So geht's nicht! So geht es wirklich nicht:))) Zuerst bringen Sie mich dazu, Arno Geiger nicht so einfach zu lesen, sondern das so zu tun, dass ich nachher etwas Intelligentes darüber schreiben kann. Dann kommt schon der nächste Hammer, eine lange Rezension, zu der ich Ihnen sowohl zu- als auch gegenstimmen möchte, nur muss ich zuerst das Buch gelesen haben.
Kleiner Zwischenbericht zu Arno Geiger. Das hat schon was an sich, was aufrührt. Ich hab das in meinem heutigen Eintrag auch schon erwähnt. http://steppenhund.twoday.net/stories/2782580/
Aber nun zu Möller...
So, wie ich es ihrer Rezension entnehme, scheint er zu techniklastig zu sein. Ich selbst komme ja aus einer etwas anderen Ecke - und ich muss sagen, dass ist meine eigentliche beruflichen Ecke (software architecture) und nicht Kochen oder Musizieren;)
Es geht nicht in erster Linie um Monopolismus oder um gute oder schlechte Software. Zur Zeit haben wir nur schlechte Software, was man aus der Sicht 50 Jahre in der Zukunft gar nicht als so bemerkenswert hinstellen wird.
Wir haben seit 35 Jahren, in denen sich der nicht militarisierte Mensch mit Software befasst ganz wenige Fortschritte gemacht, auch wenn das für den Laien vielleicht anders aussehen mag. Um bestimmte -relativ einfache - Probleme zu lösen, benötigen wir heute die 1000fache Hardware und Software-Menge.
In manchen wissenschaftlichen Bereichen ist das anders. Da liefert der Rechner Ergebnisse, die sonst nicht zustande kommen könnten. Auch in der Prothetik und anderen Bereichen der Medizin.
Ihr Hinweis auf Blogs und Foren erscheint mir sehr richtig. Tatsächlich sind aber gerade die Softwareleistungen hier in punkto Kommunikation ziemlich gewaltig. Sie werden nicht genützt. Allerdings gibt es gerade jetzt von allen größeren Firmen die Anstrengungen, das Instant-Messaging in den Firmen gang und gäbe zu machen. Immer ansprechbar sein, immer im kommunikativen Band eingeflochten zu sein.
Da passiert etwas, was wieder gut und schlecht zugleich sein kann.
Aber es hängt an einigen Fanghaken fest.
Blogs und Foren und Suchmaschinen gehören heute zu einer Begriffswelt web 2.0. (Was immer Sie darunter verstehen mögen:) Dazu gehört aber auch der Begriff "semantisches Web". Intelligenz-gesteuerte Zuordnungs- und Suchverfahren. Hier steckt nun der Teufel. Mit der Semantik haben es unsere heutigen Zeitgenossen nicht mehr so. Immer nachlässiger wird der Umgang mit der Sprache und den Begriffen. Hier jetzt noch etwas Orwellschen Neuspeak mit dem Gewürz politischer Beeinflussung dazugegeben und wir stecken in einer vergeblichen Anstrengung fest, klare Strukturen durchschauen zu können.
Der Monopolismus bei der Paid-Software wäre nicht so schlecht, wenn nicht die Marketing-Agenden die Anstrengungen hinsichtlich Softwareausweitung in die falsche Richtung treiben würden.
Man (Möller) darf aber nicht vergessen, dass Microsoft mittlerweile in vielen Open Source Projekten steckt und andererseits ziemlich zukunftsweisend in die "richtige" Richtung forscht, auch wenn das eine ist, die zur Zeit noch kein Geld bringt. (Stichworte: Product Families, Domain Specific Languages DSL)
Wir leben in einer spannenden Zeit.
Die Blogger insgesamt sind nicht besser oder schlechter als der Rest der Bevölkerung. Was zB im Realleben auffällt sind die 15% eines Volkes, die xenophobischen Hasstiraden lauschen und sich auf eine rechte Partei einwählen. Dass 85% davon eher angewidert sind, geht dabei unter.
