Kampagne werden die USA nicht zulassen.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Türkei in den Norden des Iraks einrückt. Nur diesmal haben die USA die Hoheit über das Gebiet, was die Möglichkeiten der Türkei begrenzt.

3. Wirklich wichtiges
3.1 Wird Harald Schmidt mit seinem Bonsai-Mephisto Pocher das Jahr 2008 bei der ARD "überleben"?

Ich sehe mir Schmidt seit seinem Weggang von Sat.1 nicht mehr an.
Überhaupt geht mein "deutscher" TV-Konsum gegen Null.
Ich bin so weit, als dass ich mir meine Serien direkt aus den USA importiere.
Illegal etwas bei bittorrent runterladen würde ich natürlich nie tun...z.B. Folgen von Lost, Battlestar Galactica und Co., die nicht mal nach 24 Stunden verfügbar sind...so habe ich mir sagen lassen.
Und außer Stromberg, und selbst das ist eine Kopie (=> The Office), hat die dt. TV-Landschaft an Serien etc. nichts zu bieten.

Was mich wirklich umtreibt: Wie lange dauert dieser verdammte Autorenstreik in den USA noch an? Werden wie damals am Ende ganze Serien bei draufgehen? Beim letzten Streik vor knapp 20 Jahren entstand ein Schaden von 500 Mill. Dollar. Inflationsbereinigt und in Anbetracht wie sich der Markt entwickelt hat, könnte es diesmal auf 2 Mrd. oder mehr hinauslaufen. Schlimmer noch: die TV-Saison 2008 wäre gelaufen.
Was interessiert mich da der Kosovo oder der scheiß Irak.
Für mich persönlich hat der Krieg kaum Auswirkungen. Nicht mal der Ölpreis bzw. die Energiepreise gehen auf den Irak (maßgeblich) zurück.
Hollywood ist der Circus Maximus von heute, und wenn der dicht macht, dann rappelt es im Karton.

3.2 Wer wird denn nun Chefredakteur des "Spiegel"?

Hoffentlich ein Neo-Liberaler.

Claus Christian Malzahn würde mir z.B. zusagen. Ein Jörgens wäre auch ganz toll.

Interessant aber unwahrscheinlich wäre Henryk M. Broder.



3.3 Die Fussball-EM wird neben den Olympischen Spielen in Doping Beijing das Sportjahr bei uns bestimmen. Wer wird denn Fußball-Europameister? Wieder ein Außenseiter wie vor vier Jahren mit Griechenland? Wer macht's?

Deutschland oder Tschechien.

Dank der Gruppe des Todes und des Tableaus (auf Italien, Frankreich, die Niederlande etc. wird man frühsten im Finale treffen können) werden sich bis zum Finale alle Großmächte gegenseitig ausschalten; für Überraschungsteams wird da fast keine Luft zum atmen bleiben.
Und im anderen Tableau sind die Deutschland und Tschechien die Favoriten.
Schon die Todesgruppe Frankreich, Italien, Niederland, Rumänien, wird zwei großen zum Verhängnis.
Italien ist vor vier Jahren an Dänemark und Schweden gescheitert, Dtl. und England vor acht Jahren an Portugal und Rumänien. Italien und die Niederlande sind die ersten Großen die gehen müssen.


Bei Olympia wird unsere Loser-Truppe nicht mal den 5. Rang im Medaillenspiegel belegen können. Man wird wieder auf die Floskeln "Ein vierter Platz ist auch einen hervorragende Leistung", "Auf den M-Spiegel kommt es ja eh nicht an" und "Dabei sein ist alles".
Die alten Griechen würden sich im Grabe umdrehen.
Damals zählte nur der Sieg. Schon der zweite Platz war eine Schande und man brauchte erst gar nicht in seine Heimatstadt zurückzukehren.
Oder wie es die Amerikaner so treffend formuliert haben: "You don't win silver, you lose gold".
Nichts scheut der Deutsch mehr als Leistung und Wettbewerb, aber darum geht es bei Olympia.
Lieber einen dritten Platz mit Doping, als ein sechster ohne. Der sechste mag uns Ehrlichkeit bescheinigen, aber vor allem bescheinigt er uns Dummheit.

