Schizophrenes Rollenspiel
Gestern hat wenigstens einer einmal dieses unsäglich dumme Geschwätz von der "Tarifautonomie" im Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL angekratzt. In einem Interview mit Verkehrsminister Tiefensee konstatierte Claus Kleber im "heute journal", als Tiefensee seinen üblichen Sermon wieder abspulen wollte, dass in diesem Fall die Bundesregierung (als Vertreter für die Bundesrepublik Deutschland) ja selber Tarifpartei sei, also die gesetzlich geregelte Tarifautonomie, die den Staat bei Tarifverhandlungen zur Neutralität verpflichtet, gar nicht gelte.
Leider hakte Kleber nicht sachlich nach, als der Minister dann seine Nebelkerzen wieder zündete, sondern versuchte sich mit der Frage zu profilieren, warum er, Tiefensee, als Minister eigentlich noch nicht zurückgetreten sei. Und irgendwann fiel dann wieder das "T"-Wort und niemand scherte es mehr (vermutlich, weil die Zeit für das Gespräch abgelaufen war).
Offensichtlich reicht es, eine unrichtige Aussage nur lange genug zu wiederholen, damit sie nicht mehr von deutschen Journalisten befragt wird. Statt sich in präzisem Nachhaken zu üben, hüpft man zum anderen Punkt auf der Liste und klopft dann auch schon mal einen markigen Spruch.
Mich hätte beispielsweise interessiert, warum der Mehrheitsaktionär eines Unternehmens, dessen gewählte Repräsentanten gelobt haben, Schaden vom Volk abzuwenden, bei einem derartigen volkswirtschaftlichen Schaden nicht wenigstens moderierend eingreift, sondern sich in ein schizophrenes Rollenspiel flüchtet, nur um die Gallionsfigur (Mehdorn) nicht zu beschädigen.
Oder ist es einfach nur – Inkompetenz?
Leider habe ich in der Mediathek des ZDF das Interview nicht als Einzelfilm gefunden. Man muss wohl die gesamte Sendung anschauen.
Leider hakte Kleber nicht sachlich nach, als der Minister dann seine Nebelkerzen wieder zündete, sondern versuchte sich mit der Frage zu profilieren, warum er, Tiefensee, als Minister eigentlich noch nicht zurückgetreten sei. Und irgendwann fiel dann wieder das "T"-Wort und niemand scherte es mehr (vermutlich, weil die Zeit für das Gespräch abgelaufen war).
Offensichtlich reicht es, eine unrichtige Aussage nur lange genug zu wiederholen, damit sie nicht mehr von deutschen Journalisten befragt wird. Statt sich in präzisem Nachhaken zu üben, hüpft man zum anderen Punkt auf der Liste und klopft dann auch schon mal einen markigen Spruch.
Mich hätte beispielsweise interessiert, warum der Mehrheitsaktionär eines Unternehmens, dessen gewählte Repräsentanten gelobt haben, Schaden vom Volk abzuwenden, bei einem derartigen volkswirtschaftlichen Schaden nicht wenigstens moderierend eingreift, sondern sich in ein schizophrenes Rollenspiel flüchtet, nur um die Gallionsfigur (Mehdorn) nicht zu beschädigen.
Oder ist es einfach nur – Inkompetenz?
Leider habe ich in der Mediathek des ZDF das Interview nicht als Einzelfilm gefunden. Man muss wohl die gesamte Sendung anschauen.
Gregor Keuschnig - 2007-11-16 10:51

Leider sind politische Streiks in Deutschland verboten. Die GDL würde sich also ins eigene Knie schießen und ein juristisches Streikverbot riskieren, wenn sie als eine zusätzliche Streikforderung den Rücktritt von Herrn Mehdorn aufnehmen würden. Obwohl das absolut geboten wäre. Ohne das Rollen von Köpfen kommt man nicht mehr aus der verfahrenen Situation heraus. Die Regierung hält sich heraus, weil sie sich mit ihrer Privatisierungsidee total verrannt haben.
Was wir bei der Entlassung von Mehdorn noch erleben werden: Da er einen mehrjährigen Vertrag hat, wird er sein gesamtes Salär für den noch folgenden Zeitraum hinterher geworfen bekommen und sich selbstverständlich keine Minute dafür schämen.