Bei den Bloggern dürfte es ähnlich sein...
Cleos - 2006-10-10 22:43
Die letzten Zahlen
machen mich jetzt aber neugierig.Woher nehmen Sie die prozentuale Verteilung15/85? Zudem würde mich (ernsthaft)interessieren ,ob denn die Verteilung bei bloggern gleich(=),ähnlich(nicht=),oder doch etwas anders (ungleich) wäre.
Sollte jemandem eine soziologische nicht-marktgesteuerte Untersuchung zur Psychodynamik von Bloggern vs.Nicht-bloggern bekannt sein, wäre es sehr aufmerksam mir die Quelle zu nennen.Danke.
Die Zahlen sind ganz einfach. 11% für FPÖ, 4% für BZÖ macht zusammen 15%. Die beiden Parteien, aus einer herausgespalten, teilen ihre Ausländerfeindlichkeit nicht nur, sondern haben auch ihren Wahlkampf praktisch ausschließlich mit der Angst vor Fremden und Überfremdung bestritten.
Auf deren Wähler habe ich mich bezogen.
im Sinne der Anklage - Rezension von Geiger meinerseits nicht eindeutig genug. Sie müssen ihn nun selber lesen; es gibt sicher Schlimmeres. Bin gespannt auf Ihre Stellungnahme.
Zum Bloggen: Ich glaube nicht, dass Blogger bzw. Internetnutzer generell repräsentativ zur Bevölkerung sind. Ich habe leider keine Untersuchung (im Internet) gefunden, die repräsentativ die Bevölkerung hinsichtlich ihres Kommunikationsverhaltens im Internet befragt. Meist basieren die Blogger-Bücher auf Beantwortung von Fragebögen durch Blogger.
Ich habe sowohl in Foren als auch in der Blogosphäre rechts- als auch linksextremes Gedankengut bemerkt. Ob dies bei rechts mehr als 15% sind, weiss ich nicht. Kurz vor der Österreichwahl hat hier auf twoday die FPÖ einen Weblog implementiert. Ich zweifle, dass die entsprechende Klientel mehrheitlich die Mittel und Kompetenz besitzt, sich von solchen Medien "inspirieren" zu lassen.
Es gibt ein deutschsprachiges Onlineforum, welches bei einigen im Verdacht steht, von rechten "unterwandert" zu sein; gelegentlich passt der Eindruck. Bei Nensch beispielsweise gab es m. W. solche Probleme so gut wie nie (was sicherlich einer der Vorteile des Originalnamen-Prinzips war/ist).
Mit der sukzessiven Verbreitung dieser Art von Medien dürfte aber m. E. die Infiltration durch Schmuddel-Weblogs mittelfristig steigen. In Deutschland wählen insbesondere Jugendliche die rechtsradikalen Parteien - die sind irgendwann mindestens technologisch in der Lage und vielleicht willens, ihre Ideologie zu verbreiten bzw. Gesinnungsfreunde zu finden.
Cleos - 2006-10-11 19:37
Das ist ja richtig lieb,
was Sie sich alle für Mühe bei den Antworten machen.Schuldig ,lieber Herr Keuschnig sind Sie sicher nicht, wenn Sie sich die Mühe machen liebevoll akribisch Bücher aufzuarbeiten...
Ich persönlich glaube nicht, dass die blogger denk-kongruent mit der Bevölkerung gehen.
In der German-Bevölkerung hat nicht jeder einen PC, es ist meist nur eine bestimmte Altersgruppe-meine Eltern z.B. haben sowas nicht.Zudem hat nicht jeder beruflich Zeit, seinen blog zu pflegen und es hat auch nicht jeder Zeit der Schnelligkeit bei ratz-fatz-blogs die dümmlich Tagesschau-Meldungen, oder GUTmensch-meldungen wiedergeben,
zu folgen.