Franz Tunda - 2007-12-28 13:29

Schöne Aussichten für 2008 von Franz Tunda

zu 1.1
Wulf bleibt, Koch geht, Naumann kommt, Bechstein bleibt
zu 1.2 Bechstein schafft die 50 % locker, weil man froh ist, den Dings, äh, den aähm, na ja. los zusein
1.3 Keine vorgezogenen Neuwahlen, so dumm ist selbst die SPD nicht
1.4 runtergerechnet nach der Logik des Systems ja
1.5 Beck wird sichs nicht nehmen lassen und grandios untergehn. Er sollte sich erst mal ordentlich rasieren, und einen Arbeitskreis: Sozialdemokraten in der SPD zulassen
2.1. Welche Verfassung? Welche Europäer. Eine Verfassung wäre eine gute Sache für ein Europa der "Alteuropäer", der Rest ist eine Katastrophe. Die Türkei liegt übrigens in Asien.
2.2.1 Hillary mit Vize Obama: weiße Frau und schwarzer Mann, mehr geht bei den Amis nicht auf einmal
2.2.2 spielt keine Rolle, die Marionetten der Rüstungsindustrie sind eh austauschbar.
2.2.3 Hillary Clinton
2.3 Unruhen ja, aber kein Krieg, das lassen sogar die Russen nicht zu, hoffentlich
2.4.1 Irak hoffnungslos und Afghanistan nur, wenn es gelingt, die Taliban zu bestechen, mit was auch immer. Schlimmer wird es in Pakistan, sind ja jetzt schon am Rande eines Bürgerkriegs und die haben sogar Atombomben, und wem haben sie die zu verdanken...?
2.4.2 Das ist ein marginaler Nebenschauplatz, diese Türken können wir vergessen...
3.1 Harald geht in Rente, und der Pocher machts ne Weile und verzieht sich wieder zu den Privaten, ist auch belanglos.
3.2. Eine gute Frage. Betrachtet man das stetig sinkende Niveau von Spiegel Online, ist's fast egal. Die Frage scheint eher, ob den Job überhaupt jemand machen will, der sich noch in den machiavelistischen Strategien des Augstein auskennt.
3.3 Endlich zum Wesentlichen: Ich wage die Prognose, daß die Griechen den Titel nicht verteidigen werden, 'wir' gegen Österreich erfolgreich die x-te Revanche für Cordoba nehmen und das Endspiel hoffentlich verlieren, damit für 2010 noch ein bißchen Luft bleibt ...
Außerdem hoffe ich, daß Herr Poschmann endlich als Moderator und Kommentator aufhört und Herr Kerner mal richtig eins auf die ... Mütze bekommt

Ansonsten hege ich die Befürchtung, daß in 2008 nichts besser wird, hoffe allerdings, mich hierin zu irren

Mit schönen Grüssen

Gregor Keuschnig - 2007-12-28 15:24

Clinton als Präsidentin. Das würde bedeuten: Von 1993-2014 Bush-Clinton-Bush-Clinton. Und dann kommt wohl dieser Florida-Bush...

Am besten ist der Arbeitskreis Sozialdemokraten in der SPD!

Was haben Sie gegen Herrn Poschmann? Oder meinen sie Beckmann.

Vielen Dank !
blackconti - 2007-12-30 14:55

Hier, kaum fundiert, aber mit heißer Nadel gestrickt, meine Prognose:

Zu 1.1: Vielleicht gibt’s in Hamburg eine Veränderung, denn Naumann ist ein respektabler Kandidat, obwohl ja von Beust nichts wesentliches falsch gemacht hat, soweit ich das weiß.
Prognose: Keine Veränderungen, denn auch die Mindestlohn kampagne wird das verschwommene Profil der SPD nicht schärfen.

Zu 1.2: Die CSU könnte in Bayern einen Stock mit Hut zum Kandidaten erklären und würde immer noch über 50 % Zustimmung erfahren.

Zu 1.3: Ich denke schon, denn die einzig denkbare Alternative Rot-Rot hatten wir doch bereits.

Zu 1.4: Kommt drauf an, wie die Statistik manipuliert wird. Nein, im Ernst, wenn der Aufschwung anhält, wird es weniger Arbeitslose geben. Ob der Aufschwung anhält hängt von der Entwicklung in den USA ab. Wenn’s dort kracht, was ja manche befürchten, dann wird auch der Aufschwung in Deutschland gestoppt. Ich bin da eher pessimistisch.

Zu 1.5: Wohl eher nicht, aber wenn doch, so ist Steinbrück für mich Favorit.

Zu 2.1: Der Kas ist gegessen, das wird jetzt durchgezogen und muss irgendwo das Volk noch befragt werden, so wird die ganz große Propagandamaschine angeworfen. Da passiert nix mehr.

Zu 2.2.1: Ist mir eigentlich egal, denn schlimmer als mit dem jetzigen Amtsinhaber kann’s nicht werden. Prognose: Clinton

Zu 2.2.2 Siehe oben. Wer auch immer der Kandidat wird, er wird letztlich chancenlos sein, denn so dämlich sind selbst die Amis nicht, noch mal einen Kriegstreiber zu wählen, obwohl...das hatte ich vor der Wiederwahl Bush’s auch geglaubt.

