Was wird aus Nensch?
Die User des Onlineforums Nensch staunten vergangene Woche nicht schlecht: Der vor einem halben Jahr gesperrte Teilnehmer war wieder da! Erleichterung bei vielen, war doch dies einer der Gründe, warum etliche Schreiber dem Forum grollend den Rücken gekehrt hatten.
Eine Erklärung gab es – traditionsgemäss – nicht. Wieder einmal konnte man beobachten, wie Kommunikationsprofis im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ höchst unglücklich agieren. Oder wollte man nur Raum für Diskussionen abgeben?
Vielen Teilnehmern reicht diese Versöhnungsgeste offensichtlich nicht. Andere wirkten auch unzufrieden. Hinzu kamen flugs weitere Spannungen; es gibt Teilnehmer, die unfähig sind, persönliche Animositäten hintan zu stellen, wenn es um Bewertungen von Kommentaren oder Texten geht. Sie stellen ihre persönlichen Rachegelüste über sachliche Auseinandersetzung. Ein extrem forumschädigendes Verhalten – sanktioniert wurde es kaum bzw. gar nicht.
Dies alles würde bei entsprechender personeller Ausstattung nicht weiter wichtig sein. Die Dufträume könnten von den Stinkern nicht beeinträchtigt werden, wenn genügend wohlriechende dabei wären. Hieran aber fehlt’s. Woran liegt es?
Was hat sich seit November 2005 verändert, fragt ein Teilnehmer – ausser, dass eine Sperrung aufgehoben wurde? Wo blieb die Erklärung (eine Entschuldigung?)? Wo bleibt, in der kurzen Euphoriephase der vergangenen Woche, das neue Konzept, fragt ein anderer.
Alter Wein in alten Schläuchen?
Prompt schossen die so gefürchteten Metadiskussionen ins Kraut. Es ist ja auch einfach – jeder fühlt sich berufen, etwas zu sagen oder Kommentare hierzu zu bewerten. Das Phänomen ist bekannt, ganze Industrien leben davon, dass jeder glaubt, er sei ein guter Zimmermann, Maler oder Fliesenleger, nur weil er denen immer zuschaut.
Da ist viel von Filtern die Rede, von Moderatoren – beides zu kombinieren, ist offensichtlich nicht kompatibel. Und was sagen denn die beiden Admins dazu? Nichts.
Die kategorischen Kritiker dieser Diskussionen übersehen allerdings zweierlei: Sie sind notwendig und - gleichzeitig - Ausdruck der Orientierungslosigkeit der Teilnehmer. Niemand weiss, wohin das Schiff gesteuert wird, wer die Kapitäne sein werden und wer dort anheuert.
Überspielt werden soll die Lage mit Appellen: Mehr Beiträge! Das jetzt zu verlangen hiesse aber, Nensch einfach nur wiederzubeleben. Der Patient ist aber nicht gesund, nur weil die Operation des Appendix gelang. Es müssen weitere Operationen geschehen; vielleicht sogar Transplantationen oder Amputationen. Und in der Rekonvaleszenz-Phase muss man schauen, was man tun muss, damit es nicht noch einmal zu dieser Krankheit kommt.
Also: Nur umgekehrt wird ein Schuh draus. Erst müssen die Rahmenbedingungen abgesteckt und vorgestellt werden. Dann kann jeder sehen, ob er unter diesen Konditionen teilnehmen möchte; Details kann man ja diskutieren. Danach gibt es sicherlich wieder Anreize, Beiträge zu schreiben, dann gibt es wieder Diskussionen, dann gibt es auch – hoffentlich! – mehr frisches Blut, usw.
Die Versuche, ein zweites Forum parallel zu Nensch zu etablieren, sind gescheitert – die Gründe sind unterschiedlichster Art. Einige Teilnehmer, die in Blogs exilierten, sind damit nicht besonders glücklich geworden. Die Resonanz auf die Beiträge war eher ernüchternd. Ein Blog, der kritisch Fragen diskutieren soll, hat auch nicht reüssiert. Im Gegensatz zu anderen Meinungen glaube ich nicht, dass es damit zu tun hat, dass es kein Kommentarbewertungssystem gibt oder keine adäquate Software.
Die letzten Monate haben eben auch gezeigt, dass „der Markt“ für ein Forum wie Nensch offensichtlich stark begrenzt ist. Zwar gibt es rund 100 Millionen deutschsprachige Muttersprachler – aber mehr als rund 50 (in Worten: fünfzig) sind derzeit dauerhaft nicht bereit, in der Lage, fähig oder willens, sich in dieser Art Forum einzubringen. Wie kann man das ändern? (Das man es ändern könnte, dürfte klar sein.)
