sie bestätigt, dass man auch aus "trustworthy" Quellen nicht immer die "Wahrheit" erfährt. Gegen subjektive Kritik lässt sich auch nicht viel sagen, das Kritikerhandwerk wäre sehr rasch ausgestorben.
Aber eins hat mich daran schon frappiert:
Zitat: <>"Denn die Verzauberung und kindliche Poetisierung des Jugoslawienkrieges, die Undurchsichtigkeit und Entrücktheit des Krieges, die in dieser manieriert kindischen Erzählhaltung beschlossen liegt, entspricht durchaus dem diffusen Gefühl, das der westeuropäische Betrachter bis heute mit diesem Krieg verbindet. Wer da eigentlich gegen wen war und ob das Ganze nicht nur eine auf ewig unaufklärbare, rätselhafte Kinderei darstellte, scheint bis heute nicht feststellbar zu sein."
Vielleicht kann ein Kind nicht den Hintergrund begreifen, doch eine Kritikerin sollte als Erwachsene schon soviel Interesse an Zeitgeschichte haben, dass sie den Krieg nicht als unaufklärbare und rätselhafte Kinderei bezeichnet.
Ich kann mich erinnern, dass in Österreich zB Dr. Mock sehr genau bereits vor der Eskalation die Hintergründe des Krieges beschrieben hat und versucht hat, darauf aufmerksam zu machen, dass sich Europa da viel früher einmischen hätte müssen.
Da kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln.
P.S. Eigentlich sollte ich einen Leserbrief an die Zeit schreiben. Aber die Leserbriefusancen der Zeitungen sind mir zuwider.
Stanisic betreibt eben keine "Poetisierung des Jugoslawienkrieges" - das wäre ja ganz einfach nur Kitsch (was sie natürlich dem Buch auch prompt vorwirft). Es gibt eine Stelle, in der das Kind Aleksandar in einen anderen Teil des damaligen Jugoslawien fährt. Er schaut dort Fernsehen und bemerkt (sinngemäss), dass 'die dort genau das Gegenteil von dem sagen, was sie bei uns sagen'. Und wenn von den Leichen erzählt wird, die die Drina irgendwann nicht mehr aufnehmen kann, so ist das wirklich keine Verkitschung mehr.
Stanisic behält übrigens diesen "kindlichen Ton" im Fortgang des Buches nicht bei. Eine Deutung: Er dient als Erinnerung des Erwachsenen an die Kindheit, der diese versucht, mit der Sprache des Kindes (von damals) wieder zu holen. Das ist m. E. genau eben nicht das "Verfahren" von Kertész. Es bleibt natürlich problematisch, da immer die Gefahr "droht", dass das Kind zu schlau (oder zu dumm) ist.
Über die Ursachen des Krieges kann heftig gestritten werden. Eine grosse Mitschuld hat hier m. E. Deutschland. Genscher hatte sehr früh (und als Vorreiter in der EU; wie es heisst unabgesprochen) die Sezessionen von Slowenien und Kroatien anerkannt. Damit wurde den Milizen sozusagen ein Freibrief erteilt...
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Zu der Zeit-Kritik von Iris Radisch:
Aber eins hat mich daran schon frappiert:
Zitat:
<>"Denn die Verzauberung und kindliche Poetisierung des Jugoslawienkrieges, die Undurchsichtigkeit und Entrücktheit des Krieges, die in dieser manieriert kindischen Erzählhaltung beschlossen liegt, entspricht durchaus dem diffusen Gefühl, das der westeuropäische Betrachter bis heute mit diesem Krieg verbindet. Wer da eigentlich gegen wen war und ob das Ganze nicht nur eine auf ewig unaufklärbare, rätselhafte Kinderei darstellte, scheint bis heute nicht feststellbar zu sein."
Vielleicht kann ein Kind nicht den Hintergrund begreifen, doch eine Kritikerin sollte als Erwachsene schon soviel Interesse an Zeitgeschichte haben, dass sie den Krieg nicht als unaufklärbare und rätselhafte Kinderei bezeichnet.
Ich kann mich erinnern, dass in Österreich zB Dr. Mock sehr genau bereits vor der Eskalation die Hintergründe des Krieges beschrieben hat und versucht hat, darauf aufmerksam zu machen, dass sich Europa da viel früher einmischen hätte müssen.
Da kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln.
P.S. Eigentlich sollte ich einen Leserbrief an die Zeit schreiben. Aber die Leserbriefusancen der Zeitungen sind mir zuwider.
Stanisic behält übrigens diesen "kindlichen Ton" im Fortgang des Buches nicht bei. Eine Deutung: Er dient als Erinnerung des Erwachsenen an die Kindheit, der diese versucht, mit der Sprache des Kindes (von damals) wieder zu holen. Das ist m. E. genau eben nicht das "Verfahren" von Kertész. Es bleibt natürlich problematisch, da immer die Gefahr "droht", dass das Kind zu schlau (oder zu dumm) ist.
Über die Ursachen des Krieges kann heftig gestritten werden. Eine grosse Mitschuld hat hier m. E. Deutschland. Genscher hatte sehr früh (und als Vorreiter in der EU; wie es heisst unabgesprochen) die Sezessionen von Slowenien und Kroatien anerkannt. Damit wurde den Milizen sozusagen ein Freibrief erteilt...