Ich gebe zu, anfangs war ich äußerst naiv und blöde beim Umgang mit jedweden blogs.Ich bin es jetzt nicht mehr, da ich weiß ,dass diejenigen,
die sich durch ihren blog definieren, meist noch mehr blogs haben und sich in irgendwelchen schwachköpfigen Besucherlisten selber hochjagen in ihrer persönlichen Zahl der Besuche.Sie geben sich auch Berufe, die sie nicht haben und eine Persönlichkeit ,die sie vielleicht gerne wären.
Mein Gott, welch armseliges Häufchen Elend muß dort bisweilen dahinterstecken. Auf der einen Seite ist dies sehr kritisch zu betrachten, aber rein soziologisch gesehen, wird durch die Möglichkeit des Bloggens und des sich Öffentlich-Machens von Befindlichkeiten und politischen Meinungen ,die man zu dem Seinen
erklärt und dem anderen teilweise blabla auch eine Nische eröffnet, die diese Menschen für sich intrapsychisch nutzen können.
Allerdings, wenn der blogbesitzer oft durch Abwertung
andrer in der Tendenz für mich auffällig ist und sich häufig widerspricht, dann wird es mir zuviel.
Ich denke schon ,dass es bei Soziologen bereits Untersuchungen gibt,die sich auf all diese Fragen beziehen.Warten wir die ersten Publikationen ab,die sachlich und statistisch signifikant im Ergebnis und weithingehend valide sind.
Denn genau in dieser Hinsicht würden mich diese Dünnschiß-ratz-fatz-marginal-blogs interessieren.
Vielleicht laß ich mir Möllers Buch zu Weihnachten schenken.*g*
Aber ich werde weiterhin hier lesen, denn dieser blog unterscheidet sich von andern durch den gepflegten Umgang miteinander.HInreißend wohltuend!
Aber nein. Ich habe keinesfalls die Rezension bemängelt sondern ganz einfach das Tempo, in dem Sie interessante Literatur heranziehen:) Die sollte man dann schon gelesen haben, bevor man Kommentare abgibt. Das war aber wirklich eher als Kompliment gemeint:)
Was die Statistiken angeht, so bin ich da inzwischen recht pragmatische geworden.
Bei der Bevölkerung gibt es ein paar Kenngrößen, die unabhängig von Nation, Ausbildung etc. ziemlich konstant sind.
Z.B. Kreative machen ungefähr 3% aus.
Absolutes Führungspotential genauso 3%. Plus 2% situative Führer. Das sind jene, die selber nie eine Führungsposition anstreben, aber dann im Ernstfall, wenn sie lagemäßig führen müssen, einen ausgezeichneten Job machen.
Also nehme ich einmal als erste Näherung an, dass es bei Xenophobie die gleichen Prozentsätze gibt. Sehr interessant heute das Statement der Grünen, die feststellen, dass die FPÖ eher in ausländerarmen Bezirken in Wien reüssiert hat.
Interessanter erscheint mir eher der soziale und der unterhaltende Aspekt als wesentlich. Wieviele Personen schreiben aus Frustration? Wieviele verwenden die Ventilfunktion? Wieviele glauben, dass sie etwas zu sagen haben? Wieviele wollen sich nur unterhalten? Wie gross ist der Anteil an seriösem Journalismus? Wie groß ist der Anteil an echten Dichtern bzw. Schriftstellern? Usw.
Dann gibt es eine entsprechende Matrix, weil jedes allgemeine Weblog eine andere Schreiberstruktur hat.
Für mich selbst ist es faszinierend. Ich lese genügend schnell, um viel surfen zu können und dann bleibt schon ausreichend viel inspirierendes Material hängen.
Ich könnte mich allerdings genauso in die Uni-Bibliothek setzen und hätte vielleicht genausoviel Spass.