Zu 2.2.3: siehe 2.2.1 und 2.2.2

Zu 2.3 Das Kosovo wird sich unabhängig erklären. Serbien wird das nicht anerkennen, aber auch nichts unternehmen, ähnlich wie seinerzeit BRD und DDR. Es wird vielleicht ein paar kleine Scharmützel geben zwischen serbischer Minderheit und Kosovoalbanern, aber in Großen und Ganzen wird es ruhig bleiben und mit der Zeit tritt dann Normalität ein, weil sowohl die Serben als auch die Albaner letztendlich in die EU drängen.

Zu 2.4.1: Was ist „Normalität“ in diesen Ländern? Sicher keine aufgepfropfte Pseudodemokratie westlicher Vorstellung. Normalität wird sich erst einstellen, wenn die Besatzer abgezogen sind und sich wieder eine diktatorische Feudalherrschaft etabliert hat. Die muss natürlich amerikafreundlich sein, weil die USA im Irak den Zugriff auf’s Öl nicht mehr hergeben werden und Afghanistan nicht wieder als Ausbildungslager und Rückzugsgebiet für Terroristen genutzt werden darf. Das wird noch eine lange Zeit beanspruchen und somit wird sich auch 2008 nichts am angerichteten Chaos ändern.

Zu 2.4.2: Die PKK wird die Türkei nicht destabilsieren, wie auch die türkischen Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak dort nichts destabilsieren. Dieser Konflikt schwelt schon so lange und türkische Einsätze im Nordirak gehörten schon zu Saddam Husseins
Zeiten zum Alltagsgeschäft im türkisch-irakischen Grenzgebiet.

Zu 3.1: Ich habe Schmidt/Pocher nur ein einziges mal und auch nur ca. 20 Minuten angeschaut. Dann war mein Bedarf an Pocher, den ich bis dato nur als Namen bei den Privaten kannte, für alle Zeiten gedeckt. „Was hat sich Schmidt bloss dabei gedacht?“ fragte ich mich, aber die Antwort hat mich schon nicht mehr interessiert und so mit auch die Antwort auf die hier gestellte Prognosefrage.

Zu 3.2: Markwort

Zu 3.3: England – ääh, geht ja nicht, ok, dann halt wieder Griechenland. War doch schön, oder?

Guten Rutsch!

michael roloff (Gast) - 2007-12-31 16:57

some musings on u.s. presidential politics

You wanted a prognosis from me, Lothar. The only matter that I might dwell on in that fashion is the great US presidential crap shoot charade.

As to foreign policy, the only electable candidate* making gentler noises is Barack Obama, yet his adviser is Zigbniev Brzezinski of "destabilize Afghanistan" [in 1978] fame. "Obambi's" foreign policy statement, as it appears in Foreign Affairs, is the same boilerplate U.S. exceptionalism... however, his personality might make him a more elastic president, yet he is the captive of his party, of the people he appoints at the major posts such as sec-def, nat-sec-ad, etc. He will stay within the traditional of that; has little choice because, like the inexperienced Bush, will need to surround himself with "experienced" hands as to appear viable. That is one of the epiphenoma of the lethargy of history.

Any changes in domestic policy would most likely run into the disciplined right wing attack machine. However, since Obama appears to be a pragmatist who makes friends on both sides of the aisle... and yet still has charisma... who knows... the politics of hope is another opiate.

There are two anti-expansionist non imperialist candidates, Ron Paul, a congressman from Texas [republican;] and Dennis Kucinich [democratic congressman from the Cleveland area , Ohio]. Paul is getting huge amounts of money from the old isolationist republicans, folks who would otherwise vote for the chardonnay fascist Buchanan and who are outraged by Bush the totally corrupt; Kucinich not enough from a very fervent radical base [including me] that believes in telling truth to power; both candidates are kept off center stage as much as possible by big media [cnn/fox/ cbs; ny times; la. times, even by the desMoines register]; the two split to some extent the "Ross Perot" crowd - as you no doubt recall, Clinton won in 1992 with 40 % of the popular vote because Perot got like 20% + which was republican dissatisfaction with Bush I and the endless corruption investigations [most notably savings and loans -Keating- , that also involved McCain] that weighed on folks mind; never for long because the next huge fraud and scandal is always waiting in the wings.


By and large, U.S. elections at this point are charades and beauty contests played on a field of paranoia and ressentiment. But you can be effective like Karl Rove or ineffective like John Kerry. A major foreign policy crisis would favor a candidate such as McCain,


The Bush successor will initially, no matter whether McCain or Romney; or Mrs. Clinton or Obama [*or the dark horse that may enter any day, N.Y. Mayor Bloomberg]..... be so preoccupied with repairing the huge damage that Bush and cohorts have wrought to the substance of every aspect of the country little will get done... who wants to inherit what Bush leaves!

I myself don't see names like Giuliani , Obama or Huckabee rolling off the tongues of the majority of the people when the name is prefaced by "President..." President "Chucklehead" would be next! I listened and watched Huckabee for the firss time this morning, on CNN, he looks a little bit more electable to me now.