Der Vorschlag könnte sein, Nensch als Webhosting für Blogger zu implementieren. Das kommt aber kaum infrage. Hier kann man aber auch weiter bei Twoday bleiben – die haben die bessere Software. Zudem sind Blogger meistens Individulisten und/oder Alleinherrscher.
Ein anderer Vorschlag könnte sein, mit Nensch „Giga“ Konkurrenz zu machen. Dies ist aber aus zwei Gründen problematisch: 1. Die Leute bleiben lieber beim Original. – 2. Viele der jetzigen User gehen wieder in Weblogs oder entdecken das Gartenhobby.
Eine andere Idee könnte darin liegen, dass sich Nensch in einen elitären Club verwandelt, der spezielle „Aufnahmekriterien“ an neue Teilnehmer stellt. Zwar wäre das Forum noch für alle lesbar, aber eben nur für einen bestimmten Kreis von Leuten zugängig. Diese Anzahl läge am Anfang m. E. bei rund 5 - 8 Usern; der Rest müsste draussen bleiben. – Letztlich nicht durchführbar.
Und nun?
Die Geduld mancher Teilnehmer ist begrenzt. Bereits jetzt merkt man Trotzreaktionen, Unlust, Larmoyanz – allenthalben. Wer einerseits demokratisch-partizipative Strukturen hochhält und die Lieder der habermasschen Diskursethik anstimmt, sollte berücksichtigen, dass dies auch gelegentlich in eine Praxis umgesetzt werden sollte. Jede Ich-AG, die heute am Markt bestehen will, muss ein Konzept haben.
Man verzeihe mir, dass ich meine Vorschläge – in unzähligen Mails an die entsprechenden Leute geäussert – nicht aufblättere. Sie wurden samt und sonders abgewiesen bzw. kaum überhaupt kommentiert. Sie waren / sind also offensichtlich vollkommen unzureichend.
Entscheidungen können falsch sein. Aber es ist manchmal besser, vorübergehend auch einmal die ein oder andere falsche Aktion durchzuführen, als sich in bloss zukunftsbeschwörenden Traumsphären zu flüchten. Die Leute wollen Futter haben, und zwar jetzt. Und nicht auf die Ernte im Herbst warten.
Aus vielen Gründen habe ich diesen Text nicht bei Nensch gepostet. Ich wollte auch niemanden kompromittieren oder gar beleidigen, daher habe ich keine Namen genannt. Man nehme diesen Text als Teil eines Entzugsprojekts. Es ist auf einem guten Weg und bald vollendet. Dann wird man sich abmelden können, ohne zu zucken. Hoffentlich.
Eine Erklärung gab es – traditionsgemäss – nicht. Wieder einmal konnte man beobachten, wie Kommunikationsprofis im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ höchst unglücklich agieren. Oder wollte man nur Raum für Diskussionen abgeben?
Vielen Teilnehmern reicht diese Versöhnungsgeste offensichtlich nicht. Andere wirkten auch unzufrieden. Hinzu kamen flugs weitere Spannungen; es gibt Teilnehmer, die unfähig sind, persönliche Animositäten hintan zu stellen, wenn es um Bewertungen von Kommentaren oder Texten geht. Sie stellen ihre persönlichen Rachegelüste über sachliche Auseinandersetzung. Ein extrem forumschädigendes Verhalten – sanktioniert wurde es kaum bzw. gar nicht.
Dies alles würde bei entsprechender personeller Ausstattung nicht weiter wichtig sein. Die Dufträume könnten von den Stinkern nicht beeinträchtigt werden, wenn genügend wohlriechende dabei wären. Hieran aber fehlt’s. Woran liegt es?
Was hat sich seit November 2005 verändert, fragt ein Teilnehmer – ausser, dass eine Sperrung aufgehoben wurde? Wo blieb die Erklärung (eine Entschuldigung?)? Wo bleibt, in der kurzen Euphoriephase der vergangenen Woche, das neue Konzept, fragt ein anderer.
Alter Wein in alten Schläuchen?
Prompt schossen die so gefürchteten Metadiskussionen ins Kraut. Es ist ja auch einfach – jeder fühlt sich berufen, etwas zu sagen oder Kommentare hierzu zu bewerten. Das Phänomen ist bekannt, ganze Industrien leben davon, dass jeder glaubt, er sei ein guter Zimmermann, Maler oder Fliesenleger, nur weil er denen immer zuschaut.