Cleos - 2006-10-11 21:25
Ihre Fragen
waren sehr ansprechend-möglich ,dass auf einen Leser oder Blogger gleich 2 Fragen inclusive Antworten zuträfen.Ich z.b. lese hier, weil ich mich unterhalten will, ablenken von der Grausamkeit des Alltags,schluchz, ich finde hier ein Ventil...ja Ihre Fragen waren stimmig, es ließen sich noch mehr anschließen.
Am besten gefallen hat mir die Vorstellung einer Unibibliothek(nur mußte man da zu meiner Zeit immer das Maul halten) .Ich habe dort leidenschaftlich beobachtet und hübsche künftige Wolkenbesitzer kennengelernt und mich auch mit jenen getroffen.Ob es die heute auch noch dort gibt?
Für die Männerwelt gibt es dann die vielen schnuckligen Mädels, die ihr mit auf eure virtuelle Wolke nehmen könnt ,oder bei Petrus einfach mal vorbestellen.....Ja so ne Bibliothek hat Vorteile.
Sehen,gesehen werden,sprechen, be-sprochen werden, berühren,berührt werden....Wunderbare Vorstellung.
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Lieber Herr Keuschnig!
Kleiner Zwischenbericht zu Arno Geiger. Das hat schon was an sich, was aufrührt. Ich hab das in meinem heutigen Eintrag auch schon erwähnt. http://steppenhund.twoday.net/stories/2782580/
Aber nun zu Möller...
So, wie ich es ihrer Rezension entnehme, scheint er zu techniklastig zu sein. Ich selbst komme ja aus einer etwas anderen Ecke - und ich muss sagen, dass ist meine eigentliche beruflichen Ecke (software architecture) und nicht Kochen oder Musizieren;)
Es geht nicht in erster Linie um Monopolismus oder um gute oder schlechte Software. Zur Zeit haben wir nur schlechte Software, was man aus der Sicht 50 Jahre in der Zukunft gar nicht als so bemerkenswert hinstellen wird.
Wir haben seit 35 Jahren, in denen sich der nicht militarisierte Mensch mit Software befasst ganz wenige Fortschritte gemacht, auch wenn das für den Laien vielleicht anders aussehen mag. Um bestimmte -relativ einfache - Probleme zu lösen, benötigen wir heute die 1000fache Hardware und Software-Menge.
In manchen wissenschaftlichen Bereichen ist das anders. Da liefert der Rechner Ergebnisse, die sonst nicht zustande kommen könnten. Auch in der Prothetik und anderen Bereichen der Medizin.
Ihr Hinweis auf Blogs und Foren erscheint mir sehr richtig. Tatsächlich sind aber gerade die Softwareleistungen hier in punkto Kommunikation ziemlich gewaltig. Sie werden nicht genützt. Allerdings gibt es gerade jetzt von allen größeren Firmen die Anstrengungen, das Instant-Messaging in den Firmen gang und gäbe zu machen. Immer ansprechbar sein, immer im kommunikativen Band eingeflochten zu sein.
Da passiert etwas, was wieder gut und schlecht zugleich sein kann.
Aber es hängt an einigen Fanghaken fest.
Blogs und Foren und Suchmaschinen gehören heute zu einer Begriffswelt web 2.0. (Was immer Sie darunter verstehen mögen:) Dazu gehört aber auch der Begriff "semantisches Web". Intelligenz-gesteuerte Zuordnungs- und Suchverfahren. Hier steckt nun der Teufel. Mit der Semantik haben es unsere heutigen Zeitgenossen nicht mehr so. Immer nachlässiger wird der Umgang mit der Sprache und den Begriffen. Hier jetzt noch etwas Orwellschen Neuspeak mit dem Gewürz politischer Beeinflussung dazugegeben und wir stecken in einer vergeblichen Anstrengung fest, klare Strukturen durchschauen zu können.
