Am Pranger

In schöner Regelmässigkeit kommt das Thema des aussterbenden Deutschland auf die Agenda. Aktueller Anlass diesmal ist der Rentenbericht der Bundesregierung, der zum ersten Mal seit Jahren feststehende Fakten nicht mehr leugnet (Adenauers Diktum „Kinder kriegen die Leute immer“ stimmte schon zum Zeitpunkt, als er es aussprach, 1957, nicht mehr) und die Veröffentlichung eines Buches des Diskurs-Trendsetters Frank Schirrmacher (FAZ-Herausgeber) nebst entsprechendem Product placement beim Dampfplauderer Beckmann.

"BILD"-Zeitung v. 17.3.06: Am mittelalterlichen Pranger = schäbiger JournalismusDie Pseudo-Fakten sind nicht neu aber mit jeder zyklischen Sautreibung durchs Mediendorf Deutschland wird der Umgangston rauer: Heute prangert BILD auf der ersten Seite Deutschlands „Super-Frauen“ an: „Ohne Kinder mehr Erfolg?“, gefolgt von „Bringt ein Baby den Karriere-Knick?“ Als müsse man seine persönlichen Lebensentwürfe rechtfertigen. Schäbige Kreaturen, die den Berufsstand des Journalisten da täglich neu desavouieren.

Aber selbst seriöse Geister wie Professor Raffelhüschen weisen den heute 30-50jährigen die Schuld zu, dass ihre Rente in der Zukunft drastisch gekürzt werden muss – hätten sie doch für die nötigen Kinder nicht gesorgt.

In diesen Kanon stimmen jetzt fast alle ein (man nennt das Nachplappern von Halbwahrheiten auch „Zeitgeist“), aber leider wird dabei verschwiegen, wo denn die Arbeitsplätze sein sollen, die von den Kindern der 30-50jährigen besetzt werden bzw. in Zukunft besetzt werden sollen, wenn Unternehmen gleichzeitig in atemberaubenden Tempo Rationalisierungen vornehmen, die auch vor dem vor zehn Jahren noch gepriesenen Wachstumsmarkt „Dienstleistungen“ nicht mehr Halt machen. Vor diesem Hintergrund verkommt das Mantra von der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ für Frauen mit Kindern zur hohlen Floskel – man sehe sich die Arbeitslosenzahlen im Osten Deutschlands an.

Gipfel der vulgär-primitiven Kausalitätskette ist das Gerede von einer „familienfreundlichen Politik“, die – das erfährt man nach wenigen Minuten dann – letztlich aus einer Vergabe finanzieller Mittel nach dem Giesskannenprinzip wie beispielsweise einer Erhöhung des Kindergeldes besteht. Nicht nur, dass diese Massnahmen seit Jahrzehnten nicht fruchten (sic!), weil das Geld, welches den Haushalten zur freien Verfügung gestellt wird, natürlich nicht zweckgebunden ist, der Staat sich jedoch zusätzlich parallel immer mehr aus entsprechenden Infrastrukturen zurückzieht, sondern auch die unleugbare Tatsache, dass es mindestens seit 68 nicht mehr alleiniger Lebensentwurf von Frauen ist, zu gebären, wird dabei übersehen.

Und da die Durchökonomisierung gesellschaftlicher Prozesse auch vor diesem Thema nicht stoppt, wird flugs postuliert, wie viel ein Kind heute „kostet“, nämlich ein Einfamilienhaus (wie ich es neulich in einer Diskussion – unwidersprochen - gehört habe). Belege, wie diese Rechnung zustande kommt, sind Fehlanzeige, aber als Argument für einen eventuelle steuerliche Mehrbelastung Kinderloser dient es allemal – leider vergessend, dass dies bereits heute der Fall ist, während geringverdienende Familien mit Kindern so gut wie gar keine Steuern mehr bezahlen.

Geradezu absurd sind die Forderungen regressiver Kräfte, die Rentenkürzungen bei Kinderlosen vorschlagen. Mit diesem populistischen Unsinn, hervorgebracht von politischen Erstklässlern, wird nicht nur das grundgesetzlich geschützte Gleichheitsprinzip verletzt, sondern schlichtweg der Tatbestand, dass Familienpolitik über Steuerpolitik betrieben wird und betrieben werden muss und nicht über Sozialversicherungssysteme sanktioniert werden kann, geleugnet. Da so dumm kaum jemand sein kann, steckt Methode dahinter.