My guess is it will be McCain [Huckabee as VP candidates] versus Clinton [Obama VP]... and I can see McCain on Mount Rushmore, especially if he plays the paranoia and pride card right! A lot the left center liberals will go for him. NYR Books, New Yorker... Also, if it's Clinton for the Democrats, MxCaIN's enough the un-Bush for the Republicans to help him, unless they're smart enough not to want a dreadful job... but it will be more dreadful for a democrat. Big question is a third party candidacy by someone who corrals the fundamentalist wing of the party who cannot abide either. In which case it is Clinton by a landslide. That after all was Karl Rove's great success: having a born-agin' sinner like Bush to unite the party so that there would be no Perot split-off. Lots of republicans here remember Bill Clinton fondly as fiscally responsible as the best kind of republican president!

If Hilary can make sure that people know that the better part of his administration will be revived.... but the entire country is designed to suffer from Alzheimer's as of an early age. And so it remains the same old same old in so many ways while the poor get poorer... Your pessimistic Marxist in Seattle who much prefers to be much further south where Latin tongues are spoken.

Gregor Keuschnig - 2008-01-02 17:39

Danke für die Mühe

Ich glaube nicht, dass die USA im November "demokratisch" wählen werden. Clinton ist zu polarisierend und Obama wirkt zu jung (abgesehen davon glaube ich nicht, dass ein Schwarzer im Moment eine Chance hat).

Ich persönlich würde Obama wählen, obwohl es sich immer wieder zeigt, dass aus einstmaligen Hoffnungsträgern, wenn sie erst einmal im Amt sind, "normale" Präsidenten werden. Die "normative Kraft des Faktischen" verändert offensichtlich irgendwann den Charakter. Jemand, der dies nicht mit sich hat machen lassen, war Carter, aber der galt fast allen als Schwächling.

Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden. Wie Sie schreiben: Der neue Präsident muss erst einmal den Dreck versuchen zu beseitigen, den Bush/Cheney hinterlassen haben. Das wird schwer genug. Vielleicht ist man klüger, wenn man jetzt noch nicht Präsident/in wird...
michael roloff (Gast) - 2008-01-01 02:25

hee is a different prognosis from the tomdispatch site [tom englehardt]

http://www.tomdispatch.com/

December 09, 2007 10:38 am

Tomgram: Steve Fraser, Concocting the Perfect Electoral Storm
RSS
Digg
StumbleUpon
Reddit
Yahoo
Google
Back in February of this year, writing about the history of turning-point elections, Steve Fraser asked a question, but didn't answer it: Would campaign 2008, he wondered, turn out to be a rare presidential election of historic proportions? After all, the Democrats had recaptured the House and Senate only months before -- and mightn't that have been "a signal" on the horizon of such an upcoming electoral turning point? Just ten months later, in a new economic moment, he's ready to answer his question, definitively.

Even in an American culture notorious for its loss of memory, there are certain happenings no one forgets, and the Great Depression of the 1930s is one of those. Yet, in the media, just about no one dares to utter the "D" word because of its terrifying and toxic associations. And yet, Fraser argues, the onrushing economic crisis, now apparent to all, could indeed be hightailing in exactly that direction, while the Bush administration and leading Republican presidential candidates say virtually nothing about the economic storm clouds gathering. At the same time -- as the recent headlines about the new National Intelligence Estimate on the Iranian nuclear program indicate -- the politics of fear on which this administration has maintained so much of its power, and on which Republican presidential candidates seem to depend so completely, is eroding all around us.

Every week, almost every day, another clue suggests that we may be entering a new political environment. Only last week, for instance, the nonpartisan Pew Hispanic Center released a new poll, indicating that Republican gains of recent years among Hispanic voters have been more than wiped out. In July 2006, only 49% of such voters favored Democrats, while 28% favored Republicans, a gap of 21%. Less than a year and a half later, that gap is 34% and undoubtedly rising -- no small matter in potential swing states like Colorado, New Mexico, and even Florida. So consider, with Fraser, who has written a striking history of Wall Street, Every Man a Speculator, just what kinds of political and economic storms may lie ahead in 2008. Tom


The Perfect Storm of Campaign 2008
War, Depression, and Turning-Point Elections
By Steve Fraser

Will the presidential election of 2008 mark a turning point in American political history? Will it terminate with extreme prejudice the conservative ascendancy that has dominated the country for the last generation? No matter the haplessness of the Democratic opposition, the answer is yes.

With Richard Nixon's victory in the 1968 presidential election, a new political order first triumphed over New Deal liberalism. It was an historic victory that one-time Republican strategist and now political critic Kevin Phillips memorably anointed the "emerging Republican majority." Now, that Republican "majority" finds itself in a systemic crisis from which there is no escape.

