Handke hat ja Márquez einmal als "Lesefutterknecht" bezeichnet - das war m. E. nur halb so despektierlich gemeint, wie es klingt. Man kann nun Stanisic nicht mit Márquez vergleichen - aber eben auch nicht mit dem von ihm so verehrten Andric.
"Die Brücke über die Drina" und der "Soldat" lassen sich schwer vergleich. Dass die beiden in Visegrad spielen (größtenteils) und dass bewaffnete Konflikte und ihr Wirken auf die Stadt eine Rolle spielen, das ja. "Soldat" ist, wenn man möchte, eine Forstsetung der Chronik dieser Stadt mit anderen Mitteln - sowohl sprachlichen, als auch perspektivischen. Im "Soldaten" sind bewußt Signale gesetzt: "hier nehme ich bezug auf Andric", da wäre einmal die Zerstörung seiner Statue an der Brücke, einmal die Sequenz, als die Panzer die Brücke überqueren und die "Brücke hält" - so wie sie bei Andric die meiste Zeit gehalten und ausgehalten hatte. Dann auch der Fluß - im "Soldaten" ein roter Faden durch die Geschichte, ein Freund des Erzählers, ein poetisch-magischer Raum. Die letzte Rolle nimmt er bisweilen bei Andric auch ein.
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Lovely Review, Keuschnig!
Spekulativ
@Zwiebel...