Die Diskussion wird schnell wieder abebben, aber Stigmatisierungen werden bleiben und bei nächster Gelegenheit fortgeschrieben. Frau von der Leyens Berufung ist kein Zufall, sondern ist ein Zeichen.

Dabei sind durchgreifende politische Lösungen bis auf weiteres nicht zu erwarten, da dies grundlegende und dauerhafte gesellschaftliche Veränderungen bedeuten würde.

Der Kinderglaube, man gebe den Leuten nur Geld in die Hand und alles andere werde dann schon, müsste endlich aufgegeben werden. Statt Rückzug des Staates wäre das Gegenteil notwendig (freilich mit der notwendigen Vorsicht, dass dieser dann nicht indoktriniert). Man könnte beispielsweise diejenigen, die von familienfreundlicher Politik reden, einmal fragen, warum es denn immer noch flächendeckend an Ganztagsschulen mangelt.

Und in der nächsten Diskussion werden die Politiker, die die Kinderlosigkeit beklagen von den Arbeitnehmern u. a. Flexibilität mit Wohnortwechseln erwarten, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Gleichzeitig sollen sie konsumieren, privat vorsorgen und – natürlich! – Familien gründen. Weltfremder und realitätsferner kann es kaum noch zugehen.
Da ein Teilnehmer seine Kommentare zum Thema, die sehr interessant waren, zurückgezogen hat (und hierauf ein anderer Diskutant ebenfalls von seinem Löschrecht teilweise Gebrauch machte), habe ich die Diskussion hier als PDF eingefügt. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich in ähnlicher Lage immer entsprechend entscheiden werde. Wer hier also kommentiert, sollte beachten, dass seine Kommentare trotz Löschung rekapituliert werden. Schliesslich schreibt man hier ja anonym. Und wer seine Kommentare löscht, auf die andere bereits geantwortet haben und dies ohne Einverständnis mit den anderen, dessen Kommentarmöglichkeit behalte ich mir vor, abzuschalten.
Kommentare-Am-Pranger- (pdf, 59 KB)
Köppnick - 2006-03-17 18:38

Populismus pur

Zunächst mal zwei Links, der erste pro, der zweite kontra deiner Meinung.

Die Politikermeinungen sind insofern blanker Populismus, weil sie zwei Fakten einfach unter den Tisch kehren:
  • Die Rentenversicherung ist eine Versicherung, d.h. die Auszahlungen müssen proportional den Einzahlungen sein. Eine Unterstützung für die Kinder muss folglich mit den Mitteln des Steuerrechts bzw. direkten Subventionen erfolgen.
  • Heute Rentenkürzungen in ca. 30 Jahren zu fordern, kostet heute nichts, sichert aber heute Wählerstimmen. Aber es bringt heute keine neuen Kinder auf die Welt.
Zusammen mit zwei meiner Kollegen habe ich heute über das Thema diskutiert. Der eine darf nächstens im Hort statt 40 dann 120 Euro bezahlen. Vom zweiten hat die Frau gerade wieder einen Job gefunden. Deshalb dürfen sie für ihre beiden Kinder anstelle 40 jetzt 230 Euro im Kindergarten bezahlen.

Köppnick - 2006-03-18 10:41

Erfolg einer Gesellschaft

Mir ist noch ein weiterer Gedanke gekommen: Woran misst man eigentlich den Erfolg einer Gesellschaft?

Vergleicht man Ost- und Westdeutschland vor der Vereinigung, dann waren die Geburtenraten im Osten wesentlich höher. Dafür gab es natürlich Gründe: Die tatsächliche Gleichberechtigung der Frau im Berufsleben, deren Berufstätigkeit nicht nur gebilligt sondern de facto gefordert wurde. Die damit einhergehende massive Förderung der Kinderbetreuung. Und nicht zu vergessen der Wohnungsmangel, der eine frühzeitige Heirat (der Durchschnitt einer Ersteheschließung dürfte so um die Zwanzig gelegen haben) erforderte, um aus der Wohnung der Eltern herauszukommen. Die Scheidungsrate lag sehr hoch, aber da die Frauen berufstätig waren und blieben, waren die Unterhaltsprobleme, die im Westen so beklagt werden, praktisch unbekannt. Nach der Wende brachen die Geburtenraten ein, auf ein Niveau, dass noch unter dem im Westen liegt.