Da ist viel von Filtern die Rede, von Moderatoren – beides zu kombinieren, ist offensichtlich nicht kompatibel. Und was sagen denn die beiden Admins dazu? Nichts.
Die kategorischen Kritiker dieser Diskussionen übersehen allerdings zweierlei: Sie sind notwendig und - gleichzeitig - Ausdruck der Orientierungslosigkeit der Teilnehmer. Niemand weiss, wohin das Schiff gesteuert wird, wer die Kapitäne sein werden und wer dort anheuert.
Überspielt werden soll die Lage mit Appellen: Mehr Beiträge! Das jetzt zu verlangen hiesse aber, Nensch einfach nur wiederzubeleben. Der Patient ist aber nicht gesund, nur weil die Operation des Appendix gelang. Es müssen weitere Operationen geschehen; vielleicht sogar Transplantationen oder Amputationen. Und in der Rekonvaleszenz-Phase muss man schauen, was man tun muss, damit es nicht noch einmal zu dieser Krankheit kommt.
Also: Nur umgekehrt wird ein Schuh draus. Erst müssen die Rahmenbedingungen abgesteckt und vorgestellt werden. Dann kann jeder sehen, ob er unter diesen Konditionen teilnehmen möchte; Details kann man ja diskutieren. Danach gibt es sicherlich wieder Anreize, Beiträge zu schreiben, dann gibt es wieder Diskussionen, dann gibt es auch – hoffentlich! – mehr frisches Blut, usw.
Die Versuche, ein zweites Forum parallel zu Nensch zu etablieren, sind gescheitert – die Gründe sind unterschiedlichster Art. Einige Teilnehmer, die in Blogs exilierten, sind damit nicht besonders glücklich geworden. Die Resonanz auf die Beiträge war eher ernüchternd. Ein Blog, der kritisch Fragen diskutieren soll, hat auch nicht reüssiert. Im Gegensatz zu anderen Meinungen glaube ich nicht, dass es damit zu tun hat, dass es kein Kommentarbewertungssystem gibt oder keine adäquate Software.
Die letzten Monate haben eben auch gezeigt, dass „der Markt“ für ein Forum wie Nensch offensichtlich stark begrenzt ist. Zwar gibt es rund 100 Millionen deutschsprachige Muttersprachler – aber mehr als rund 50 (in Worten: fünfzig) sind derzeit dauerhaft nicht bereit, in der Lage, fähig oder willens, sich in dieser Art Forum einzubringen. Wie kann man das ändern? (Das man es ändern könnte, dürfte klar sein.)
Der Vorschlag könnte sein, Nensch als Webhosting für Blogger zu implementieren. Das kommt aber kaum infrage. Hier kann man aber auch weiter bei Twoday bleiben – die haben die bessere Software. Zudem sind Blogger meistens Individulisten und/oder Alleinherrscher.
Ein anderer Vorschlag könnte sein, mit Nensch „Giga“ Konkurrenz zu machen. Dies ist aber aus zwei Gründen problematisch: 1. Die Leute bleiben lieber beim Original. – 2. Viele der jetzigen User gehen wieder in Weblogs oder entdecken das Gartenhobby.
Eine andere Idee könnte darin liegen, dass sich Nensch in einen elitären Club verwandelt, der spezielle „Aufnahmekriterien“ an neue Teilnehmer stellt. Zwar wäre das Forum noch für alle lesbar, aber eben nur für einen bestimmten Kreis von Leuten zugängig. Diese Anzahl läge am Anfang m. E. bei rund 5 - 8 Usern; der Rest müsste draussen bleiben. – Letztlich nicht durchführbar.
Und nun?
Die Geduld mancher Teilnehmer ist begrenzt. Bereits jetzt merkt man Trotzreaktionen, Unlust, Larmoyanz – allenthalben. Wer einerseits demokratisch-partizipative Strukturen hochhält und die Lieder der habermasschen Diskursethik anstimmt, sollte berücksichtigen, dass dies auch gelegentlich in eine Praxis umgesetzt werden sollte. Jede Ich-AG, die heute am Markt bestehen will, muss ein Konzept haben.
Man verzeihe mir, dass ich meine Vorschläge – in unzähligen Mails an die entsprechenden Leute geäussert – nicht aufblättere. Sie wurden samt und sonders abgewiesen bzw. kaum überhaupt kommentiert. Sie waren / sind also offensichtlich vollkommen unzureichend.