Der Monopolismus bei der Paid-Software wäre nicht so schlecht, wenn nicht die Marketing-Agenden die Anstrengungen hinsichtlich Softwareausweitung in die falsche Richtung treiben würden.
Man (Möller) darf aber nicht vergessen, dass Microsoft mittlerweile in vielen Open Source Projekten steckt und andererseits ziemlich zukunftsweisend in die "richtige" Richtung forscht, auch wenn das eine ist, die zur Zeit noch kein Geld bringt. (Stichworte: Product Families, Domain Specific Languages DSL)
Wir leben in einer spannenden Zeit.
Die Blogger insgesamt sind nicht besser oder schlechter als der Rest der Bevölkerung. Was zB im Realleben auffällt sind die 15% eines Volkes, die xenophobischen Hasstiraden lauschen und sich auf eine rechte Partei einwählen. Dass 85% davon eher angewidert sind, geht dabei unter.
Bei den Bloggern dürfte es ähnlich sein...
Die letzten Zahlen
Sollte jemandem eine soziologische nicht-marktgesteuerte Untersuchung zur Psychodynamik von Bloggern vs.Nicht-bloggern bekannt sein, wäre es sehr aufmerksam mir die Quelle zu nennen.Danke.
Auf deren Wähler habe ich mich bezogen.
Schuldig...
Zum Bloggen: Ich glaube nicht, dass Blogger bzw. Internetnutzer generell repräsentativ zur Bevölkerung sind. Ich habe leider keine Untersuchung (im Internet) gefunden, die repräsentativ die Bevölkerung hinsichtlich ihres Kommunikationsverhaltens im Internet befragt. Meist basieren die Blogger-Bücher auf Beantwortung von Fragebögen durch Blogger.
Ich habe sowohl in Foren als auch in der Blogosphäre rechts- als auch linksextremes Gedankengut bemerkt. Ob dies bei rechts mehr als 15% sind, weiss ich nicht. Kurz vor der Österreichwahl hat hier auf twoday die FPÖ einen Weblog implementiert. Ich zweifle, dass die entsprechende Klientel mehrheitlich die Mittel und Kompetenz besitzt, sich von solchen Medien "inspirieren" zu lassen.
Es gibt ein deutschsprachiges Onlineforum, welches bei einigen im Verdacht steht, von rechten "unterwandert" zu sein; gelegentlich passt der Eindruck. Bei Nensch beispielsweise gab es m. W. solche Probleme so gut wie nie (was sicherlich einer der Vorteile des Originalnamen-Prinzips war/ist).
Mit der sukzessiven Verbreitung dieser Art von Medien dürfte aber m. E. die Infiltration durch Schmuddel-Weblogs mittelfristig steigen. In Deutschland wählen insbesondere Jugendliche die rechtsradikalen Parteien - die sind irgendwann mindestens technologisch in der Lage und vielleicht willens, ihre Ideologie zu verbreiten bzw. Gesinnungsfreunde zu finden.
Das ist ja richtig lieb,
Ich persönlich glaube nicht, dass die blogger denk-kongruent mit der Bevölkerung gehen.
In der German-Bevölkerung hat nicht jeder einen PC, es ist meist nur eine bestimmte Altersgruppe-meine Eltern z.B. haben sowas nicht.Zudem hat nicht jeder beruflich Zeit, seinen blog zu pflegen und es hat auch nicht jeder Zeit der Schnelligkeit bei ratz-fatz-blogs die dümmlich Tagesschau-Meldungen, oder GUTmensch-meldungen wiedergeben,
zu folgen.
Ich gebe zu, anfangs war ich äußerst naiv und blöde beim Umgang mit jedweden blogs.Ich bin es jetzt nicht mehr, da ich weiß ,dass diejenigen,
die sich durch ihren blog definieren, meist noch mehr blogs haben und sich in irgendwelchen schwachköpfigen Besucherlisten selber hochjagen in ihrer persönlichen Zahl der Besuche.Sie geben sich auch Berufe, die sie nicht haben und eine Persönlichkeit ,die sie vielleicht gerne wären.