Only at moments of profound shock to the old order of things -- the Great Depression of the 1930s or the coming together of imperial war, racial confrontation, and de-industrialization in the late 1960s and 1970s -- does this kind of upheaval become possible in a political universe renowned for its stability, banality, and extraordinary capacity to duck things that matter. The trauma must be real and it must be perceived by people as traumatic. Both conditions now apply.

War, economic collapse, and the political implosion of the Republican Party will make 2008 a year to remember.

The Politics of Fear in Reverse

Iraq is an albatross that, all by itself, could sink the ship of state. At this point, there's no need to rehearse the polling numbers that register the no-looking-back abandonment of this colossal misadventure by most Americans. No cosmetic fix, like the "surge," can, in the end, make a difference -- because large majorities decided long ago that the invasion was a fiasco, and because the geopolitical and geo-economic objectives of the Bush administration leave no room for a genuine Iraqi nationalism which would be the only way out of this mess.

The fatal impact of the President's adventure in Iraq, however, runs far deeper than that. It has undermined the politics of fear which, above all else, had sustained the Bush administration. According to the latest polls, the Democrats who rate national security a key concern has shrunk to a percentage bordering on the statistically irrelevant. Independents display a similar "been there, done that" attitude. Republicans do express significantly greater levels of alarm, but far lower than a year or two ago.

In fact, the politics of fear may now be operating in reverse. The chronic belligerence of the Bush administration, especially in the last year with respect to Iran, and the cartoonish saber-rattling of Republican presidential candidates (whether genuine or because they believe themselves captives of the Bush legacy) is scary. Its only promise seems to be endless war for purposes few understand or are ready to salute. To paraphrase Franklin Delano Roosevelt, for many people now, the only thing to fear is the politics of fear itself.

And then there is the war on the Constitution. Randolph Bourne, a public intellectual writing around the time of World War I, is remembered today for one trenchant observation: that war is the health of the state. Mobilizing for war invites the cancerous growth of the bureaucratic state apparatus and its power over everyday life. Like some over-ripe fruit this kind of war-borne "healthiness" is today visibly morphing into its opposite -- what we might call the "sickness of the state."

The constitutional transgressions of the executive branch and its abrogation of the powers reserved to the other two branches of government are, by now, reasonably well known. Most of this aggressive over-reaching has been encouraged by the imperial hubris exemplified by the invasion of Iraq. It would be short-sighted to think that this only disturbs the equanimity of a small circle of civil libertarians. There is a long-lived and robust tradition in American political life always resentful of this kind of statism. In part, this helps account for wholesale defections from the Republican Party by those who believe it has been kidnapped by political elites masquerading as down-home, "live free or die" conservatives.

Now, add potential economic collapse to this witches' brew. Even the soberest economy watchers, pundits with PhDs -- whose dismal record in predicting anything tempts me not to mention this -- are prophesying dark times ahead. Depression -- or a slump so deep it's not worth quibbling about the difference -- is evidently on the way; indeed is already underway. The economics of militarism have been a mainstay of business stability for more than half century; but now, as in the Vietnam era, deficits incurred to finance invasion only exacerbate a much more embracing dilemma.

Start with the confidence game being run out of Wall Street; after all, the subprime mortgage debacle now occupies newspaper front pages day after outrageous day. Certainly, these tales of greed and financial malfeasance are numbingly familiar. Yet, precisely that sense of déjà vu all over again, of Enron revisited, of an endless cascade of scandalous, irrational behavior affecting the central financial institutions of our world suggests just how dire things have become.

Enronization as Normal Life

Once upon a time, all through the nineteenth century, financial panics -- often precipitating more widespread economic slumps -- were a commonly accepted, if dreaded, part of "normal" economic life. Then the Crash of 1929, followed by the New Deal Keynesian regulatory state called into being to prevent its recurrence, made these cyclical extremes rare.

Beginning with the stock market crash of 1987, however, they have become ever more common again, most notoriously -- until now, that is -- with the dot.com implosion of 2000 and the Enronization that followed. Enron seems like only yesterday because, in fact, it was only yesterday, which strongly suggests that the financial sector is now increasingly out of control. At least three factors lurk behind this new reality.

Thanks to the Reagan counterrevolution, there is precious little left of the regulatory state -- and what remains is effectively run by those who most need to be regulated. (Despite bitter complaints in the business community, the Sarbanes-Oxley bill, passed after the dot.com bubble burst, has proven weak tea indeed when it comes to preventing financial high jinks, as the current financial meltdown indicates.)

More significantly, for at least the last quarter-century, the whole U.S. economic system has lived off the speculations generated by the financial sector -- sometimes given the acronym FIRE for finance, insurance, and real estate). It has grown exponentially while, in the country's industrial heartland in particular, much of the rest of the economy has withered away. FIRE carries enormous weight and the capacity to do great harm. Its growth, moreover, has fed a proliferation of financial activities and assets so complex and arcane that even their designers don't fully understand how they operate.