Entscheidungen können falsch sein. Aber es ist manchmal besser, vorübergehend auch einmal die ein oder andere falsche Aktion durchzuführen, als sich in bloss zukunftsbeschwörenden Traumsphären zu flüchten. Die Leute wollen Futter haben, und zwar jetzt. Und nicht auf die Ernte im Herbst warten.
Aus vielen Gründen habe ich diesen Text nicht bei Nensch gepostet. Ich wollte auch niemanden kompromittieren oder gar beleidigen, daher habe ich keine Namen genannt. Man nehme diesen Text als Teil eines Entzugsprojekts. Es ist auf einem guten Weg und bald vollendet. Dann wird man sich abmelden können, ohne zu zucken. Hoffentlich.
Gregor Keuschnig - 2006-05-22 15:22


Meine 2 Cent
Vorwurfsvolle Untertöne?
Nehmen wir das Beispiel der sogenannten L&P-Krise. Ich habe sie nur aus der Vergangenheit rekapituliert. Worum ging es (mit meiner Outsider-Sicht)? Ihr wolltet L&P schliessen, hattet das verkündet, da Nensch primär ein Themen-Diskussionsforum sein sollte. Jetzt gibt es - das kann man überall nachlesen - unzählige Hobbydichter, aber - im Verhältnis dazu - offensichtlich recht wenige diskutierfreudige und höfliche User. Euer Forum wurde überzogen mit L&P-Beiträgen. Den Proteststurm zur Abschaffung habe ich gelesen. Eine Woche später: L&P bleibt. Berechtigtes Lob überall. Aber?
In der Wirtschaft sind Chefs, die solch grundsätzliche Entscheidungen zurücknehmen bzw. sich genötigt sehen, diese zurückzunehmen, erledigt. Lassen wir die Komponente "Macht" beiseite. Hierum geht es mir nicht. Es geht um Konzeption. Es gab damals in etlichen Kommentaren Lösungsvorschläge (eine Art separates L&P-Forum beispielsweise). Stattdessen: Zurück zum Gewesenen. Ihr wart drei Schritte vorgegangen. Und einfach nur drei wieder zurück. Warum nicht nur einen?
Danach - so Ralf einmal mir gegenüber - war "der Wurm drin". Warum wohl? Warum keine konzeptionelle Überdenkung? Ein klares "Ja" zur Moderation, beispielsweise. Es müsste nicht alles mit immensem Aufwand betrieben werden - etliches liesse sich relativ einfach gestalten.
Es steht mir weder zu, noch wäre es richtig, Euch Admins für die Misere zur Verantwortung zu ziehen. Natürlich tragen auch einige User Mitschuld. Vielleicht, nein: sicher, auch ich. Aber eine Kommunikationsplattform lebt von der Kommunikation miteinander. Da kommt von Euch zu wenig.
Du musst bitte überdenken, warum ein User einen Beitrag schreiben soll, wenn er den gleichen Sermon auch als Tagebuch veröffentlichen oder in einem solchen Blog sich auskotzen kann, wie ich das hier tue. Ich soll Nensch so nehmen, wie es ist? Es kann / soll also keine Verbesserung mehr geben? Hm.
Wer es allen recht machen will, macht es auf Dauer niemandem recht.
T
>wohl im Archiv gelesen, dass Ihr zunächst Engagement gezeigt habt.
>Kritik als Vorwurf zu sehen, ist legitim, aber auch ein bisschen
>einfach.
Ich sehe nicht die Kritik als Vorwurf, mich stören die vorwurfsvollen Untertöne. Sie lassen auf eine überzogene Anspruchshaltung schließen.
Noch einmal: Wir hatten einen Plan, wir hatten ein Konzept. Daraus ist Nensch entstanden. Es hat funktioniert, aber nicht ganz so, wie wir es wollten. Wir sind aber auch ziemlich unterschiedliche Menschen und wollten beide etwas anderes. Deshalb - und auch, weil uns die Idee wichtiger war als das Geld - hinkt jeder Vergleich mit einem Wirtschaftsunternehmen. Ein Unternehmen arbeitet gewinnorientiert. Das haben wir nie und wollten es auch nicht. Wir wollten lediglich die Serverkosten abdecken. (Sonst hätten wir uns bestimmt keine Postmaterialisten als Zielgruppe ausgesucht.) Deine Kritik liest sich aber stets, wie das Lamento eines Konsumenten gegenüber einer Firma, die Misswirtschaft betreibt.
Ich habe Nensch oft genug konzeptionell neu überdacht, jetzt fehlt mir schlicht und ergreifend die Motivation. (Moderation werden wir allerdings noch einführen.)