Mein Gott, welch armseliges Häufchen Elend muß dort bisweilen dahinterstecken. Auf der einen Seite ist dies sehr kritisch zu betrachten, aber rein soziologisch gesehen, wird durch die Möglichkeit des Bloggens und des sich Öffentlich-Machens von Befindlichkeiten und politischen Meinungen ,die man zu dem Seinen
erklärt und dem anderen teilweise blabla auch eine Nische eröffnet, die diese Menschen für sich intrapsychisch nutzen können.
Allerdings, wenn der blogbesitzer oft durch Abwertung
andrer in der Tendenz für mich auffällig ist und sich häufig widerspricht, dann wird es mir zuviel.
Ich denke schon ,dass es bei Soziologen bereits Untersuchungen gibt,die sich auf all diese Fragen beziehen.Warten wir die ersten Publikationen ab,die sachlich und statistisch signifikant im Ergebnis und weithingehend valide sind.
Denn genau in dieser Hinsicht würden mich diese Dünnschiß-ratz-fatz-marginal-blogs interessieren.
Vielleicht laß ich mir Möllers Buch zu Weihnachten schenken.*g*
Aber ich werde weiterhin hier lesen, denn dieser blog unterscheidet sich von andern durch den gepflegten Umgang miteinander.HInreißend wohltuend!
Bitte keine Schuldgefühle:)
Was die Statistiken angeht, so bin ich da inzwischen recht pragmatische geworden.
Bei der Bevölkerung gibt es ein paar Kenngrößen, die unabhängig von Nation, Ausbildung etc. ziemlich konstant sind.
Z.B. Kreative machen ungefähr 3% aus.
Absolutes Führungspotential genauso 3%. Plus 2% situative Führer. Das sind jene, die selber nie eine Führungsposition anstreben, aber dann im Ernstfall, wenn sie lagemäßig führen müssen, einen ausgezeichneten Job machen.
Also nehme ich einmal als erste Näherung an, dass es bei Xenophobie die gleichen Prozentsätze gibt. Sehr interessant heute das Statement der Grünen, die feststellen, dass die FPÖ eher in ausländerarmen Bezirken in Wien reüssiert hat.
Interessanter erscheint mir eher der soziale und der unterhaltende Aspekt als wesentlich. Wieviele Personen schreiben aus Frustration? Wieviele verwenden die Ventilfunktion? Wieviele glauben, dass sie etwas zu sagen haben? Wieviele wollen sich nur unterhalten? Wie gross ist der Anteil an seriösem Journalismus? Wie groß ist der Anteil an echten Dichtern bzw. Schriftstellern? Usw.
Dann gibt es eine entsprechende Matrix, weil jedes allgemeine Weblog eine andere Schreiberstruktur hat.
Für mich selbst ist es faszinierend. Ich lese genügend schnell, um viel surfen zu können und dann bleibt schon ausreichend viel inspirierendes Material hängen.
Ich könnte mich allerdings genauso in die Uni-Bibliothek setzen und hätte vielleicht genausoviel Spass.
Ihre Fragen
Am besten gefallen hat mir die Vorstellung einer Unibibliothek(nur mußte man da zu meiner Zeit immer das Maul halten) .Ich habe dort leidenschaftlich beobachtet und hübsche künftige Wolkenbesitzer kennengelernt und mich auch mit jenen getroffen.Ob es die heute auch noch dort gibt?
Für die Männerwelt gibt es dann die vielen schnuckligen Mädels, die ihr mit auf eure virtuelle Wolke nehmen könnt ,oder bei Petrus einfach mal vorbestellen.....Ja so ne Bibliothek hat Vorteile.
Sehen,gesehen werden,sprechen, be-sprochen werden, berühren,berührt werden....Wunderbare Vorstellung.