Das “Rührende” stieß mir auf – obwohl ich zu wissen glaube, wie Sie es meinen.
In ganz anderem Zusammenhang las ich neulich eine Definition von Kitsch (ich meine, es war von Gumbrecht... es ist mir aber auch nicht wichtig genug, jetzt danach zu suchen): Das sei, wenn es einem Gerührten um diese eigene Rührung gehe. Ich fühlte mich gleich schuldig – wollte aber ebenso auf diese (in der Tendenz ja eher seltenen) Fälle bestehen, wo es mich schon mal aus meiner angestrengten Haltung von Unangerührtheit reißt.
Könnte man es nicht auch dem eher (Handke-)Kindlichen zuschlagen, dem Insistieren auf das Staunenswerte, das im Wundern besser Anrührende, das einen eben Be-rührende?
Aber das alles sind ja dann immer auch Gratwanderungen, und es ist schon mutiger auf dem schmalen gefährlicheren Weg sich zu bewegen („unterwegs“ zu bleiben), als in der Gewissheit der mit solchen Schuldwörtern delegierten Urteile. Was mich dann eben auch an jener Gelehrten-Definition störte: Die Unzweifelhaftigkeit des Professoralen, der sich allen Kitschverdachtes entledigt weiß (oder wissen will).
es geht ihm (so lese [und höre] ich das) nicht um die "eigene Rührung"; es ist eher eine fast fortlaufende Selbstvergewisserung, die sich im Suchen zeigt. Also tatsächlich: ..das im Wundern besser Anrührende..., das ihm Be-rührende.
Das wirkt natürlich (unter Umständen) gelegentlich ein bisschen gespielt weltfremd oder naiv. Es gibt bei Handke im "Spiel vom Fragen" die Dialoge zwischen "Mauerschauer" und "Spielverderber" - das könnten auch Selbstgespräche (Vergewisserungs-Gespräche) sein. Der "Spielverderber" sieht immer nur das Negative - der "Mauerschauer" neigt zum "Kindlichen". Irgendwann folgt dann die Selbstcharakterisierung des Schönschauers: Er sei wohl - und dies als Notwendigkeit - "gesund dumm". In diesem Sinne wird vielleicht der sehr, sehr schmale Grat, von dem Sie sprechen, gestreift. Aber gleichzeitig zeigt es Handkes "Programm" (ein schreckliches Wort in diesem Zusammenhang).
Und es ist ein sich-diesem-Aussetzen, was ihn (den Autor) auszeichnet.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
"Rührung"
In ganz anderem Zusammenhang las ich neulich eine Definition von Kitsch (ich meine, es war von Gumbrecht... es ist mir aber auch nicht wichtig genug, jetzt danach zu suchen): Das sei, wenn es einem Gerührten um diese eigene Rührung gehe. Ich fühlte mich gleich schuldig – wollte aber ebenso auf diese (in der Tendenz ja eher seltenen) Fälle bestehen, wo es mich schon mal aus meiner angestrengten Haltung von Unangerührtheit reißt.
Könnte man es nicht auch dem eher (Handke-)Kindlichen zuschlagen, dem Insistieren auf das Staunenswerte, das im Wundern besser Anrührende, das einen eben Be-rührende?
Aber das alles sind ja dann immer auch Gratwanderungen, und es ist schon mutiger auf dem schmalen gefährlicheren Weg sich zu bewegen („unterwegs“ zu bleiben), als in der Gewissheit der mit solchen Schuldwörtern delegierten Urteile. Was mich dann eben auch an jener Gelehrten-Definition störte: Die Unzweifelhaftigkeit des Professoralen, der sich allen Kitschverdachtes entledigt weiß (oder wissen will).
Aber: Fehlt ihm dann nicht aber auch etwas?
Nein,
Das wirkt natürlich (unter Umständen) gelegentlich ein bisschen gespielt weltfremd oder naiv. Es gibt bei Handke im "Spiel vom Fragen" die Dialoge zwischen "Mauerschauer" und "Spielverderber" - das könnten auch Selbstgespräche (Vergewisserungs-Gespräche) sein. Der "Spielverderber" sieht immer nur das Negative - der "Mauerschauer" neigt zum "Kindlichen". Irgendwann folgt dann die Selbstcharakterisierung des Schönschauers: Er sei wohl - und dies als Notwendigkeit - "gesund dumm". In diesem Sinne wird vielleicht der sehr, sehr schmale Grat, von dem Sie sprechen, gestreift. Aber gleichzeitig zeigt es Handkes "Programm" (ein schreckliches Wort in diesem Zusammenhang).
Und es ist ein sich-diesem-Aussetzen, was ihn (den Autor) auszeichnet.