>Wer es allen recht machen will, macht es auf Dauer niemandem
>recht.
Verstehe ich nicht. Aus dieser Phase bin ich lange raus. Andererseits: Ohne diesen Ansatz wäre Nensch nicht das geworden, was es ist. Es ging darum, Leute zum Diskutieren zu bringen, die sich normalerweise wahrscheinlich nicht mal mit dem Arsch anschauen würden.
Krischans Argumente sind nachvollziehbar
Nachtrag
Gewinnorientiert
Mit "gewinnorientiert" meine ich nicht monetären Gewinn. Dann wäre der Vergleich tatsächlich falsch. Obwohl ich glaube, dass man mit einem Forum wie Nensch auch mittelfristig Geld verdienen könnte. Keine Sorge, ich verlange keinen Altruismus (weit gefehlt). Insofern ist der Vorwurf, ich würde Euch Misswirtschaft unterstellen, abwegig (abgesehen davon, dass er Vorsätzlichkeit implizieren würde).
Der "Gewinn" liegt auf einer anderen Ebene - in etwa darin, Leute zum Diskutieren zu bringen, die sich normalerweise wahrscheinlich nicht mal mit dem Arsch anschauen würden. Wenn sich diese Leute jedoch reihenweise abmelden oder schmollen, dann sinkt natürlich für den verbliebenen Rest die Attraktivität; Ralf hat das sehr schön beschrieben.
Nimm die Erwähnung im vergangenen Jahr vom Grimme-Institut. Darf ich despektierlich fragen, was daraus gemacht wurde? Ich hatte hierüber einen Tagebucheintrag verfasst. Als es eine kleine Diskussion über Art und Qualität der Beiträge gab – sofort der Reflex einiger User: Nabelschau! Metadiskussion! Aufhören! Weiter (ich hoffe, ich werde nicht unhöflich): Habt Ihr beim Grimme-Institut mal ob der ziemlich mehrdeutigen Formulierung nachgefragt? Wenn ich mir vorstelle, welchen Schub so etwas hätte auslösen können…
Ich kann bei mir auch keine "überzogene Anspruchshaltung" entdecken. Worin sollte die liegen? Ich bin weder ein besonders brillanter Schreiber, geschweige denn "unverzichtbar". Da könnte ich andere Kandidaten benennen; das ist aber nicht zielführend.
Neulich hat jemand Nensch mit einem Buffet verglichen:
Die Admins hatten wohl gelegentlich den Eindruck, ein Buffet zur Verfügung zu stellen, an dem sich alle möglichen Leute bedienen, ohne Danke zu sagen. Aus meiner Sicht haben sie den Tisch gestellt (einen tollen Tisch, selbstredend), aber gefüllt haben das Buffet andere. Das hat natürlich Konsequenzen für den Umgang mit diesen anderen.
Ich finde dieses Bild sehr schön. Deinen Äusserungen hier entnehme ich: Der Tisch bleibt so, wie er ist. Wer will, mag Köstlichkeiten beisteuern. Wer nicht will, lässt es sein. Erinnert ein bisschen an Hennings Abmeldetool (welches ich fatal finde - siehe beispielsweise hier).
Deine Demotivation vermag ich – auch wenn Du es vielleicht nicht glaubst – sehr gut nachzuvollziehen. Auch was Sascha angeht (er ist’s doch, oder?): Ich würde sein Ansinnen ablehnen; dieses Tool sowieso abschaffen und alle Leute, die es benutzt haben, entsperren. Sollen sie sich gefälligst selbst „in der Gewalt“ haben und ihr Absentieren selber jedes Mal neu vornehmen! Entzug spielt sich im Leben ab.
Seine Beweggründe verstehe ich allerdings – entschuldige – nicht nur aus dem MA-Geschreibsel. Er kann sich sehr wohl wehren, was er auch getan hat. Aber auch auf Nensch wurde er neulich m. E. nicht ganz fair angegangen…
Ich lehne mich jetzt gewaltig aus dem Fenster und wenn es despektierlich klingen sollte – entschuldige. Aber ich glaube, das Forum ist nur zu retten, wenn sich Leute mit neuem Schwung ranmachen würden. Mir fiele tatsächlich nur einer ein, der alle Kriterien hierfür auf sich vereint (diese Person zu erraten, ist nicht schwer). Es gibt keine Garantie für einen Erfolg – Menschen sind nun mal so, wie sie sind (wie diese Person soeben geschrieben hat). Aber ein Versuch wär’s wert.