allen Religiösen funktioniert nicht, die Vorstellung einer absoluten Trennung von Staat und Religion ist eine Illusion. Es scheitert zunächst daran, dass religiöse Organisationen wichtige Aufgaben in der Gesellschaft wahrnehmen, angefangen von der Diakonie, über Lebensberatung, Jugendhäuser, Beerdigungen und und und. Vor allem aber ist ja jeder religiös gebundene Mensch quasi in "Personalunion" mit dem Staatsbürger. Bei jeder seiner Entscheidungen spielen ex- oder implizit immer seine religiösen Anschauungen eine Rolle, warum sollte er zum Beispiel Politiker wählen, die Anschauungen vertreten, die sich mit seinen religiösen Überzeugungen nicht decken?
Man könnte das Neutralitätsgebot des Staates auch andersherum interpretieren. Mit welcher Berechtigung wird gegen ein (dezent getragenes) Kopftuch argumentiert und anderseits ein bauchfreies Top inklusive eines gepircten Bachnabels in der Schule hingenommen? Ein gefordertes Kopftuchverbot ist eher ein Ausweis einer gewissen Hilflosigkeit darüber, dass man sich mit seinen eigenen moralischen und religiösen Anschauungen in einem Rückzugsgefecht befindet und andere offenbar erfolgreicher im Rekrutieren ihrer Schäfchen sind.
Mit Verbannung meinte ich, dass in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Gerichten, Ämtern) keine religiösen Symbole mehr zu finden sind und Personen, die dort eine Tätigkeit ausüben, diese höchstens verdeckt tragen. Man denke an die Talare an Gerichten, die auch eine Art "Nivellierung" symbolisieren sollen. Das Kreuzkettchen um den Hals meine ich nicht. (Leider weiss ich nicht so genau, wie das in Frankreich klappt.)
Die Aufgaben, die die Kirchen in Deutschland übernehmen, werden gemeinhin überschätzt. Denn erstens erhalten sie dafür Steuereinnahmen (führen also das Geld nur sozusagen wieder zurück) und zweitens übernimmt der Staat auch noch kostenlos die "Eintreibung" des Geldes - was ziemlich einmalig ist. Beispielsweise sind Kindergärten unter kirchlicher "Obhut" nur Feigenblätter; sie werden im Schnitt nur zu knapp 10% von den Trägern finanziert. Altenheime sind in sich geschlossen - nach aussen hin ohne Gewinne - organisiert. In der Praxis erheben sie ähnliche Gebühren wie privat geführte Stifte, die gute Gewinne einfahren. Durch eine extrem geschickte Verschachtelung ihre Organisationen und Steuerbevorteilung erreichen sie einen Status, der ihnen m. E. so nicht zusteht.
Würden die karitativen Aufgaben gleich vom Staat übernommen werden, könnte das Geld sehr viel sinnvoller eingesetzt werden (wenigstens in der Theorie).
Dem zweiten Teil Deines Postings stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn ich Frau Schwarzers Drang lese, die Frauen zu befreien, denke ich immer daran, worin denn diese "Befreiung" bestehen könnte. Ist eine stringtangatragende Frau, die mir die Farbe ihrer Unterwäsche in der U-Bahn freimütig zu erkennen gibt (obwohl sie mich eventuell gar nicht interessiert), a priori freier als eine kopftuchtragende Muslima?
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Verbannung
Man könnte das Neutralitätsgebot des Staates auch andersherum interpretieren. Mit welcher Berechtigung wird gegen ein (dezent getragenes) Kopftuch argumentiert und anderseits ein bauchfreies Top inklusive eines gepircten Bachnabels in der Schule hingenommen? Ein gefordertes Kopftuchverbot ist eher ein Ausweis einer gewissen Hilflosigkeit darüber, dass man sich mit seinen eigenen moralischen und religiösen Anschauungen in einem Rückzugsgefecht befindet und andere offenbar erfolgreicher im Rekrutieren ihrer Schäfchen sind.
Die Aufgaben, die die Kirchen in Deutschland übernehmen, werden gemeinhin überschätzt. Denn erstens erhalten sie dafür Steuereinnahmen (führen also das Geld nur sozusagen wieder zurück) und zweitens übernimmt der Staat auch noch kostenlos die "Eintreibung" des Geldes - was ziemlich einmalig ist. Beispielsweise sind Kindergärten unter kirchlicher "Obhut" nur Feigenblätter; sie werden im Schnitt nur zu knapp 10% von den Trägern finanziert. Altenheime sind in sich geschlossen - nach aussen hin ohne Gewinne - organisiert. In der Praxis erheben sie ähnliche Gebühren wie privat geführte Stifte, die gute Gewinne einfahren. Durch eine extrem geschickte Verschachtelung ihre Organisationen und Steuerbevorteilung erreichen sie einen Status, der ihnen m. E. so nicht zusteht.
Würden die karitativen Aufgaben gleich vom Staat übernommen werden, könnte das Geld sehr viel sinnvoller eingesetzt werden (wenigstens in der Theorie).
Dem zweiten Teil Deines Postings stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn ich Frau Schwarzers Drang lese, die Frauen zu befreien, denke ich immer daran, worin denn diese "Befreiung" bestehen könnte. Ist eine stringtangatragende Frau, die mir die Farbe ihrer Unterwäsche in der U-Bahn freimütig zu erkennen gibt (obwohl sie mich eventuell gar nicht interessiert), a priori freier als eine kopftuchtragende Muslima?