One might call this the sorcerer's apprentice effect. In such an environment, the likelihood and frequency of financial panics grows, so much so that they become "normal accidents" -- an oxymoron first applied to highly sophisticated technological systems like nuclear power plants by the sociologist Charles Perrow. Such systems are inherently subject to breakdowns for reasons those operating them can't fully anticipate, or correctly respond to, once they're underway. This is so precisely because they never fully understood the labyrinthine intricacies and ramifying effects of the way they worked in the first place.

Likening the current subprime implosion to such a "normal accident" is more than metaphorical. Today's Wall Street fabricators of avant-garde financial instruments are actually called "financial engineers." They got their training in "labs," much like Dr. Frankenstein's, located at Wharton, Princeton, Harvard, and Berkeley. Each time one of their confections goes south, they scratch their heads in bewilderment -- always making sure, of course, that they have financial life-rafts handy, while investors, employees, suppliers, and whole communities go down with the ship.

What makes Wall Street's latest "normal accident" so portentous, however, is the way it is interacting with, and infecting, healthier parts of the economy. When the dot.com bubble burst, many innocents were hurt, not just denizens of the Street. Still, its impact turned out to be limited. Now, via the subprime mortgage meltdown, Main Street is under the gun.

It is not only a matter of mass foreclosures. It is not merely a question of collapsing home prices. It is not simply the shutting down of large portions of the construction industry (inspiring some of those doom-and-gloom prognostications). It is not just the born-again skittishness of financial institutions which have, all of sudden, gotten religion, rediscovered the word "prudence," and won't lend to anybody. It is all of this, taken together, which points ominously to a general collapse of the credit structure that has shored up consumer capitalism for decades.

Campaigning Through a Perfect Storm of Economic Disaster

The equity built up during the long housing boom has been the main resource for ordinary people financing their big-ticket-item expenses -- from college educations to consumer durables, from trading-up on the housing market to vacationing abroad. Much of that equity, that consumer wherewithal, has suddenly vanished, and more of it soon will. So, too, the life-lines of credit that allow all sorts of small and medium-sized businesses to function and hire people are drying up fast. Whole communities, industries, and regional economies are in jeopardy.

All of that might be considered enough, but there's more. Oil, of course. Here, the connection to Iraq is clear; but, arguably, the wild escalation of petroleum prices might have happened anyway. Certainly, the energy price explosion exacerbates the general economic crisis, in part by raising the costs of production all across the economy, and so abetting the forces of economic contraction. In the same way, each increase in the price of oil further contributes to what most now agree is a nearly insupportable level in the U.S. balance of payments deficit. That, in turn, is contributing to the steady withering away of the value of the dollar, a devaluation which then further ratchets up the price of oil (partially to compensate holders of those petrodollars who find themselves in possession of an increasingly worthless currency). As strategic countries in the Middle East and Asia grow increasingly more comfortable converting their holdings into euros or other more reliable -- which is to say, more profitable -- currencies, a speculative run on the dollar becomes a real, if scary, possibility for everyone.

Finally, it is vital to recall that this tsunami of bad business is about to wash over an already very sick economy. While the old regime, the Reagan-Bush counterrevolution, has lived off the heady vapors of the FIRE sector, it has left in its wake a de-industrialized nation, full of super-exploited immigrants and millions of families whose earnings have suffered steady erosion. Two wage-earners, working longer hours, are now needed to (barely) sustain a standard of living once earned by one. And that doesn't count the melting away of health insurance, pensions, and other forms of protection against the vicissitudes of the free market or natural calamities. This, too, is the enduring hallmark of a political economy about to go belly-up.

This perfect storm will be upon us just as the election season heats up. It will inevitably hasten the already well-advanced implosion of the Republican Party, which is the definitive reason 2008 will indeed qualify as a turning-point election. Reports of defections from the conservative ascendancy have been emerging from all points on the political compass. The Congressional elections of 2006 registered the first seismic shock of this change. Since then, independents and moderate Republicans continue to indicate, in growing numbers in the polls, that they are leaving the Grand Old Party. The Wall Street Journal reports on a growing loss of faith among important circles of business and finance. Hard core religious right-wingers are airing their doubts in public. Libertarians delight in the apostate candidacy of Ron Paul. Conservative populist resentment of immigration runs head on into corporate elite determination to enlarge a sizeable pool of cheap labor, while Hispanics head back to the Democratic Party in droves. Even the Republican Party's own elected officials are engaged in a mass movement to retire.

All signs are ominous. The credibility and legitimacy of the old order operate now at a steep discount. Most telling and fatal perhaps is the paralysis spreading into the inner councils at the top. Faced with dire predicaments both at home and abroad, they essentially do nothing except rattle those sabers, captives of their own now-bankrupt ideology. Anything, many will decide, is better than this.

Or will they? What if the opposition is vacillating, incoherent, and weak-willed -- labels critics have reasonably pinned on the Democrats? Bad as that undoubtedly is, I don't think it will matter, not in the short run at least.