Auch in Deutschland gibt es jetzt noch Bevölkerungsgruppen mit einem überdurchschnittlich hohen Reproduktionsniveau: Türken, Muslime, andere Ausländer. Ähnliche Verhältnisse finden wir im Ausland. Vor dem Ausbruch von Aids sahen die Hochrechnungen für Afrika dort einen überproportionalen Anstieg der Bevölkerung voraus. Oder nehmen wir China vor der Einführung der Ein-Kind-Politik.

Wenn wir jetzt den (evolutionären) Erfolg einer Gesellschaft daran festmachen, dass sie wenigstens in der Lage ist, sich selbst zu erhalten, dann ist das westliche Modell gescheitert. Diese einfache Schlussfolgerung stellt sämtliche unserer sonstigen Werte auf den Prüfstand, auf die wir doch so stolz sind, und die wir gern anderen Menschen aufoktroyieren wollen. Der typisch westliche Ansatz, sämtliche Lebensrisiken und die Zukunft planbar zu machen, bereits beim Kinderkriegen an die Höhe der Rente zu denken, pervertiert menschliches Leben zu einer Rechenaufgabe. Menschen die so denken, bekommen keine Kinder mehr oder bereuen ihre Kinder später.

Ich könnte es mir jetzt sehr leicht machen und sagen, dass Marx das Scheitern des Kapitalismus bereits 1867 vorausgesagt und sich nur in der Erscheinungsform des Kollapses geirrt hat, aber leider ist uns mit dem Zusammenbruch des Sozialismus auch eine realistische Alternative abhanden gekommen. Denn auch die heutigen sozialen Milieus oder Staaten mit ausreichender Reproduktion steuern aus anderen Gründen unaufhaltsam dem eigenen Untergang zu.

Gregor Keuschnig - 2006-03-20 12:38

Was bedeutet "Erfolg"?

Ich vermute einmal, dass "die Evolution" keinen Unterschied zwischen der westlichen Industriegesellschaft und beispielsweise der asiatischen oder afrikanischen Gesellschaft macht. Einzig und allein zählt die Verbreitung der Spezies Mensch. Etwas grobschlächtig verallgemeinernd könnte man doch sagen, dass die Quantität den "Erfolg" einer Spezies darstellt. Ohne Erfolg bedeutet: ausgestorben.

Wie in einem der gelöschten Kommentare ausgeführt wurde, waren Kinder früher Altersvorsorge. Die Entwicklung unserer Gesellschaft in den letzten 150-200 Jahren hat dazu geführt, dass dies nicht mehr direkt, sondern nur noch indirekt der Fall ist (durch die Sozialversicherungssysteme). Die Kinder arbeiten nicht mehr direkt für die Familie, sondern es bleibt alles sehr viel abstrakter.

Es bestehen eindeutige Zusammenhänge, dass, wenn die gesundheitliche Versorgung und die Bildungsmöglichkeiten in einer Gesellschaft optimiert werden, die Anzahl der Kinder drastisch - schon nach 1, 2 Generationen, zurückgeht.

Interessant ist, dass in mindestens zwei Konflikten der (westlichen) Welt dies mit entscheidend wird: Im Kosovo hat in den letzten Jahrzehnten die albanische Bevölkerung derart viele Kinder bekommen, dass sie serbische Minderheit dort (die politisch herrschte) inzwischen zahlenmässig vollkommen unbedeutend geworden ist. Ähnliches gilt, wenn man sicher das Verhältnis der palästinensischen Bevölkerung zur israelischen ansieht - auch hier werden "Fakten" durch die grosse Fruchtbarkeit der Palästinenser geschaffen.

Allerdings entstehen in solchen stark verjüngten Gesellschaften (wie auch beispielsweise im Iran) wiederum andere Probleme: Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektiven.

Welche Gesellschaft hat also "Erfolg"?
Gregor Keuschnig - 2006-03-18 14:27

@wvs (Krankenversicherung) + Unterstützung

Ich weiss nicht, wie diese Beträge zustande kommen. Es geht mich zwar nichts an, aber meines Wissens beträgt der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung irgendetwas bei 530 Euro. Hiervon zahlt der Arbeitgeber nicht mehr ganz 50%, so dass die aktuelle Belastung (je nach Krankenkasse) für den Arbeitnehmer bei etwa 280 Euro/Monat liegt.

