Wenn man unerbittlich bleiben will, haben Sie sicher in dem meisten Recht. Aber: Ist das nicht das Schwierigste, sich bei all den naheliegenden Routinen die Leidenschaft zu bewahren? Wenn Leidenschaft um einen herum in all den Zwängen zur Coolness und des „smooth operatings“ des „Betriebs“? (Ein bisschen weiß ich, wovon ich rede... )
Dazu muss man Trägheit und Beharrungsvermögen der Apparate, die Dickfelligkeit der Institutionen und der Endadressaten, der Konsumenten, in Rechnung stellen. Man wird ja selber zum Pawlow’schen Hund mit seinen Konditionierungen (seinen Bestecken und dem Response: Ja, bitte mehr davon).
Andererseist sehe ich bei Winkels schon, dass er sich mitreißen lässt – und er ist einer der Wenigen, die das Neue erst einmal begrüßen und nicht gleich müde abwinken und aufs Altbekannte verweisen, wie man es sonst so oft serviert bekommt.
Dazu: All diese Multipliklatoren sind ja implizit Agenten des Mainstreams: Selbst in der Pose des Unterwanderns bestätigen sie ihn, weil sie gar nicht um ihn als real-existierenden Benchmark herumkommen.
Nein, nein: Eigentlich mag ich die allermeisten Leute da nicht, aber nach meinem Gefühl – oder ich kann ihn einfach besser lesen, also absorbieren? – ist Winkels da noch ganz OK. UND er brigt immer noch Überraschungen, weil er seine Position oft noch von anderswoher anreichert.
Oder ist er schlicht einer von denen, der Ihnen persönlich auf die Nerven geht? Manchmal sind das diejenigen, an deren man sein Allgemeines Unbehagen am besten abarbeiten kann...
Ich habe von Klagenfurt noch nix gesehen... Haben Sie schon ein (persönliches) Fazit?
Keine Frage, dass Leidenschaft zu konservieren zum Schwierigen gehört. Wir hatten das ja auf Ihrem tabu-Blog schon einmal. Selbst bei mir das Gefühl, schon alles gelesen und gehört zu haben; kein zündender Funke mehr.
Aber diese Erschöpfung ist allen Berufen immanent. Auch ein Friseur möchte vielleicht nicht immer in anderer Leute Haare herumwühlen. Berechtigt ihn das, eine schlechte Arbeit abzuliefern? Oder entschuldigt es?
Nein, mir geht er nicht persönlich auf die Nerven. Ich habe ihn einmal in einem Buchladen in Düsseldorf gesehen; ein Hüne. Ich messe ihn nur an seinen eigenen Ansprüchen.
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Klagenfurt: 2007 war/ist unbedingt besser als 2006. Es gab Prosa, die in einigen Jahrgängen vorher ganz sicher Preise gewonnen hätten - und vermutlich jetzt leer ausgehen. Ein grosser Hype ob eines (banalen) Textes eines Menschen, dessen Gesicht man nicht zeigen durfte (PeterLicht). Die Jury brach in Verzückung aus. Ich vermute, man hat einigen Juroren vorher einen Anteil des Mittelchen verabreicht, welches den Protagonisten in Lichts Text Rauschzustände erleben lässt (fliegende Waschmaschinen).
Die Diskussion über diesen Text setzte sich dann heute morgen anlässlich eines Textes von Björn Kern fort. Kern, der ein mutiges Experiment eingeht, in dem er den Todeskampf eines Menschen versucht zu erzählen, wurde massiv dafür getadelt. Daraufhin setzte Karl Corino, der unverständlicherweise zum Licht-Text gestern geschwiegen hatte, beide Texte im Vergleich, und nannte Lichts Inszenierung einen "Affenzirkus". Das führte bei der Juryvorsitzenden Radisch zu grosser Verärgerung.
Gute Zusammenfassungen finden Sie hier; ich habe dort auch teilweise sehr spontan kommentiert. Ich vermute, dass...nein, ich sag erst einmal nichts, vielleicht schauen Sie sich ja noch das ein oder andere an (Schmidt? Böttcher? Kern? Seiler?).
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Idiosynkratisch?
Dazu muss man Trägheit und Beharrungsvermögen der Apparate, die Dickfelligkeit der Institutionen und der Endadressaten, der Konsumenten, in Rechnung stellen. Man wird ja selber zum Pawlow’schen Hund mit seinen Konditionierungen (seinen Bestecken und dem Response: Ja, bitte mehr davon).
Andererseist sehe ich bei Winkels schon, dass er sich mitreißen lässt – und er ist einer der Wenigen, die das Neue erst einmal begrüßen und nicht gleich müde abwinken und aufs Altbekannte verweisen, wie man es sonst so oft serviert bekommt.
Dazu: All diese Multipliklatoren sind ja implizit Agenten des Mainstreams: Selbst in der Pose des Unterwanderns bestätigen sie ihn, weil sie gar nicht um ihn als real-existierenden Benchmark herumkommen.
Nein, nein: Eigentlich mag ich die allermeisten Leute da nicht, aber nach meinem Gefühl – oder ich kann ihn einfach besser lesen, also absorbieren? – ist Winkels da noch ganz OK. UND er brigt immer noch Überraschungen, weil er seine Position oft noch von anderswoher anreichert.
Oder ist er schlicht einer von denen, der Ihnen persönlich auf die Nerven geht? Manchmal sind das diejenigen, an deren man sein Allgemeines Unbehagen am besten abarbeiten kann...
Ich habe von Klagenfurt noch nix gesehen... Haben Sie schon ein (persönliches) Fazit?
Aber diese Erschöpfung ist allen Berufen immanent. Auch ein Friseur möchte vielleicht nicht immer in anderer Leute Haare herumwühlen. Berechtigt ihn das, eine schlechte Arbeit abzuliefern? Oder entschuldigt es?
Nein, mir geht er nicht persönlich auf die Nerven. Ich habe ihn einmal in einem Buchladen in Düsseldorf gesehen; ein Hüne. Ich messe ihn nur an seinen eigenen Ansprüchen.
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Klagenfurt: 2007 war/ist unbedingt besser als 2006. Es gab Prosa, die in einigen Jahrgängen vorher ganz sicher Preise gewonnen hätten - und vermutlich jetzt leer ausgehen. Ein grosser Hype ob eines (banalen) Textes eines Menschen, dessen Gesicht man nicht zeigen durfte (PeterLicht). Die Jury brach in Verzückung aus. Ich vermute, man hat einigen Juroren vorher einen Anteil des Mittelchen verabreicht, welches den Protagonisten in Lichts Text Rauschzustände erleben lässt (fliegende Waschmaschinen).
Die Diskussion über diesen Text setzte sich dann heute morgen anlässlich eines Textes von Björn Kern fort. Kern, der ein mutiges Experiment eingeht, in dem er den Todeskampf eines Menschen versucht zu erzählen, wurde massiv dafür getadelt. Daraufhin setzte Karl Corino, der unverständlicherweise zum Licht-Text gestern geschwiegen hatte, beide Texte im Vergleich, und nannte Lichts Inszenierung einen "Affenzirkus". Das führte bei der Juryvorsitzenden Radisch zu grosser Verärgerung.
Gute Zusammenfassungen finden Sie hier; ich habe dort auch teilweise sehr spontan kommentiert. Ich vermute, dass...nein, ich sag erst einmal nichts, vielleicht schauen Sie sich ja noch das ein oder andere an (Schmidt? Böttcher? Kern? Seiler?).