Take the presidential campaign of 1932 as an instructive example. The crisis of the Great Depression was systemic, but the response of the Democratic Party and its candidate Franklin Delano Roosevelt -- though few remember this now -- was hardly daring. In many ways, it was not very different from that of Republican President Herbert Hoover; nor was there a great deal of militant opposition in the streets, not in 1932 anyway, hardly more than the woeful degree of organized mass resistance we see today despite all the Bush administration's provocations.

Yet the New Deal followed. And not only the New Deal, but an era of social protest, including labor, racial, and farmer insurgencies, without which there would have been no New Deal or Great Society. May something analogous happen in the years ahead? No one can know. But a door is about to open.

Steve Fraser is a writer and editor, as well as the co-founder of the American Empire Project. He is the author of Every Man a Speculator: A History of Wall Street in American Life. His latest book, Wall Street: America's Dream Palace, will be published by Yale University Press in March 2008.


Copyright 2007 Steve Fraser

Gregor Keuschnig - 2008-01-02 09:05

Meine Prognose

1.1 Keine Regierungswechsel; in Hessen kommt es zu CDU/FDP.
1.2 Die CSU wird zwischen 47-49% bekommen.
1.3 Ich glaube nicht, dass es zum Bruch kommen wird.
1.4 Das Wirtschaftswachstum wird sich stark abkühlen; die Politik wird es aber noch durch tricks schaffen, die Arbeitslosenzahl unter 4 Mio. zu halten.
1.5 Beck dürfte nicht zu verhindern sein.

2.1. Das wird durchgewunken.
2.2.1 Hillary Clinton (leider)
2.2.2 McCain (?)
2.2.3 Ich glaube, die Republikaner werden es entgegen allen Prognosen schaffen. Clinton ist zu polarisierend; Obama zu jung, obwohl sehr charismatisch.
2.3 Hoffentlich führt eine Szession des Kosovo (unter Beteiligung der EU) nicht zur Radikalisierung in Serbien, die dann auch auf Bosnien umschlagen könnte.
2.4.1 Afghanistan wird unruhiger; die demokratischen Strukturen im Irak werden mittelfristig zu Gunsten autokratischer verschwinden.
2.4.2 Die Angriffe werden noch einige Wochen laufen; danach wird sich die Türkei zurückziehen.
3.1 Nein.
3.2 Wünschenswert wäre Markwort, damit das Blatt noch ein bisschen tiefer sinkt. Vermutlich wird man sich aber intern orientieren. Vielleicht ein Übergangskandidat.
3.3 Deutschland wird's nicht. Vielleicht Frankreich.

Ansonsten Dank an die Kommentatoren. Hatte mir eigentlich ein bisschen mehr Zuspruch gewünscht...

kranich05 (Gast) - 2008-01-05 18:52

Ist der Antwortzug schon abgefahren oder darf ich noch?

1. Innenpolitik Deutschland
1.1 Im Jahr 2008 gibt es in Deutschland vier Landtagswahlen (Niedersachsen, Hessen, Hamburg und Bayern). Wird es hier gravierende Veränderungen oder gar Regierungswechsel geben?
nein

1.2 Wird die CSU mit dem evangelischen Beckstein und dem schärfsten Nichtrauchergesetz im September bei der Wahl unter 50% bleiben?
ja
1.3 Bleibt die Grosse Koalition in Berlin? (Die Frage kann man sich sicherlich in Österreich genau so stellen…)
natürlich
1.4 Wird die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgehen? Hält das Wirtschaftswachstum 2008 an?
Die Zahl der Arbeitslosen wird wachsen. Die Zahl der ausgewiesenen Arbeitslosen wird sinken. Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, bis es Ende 2008 spannend wird.
1.5 Fällt schon eine Entscheidung zum Kanzlerkandidaten der SPD? Wer ist Ihrer Meinung nach Favorit?
inoffiziell ja, Beck
2. Aussenpolitik
2.1 Wird der "Vertrag von Lissabon" ohne Probleme die europäischen Parlamente passieren? Es ist ja nur in Irland ein Volksentscheid geplant. Oder wird es anderswo (Frankreich?) Volksbegehren gegen die "EU-Verfassung" geben?
allet jeht wie geschmiert.
2.2.1 Im Zentrum steht sicherlich die Präsidentenwahl in den USA im November (Kandidatenübersicht gibt es hier [pdf]). Wer wird Ihrer Meinung nach bei den Demokraten Kandidat werden - Barack Obama oder Hillary Clinton oder jemand ganz anderes?
hoffentlich jemand anderes
2.2.2 Und wer wird's bei den Republikanern? Giuliani? Huckabee? John McCain? Oder vielleicht hier eine Überraschung?
Giuliani
2.2.3 Und dann: Wer wird im November neuer Präsident werden?
nicht Clinton, nicht Reagan
2.3 Wie wird sich die Situation im ehemaligen Jugoslawien nach der ziemlich sicher stattfindenden Unabhängigkeitserklärung durch das Kosovo darstellen? Kommt es eventuell sogar wieder zu bewaffneten Konflikten (dann mit Verwicklungen der KFOR)?
Scharmützel ja; Konflikt läuft sich dann langsam tot
2.4.1 Wie werden die Entwicklungen im Irak und Afghanistan fortschreiten? Wird es dort zu einer weiteren Eskalation kommen oder gelingt zumindest teilweise eine "Normalisierung" der Situation?
Die USA werden vorerst ihre Strategie "Größerer Mittlerer Osten" nicht aufgeben, kaum modifizieren, also unverändert Überdruck im Kessel.
2.4.2 Werden die Angriffe der türkischen Armee die Situation im Nordirak eventuell destabilisieren und damit zusätzlich für Konfliktpotential sorgen?
no
3. Wirklich wichtiges
3.1 Wird Harald Schmidt mit seinem Bonsai-Mephisto Pocher das Jahr 2008 bei der ARD "überleben"?
scheißegal
3.2 Wer wird denn nun Chefredakteur des "Spiegel"?
Markwort wäre Sahne
3.3 Die Fussball-EM wird neben den Olympischen Spielen in Doping Beijing das Sportjahr bei uns bestimmen. Wer wird denn Fussball-Europameister? Wieder ein Aussenseiter wie vor vier Jahren mit Griechenland? Wer macht's?
Kosovo kanns diesmal nicht schaffen.

