Dickes Fell oder Verletzung der Persönlichkeitsrechte?
Kurt Beck hat eine einstweilige Verfügung gegen die Satirezeitschrift "Titanic" erwirkt und sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt durch das aktuelle Titelbild:

Wie die Diskussionen im Netz (u. a. im "Lawblog") zeigen, macht er sich damit sehr unbeliebt. Es gehört zum guten Ton, dies als "Satire" und Scherz einzuordnen.
Nun: Ich halte das nicht für witzig. Ganz und gar nicht. Man stelle sich ein Titelbild auf der Bild-Zeitung mit einem Farbigen vor: Knallt ihn ab. Das würde von denen, die so heftig für die Meinungsfreiheit eintreten und fast kollektiv Herrn Beck Humorlosigkeit bescheinigen, bestimmt als Affront aufgefasst und zu Recht auf das heftigste bekämpft werden.
Oder es möge sich jeder selber einmal auf dem Titelblatt einer Zeitung wiederfinden und dort "zum Abschuss freigegeben" werden. Auch wenn es "nur" Humor sein soll. (Übrigens ziemlich populistischer Humor; ziemlich unterste Schublade.)
"Titanic" ist ja eine Satirezeitschrift. (Wirklich?) Also muss man das alles witzig finden? Oder darf man auch gegenteiliger Meinung sein und Geschmacklosigkeiten als solche nicht benennen?
Arme Satire, die solche Redakteure braucht. Da rege sich noch jemand über antijüdische Karikaturen aus dem Iran auf? Mit welch' zweierlei Mass wird hier gemessen?
Und noch was: Wundert es da noch, dass sich so wenige (auch fähige) Leute finden lassen, um in der Politik Verantwortung zu übernehmen?

Wie die Diskussionen im Netz (u. a. im "Lawblog") zeigen, macht er sich damit sehr unbeliebt. Es gehört zum guten Ton, dies als "Satire" und Scherz einzuordnen.
Nun: Ich halte das nicht für witzig. Ganz und gar nicht. Man stelle sich ein Titelbild auf der Bild-Zeitung mit einem Farbigen vor: Knallt ihn ab. Das würde von denen, die so heftig für die Meinungsfreiheit eintreten und fast kollektiv Herrn Beck Humorlosigkeit bescheinigen, bestimmt als Affront aufgefasst und zu Recht auf das heftigste bekämpft werden.
Oder es möge sich jeder selber einmal auf dem Titelblatt einer Zeitung wiederfinden und dort "zum Abschuss freigegeben" werden. Auch wenn es "nur" Humor sein soll. (Übrigens ziemlich populistischer Humor; ziemlich unterste Schublade.)
"Titanic" ist ja eine Satirezeitschrift. (Wirklich?) Also muss man das alles witzig finden? Oder darf man auch gegenteiliger Meinung sein und Geschmacklosigkeiten als solche nicht benennen?
Arme Satire, die solche Redakteure braucht. Da rege sich noch jemand über antijüdische Karikaturen aus dem Iran auf? Mit welch' zweierlei Mass wird hier gemessen?
Und noch was: Wundert es da noch, dass sich so wenige (auch fähige) Leute finden lassen, um in der Politik Verantwortung zu übernehmen?
Gregor Keuschnig - 2006-07-04 14:58