Wenn Sie 770 Euro bezahlen, dann sind Sie entweder privat versichert oder exorbitant zusatzversichert.

Meine Aussage der Subventionierung bezog sich auf den Alleinverdiener, der trotz hohem Verdienst oft in der gesetzlichen KV verbleibt, da seine (nicht arbeitende) Frau und seine Kinder dann mitversichert sind. Ich kritisiere das nicht, sondern stelle es nur fest.

Es gibt einen sehr pointierten, brillanten Artikel von Iris Radisch in der neuesten ZEIT, die (indirekt) Schirrmacher und seinen (m. E. absurden) Vorhaltungen antwortet.

Ein Ausriss:

An allem, erzählt man den jungen, gut ausgebildeten Frauen, sollen sie schuld sein. Daran, dass die Republik um ihren Alterswohlstand bangt und sich vor islamischer Überfremdung fürchtet, an den unschönen Dellen am demografischen Kegel, an den ungedeckten Kosten für Gehhilfen und Gebissen und überhaupt: am drohenden Kollaps des Westens.

Der Spiegel, das alte Zentralorgan für Fortschritt und Emanzipation, beklagt, dass die jungen kinderlosen Frauen die »Schöpfungsnotwendigkeit« missachteten. Der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Hausblatts für Industrie und Intelligenz, moniert, dass sie die »Urgewalt« der Natur nicht anerkennen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein neuer älterer Herr die jungen Frauen an ihren Auftrag für Vaterland, Rentenkasse und Kulturnation erinnert und sie darüber in Kenntnis setzt, worin das menschliche Glück besteht: in der Familie.

Männchen, Weibchen, Nest und Nachwuchs, das ist der Gang der Welt seit Anbeginn. Das ist wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Wie jung sein, reif sein, alt sein, tot sein. Und an den Grundgesetzen der Natur kommt man ohne Strafe nicht vorbei. Die Natur rächt sich, nicht gleich, sondern in ihrem Rhythmus. Sie bestraft das Rauchen durch Krebs, das Plastik-Leben durch Depressionen und die verbissene Empfängnisverhütung eben mit Engpässen in der Rentenfinanzierung. Schon wahr. Die Moderne beißt sich selbst in den Schwanz. Am Ende geht sie noch unter. »Wir haben an einem Programm gefingert und damit einen biologischen Gau ausgelöst«, schreibt Frank Schirrmacher. Und wir: das sind wir Frauen.

Wir Vierzigjährigen, die wir herumgefingert und nichts Urgewaltiges hervorgebracht haben. Nun müssen die Jüngeren das ausbaden. Mir tut das leid. Alle dürfen in unserer Gesellschaft machen, was sie wollen, wenn sie nur können. Sie dürfen den Himmel damit verpesten, dass sie die dreihundertvierzigste Kleinwagenvariante auf den Markt drücken, sie dürfen, weil es ja nun mal nicht anders geht, Atommüll, das RTL-Nachtprogramm und die Bild-Zeitung herstellen und ewig so weiter auf der Fortschrittsleiter. Von ein paar biblischen Grundsätzlichkeiten abgesehen, darf in der freien Welt jeder die Würde des Lebens missachten, so gut es sich für ihn auszahlt. Nur die jungen Frauen dürfen das plötzlich nicht mehr. Sie werden von Leuten, die mit der Buchstabenfolge »Natur« bestenfalls eine Aufschrift auf Jogurtbechern verbinden, auf ihre natürliche Bestimmung hingewiesen. Da ist etwas faul.

[...] Die Gebärkampagnen der letzten Tage und Monate sind Propaganda. Die Appelle an die jungen und (weil die Lage so ernst ist) auch älteren Akademikerinnen, Kinder in die Welt zu setzen, erzählen viel über männliche Planspiele und wenig über weibliche Wirklichkeit. Sie übergehen ein paar grundsätzliche Wahrheiten, die jeder kennt und keiner aussprechen will.

