Ich frage mich, wie es jetzt weitergehen wird. Soweit ich das nachvollziehen kann, ist die Preisvergabe an Peter Handke ja noch nicht offiziell (also durch den Stadtrat) abgelehnt worden. Habe ich Recht mit der Beobachtung, dass in den Medien in den letzten paar Tagen kritischer argumentiert wurde? Ich finde, es gibt inzwischen zahlreiche Stimmen, die den Preis für Handke befürworten. Aber was denken die Leute in Deutschland? Ich glaube, bei denen hat sich das inzwischen schon festgebrannt: HOLOCAUST-RELATIVIERER.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man inzwischen mit den meisten Leuten schon nicht mehr diskutieren kann. Jedes sachliche Argument wird sogleich mit einer polemisierenden Aussage niedergemacht. Da hat dock echt eine verBILDung (im Fall Handke muss man eher sagen: eine verWELTung) stattgefunden. Man lese mal dieses brilliante Stück (mitsamt der Kommentare, wo nochmal ordentlich nachgelegt wird): http://elsalaska.twoday.net/stories/2112459/ Nachdem ich überlegt habe, einen Kommentar zu schreiben, habe ich es dann doch gelassen. Es ist wie wenn man in einen Hundehaufen tritt: Alles aufregen hat keinen Sinn. Don Quichotte lässt grüssen...
Wie auch immer... Ich denke also, dass es - falls der Preis doch noch an Handke vergeben werden sollte - ziemliche Proteste geben wird. Und: Ich denke, dass Handke den Preis nicht mehr haben will.
Offiziell berät der Stadtrat ja erst am 22.6. über die Bewilligung des Preisgeldes (womit natürlich nachträglich in die Entscheidung der Jury eingegriffen wird, was ein unmöglicher Vorgang ist). Wie das in Deutschland so üblich ist, gab es aber bereits Anfang der Woche diverse Probeabstimmungen in den Fraktionen, wie man darüber abstimmt...
Interessant wird sein, ob der OB Joachim Erwin (CDU), der sich vehement für Handke eingesetzt hatte (seit einigen Tagen aber "abgetaucht" ist), seinem Ruf als "Querkopf" gerecht wird und vielleicht noch das Votum verändern will. Der Mann ist ziemlich kreativ.
Mein Eindruck ist es auch, dass einige Medien durchaus Gegenstimmen veröffentlichen (am klarsten natürlich die SZ); ein grässlicher Artikel im Online-Angebot der "Zeit" von Jörg Lau hat man wohl nach den zahlreichen protestierenden Kommentaren gelöscht.
Meine Erfahrung ist, dass die Leute am meisten auf Handke schimpfen und ihn beschimpfen, die seine Bücher gar nicht gelesen haben. Wenn man nachfragt und Belege haben möchte, kommt nichts (wie neulich in einem anderen Weblog - nach drei Postings war man bei Verbalinjurien; als ich mich dann zurückzog wurde mir paradoxerweise vorgworfen, dass mir wohl "die Argumente" ausgegangen seien). Häufig wird nur mit Schnipseln aus zweiter oder dritter Hand "argumentiert" - viele Leute meinen, das reicht, um sich eine Meinung zu bilden.
Übrigens ein Grundelend vieler "journalistischer" Blogs, deren Verfasser glauben, das blosse Zitieren aus Zitaten sei bereits ausreichend, um ein Argument dafür oder dagegen zu formulieren. Für Hintergrundrecherchen bleibt weder Zeit noch Lust (wenn schon die "richtigen" Journalisten nicht recherchieren...).
Ob Handke noch den Preis möchte - ich weiss es nicht. Vermutlich wird man jedoch den Preis 2006 einfach "ausfallen" lassen. Die Jury schlage ich vor, aus denjenigen Pappfiguren zu rekrutieren, die sich ein Urteil angemasst haben. Dann bekommt vielleicht beim nächsten Mal Roberto Blanco den Preis.
PS: Mir fällt in diesem Zusammenhang der offene Brief von Sepp Bierbichler von 1999 an Claus Peymann ein. (Glücklicherweise ist er online).
HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.
Und nun?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man inzwischen mit den meisten Leuten schon nicht mehr diskutieren kann. Jedes sachliche Argument wird sogleich mit einer polemisierenden Aussage niedergemacht. Da hat dock echt eine verBILDung (im Fall Handke muss man eher sagen: eine verWELTung) stattgefunden. Man lese mal dieses brilliante Stück (mitsamt der Kommentare, wo nochmal ordentlich nachgelegt wird): http://elsalaska.twoday.net/stories/2112459/ Nachdem ich überlegt habe, einen Kommentar zu schreiben, habe ich es dann doch gelassen. Es ist wie wenn man in einen Hundehaufen tritt: Alles aufregen hat keinen Sinn. Don Quichotte lässt grüssen...
Wie auch immer... Ich denke also, dass es - falls der Preis doch noch an Handke vergeben werden sollte - ziemliche Proteste geben wird. Und: Ich denke, dass Handke den Preis nicht mehr haben will.
verWELTung - sehr schön
Interessant wird sein, ob der OB Joachim Erwin (CDU), der sich vehement für Handke eingesetzt hatte (seit einigen Tagen aber "abgetaucht" ist), seinem Ruf als "Querkopf" gerecht wird und vielleicht noch das Votum verändern will. Der Mann ist ziemlich kreativ.
Mein Eindruck ist es auch, dass einige Medien durchaus Gegenstimmen veröffentlichen (am klarsten natürlich die SZ); ein grässlicher Artikel im Online-Angebot der "Zeit" von Jörg Lau hat man wohl nach den zahlreichen protestierenden Kommentaren gelöscht.
Meine Erfahrung ist, dass die Leute am meisten auf Handke schimpfen und ihn beschimpfen, die seine Bücher gar nicht gelesen haben. Wenn man nachfragt und Belege haben möchte, kommt nichts (wie neulich in einem anderen Weblog - nach drei Postings war man bei Verbalinjurien; als ich mich dann zurückzog wurde mir paradoxerweise vorgworfen, dass mir wohl "die Argumente" ausgegangen seien). Häufig wird nur mit Schnipseln aus zweiter oder dritter Hand "argumentiert" - viele Leute meinen, das reicht, um sich eine Meinung zu bilden.
Übrigens ein Grundelend vieler "journalistischer" Blogs, deren Verfasser glauben, das blosse Zitieren aus Zitaten sei bereits ausreichend, um ein Argument dafür oder dagegen zu formulieren. Für Hintergrundrecherchen bleibt weder Zeit noch Lust (wenn schon die "richtigen" Journalisten nicht recherchieren...).
Ob Handke noch den Preis möchte - ich weiss es nicht. Vermutlich wird man jedoch den Preis 2006 einfach "ausfallen" lassen. Die Jury schlage ich vor, aus denjenigen Pappfiguren zu rekrutieren, die sich ein Urteil angemasst haben. Dann bekommt vielleicht beim nächsten Mal Roberto Blanco den Preis.
PS: Mir fällt in diesem Zusammenhang der offene Brief von Sepp Bierbichler von 1999 an Claus Peymann ein. (Glücklicherweise ist er online).