Rauskucker (Gast) - 2008-04-28 13:20

Vorhersage

Ich bin spät dran, darum nur das Wichtigste in Kurzform:

2.2.1-3. : Clinton verliert gegen McCain. Präsident wird im Januar 2009 Petraeus, Vize Clinton.
Nächster demokratisch gewählter Präsident wird 2023 Obama.

3.3 : Die EM wird abgebrochen, nachdem zahlreiche Spieler mit Hitzekollaps zusammengebrochen sind. Zum Sieger wird postum der Außenseiter Deutschland erklärt, der zu diesem Zeitpunkt das beste Torverhältnis (3:2) hat.

Gregor Keuschnig - 2008-04-28 13:26

Brillant

Mich würde nur interessieren, ob die ÖDP nun die bayerischen Landtagswahlen mit absoluter Mehrheit gewinnt oder mit den Grünen koalieren muss.

Trackback URL:
http://begleitschreiben.twoday.net/stories/4565200/modTrackback

PERSONEN- UND SACHVERZEICHNIS

HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.

Kontakt

Kommentare hier...

Schau dir mal an, wer...
Schau dir mal an, wer in Deutschland keine Gewerbesteuer...
Peter42 - 2009-12-23 10:31
@Peter42 / Feindbilder
Es ist immer wieder interessant, auf Spiegel-Artikel...
Gregor Keuschnig - 2009-12-23 08:26
Falls du dies noch nicht...
Falls du dies noch nicht gelesen hast, glaubst du vielleicht...
Peter42 - 2009-12-22 20:59
@steppenhund
Es gibt Programme, da gibst Du nur mehr Personen, Hauptsujet...
Gregor Keuschnig - 2009-12-21 19:34
@Dietmar Hillebrandt
Ich bin nicht beleidigt. Was ich aber nicht mag, ist,...
Gregor Keuschnig - 2009-12-21 12:08

...anderswo

@Peter42 / Feindbilder
Es ist immer wieder interessant, auf Spiegel-Artikel...
begleitschreiben - 2009-12-23 08:26
@steppenhund
Es gibt Programme, da gibst Du nur mehr Personen, Hauptsujet...
begleitschreiben - 2009-12-21 19:34
@Dietmar Hillebrandt
Ich bin nicht beleidigt. Was ich aber nicht mag, ist,...
begleitschreiben - 2009-12-21 12:08

Such!

 

Grundsätzliches

Das Copyright der Texte liegt bei demjenigen, der mit dem Pseudonym hier als Gregor Keuschnig zeichnet. Verwendungen/Links mit Quellenangabe und Unterrichtung per Mail gestattet. Kommerzielle Verwertung ohne Kenntnis des Verfassers ist ausdrücklich untersagt und wird zur Anzeige gebracht. Kommentare, die ausschliesslich kommerziellen Zwecken (Suchmaschinenoptimierung und/oder Linkweiterleitungen) dienen, werden gelöscht. Disclaimer: Für Verlinkungen von diesem Blog auf andere Webseiten wird keine Verantwortung oder gar Haftung übernommen (Einzelheiten siehe unterlegten Link).

DIV. 1

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

kostenlose counter

DIV. 2

kostenloser Counter


Blog Top Liste - by TopBlogs.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de