Köppnick - 2006-03-19 16:02

Peu a peu

kommen jetzt weitere Details zu diesem dubiosen Rentenvorschlag ans Tageslicht. In den Kommentaren zu Falscher Mobilitätsbegriff findet man u.a.:
Prof. Raffelhüschen wurde heute zweimal enttarnt: in dem sehenswerten Monitorbeitrag zur Rentendemagogie wurden seine diversen Nebentätigkeiten bei Ergo, MLP etc. genannt. Dazu befragt wollte der Professor allerdings keine Stellungnahme abgeben.
Und selbst Maybritt Illner hat heute in ihrer Talkshow auf die INSM-Botschaftertätigkeit und die verschiedenen Engagements für die Finanzwirtschaft hingewiesen.
Im Handbuch der logischen Argumentationsfehler wird zwar ausdrücklich davor gewarnt, aus dem politischen Standort eines Disputanten auf die Fehlerhaftigkeit seiner Argumentation zu schließen, aber einen Rückschluss auf seine Motive erlaubt es schon.

Gregor Keuschnig - 2006-03-20 09:41

Rückschlüsse

So ehrenwert und notwendig es auch ist, das Argument zu hören, so muss doch auch nach einer eventuellen Motivation des Diskutanten gefragt werden - gerade, wenn die DIskussion im öffentlichen Raum geäussert wird.

Ich glaube sehr wohl, dass Raffelhüschen diese, seine Thesen mit einer Überzeugung vertritt und nicht aus blossen kommerziellen Erwägungen. Vermutlich hat er das schon vor seiner INSM-Tätigkeit geglaubt und postuliert - aber jetzt bekommen seine Aussagen zusätzliches Gewicht. Für mich werden sie dadurch allerdings eher entwertet.

Aufpassen muss man natürlich sehr. Vor sehr vielen Jahren gab es in einer Diskussion im Fernsehen mit Jutta Ditfurth (damals aktive "Fundamentalistin" bei den Grünen) und einem CSU Politiker. Dieser CSU-Mann sagte etwas zu einem politischen Thema. Frau Ditfurth war, als sie antworten sollte, vollkommen überrascht und antwortete sinngemäss: "Eigentlich muss ich Ihnen ja zustimmen, aber da Sie von der CSU sind, kann ich das nicht; da muss dann etwas falsch sein in meinen Überlegungen..."

Damit war diese Politikerin für mich gestorben; kurze Zeit später resignierte sie übrigens bei den Grünen, die zunehmend pragmatischer wurden.
wvs - 2006-03-20 21:48

Die hier - bei twoday - zugrundeliegende Software führt dazu, daß die Löschung eines Beitrages auch die Löschung der darunter gesammelten Fremdbeiträge hervorruft. Es ist also nicht "böser Wille" sondern Technik .... und ich fühle mich auch schon deswegen nicht "anonym", weil ich auf meiner Seite meinen vollen Namen angebe - wer nur mittelmäßig begabt ist (einmal vom Niedersächsischen Amt für Verbraucherschutz, einem Anwalt aus Osnabrück und einem Busunternehmen von ebenda abgesehen) kann leicht alle restliche Daten herausfinden ....

rosenherz - 2007-12-29 15:26

Denm nach zu urteilen, wäre ich mittelmäßig begabt. Ich habe Ihren vollen Namen nicht finden können innerhalb von fünf Minuten Suchen in Ihrem Weblog.
Köppnick - 2007-12-29 17:03

@Rosenherz

1. Auf seiner Seite gibt es eine Mailadresse. Aus dieser eine Webadresse machen.
2. Diese Webseite gibt es, es gibt dort einen Rückverweis auf den Blog.
3. Zu http://www.denic.de gehen (dort werden die deutschen IP-Adressen verwaltet) und die Webadresse suchen lassen. Der Name des Domaininhabers wird ausgegeben.
4. Zum Gegenchecken gefundenen Namen in Google eingeben. Ergebnis: Es tauchen alle bereits benutzten Links wieder auf.

Google ist gründlicher als das menschliche Auge, irgendwo muss auf allen gefundenen Seiten ja der Name im Klartext stehen.

Damit sind Name und Adresse eineindeutig bestimmt. Liebe Grüße von hier auch an Herrn Schäuble.
rosenherz - 2007-12-31 13:26

@ Köppnick

Danke für die freundlichen Hinweise! Nun habe ich mich daran gewagt, zu tun wie angeben. Zwar bin ich nicht fündig geworden, was den Namen betrifft, doch erschrocken, was da alles ausgegeben wird an Daten. Das ist ja ein Horror!
Mir graut es, wenn ich da an die am 17. 10. 2007 errreichte Einigung zwischen Justizministerin Maria Berger und Inneminister Platter denke, den Bundestrojaner zu installieren.
Köppnick - 2007-12-31 17:13

Geh mal davon aus, dass der Staat auf alles das Zugriff hat, was du jemals im Internet getan hast, welche Seiten besucht, wo einen Kommentar hinterlassen, was du bei Ebay gekauft hast usw. Geh weiter davon aus, dass jedes Telefonat, das du ins Ausland führst, von einem Automaten abgehört wird. Bei Aussprechen bestimmter Schlüsselwörter wird das Gespräch dann aufgezeichnet. (Was in dieser Wortliste außer Atombombe noch für Begriffe stehen, wie z.B. Koks, Kies, Knaster und ähnliche Wörter auch aus dem Alltagsgebrauch, weiß niemand.) Und geh weiter davon aus, dass die Möglichkeiten, in deinen Rechner einzubrechen, schon lange bestehen. Kriminelle versuchen und schaffen das ja schon lange.

Die neue Qualität von Schäuble & Co. besteht nur darin, dass er diese kriminellen Machenschaften für den Staatsapparat legalisieren will. Was Kriminellen verboten ist, soll dem Staat erlaubt sein. Der demokratische Staat verliert dadurch die Legitimität, die es erst ermöglicht hat, das Machtmonopol auf ihn zu übertragen.

Der gesetzmäßig nächste Schritt ist die ideelle völlige Auflösung der Demokratie. Jeder hat dann wieder eine Waffe zu Hause und sorgt selbst nach seinem Gusto für die Durchsetzung seiner Interessen. Auch auf diesem Gebiet sind uns die Amerikaner bereits einen Schritt voraus.

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Trackbacks zu diesem Beitrag

kwakuananse.twoday.net - 2006-03-18 12:24

Rentenversicherung und Gentests

Zur Zeit wird ja heftig [weiter]

PERSONEN- UND SACHVERZEICHNIS

HIER gibt es ein Personen- und Sachverzeichnis dieses Weblogs. Es soll als zusätzliche Orientierungshilfe zu den "Ressorts" und der Suchfunktion dienen.

Kommentare hier...

Das erinnert mich...
an einen zwar trivialen, aber irgendwie treffenden...
Gregor Keuschnig - 2008-07-04 21:08
Hatte mir gestern Abend...
Hatte mir gestern Abend die erste Lesung angesehen,...
en-passant (anonym) - 2008-07-04 18:16
Noch ein kurzer Nachklapp
Ich stelle mir manchmal den jungen Franz Kafka da vor....
Gregor Keuschnig - 2008-07-04 17:49
Es gab vor sehr langer...
Es gab vor sehr langer Zeit einmal ein Fernsehspiel,...
Gregor Keuschnig - 2008-07-04 17:38
Was dran ist...
Das Wort "Reform" an sich ist neutral, hat aber mittlerweile...
Metepsilonema - 2008-07-02 11:47
Was ist dran an "Demokratieverdrossenheit" ?
Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat die...
Gregor Keuschnig - 2008-06-30 19:56
"Toll" ist der richtige...
Ich weiß nicht was man sich dabei gedacht hat,...
Metepsilonema - 2008-06-30 09:06
Ich meinte folgendes
Demokratie funktioniert meines Erachtens nicht, wenn...
Metepsilonema - 2008-06-30 00:25
Es wurde alles gesagt,
etwas Neues kann ich eigentlich gar nicht hinzufügen....
La Tortuga - 2008-06-29 21:47
"immer weitere Entzauberung"
Ja, das trifft es. Ich frage mich: Ist es nun eine...
Gregor Keuschnig - 2008-06-29 17:50

...anderswo

Sorry, aber ich teile
tinius' Feststellung. ich habe auch seit etwas mehr...
help - 2008-07-04 21:46
Das erinnert mich...
an einen zwar trivialen, aber irgendwie treffenden...
begleitschreiben - 2008-07-04 21:08
Noch ein kurzer Nachklapp
Ich stelle mir manchmal den jungen Franz Kafka da vor....
begleitschreiben - 2008-07-04 17:49
Es gab vor sehr langer...
Es gab vor sehr langer Zeit einmal ein Fernsehspiel,...
begleitschreiben - 2008-07-04 17:38
Der Artikel ist in einem...
Der Artikel ist in einem bestimmten Jargon geschrieben....
KwakuAnanse - 2008-07-03 08:55

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